Weitere Nominierungen für den Deutschen Fernsehpreis 2019

Deutscher Fernsehpreis 2019 (Grafik)
©Deutscher Fernsehpreis

Die Nominierung für den Deutschen Fernsehpreis 2019 ist abgeschlossen.

Nach den fiktionalen Kategorien hat die 14-köpfige Fachjury unter Leitung von Wolf Bauer nun auch die Preisanwärter in Information, Sport und Unterhaltung benannt. Die 20. Verleihung des Deutschen Fernsehpreises findet am 31. Januar in der Düsseldorfer Rheinterrasse statt und wird live auf www.wdr.de sowie als Aufzeichnung in One zu sehen sein.

Politisch bewegte Zeiten fordern substantielle Analyse und klare Haltung. Angesichts der Zunahme von „Online Trollen“ und „Deep Fakes“ auf digitalen Plattformen brauchen wir mehr denn je Qualitätsjournalismus und professionelle Medien, die Einordnung und Orientierung bieten. Diesem Anspruch sind wieder zahlreiche Informations-Programme und insbesondere die Dokumentationen gerecht geworden, die zudem ein großes Publikum erreicht haben“, sagt der Jury-Vorsitzende Wolf Bauer zu den non-fiktionalen Nominierungen. „In der Unterhaltung setzen unkonventionelle Late-Night-Stars, starke Comedy-Frauen und Factual Entertainment originäre inhaltliche Akzente, und die großen, gut eingeführten Entertainment-Marken haben einen überzeugenden Perfektionsgrad erreicht. Bei den Sportsendungen beobachten wir neue Disziplinen, die durch attraktive mediale Darbietung ihr Publikum binden. Wir können sagen: In Vielfalt und Qualität haben wir ein starkes Fernsehjahr gesehen!

Die Nominierungen in Dokumentation, Information und Sport

Beste Dokumentation/Reportage: „Im Schatten der Netzwelt – The Cleaners“ (ARD/Arte/WDR/NDR/RBB/Grifa Filmes/I Wonder Pictures/NHK/ Play TV/BBC/Gebrüder Beetz Filmproduktion) enthüllt die Schattenindustrie der sogenannten Content Moderation zur Löschung zensierter Daten im Auftrag von Facebook, YouTube, Twitter & Co. „Heer, Stahl und Sturm – Wer Nazis verteidigt“ (ARD/WDR) porträtiert die drei Pflichtverteidiger von Beate Zschäpe im NSU-Prozess, während „Kulenkampffs Schuhe“ (ARD/SWR/HR/zero one) kunstvoll deutsche Nachkriegs-, Familien- und TV-Geschichte verbindet. „Unantastbar“ (ZDF/Arte/Primitive Entertainment/ Spiegel TV) liefert eine weltweite Bestandsaufnahme anlässlich des 70. Jahrestags der UN-Menschenrechtserklärung und „Vergewaltigt – Wir zeigen an!“ (ARD/WDR) begleitet Opfer sexueller Gewalt während der juristischen Verfahren.

Bester Doku-Mehrteiler: In zwölf Episoden zeigt „Äquator 360°: Die Linie des Lebens“ (Arte/ZDF/Primitive Entertainment/Spiegel TV/NHK) anhand von Luft-, Landschafts- und Tieraufnahmen die Vielfalt entlang des nullten Breitengrades auf. Anlässlich der letzten deutschen Zechenschließung erzählt der Zweiteiler „Die Steinkohle“ (Arte/ZDF/Broadview TV) die Geschichte des Steinkohlenbergbaus in Europa, und „Terra X: Die Reise der Menschheit“ (ZDF/Gruppe 5) zeichnet in drei Teilen die historische Entwicklung von Migration nach.

Beste Information: Hier nominiert die Jury besondere Leistungen der Auslandsreporter: Natalie Amiri für ihre Berichterstattung aus Iran im Ersten, ebenso wie Antonia Rados für ihren Bericht „Jemens langsamer Tod“, der auf n-tv ausgestrahlt wurde. Zudem sind Carsten Stormer und Marc Wiese, die in „War Diary“ (Arte/WDR/IFAGE) fünf Jahre Krieg in Syrien dokumentiert haben, in der Auswahl vertreten.

Bestes Infotainment: Neben Jochen Breyer für „ZDFzoom: Am Puls Deutschlands“ (ZDF/Bewegte Zeiten Filmproduktion) hat die Jury zum zweiten Mal in Folge Thilo Mischke für „Uncovered“ (ProSieben/pqpp2) nominiert. Jenke von Wilmsdorff wird für die Sendungen „Jenke macht Mut! Leben mit Brustkrebs“ (RTL/infoNetwork), „Das Jenke-Experiment“ (RTL/infoNetwork) und „Jenke Über Leben“ (RTL/Bavaria Entertainment) erneut mit einer Nominierung belohnt.

