DOK.fest München 2018 zieht Halbzeitbilanz

ARRI AMIRA Award - Richard Ladkani, Prof. Tom Fährmann (Juror), Prof. Michael Leuthner (Moderator), Ulrike Tortora (Jurorin), Daniel Sponsel (Festivalleiter), Pia Lenz (Jurorin), Stephan Schenk (Managing Director ARRI Cine Technik und verantwortlich für die Business Unit Camera Systems), Markus Dürr (Produktmanager Camera Systems ARRI)
ARRI AMIRA Award – Richard Ladkani, Prof. Tom Fährmann (Juror), Prof. Michael Leuthner (Moderator), Ulrike Tortora (Jurorin), Daniel Sponsel (Festivalleiter), Pia Lenz (Jurorin), Stephan Schenk (Managing Director ARRI Cine Technik und verantwortlich für die Business Unit Camera Systems), Markus Dürr (Produktmanager Camera Systems ARRI) – ©DOK.fest München

Die erste Hälfte des DOK.fest München war ein großer Erfolg – Trotz des sommerlichen Wetters kamen mehr BesucherInnen als zum selben Zeitpunkt des Vorjahres.

Ein besonderes Highlight war die Reihe GANZ GROSSES KINO: Neun Filme feierten im glanzvollen Rahmen des Deutschen Theaters Premiere. „Wir haben außergewöhnlich stimmungsvolle Abende erlebt“, sagt Festivalleiter Daniel Sponsel. „Nie zuvor haben wir in München solche Dokumentarfilm-Premieren gefeiert. Das Publikum hat die Idee ausgesprochen gut angenommen. Das ist ein wichtiger Schritt für die Branche.

Einige der Filme wurden im Deutschen Theater von besonderem Programm begleitet: Ausnahmesänger Jesper Munk spielte nach FOR IN MY WAY IT LIES solo am Piano. „Dreiviertelblut“ stimmte das Publikum mit stimmungsvoll-morbiden Liedern auf FRÜHER ODER SPÄTER ein. Fußball-Legende Sepp Maier erzählte nach DIE NUMMER EINS – DEUTSCHLANDS GROSSE TORHÜTER über sein Leben im Profisport.

ARRI AMIRA Award und Kameratag

Erstmals fand der Beyond the Images – Kameratag presented by ARRI statt: 70 Gäste erhielten in Keynotes, Paneldiskussionen und Workshops Einblicke in die Arbeitsweise renommierter Filmschaffender. Richard Ladkani, Regisseur des vielfach ausgezeichneten THE IVORY GAME, hielt eine Masterclass. Im Anschluss wurde zum dritten Mal der ARRI AMIRA Award verliehen, der einzige Preis in Deutschland, der die Kameraarbeit bei Dokumentarfilmen würdigt. Die Jury bestand aus Pia Lenz, Ulrike Tortora und Prof. Tom Fährmann. Sie zeichneten Véréna Paravel und Lucien Castaing-Taylor für CANIBA aus.

Kompositionsförderpreis und Dokumentarfilm-Musikpreis

Am Sonntag wurde der Deutsche Dokumentarfilm-Musikpreis an Damian Scholl und Ulrich Reuter für BEUYS verliehen. Der mit 5.000 Euro dotierte Preis wird von der Versicherungskammer Kulturstiftung gestiftet und vom Förder- und Hilfsfonds des Deutschen Komponistenverbandes unterstützt.

Den Deutschen Kompositions-Förderpreis erhielt dieses Jahr Florian Erlbeck für das Projekt GO BACK! über einen bulgarischen Rechtspopulisten und dessen ambivalentes Selbstbild. Das DOK.forum vergibt den Preis, um die künstlerische Zusammenarbeit von FilmemacherInnen und KomponistInnen zu stärken. Die Auszeichnung wird von Sonoton Music gestiftet und ist mit 2.500 Euro dotiert.

Der Komponist Florian Erlbeck möchte mit seiner Komposition nicht manipulieren, sondern im Zusammenspiel mit der filmischen Erzählung einen offenen Score schaffen, der den Zuschauer herausfordern soll, eine eigene Position zu finden„, heißt es in der Begründung der Jury, die die Gewinner beider Preise bestimmte. Zu ihr gehörten Christine Aufderhaar, Elias Gottstein, Matthias Keller und Karina Ressler.

Dokumentarfilmpreis für junge Menschen

DOK.education Preis (Isabell Zacharias (links), Dr. Dieter Reithmeier (Bayerischer Lehrerinnen- und Lehrerverband, oben) und die Preisträger)
DOK.education Preis (Isabell Zacharias (links), Dr. Dieter Reithmeier (Bayerischer Lehrerinnen- und Lehrerverband, oben) und die Preisträger) – ©DOK.fest München

Zum vierten Mal verliehen DOK.education, das Kinder- und Jugendprogramm des DOK.fest, und die kulturpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion Isabell Zacharias den Dokumentarfilmpreis für junge Menschen. Gesucht wurden filmische Erzählungen zu allem, was anders ist: Menschen, Erlebnisse, Beobachtungen, Traditionen, Routinen. 47 Jugendliche und junge Erwachsene reichten Filme ein, das ist eine Steigerung von 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Gewonnen hat die Filmgruppe algo vom Beruflichen Schulzentrum Alfons Goppel Schweinfurt mit dem Film VIELLEICHT. Darin zeigen drei Asylbewerber, wie es sich anfühlt, wenn man versucht, in Deutschland eine Heimat zu finden. In der Jury saßen Maya Reichert, Martin Noweck, Christiane Pfau, Christiane Winter und Amon Ritz.