Berlinale – Perspektive Deutsches Kino 2018: „Whatever Happens Next“

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14 Filme, darunter sechs abendfüllende Spiel- und vier Dokumentarfilme konkurrieren um den mit 5.000 Euro dotierten Kompass-Perspektive-Preis.

Außerdem wird ein Nachbarschaftsprojekt rund um den Berliner Rosa-Luxemburg-Platz als Gast zur Perspektive Deutsches Kino 2018 eingeladen.

Im Wettbewerb

Whatever Happens Next

Klar, gehen könnte man immer. Jetzt. Sofort. Oder später. Man könnte einfach weg sein, sich aus dem eingerichteten Leben davonstehlen. Aber was passiert dann? Jeder hat darüber schon mal nachgedacht, aber die wenigsten tun es – ihre vorgesehene Bahn verlassen. Es ist unsicher, es ist aufregend, es ist mutig, es ist verrückt. Paul Zeise (Sebastian Rudolph) tut es, im Debütfilm “Whatever Happens Next” (Produktion: The StoryBay, Salzwedel) von Julian Pörksen. Paul zieht durchs Land, erscheint ungeladen auf Beerdigungen oder Partys, zieht für eine Zeit mit der verrückten Nele (Lilith Stangenberg) zusammen und lässt sich treiben im Wunderland Leben. Regisseur Julian Pörksen war 2012 schon einmal mit einem kürzeren Film in der Sektion vertreten und zeigt jetzt seinen ersten langen Spielfilm.

Die defekte Katze

Auch die Regisseurin Susan Gordanshekan kehrt mit ihrem Spielfilmdebüt “Die defekte Katze” (Produktion: Glory Film, München) zurück in die Perspektive. Sie erzählt von einem iranischen Paar, das sich erst nach der traditionell geschlossenen Ehe kennenlernen kann und dann an den Herausforderungen des gemeinsamen Lebens in Deutschland scheitert. Es geht darum, sich von den Idealbildern der verschiedenen Lebensmodelle zu befreien und sich eine zweite Chance für die Liebe zu nehmen.

Verlorene

Der Debütfilm “Verlorene” (Produktion: VIAFILM, München) von Felix Hassenfratz taucht ein in die badische Provinz, in der jede/r jede/n kennt und wo die Geschwister Maria (Maria Dragus) und Hannah (Anna Bachmann) nach dem Tod der Mutter alleine mit ihrem Vater (Clemens Schick) leben. Regisseur Felix Hassenfratz kennt sich in dem Milieu gut aus und erzählt eine Heimatgeschichte, in der die Angst vor dem Unbekannten genauso groß ist wie die Sehnsucht danach.

Luz

Mit der Horror-Lovestory “Luz” schließen Regisseur Tilman Singer und Production Designer Dario Méndez Acosta ihr Studium an der Kunsthochschule für Medien Köln ab. Luz, eine junge Taxifahrerin lateinamerikanischer Herkunft, stolpert mit letzter Kraft in eine Polizeidienststelle. Ein Dämon ist ihr auf den Fersen und fest entschlossen, seiner Geliebten endlich nahe zu sein. Tilman Singer beschreibt seinen Film als sinnlichen Thriller, der auf 16mm gedreht ist und mit der Wahrnehmung des Zuschauers spielt.

The Best Thing You Can Do With Your Life

In “The Best Thing You Can Do With Your Life” (Produktion: Zita Erffa, Petruvski Films, Tegernsee, Co-P: Hochschule für Film und Fernsehen München) befragt Regisseurin Zita Erffa ihren Bruder László nach dessen Motiven für seinen Eintritt ins Kloster der Legionäre Christi. Acht Jahre später kann sie ihn endlich aufsuchen und erkunden, warum er sie allein gelassen hat. Die Kamera dient den beiden als Katalysator für eine Annäherung.

Impreza – Das Fest

Auch der politische Dokumentarfilm “Impreza – Das Fest” (Produktion: DREIFILM, München) hat einen sehr persönlichen Zugang. Die Regisseurin Alexandra Wesolowski nimmt die Goldene Hochzeit ihrer Tante zum Anlass, ihre Familie in Polen zu besuchen. Doch statt um das Fest, kreisen die Gespräche bald nur noch um Politik.

