UFA Filmnächte 2018 präsentieren DER GEIGER VON FLORENZ als Weltpremiere

Der Geiger von Florenz (1925/26)
Der Geiger von Florenz (1925/26) – ©Deutsches Filminstitut

Bertelsmann und UFA präsentieren vom 22. bis zum 24. August 2018 zum achten Mal die UFA Filmnächte in Berlin.

An drei Abenden werden frühe Meisterwerke der Kinogeschichte unter freiem Himmel, vor spektakulärer Kulisse und begleitet von Live-Musik zu sehen sein – darunter ein historisches Coming-of-Age-Drama, das mit Unterstützung von Bertelsmann digital restauriert und um lange Zeit verschollene Szenen erweitert wurde.

Die UFA Filmnächte haben sich zu einem filmisch-musikalischen Highlight des Berliner Kultursommers mit eigens errichteter Orchesterbühne und Großleinwand im Kolonnadenhof des Weltkulturerbes Museumsinsel entwickelt. Bertelsmann und die UFA bleiben damit ihrer Linie treu, herausragende Filmkunst in architektonisch-historischer Einbettung zu zeigen. In diesem Jahr werden abendlich jeweils knapp 1.000 Gäste erwartet.

Nach einem Empfang in der Berliner Bertelsmann-Repräsentanz starten die UFA Filmnächte am Mittwoch, 22. August 2018, mit einer Weltpremiere: Gezeigt wird Paul Czinners DER GEIGER VON FLORENZ, ein romantisches Abenteuer um eine junge Frau, die als Mann verkleidet nach Italien reist und dort einem Maler Modell sitzt – eine Paraderolle für die legendäre Elisabeth Bergner. Der vor fast hundert Jahren von der damaligen Ufa produzierte Film, der zuletzt nur noch in gekürzter Fassung vorlag, wurde von der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung in den vergangenen Monaten mit finanzieller Unterstützung von Bertelsmann aufwändig digital restauriert. Er wird dem Publikum nun erstmals wieder in vollständiger Fassung und in neuem Glanz präsentiert. Bei der Uraufführung spielt das Ensemble I solisti di Francoforte eine neu komponierte Musik von Uwe Dierksen, die im Auftrag von ZDF/ARTE entstand. ARTE strahlt den restaurierten Stummfilm mit neuer Musik am 24. September 2018 aus.

Am Donnerstag folgt Ernst Lubitschs SUMURUN mit der großen Pola Negri, die als verführerische Tänzerin einem Scheich und dessen Sohn gleichermaßen den Kopf verdreht. Die Musik zum Film spielt das Ensemble Trioglyzerin.

Am Freitagabend steht Nikolai Malikoffs DIE APACHEN VON PARIS auf dem Programm, in dem sich amerikanische Moralapostel auf Sittenmission in den schäbigen Vierteln von Paris allerlei Versuchungen ausgesetzt sehen. Die Musik liefert die international bekannte niederländische Komponistin und Pianistin Maud Nelissen mit ihrer Band The Sprockets, ebenfalls mit einer Neukomposition.

Alle Filme werden wieder von prominenten Filmpaten eingeführt.

Das Programm im Überblick

Mittwoch, 22. August 2018, Einlass: 20:30 Uhr, Filmbeginn: 21:00 Uhr

DER GEIGER VON FLORENZ, (1925/26), Regie: Paul Czinner
Mit Elisabeth Bergner, Conrad Veidt, Nora Gregor, Grete Mosheim
Produktion: Ufa, Länge: ca. 90 Min. – Musik: Neukomposition von Uwe Dierksen im Auftrag von ZDF/ARTE. Es spielt das Ensemble I solisti di Francoforte

Renée (Elisabeth Bergner) liebt ihren Vater abgöttisch, umso weniger versteht sie sich mit ihrer Stiefmutter. Auf deren Betreiben landet Renée in einem strengen Schweizer Internat. Dort soll sie wegen schlechten Betragens auch die Ferien verbringen. In Männerkleidung flieht Renée nach Italien und verdient sich als Straßenmusikant ein wenig Geld. Ein bekannter Maler entdeckt den „Jungen“ und porträtiert ihn für ein neues Gemälde mit dem Titel „Geiger von Florenz“. Das Werk wird ein großer Erfolg. Auf einer Abbildung davon entdeckt der Vater seine verschollen geglaubte Tochter. Er fährt nach Florenz, um Renée zu sich zu holen. Doch der Maler will sich nicht mehr von seinem Gefährten trennen und ist hocherfreut, als der sich als Mädchen entpuppt, das sich längst in ihn verliebt hat…

Donnerstag, 23. August 2018, Einlass: 20:30 Uhr, Filmbeginn: 21:00 Uhr

SUMURUN, (1920), Regie: Ernst Lubitsch
Mit Pola Negri, Jenny Hasselqvist, Paul Wegener, Harry Liedtke, Ernst Lubitsch
Produktion: Pagu (Ufa), Länge: 103 Min. – Musik: Neukomposition von Trioglyzerin

