ARD im Austausch mit Produzentinnen und Produzenten dokumentarischer Produktionen

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Rund 160 Produzentinnen und Produzenten sowie Redakteurinnen und Redakteure von ARD und arte haben bei der zweiten ARD-Programmwerkstatt über Entwicklungen und Herausforderungen bei dokumentarischen Formaten diskutiert.

In vier Workshops widmeten sich die Macherinnen und Macher Themen wie digitalem Content und Produktionsstrukturen im Wissensbereich, Finanzierungsfragen, Stoffentwicklung, dem Umgang mit investigativen Recherchen und damit verbundenen juristischen Risiken sowie dem langen Dokumentarfilm.

Nach einer ersten erfolgreichen Programmwerkstatt im Jahr 2016 stand auch 2017 der themenbezogene Austausch im Mittelpunkt der Veranstaltung. Die Themen wurden gemeinsam mit Vertretern der Produzentenseite, insbesondere der AG DOK und der Produzentenallianz/Sektion Dokumentation, erarbeitet.

Die zweite ARD-Programmwerkstatt fand am 1. November auf Einladung der ARD-Vorsitzenden und Filmintendantin Karola Wille im Rahmen des MDR-Tages beim 60. Leipziger Festival für Dokumentar- und Animationsfilm statt.

Auch die 2. ARD-Programmwerkstatt hat gezeigt, dass wir diesen regelmäßigen Dialog zwischen den Machern, zwischen den Redaktionen und den Produzenten brauchen„, so Wille. „Gerade in der heutigen Zeit ist es wichtig, dass wir uns treffen und miteinander darüber diskutieren, wie wichtige gesellschaftliche Themen am besten vom öffentlich-rechtlichen Rundfunk dargestellt und vermittelt werden können und wie wir unseren freien öffentlich-rechtlichen Rundfunk auch für künftige Generationen bewahren und zeitgemäß fortentwickeln„.

Seit Anfang 2017 gelten für teil- und vollfinanzierte Auftragspositionen die zusätzlichen Kalkulationspositionen der ARD-Eckpunkte für ausgewogene Vertragsbedingungen und eine faire Aufteilung der Verwertungsrechte“ (Eckpunkte 2.0). „Auf dieser Grundlage geben wir mehr Geld in dokumentarische Produktionen. Außerdem fördern wir mit dem ARD-Leistungsmodell erfolgreiche und innovative Stoffe und ihre Umsetzung. In den Bereich dokumentarischer Produktionen flossen allein über das neue ARD-Leistungsmodell zusätzliche 600.000 Euro an Produzentinnen und Produzenten dokumentarischer Formate„, sagte Wille.

Vor dem Hintergrund der aktuellen Debatte um die Anpassung der Verweildauern in den Mediatheken hat die ARD angekündigt, die Eckpunkte 2.0 weiter zu entwickeln. „Wir stehen auch in Zukunft zu fairen Vertragsbedingungen„, so die ARD-Vorsitzende.

2016 strahlten Das Erste und die Dritten Programme der ARD 2245 Stunden an neuproduzierten Dokumentationen und Reportagen aus. Das sind mehr als sechs Stunden pro Tag.

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Seit neuestem werden in der ARD-Mediathek Beiträge, die von der Redaktion als besonders empfehlenswert eingestuft werden, mit dem Siegel „Must See“ beworben und gesondert herausgestellt. Hier sind lange Reportagen, Dokumentationen und Dokumentarfilme besonders häufig vertreten, zurzeit zum Beispiel „Das Salz der Erde“ und „More than Honey – Bitterer Honig“.

Die Programmwerkstatt ist für Produzenten und Regisseure eine ausgezeichnete Gelegenheit, sich mit Redakteuren intensiv auf Augenhöhe auszutauschen“ so die AG DOK-Vertreter Susanne Stenner, Elisabeth Mayer und Thorolf Lipp. „Besonders erfreulich ist für uns die Tatsache, dass die Veranstaltung auf wachsenden Zuspruch innerhalb der ARD-Vertreter stößt. So gingen am Ende rund 40 konkrete Vorschläge aus den Panels hervor – aus Bereichen wie digitale Strategien, Stoffentwicklung, Ökonomie, Finanzierung und Compliance-Fragen. Das macht deutlich, dass wir gemeinsam enorm kreativ und innovativ sind und anstehende Herausforderungen nur gemeinsam lösen können. Der notwendige Umbau der ARD zu einem föderalen Medienverbund mit crossmedialen Ausspielwegen ist für alle eine Chance.

Gemessen an ihrer Bedeutung für den Programmauftrag als auch was ihre Beliebtheit beim Zuschauer anbelangt, werden derzeit vor allem mittellange und lange dokumentarische Produktionen deutlich schlechter ausgestattet als andere Programmbereiche„, so die AG DOK weiter: „Deshalb sehen wir in der Behandlung dieser Fragen auch im Rahmen von Strukturreformen eine wesentliche Aufgabe für die Zukunft.“ Sich diesen Fragestellungen innerhalb der ARD-Programmwerkstatt gemeinsam zu widmen, sei daher ein echter Gewinn.

Der besondere Reiz dieser Programmwerkstatt ist der intensive fachbezogene Austausch zwischen den Produzentinnen und Produzenten und den Programmgestaltern in den Sendern„, sagte die Vorsitzende der Sektion Dokumentation der Produzentenallianz, Dagmar Biller. „Auch kritische Fragen werden offen angesprochen und wir sind optimistisch, dass diese Punkte infolge auch innerhalb der ARD diskutiert und konstruktive Lösungen gesucht werden. Daher freuen wir uns sehr auf die Fortsetzung im nächsten Jahr.

Die nächste Programmwerkstatt wird auf Einladung der ARD-Filmintendantin Karola Wille 2018 in Leipzig stattfinden.