Überall wo wir sind

In “Überall wo wir sind” (Produktion: Veronika Kaserer) nähert sich die Regisseurin Veronika Kaserer einer Familie, in der die Eltern einen Sohn verlieren und die Schwester ihren Bruder. In der Organisation des Alltags und in der Erzählung der Kämpfenden und Trauernden wird der sogenannte „Pakt mit dem Tod“ zu einem „Pakt mit dem Leben“.

Kein sicherer Ort

Der 22-minütige Spielfilm “Kein sicherer Ort” (Produktion: Filmmagnet, München, Co-P: Hochschule für Film und Fernsehen München München) der Regisseurin Antje Beine ergänzt das mittellange Filmprogramm um eine weitere junge Heldin. Aus Sicht der zehnjährigen Marie (Lucia Stickel) erfährt man, was es heißt, nicht Kind sein zu können an dem Ort, wo man zu Hause ist.

Vervollständigt wird das Programm durch die Serie “Film Wanderungen”, ein Projekt, das als Gast der Perspektive 2018 eingeladen wurde. Was bedeutet Nachbarschaft? Was ist Heimat? Im Sommer 2017 wurden 140 AnwohnerInnen rund um den Rosa-Luxemburg-Platz in Berlin-Mitte interviewt. Am zweiten Berlinale-Wochenende wird das Publikum auf eine Wanderung durch deren Wohnzimmer geladen, um dort gemeinsam Filme zu sehen und ins Gespräch zu kommen.

Am Berlinale Publikumstag, dem 25. Februar 2018, präsentiert die Perspektive Deutsches Kino den Preisträgerfilm des Spielfilmwettbewerbs „Max-Ophüls-Preis 2018“ sowie den Dokumentarfilm-Gewinner des „First Steps Award 2017“ (Ohne diese Welt, Regie: Nora Fingscheidt).

Überblick

The Best Thing You Can Do With Your Life

Von Zita Erffa

Dokumentarfilm, Weltpremiere

Die defekte Katze

Von Susan Gordanshekan

Mit Pegah Ferydoni, Hadi Khanjanpour, Henrike von Kuick, Constantin von Jascheroff, Arash Marandi

Spielfilm, Weltpremiere

Impreza – Das Fest

Von Alexandra Wesolowski

Dokumentarfilm, Deutschlandpremiere

Kein sicherer Ort

Von Antje Beine

Mit Lucia Stickel, Kristina Pauls, Robin Sondermann

Mittellanger Spielfilm, Weltpremiere

Luz

Von Tilman Singer

Mit Luana Velis, Jan Bluthardt, Julia Riedler, Nadja Stübiger, Johannes Benecke

Spielfilm, Weltpremiere

Verlorene

Von Felix Hassenfratz

Mit Maria Dragus, Anna Bachmann, Clemens Schick, Enno Trebs, Meira Durand

Spielfilm, Weltpremiere

Whatever Happens Next

Von Julian Pörksen

Mit Sebastian Rudolph, Lilith Stangenberg, Peter René Lüdicke, Christine Hoppe, Eike Weinreich

Spielfilm, Weltpremiere

Überall wo wir sind

Von Veronika Kaserer

Dokumentarfilm, Weltpremiere

Bisher gemeldete Filme

draußen

Von Johanna Sunder-Plassmann, Tama Tobias-Macht

Dokumentarfilm, Weltpremiere

Feierabendbier

Von Ben Brummer

Mit Tilman Strauß, Julia Dietze, Johann Jürgens, Christian Tramitz

Spielfilm, Weltpremiere

Kineski zid

Von Aleksandra Odić

Mit Elena Matić, Tina Keserović, Faketa Salihbegović-Avdagić, Anja Stanić, Mugdim Avdagić

mittellanger Spielfilm, Deutsche Premiere

Von Sophia Bösch

Mit Sofia Aspholm, Lennart Jähkel, Lars T. Johansson, Ingmar Virta, Ivan Mathias Petersson

mittellanger Spielfilm, Weltpremiere

Rückenwind von vorn

Von Philipp Eichholtz Mit Victoria Schulz, Aleksandar Radenkovic, Daniel Zillmann, Angelika Waller

Spielfilm, Weltpremiere

Storkow Kalifornia

Von Kolja Malik

Mit Daniel Roth, Lana Cooper, Franziska Ponitz

mittellanger Spielfilm, Weltpremiere

Als Gäste

Film Wanderungen

27 Projektbeteiligte

Dok-Serie

Ohne diese Welt

Von Nora Fingscheidt

Dokumentarfilm

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