„Solidarität als Störung“ bei den Kurzfilmtagen Oberhausen 2020

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©Kurzfilmtage Oberhausen

Um „Solidarität als Störung“ geht es im diesjährigen Themenprogramm der Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen.

Das Programm fragt, wie Solidarität, ein Konzept, das mit den neueren Migrationsbewegungen wieder aktuell geworden ist, mit filmischen Mitteln als politisches Projekt neu definiert und re/aktiviert werden kann. Ausgehend von einem Schwerpunkt auf Filmen aus dem ehemaligen Jugoslawien seit den 1960er Jahren, untersuchen die Kuratorinnen Branka Benčić (Kroatien) und Aleksandra Sekulić (Serbien) das Konzept und seine Geschichte in einem breiteren Kontext, von kollektiven Filmbewegungen über die Ästhetik der Arbeiter als politische Subjekte, von Kinepolitik bis zu performativen Gesten.

Solidarität stört Systeme der Ungleichheit. Der Ruf nach Solidarität erklingt täglich, besonders im Hinblick auf Flüchtende und die neuen globalen Migrationsbewegungen. Diese Migrationen bringen eine Neubewertung der Bedeutung und Möglichkeit der Solidarität mit sich. Die Kurzfilmtage beleuchten das Konzept nun durch das Prisma von Filmen aus dem ehemaligen Jugoslawien in ihrem Themenprogramm „Solidarität als Störung“.

In den einzelnen Kapiteln geht es um die „Geografie der Solidarität“, das „Kollektiv“, repräsentiert durch Filmgruppen, -clubs, -gemeinden und –bewegungen, um „Filmfronten“ interventionistischen und partizipativen Filmemachens, die ästhetische Behandlung von „Arbeitern“ als politische Subjekte, um „Kinepolitik“, die sich auf Bewegungen von Subjekten konzentriert, und um „Performative Gesten“. In acht Filmprogrammen zeigt das Programm historische Ansätze ebenso wie aktuelle partizipative Modelle und Infrastrukturen filmischer Solidarität und Intervention. Eine Podiumsdiskussion unter dem Titel „Kooperation, Dissens und Solidarität“ stellt die Frage, wie die Filmerfahrung von abweichenden, emanzipatorischen und aktivistischen Gruppen beeinflusst wurde und wird.

Das Programm deckt einen Zeitraum von mehr als 60 Jahren ab, von 1950 bis 2015. Geplant sind Filme von Nika Autor, dem Chto Delat Kollektiv, Vlatko Gilić, William E. Jones, Vlado Kristl, Low Fi Video, Dušan Makavejev, Chris Marker, Krsto Papić, Katarina Zdjelar, Joyce Wieland, Želimir Žilnik und vielen anderen.

Daten:

  • Donnerstag, 14. Mai, 12.30 Uhr
    Einführung in „Solidarität als Störung“
    Branka Benčić und Aleksandra Sekulić
  • Donnerstag, 14. Mai, 17 Uhr
    Die Geografie der Solidarität
    Filmprogramm
  • Freitag, 15. Mai, 17 Uhr
    Arbeiter – die ästhetische Form politischer Subjekte
    Filmprogramm
  • Samstag, 16. Mai, 17 Uhr
    Museum Songspiel: The Netherlands 20XX
    Filmvorführung und Vortrag des Chto Delat Kollektivs
  • Sonntag, 17. Mai, 10.30 Uhr
    Performative Gesten – (Ent)Lernen von …
    Filmprogramm
  • Sonntag, 17. Mai, 17 Uhr
    Kinepolitik
    Filmprogramm
    Gäste: Nika Autor, Doplgenger (Isidora Ilić und Boško Prostran), Mate Ugrin und Želimir Žilnik
  • Sonntag, 17. Mai, 22 Uhr
    Performative Gesten – Geteilter Raum
    Filmprogramm
    Gäste: Igor Grubić, Dejan Vasić
  • Montag, 18. Mai, 10 Uhr
    Kooperation, Dissens und Solidarität
    Podiumsdiskussion
    Teilnehmer: Igor Đorđević (Kosmoplovci collective, Belgrad), Sunčica Fradelić (Cine Club Split), Marko Milićević (Kino pleme, Belgrad) und Diana Nenadić (Croatian Film Clubs’ Association)
  • Montag, 18. Mai, 12.30 Uhr
    Kollektiv: Gruppe, Gemeinde, Club, Bewegung
    Filmprogramm
    Gäste: Igor Đorđević, Diana Nenadić
  • Montag, 18. Mai, 17 Uhr
    Filmfronten
    Filmprogramm
    Gast: Tanja Vrvilo

Weitere Infos unter www.kurzfilmtage.de

Quelle: Kurzfilmtage Oberhausen