Beste Sportsendung: Nominiert ist die Premiere der European Championships (ARD/NDR/ZDF), bei denen die Europameisterschaften in der Leichtathletik und sechs weiteren Sportarten zu einem attraktiven Sportereignis zusammengeführt wurden. Das ZDF kann sich zudem über eine weitere Nominierung für die Aufbereitung des Ironman-Wettbewerbs auf Hawaii freuen. ProSieben und ProSieben MAXX komplettieren die Auswahl mit ihren American-Football-Sendungen unter dem Label „ranNFL“.

Die Nominierungen in der Unterhaltung

Beste Unterhaltung Primetime: Von der Physical Game Show bis hin zum Quiz-Format reichen die Nominierungen bei den Primetime-Formaten. Neben dem Promi-Tanzwettbewerb „Let’s Dance“ (RTL/Seapoint Productions/Tower Productions) und der Ratesendung „Wer weiß denn sowas? XXL“ (ARD/HR/NDR/UFA SHOW & FACTUAL) lobt die Jury „Ninja Warrior Germany – Die stärkste Show Deutschlands“ (RTL/Norddeich TV), die es damit zum dritten Mal in Folge in die Auswahl geschafft hat.

Beste Moderation Unterhaltung: Hier wurde Daniel Hartwich als Moderator von „Let’s Dance“ (RTL/Seapoint Productions/Tower Productions) in die Auswahl aufgenommen. Moderator Kai Pflaume sowie die Rate-Teamchefs Bernhard Hoëcker und Elton gehören mit „Wer weiß denn sowas? XXL“ (ARD/HR/NDR/UFA SHOW & FACTUAL) ebenfalls zu den Preisanwärtern. Zum zweiten Mal in Folge ist Luke Mockridge nominiert – für seine „Luke!“-Shows „Die 2000er und ich“, „Die Schule und ich“ sowie „Die Woche und ich“ (alle SAT.1/Brainpool TV/Lucky Pics).

Beste Unterhaltung Late Night: Hamburger Hafenkneipe gegen Babelsberger TV-Studio: Ina Müllers besondere Mischung aus Talk, Comedy und Musik, „Inas Nacht“ (ARD/NDR/beckground tv), tritt an gegen Klaas Heufer-Umlauf und dessen 2018 neu gestartetes Format „Late Night Berlin“ (ProSieben/Florida TV). Dritter im Bunde der Nominierten ist Kabarettist Serdar Somuncu, der mit „So! Muncu!“ (n-tv/probono TV) eine ebenso provokante wie unterhaltsame Form der politischen Talkshow etabliert hat.

Beste Comedy: Zum zweiten Mal in Folge ist Kabarettistin Maren Kroymann mit ihrem Sketch-Format „Kroymann“ (ARD/Radio Bremen/SWR/NDR/rbb/ bildundtonfabrik) nominiert. Ihre Konkurrenten sind „Die Martina Hill Show“ (SAT.1/Redseven Entertainment) und das Team von „Sketch History“ (ZDF/Warner Bros./HPR), das seine ganz eigenen „Interpretationen“ von geschichtlichen Ereignissen liefert.

Bestes Factual Entertainment: Hier ist VOX gleich mit zwei Formaten in der Auswahl vertreten – „First Dates – Ein Tisch für zwei“ (VOX/Warner Bros.) beobachtet Paare beim Dinner-Dating, während „Ich, einfach unvermittelbar?“ (VOX/Tower Prod.) Menschen mit Diagnosen wie Autismus oder Tourette-Syndrom bei der Jobsuche beobachtet. Ebenfalls nominiert ist die Trödelshow „Bares für Rares“ (ZDF/Warner Bros.), die mittlerweile auch in der Primetime Erfolge feiert.

Beste Ausstattung Show: Der Preis für die beste gestalterische Einzelleistung in der TV-Unterhaltung wird in diesem Jahr für die Ausstattung vergeben. Nominiert sind Guido Frinken und Oli Egon Ide für „Das große Backen“ (SAT.1/Tower Productions), Bode Brodmüller und Kim Hüfner für „Late Night Berlin“ (ProSieben/Florida TV) sowie Florian Wieder und Per Arne Janssen mit David Kreilemann (Licht) und Katia Convents (Kostüm) für „Let’s Dance“ (RTL/Seapoint Productions/Tower Productions).

Entscheidungen und weitere Auszeichnungen

Insgesamt hat die Jury in zwölf fiktionalen und elf non-fiktionalen Kategorien Nominierungen ausgesprochen. Die Entscheidungen über die Preisträger fallen erst am Tag der Verleihung des Deutschen Fernsehpreises 2019. Zudem werden ein Förderpreis für junge Talente und der Ehrenpreis der Stifter vergeben. Moderiert wird die Gala zum Deutschen Fernsehpreis 2019 von Barbara Schöneberger und Steffen Hallaschka. Sie wird als Live-Stream auf www.wdr.de zu sehen sein. Der ARD-Sender One zeigt am selben Abend von 22:30 bis 0:30 Uhr eine Aufzeichnung.