Deutscher Fernsehpreis 2018 – Jury gibt Nominierungen in Information, Unterhaltung und Sport bekannt

Deutscher Fernsehpreis 2018 - Grafik
©Deutscher Fernsehpreis

In kaum mehr als zwei Wochen wird im Kölner Palladium zum 19. Mal der Deutsche Fernsehpreis vergeben.

Wurden die Nominierungen in den fiktionalen Kategorien bereits im Dezember bekannt gegeben, entschied die unabhängige Experten-Jury unter der Leitung von „TV-Spielfilm“-Chefredakteur Lutz Carstens jetzt über die besten Produktionen und Einzelleistungen des vergangenen Fernsehjahres in Unterhaltung, Information und Sport.

2017 war ein Jahr großer Umbrüche, und vieles Sichergeglaubtes ist in Bewegung geraten. Gerade dann braucht es im Fernsehen Programme und Protagonisten mit Haltung, die Klartext reden, Positionen jenseits des Politikbetriebs vermitteln und Tiefenanalysen zu den zentralen politischen und gesellschaftlichen Fragen liefern. Ein hoher Anspruch, dem die Nominierten des Fernsehjahres 2017 im Bereich Information mehr als gerecht geworden sind“, so der Jury-Vorsitzende Lutz Carstens. „In Unterhaltung und Comedy präsentierten sich die klassischen Formate wie auch ihre Protagonisten in absoluter Hochform und sorgten für wunderbare Fernseherlebnisse, starke Kommentatoren-Teams im Sport für Momente zum Mitfiebern. Glückwunsch an alle Nominierten für ihre außergewöhnlichen Leistungen!

Die Nominierungen in der Information

„Beste Moderation/Einzelleistung Information“: In Zeiten wachsender Unübersichtlichkeit braucht es glaubwürdige Persönlichkeiten vor der Kamera: Hier sah die Jury herausragende Leistungen bei drei „Anchorwomen“: Dunja Hayali mit ihren Reportagen in ihrer Sendung „dunja hayali“ (ZDF/doclights/Riverside) und ihrer Moderation des „ZDF-Morgenmagazins“ (ZDF), Caren Miosga und Marietta Slomka mit der Präsentation der „Tagesthemen“ (ARD) bzw. des „heute-journal“ (ZDF) und ganz besonders mit ihren präzisen politischen Interviews.

„Beste Information“: Im Wahljahr 2017 entschied sich die Jury hier bewusst für Formate, die politische Positionen jenseits der klassischen Wahlberichterstattung vermitteln: „Endlich Klartext! – Der große RTL II Politiker-Check“ (RTL II/doclights) mit dem Comedian Abdelkarim, „Fahrbereitschaft“ (rbb/Räuberleiter GmbH) mit Jörg Thadeusz und „Volksvertreter“ (ZDFneo/ Wieduwilt Film & TV Production) mit Jo Schück.

„Beste Dokumentation/Reportage“: Die großen politischen und gesellschaftlichen Themen des Jahres wurden in herausragender Weise in Dokumentation und Reportagen behandelt. Entsprechend nominierte die Jury hier fünf außergewöhnliche Arbeiten: „Drei Tage im September. Angela Merkels einsame Entscheidung“ (Arte/MDR/Broadview TV) analysiert die deutsche Flüchtlingspolitik und ihre Widersprüche, „Nervöse Republik – Ein Jahr Deutschland“ (ARD/NDR/rbb/Eco Media) zeigt den deutschen Politik- und Medienbetrieb unter Druck, „RTL extra: Fake News“ gibt undercover Einblicke in deren Schaltzentralen (RTL/ infoNetwork/Redaktion extra), „Die Story im Ersten: Das Darknet – Eine Reise in die digitale Unterwelt“ (ARD/NDR) liefert ein brillantes Erklärstück und „ZDFzoom: Gefährliche Verbindungen – Trump und seine Geschäftspartner“ (ZDF) zeigt, was investigative Recherche leisten kann.

„Bestes Infotainment“: Die Vermittlung von Fakten und Wissen ist eine der produktivsten Aufgaben des Fernsehens und im vergangenen Jahr besonders gelungen in „Panorama – die Show: Früher war alles besser“ (NDR) mit Michel Abdollahi, dem Investigativ-Format „Uncovered“ mit Thilo Mischke (ProSieben/pqpp2) und der dreiteiligen „Terra X“-Reihe „Der große Anfang – 500 Jahre Reformation“ mit Harald Lesch zum Luther-Jahr.

Die Nominierungen in der Unterhaltung

„Beste Comedy“: Was wäre die Politik ohne Comedy – und die Comedy ohne Politik? So unterhaltsam wie unverzichtbar gerade in diesem Jahr das Satiremagazin „extra 3“ (ARD/NDR) mit Christian Ehring, die „heute-show“ (ZDF/Prime Productions/Knacker Einfach Medienproduktion) mit Oliver Welke u.a. sowie das Sketch-Format „Kroymann“ (ARD/RB/Bildundtonfabrik) mit Maren Kroymann, der Grande Dame der politischen TV-Satire.

„Beste Unterhaltung Primetime“: Musikalische und sportliche Wettbewerbe prägten die große Unterhaltung. Die Jury sieht auch in diesem Jahr vorne: „Ninja Warrior Germany“ (RTL/Norddeich TV) mit Laura Wontorra, Frank Buschmann und Jan Köppen als kongeniales Moderations-Trio, „Sing meinen Song – Das Tauschkonzert“ (VOX/Talpa Germany) mit Sascha Vollmer und Alec Völkel als Gastgeber und Mark Forster, Lena Meyer-Landrut, Stefanie Kloß, Gentleman, Moses Pelham und Michael Patrick Kelly sowie „The Voice of Germany“ (ProSieben/SAT.1/Talpa Germany) mit Yvonne Catterfeld, Samu Haber, Michi Beck und Smudo von den Fantastischen Vier sowie Mark Forster und den Moderatoren Thore Schölermann und Lena Gercke.

