Museum für Film und Fernsehen präsentiert Ganzkörperkostüm aus TONI ERDMANN

Kukeri aus TONI ERDMANN
Foto: Deutsche Kinemathek

Es ist fast drei Meter hoch, sehr schwer, extrem schwarz, langzottelig und trägt pinke Pompons als Kopfschmuck.

Das Kukeri aus TONI ERDMANN (2016) von Maren Ade wird seit Kurzem im Museum für Film und Fernsehen ausgestellt. Platz genommen hat es in einer voluminösen Vitrine im Bereich „Deutscher Film bis zur Gegenwart (1981 bis heute)“ in der Ständigen Ausstellung des Museums.

Das rituelle Fest der Kukeri ist in Bulgarien alte Tradition zum Vertreiben des Winters und böser Geister. Im Film wird das überdimensionale Kostüm von Winfried Conradi, gespielt von Peter Simonischek, getragen, dessen Figur, ein sozialromantischer Alt-68er mit einem besonders großen Hang zu Scherzen, allein mit seinem Hund in der Nähe von Aachen lebt. Seine einzige Tochter Ines, gespielt von Sandra Hüller, arbeitet ehrgeizig an ihrer Karriere als Unternehmensberaterin. Das Verhältnis ist gestört. Als der Hund stirbt, reist der Vater spontan nach Bukarest, um den Kontakt zu Ines wieder aufzunehmen. Das Eindringen in die ihm fremde Welt seiner Tochter führt zum Eklat. Doch statt wie angekündigt Bukarest zu verlassen, verblüfft Winfried Ines mit seiner radikalen Verwandlung zu Toni Erdmann, seinem schillernden Alter Ego. Eine Zeit der harten Vater-Tochter-Konfrontation beginnt. Am Ende umarmen sich beide: Ines läuft ihrem Vater hinterher, der bereits die nächste Metamorphose durchlebt. Die Umarmung zwischen dem Kukeri und Ines gibt dem Verhältnis zwischen Vater und Tochter eine Wendung. Die bösen Geister konnten vertrieben werden.

2017 wurde die Tragikomödie TONI ERDMANN mit sechs Lolas prämiert. Neben dem Hauptpreis gab es Auszeichnungen für Regie, Drehbuch und Schnitt. Sandra Hüller und Peter Simonischek wurden zudem für ihre Darstellungen als beste Hauptdarstellerin und bester Hauptdarsteller gekürt.

Weitere Infos unter www.deutsche-kinemathek.de