Zurich Film Festival 2018 präsentiert über 160 Produktionen aus 48 Ländern

Zurich Film Festival 2018 (Banner)
©Zurich Film Festival

Während elf Tagen zeigt das Zurich Film Festival die neusten Filme aus 48 Ländern.

Unter den über 160 Produktionen sind 42 Erstlingswerke, 12 Weltpremieren, 16 Schweizer Filme und 2 Retrospektiven. Die Rahmenveranstaltungen Masters, Filmmusikwettbewerb, Kinderworkshops und weitere runden das Festivalprogramm ab.

Die Festivaldirektoren Nadja Schildknecht und Karl Spoerri haben das diesjährige Festivalprogramm und die Organisation dazu vorgestellt. Das Budget beträgt wie im Vorjahr 7,3 Millionen Franken und wird durch Ticketeinnahmen sowie Beiträgen aus Stiftungen, Sponsoring und der öffentlichen Hand finanziert. „Wir entwickeln das Festival kontinuierlich und mit viel Engagement weiter, auch wenn das nicht das einzige Ziel ist„, sagt Schildknecht. „Vielmehr geht es uns um Qualität und Nachhaltigkeit, was viele unserer Partner schätzen und unterstützen„, ergänzt Schildknecht. Sie geht davon aus, dass das Festival ab 2019 wieder mit Förderungsbeiträgen des Bundes rechnen kann. „Wir haben die Firma und deren Struktur so umgebaut, dass wir die Anforderungen des Bundesamtes für Kultur jetzt erfüllen. Das Bundesamt für Kultur hat daraufhin positiv signalisiert, dass sie bereit seien, die Leistungsvereinbarungen mit dem ZFF für die Jahre 2019 und 2020 auszuarbeiten und voraussichtlich per Ende 2018 zu finalisieren„, sagt Schildknecht weiter.

Premierenstandort Zürich

Seinem künstlerischen Credo bleibt das ZFF treu. Es zeigt in den einzelnen Wettbewerben und Programmreihen erneut ein junges und frisches Kino. Karl Spoerri freut sich über ein qualitativ hochstehendes Programm, das thematisch auf aktuelle Schwerpunkte setzt. „So sind Filme zur aktuellen Weltpolitik zwischen Russland und Amerika genauso auffallend häufig vertreten wie auch Werke über starke Frauen, die Emanzipation und den Umgang mit sexuellen Übergriffen nicht aus einer Opferhaltung heraus thematisieren„, sagt Spoerri.

Das ZFF entwickelt sich dieses Jahr noch stärker als Plattform für die Lancierung der grossen Herbsttitel im deutschsprachigen Europa und vereint praktisch alle relevanten Titel der kommenden Award Season. „An dieser Entwicklung haben wir jahrelang gearbeitet. Es freut uns sehr, dass das ZFF als Plattform über die Landesgrenzen hinaus an Bedeutung gewinnt„, sagt Karl Spoerri.

Auch die Nebenreihen wie ‘Neue Welt Sicht’ und ‘Border Lines’ oder die neuen Sektionen ‘Hashtag’ und ‘ZFF Series’ bieten zahlreiche Entdeckungen„, sagt Spoerri. „Die vielen Welt und Europapremieren, welche in nahezu allen Programmreihen zu finden sind, beweisen, dass sich das ZFF als Premierenstandort etabliert hat.“ Die neue Nebensektion Hashtag widmet sich jedes Jahr einer Aktualität. Dieses Jahr sind es acht Filme zu „Big Data“ und wie die Digitalisierung den Alltag oder die Industrien verändert, sei es in der Pornobranche, auf dem Arbeitsmarkt oder in Terrororganisationen. Der Länderfokus der Nebensektion „Neue Welt Sicht“ ist dieses Jahr Italien. Das Land hatte schon immer grossartiges Kino zu bieten. Jetzt steht eine neue und jüngere Generation von Regisseurinnen und Regisseure am Start. Sie thematisieren die Verhältnisse ihres krisengeschüttelten Landes.

Herbst-Titel und grosses Staraufkommen

Werk ohne Autor (Filmszene)
Werk ohne Autor – ©Walt Disney Studios Motion Pictures Germany

Als Galapremieren zu sehen sind die angesagten Herbst-Titel, darunter etwa ROMA von Alfonso Cuaron, THE SISTERS BROTHERS von Jacques Audiard und THE FAVOURITE von Yorgos Lanthimos, welche am Filmfestival Venedig soeben drei Hauptpreise gewonnen haben; die am Toronto-Festival hochgelobten Titel FIRST MAN von Damien Chazelle, A STAR IS BORN von Bradley Cooper, HIGH LIFE von Claire Denis oder BEAUTIFUL BOY von Felix Van Groeningen; oder die drei Europapremieren KURSK von Thomas Vinterberg, LIFE ITSELF von Dan Fogelman und THE OLD MAN AND THE GUN von David Lowery, CAPERNAUN von Nadine Labaki, SHOPLIFTERS von Hirokazu Kore-eda und aus Deutschland kommen Florian Henckel von Donnersmark mit WERK OHNE AUTOR, Sönke Wortmann mit DER VORNAME und Marcus H. Rosenmüller für TRAUTMANN.