„Beste Unterhaltung Late Night“: Wachbleiben lohnt sich, wenn folgende “Spät-Shows“ und ihre „Gastgeber“ an den Start gehen: „LUKE! Die Woche und ich“ (SAT.1/Brainpool TV) mit Luke Mockridge, „NEO MAGAZIN ROYALE“ (ZDF/ZDFneo/Bildundtonfabrik) mit Jan Böhmermann und die „Die Pierre M. Krause Show“ (SWR).

„Beste Moderation/Einzelleistung Unterhaltung“: Herausragende Einzelleistungen fand die Jury bei profilierten Unterhaltungsprotagonisten wie Michael Kessler in „Kessler ist… Wolfgang Bosbach“ (ZDF/ITV Studios Germany) und Luke Mockridge in „LUKE! Die Woche und ich“ / Die Schule und ich“ / Die 90er und ich“ / Das Jahr und ich“ (alle SAT.1/Brainpool TV). Darüber hinaus sind Sonja Zietlow und Daniel Hartwich nominiert, deren Moderationen und Kommentare 2017 einmal mehr zu den Highlights von „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“ (RTL/ITV Studios Germany) gehörten.

„Bestes Factual Entertainment“: Nichts ist so unterhaltsam wie die Wirklichkeit, und das ganz besonders, wenn Fernsehmacher sie perfekt inszenieren. Nominiert sind: „Dein Song“ (KiKa/ZDF/bsb-film/MBTV) begibt sich auf die Suche nach jugendlichen Songwritern, „Feuer & Flamme“ (WDR/SEO Entertainment), begleitet den Alltag der Feuerwehr in Gelsenkirchen, Tim Mälzer, Tim Raue, Roland Trettl, Christian Lohse u.a. erkunden mit dem Kochwettbewerb „Kitchen Impossible“ (VOX/Endemol Shine Germany) die Welt.

„Beste gestalterische Leistung Unterhaltung“: Eine Show-Produktion ohne diese „Gewerke“ ist undenkbar, und so will die Jury die herausragenden Leistungen in Regie, Buch, Schnitt würdigen: Mark Achterberg für die Live Regie der Shows „Let‘s Dance“ (RTL/Seapoint/Tower) und „Germany‘s next Topmodel – Das Finale” (ProSieben/Redseven Entertainment), Micky Beisenherz, Jens Oliver Haas und Jörg Uebber als Autoren von „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“ (RTL/ITV Studios Germany) und Ralf Kamin und Christian Bender für ihren Schnitt von „The Taste“ (SAT.1/Redseven Entertainment).

Die Nominierungen im Sport

„Beste Sportsendung“: Bei der Eishockey-WM kämpften im vergangenen Jahr die 16 besten Nationalmannschaften um den Titel. Mit ihren Kommentaren zu diesem Sportereignis der Spitzenklasse sicherte sich das Sport1-Team Sascha Bandermann, Rick Goldmann und Basti Schwele einen Platz unter den besten Drei. Auch die Begeisterung für die Formel 1 hält an. Als Kommentatoren der vergangenen Saison könnten RTL-Reporter Florian König und Rennsportlegende Niki Lauda auf der Pole Position landen. Schließlich erwiesen sich Sportjournalist Matthias Stach und Tennislegende Boris Becker bei Eurosport mit ihren Kommentaren zu den US Open als perfekte Doppelpartner – mit Chancen auf eine Trophäe beim Deutschen Fernsehpreis 2018.

Die Jury

Über Nominierungen und Preisträger entscheidet ein unabhängiges, 14-köpfiges Fachgremium. Unter dem Vorsitz von Lutz Carstens (Chefredakteur TV Spielfilm) arbeiten in der diesjährigen Jury: Christian Becker (Produzent, Rat Pack Filmproduktion), Steffen Hallaschka (Moderator und Fernsehjournalist), Bettina Josmann (Producerin, Caligari Entertainment), Jan Peter Lacher (Bereichsleiter Programmplanung RTL, Leiter RTLplus), Peter Nadermann (Produzent, Geschäftsführer Nadcon), Stephanie Prehn (Programm Manager Show SAT.1), Diemut Roether (Journalistin, verantwortliche Redakteurin „epd medien“), Christiane Ruff (Geschäftsführerin ITV Studios Germany), Jürgen Schulte (Geschäftsführer Ansager & Schnipselmann, klarlogo), Marcus Uhl (Geschäftsführer Bilderfest), Wilfried Urbe (Journalist), Stefan Wirtz (HA Programm-Management WDR) sowie Frank Zervos (Leitung Hauptredaktion Fernsehfilm/Serie I ZDF).
Im maßgeblichen Vergleich der Werkkategorien nach Sendern gehen je vier Nennungen an die ARD, das ZDF und die Dritten, gefolgt von RTL mit drei Nennungen, ProSieben, SAT.1 und Vox mit jeweils zwei Nennungen. Arte, Eurosport, KiKa, RTL II, Sport1 und ZDFneo erhalten je eine Nennung.

Wer schließlich die begehrten Trophäen erhält, entscheidet die Jury erst am Tag der Preisverleihung, die von Barbara Schöneberger moderiert wird. Darüber hinaus vergeben die Stifter einen Ehrenpreis.

Hier die Nominierungen als PDF (öffnet im neuen Fenster) im Überblick

Nominierung Non-Fiktion 2018

Nominierung-Fiktion 2018