Sumurun (1920)
Sumurun (1920) – ©Murnau Stiftung

Die Haremsdame Sumurun (Jenny Hasselqvist) ist so schön, dass der alte Scheich (Paul Wegener) sie zu seiner Lieblingsfrau erkoren hat. Sumurun aber liebt den jungen Stoffhändler Nur-al-Din (Harry Liedtke) und fürchtet die Eifersucht des alten Herrschers. Zu allem Unglück erfährt der Scheich, dass auch sein Sohn (Carl Clewing) in sie verliebt ist, und droht die beiden umzubringen. Da kommt eines Tages Abdullah, ein buckliger Gaukler (Ernst Lubitsch) mit einer verführerischen Tänzerin (Pola Negri) in den Harem. Sie tröstet sowohl den Sohn als auch den Vater über die abtrünnige Gespielin hinweg, strebt aber nach Macht und Geld. Vergeblich wirbt Clown Abdullah um ihre Gunst. Als der Scheich die Tänzerin mit seinem Sohn bei der Liebe überrascht, erwürgt er sie und schlägt den Sohn in rasender Wut nieder. Als er auch noch im Frauengemach den jungen Stoffhändler bei Sumurun entdeckt, will er Nur-al-Din ebenfalls töten. Es kommt zum Showdown…

Freitag, 24. August 2018, Einlass: 20:30 Uhr, Filmbeginn: 21:00 Uhr

DIE APACHEN VON PARIS (1927), Regie: Nikolai Malikoff
Mit Jaque Catelain, Lia Eibenschütz, Olga Limburg
Produktion: Alliance Cinématografique (für Ufa), Länge: 108 Min. – Musik: Neukomposition von Maud Nelissen. Es spielen: Maud Nelissen & The Sprockets

Die Apachen von Paris (Filmszene 1927)
Die Apachen von Paris (1927) – ©Deutsche Kinemathek

Die amerikanische „Gemeinnützige Gesellschaft zum Wiederaufbau Europas“ schickt einige ihrer leitenden Mitglieder nach Paris, wo sie Kleinkriminellen und anderen Angehörigen der Halbwelt (genannt die „Apachen von Paris“) Sitte und Anstand beibringen sollen. Zu den Teilnehmern der Moralmission gehören Miss Gertrud (Olga Limburg), Schwester des Vereinspräsidenten, dessen hübsche Tochter Winnie (Lia Eibenschütz) und der Sekretär der Gesellschaft John Rumple (Nikolai Malikoff). Gefährlichster Feind der Gruppe ist der Alkohol, der hier, im Gegensatz zu ihrer Heimat, reichlich fließt. Aufgrund der Prohibitionsgesetze in den USA verboten, erliegen die selbsternannten Moralapostel rasch seinen Versuchungen und anderen Lastern des Nachtlebens: Sekretär Rumple bekommt von einem ein sehr speziellen „Selterwasser“ nicht genug und Winnie lernt im Moulin Rouge den überaus attraktiven Kleinkriminellen Henri (Jaque Catelain), kennen, der aus „gutem Hause“ stammt und es auf ihre Juwelen abgesehen hat. Im Laufe seiner diesbezüglichen Bemühungen verliebt er sich jedoch in sein Opfer. Darüber gerät er mit seiner eifersüchtigen Freundin in Streit und entzweit sich mit seiner Bande, insbesondere mit seinem ehemaligen Kumpel Bécot, der es seinerseits auf Winnies Schmuck abgesehen hat.

Über die UFA Filmnächte

Die UFA Filmnächte von Bertelsmann und UFA finden inzwischen auch international Anklang. So begeisterten UFA Film Nights Cineasten bereits mehrfach in Brüssel, Madrid, Paris und New York. Bertelsmann engagiert sich seit Jahren auf vielfältige Weise im kulturellen Bereich, national wie international. Die „Culture@Bertelsmann“-Aktivitäten umfassen dabei Ausstellungen, Lesungen und Konzerte, das Literaturformat „Das Blaue Sofa“, aber auch den Einsatz für den Erhalt des europäischen Kulturerbes. So gehört das Mailänder Archivio Storico Ricordi zu Bertelsmann, das eine Fülle einzigartiger Zeugnisse der italienischen Operngeschichte beherbergt. Als Unternehmen mit langer eigener Filmgeschichte setzt sich Bertelsmann auch für die Restaurierung, Digitalisierung und Aufführung bedeutsamer Stummfilme ein.

Die diesjährigen UFA Filmnächte in Berlin finden mit freundlicher Unterstützung von ARTE, der Staatlichen Museen zu Berlin, der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung, Maz & Movie und Gegenbauer Facility Management statt. Die Yorck Kinogruppe, Ströer, radio eins sowie das RBB Kulturradio sind Medienpartner.

Weitere Infos unter www.ufa-filmnaechte.de