Eindrücklich ist einmal mehr das Staraufgebot: Judi Dench, die Grand Old Lady des britischen Kinos, erhält den „Golden Icon Award“. Sie kommt mit ihrem neuen Film RED JOAN nach Zürich, einer auf Tatsachen beruhenden Spionagegeschichte. Ihr kanadischer Kollege Donald Sutherland wird mit dem „Lifetime Achievement Award“ und einer elf Titel umfassenden Retrospektive geehrt. Ebenfalls eine Retrospektive mit zwölf Filmen wird über den deutschen Regisseur Wim Wenders zu sehen sein. Er wird den „A Tribute to… Award“ entgegennehmen. Eine Rekordzahl von Oscarpreisträgern wird mit ihren Arbeiten am ZFF erwartet. Sechs von ihnen wurden mit einem Oscar geehrt wie die Regisseure Pawel Pawlikowski, Kevin Macdonald oder Florian Henckel von Donnersmarck. Neun weitere wurden für einen Oscar nominiert, wie die beiden Schauspieler John C. Reilly oder Dev Patel.

Neben den Wettbewerbs-Regisseuren sind es auch dieses Jahr wieder eine Vielzahl von Regisseuren, Produzenten und Darstellern der Galapremieren und der Nebensektionen, die der Einladung des ZFF folgen und ihre Filme in Zürich vorstellen. Darunter zum Beispiel Johnny Depp für RICHARD SAYS GOODBYE oder Michael Bully Herbig für seinen Film BALLON.

Aus der Schweiz ist man gespannt auf Max Hubacher, der die Hauptrolle in DER LÄUFER von Hannes Baumgartner spielt, auf Joel Basman, der in WOLKENBRUCH von Michael Steiner wie auch in KURSK von Thomas Vinterberg zu sehen ist, oder auf Sabine Timoteo, die ebenfalls in zwei Filmen spielt, in CRONOFOBIA von Francesco Rizzi und im Kinderfilm MATTI UND SAMI UND DIE DREI GRÖSSTEN FEHLER DES UNIVERSUMS.

Rahmenprogramm

Wim Wnders
Wim Wnders – ©Donata Wenders

Zum umfangreichen Rahmenprogramm gehören etwa die ZFF Masters im Filmpodium. Julian Schnabel, weltberühmter Künstler und für den Oscar nominierten Regisseur wird eine ZFF Masters geben, ebenso die Oscarpreisträger Florian Henckel von Donnersmark und Donald Sutherland sowie der Regisseur und Fotograf Wim Wenders. An der beliebten und geschlossenen Workshops ZFF Master Class nehmen dieses Jahr die Regisseure Kevin MacDonald, Christian Frei oder James D. Stern teil. Sie geben dort ihre langjährigen Erfahrungen an jüngere Kolleginnen und Kollegen weiter. Unter anderem für die Masterclass arbeitet das ZFF neu mit dem Kulturhaus Kosmos zusammen.

Weiter werden in der Programmreihe „ZFF für Kinder“ neun Filme aus aller Welt vorgeführt. Wiederum werden zwei Preise vergeben: Der Kinder-Publikumspreis und, in Zusammenarbeit mit UNICEF Schweiz, der Kinderjury-Preis. Es finden gleichzeitig Sihlcity Filmworkshops für Kinder und Jugendliche statt, der erste wird von Insta-Star Gabirano begleitet. Die Schülervorstellungen haben sich schnell gefüllt. Bis jetzt haben sich 108 Schulklassen und 1841 Schülerinnen und Schüler aus 81 Schulen angemeldet.

Rekordteilnehmerzahl für den 7. Internationalen Filmmusikwettbewerb

Der internationale Filmmusikwettbewerb, der am 4. Oktober in der Maag Halle in Zusammenarbeit mit dem Tonhalle-Orchester Zürich und dem Forum Filmmusik uraufgeführt wird, hat sich mit 304 Einreichungen (gegenüber 189 aus dem Vorjahr) aus 44 Ländern beachtlich entwickelt. Dieses Jahr ist die Aufgabe, den Kurzfilm HAPPINESS von Steve Cutts zu vertonen. Der Wettbewerb wird unter der Leitung von Cliff Martinez juriert. Der ehemalige Schlagzeuger der RED HOT CHILI PEPPERS hat für die drei Filme von Steven Soderbergh SEX, LIES AND VIDEOTAPE, SOLARIS oder CONTAGION die Musik komponiert.

Das 14. Zurich Film Festival läuft vom 27. September bis 07. Oktober 2018.

Weitere Infos unter www.zff.com