FilmFernsehFonds Bayern fördert „Sprite Sisters – Vier zauberhafte Schwestern“ mit fast 864.000 Euro

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Der Vergabeausschuss des FFF Bayern hat zum ersten Mal in diesem Jahr getagt und 42 Projekte mit einer Gesamtsumme von 7,25 Mio. Euro zur Förderung empfohlen. Allein 4,6 Mio. Euro entfallen auf neue Produktionen für das Kino, darunter für drei Dokumentarfilme.

Zehn der 26 gestern geförderten Filme im Förderbereich Produktion werden unter weiblicher Regie entstehen. Die Höchstsumme von 900.000 Euro geht an eine Serie: Oktoberfest, produziert von Zeitsprung Pictures für die ARD unter der Federführung des Bayerischen Rundfunks.

Produktion Kinofilm

Mit 4,6 Mio. Euro insgesamt fördert der FFF Bayern 12 Produktionen für das Kino. Die Höchstsumme von 864.000 Euro (inkl. knapp 14.000 Euro Erfolgsdarlehen) geht an Sprite Sisters – Vier zauberhafte Schwestern (blue eyes Fiction). Sven Unterwaldt wird die Family Entertainment-Komödie nach einem Drehbuch von Hortense Ulrich inszenieren. Das Projekt basiert auf der erfolgreichen englischen Kinderbuchreihe Sprite Sisters von Sheridan Winn, die in Deutschland seit zehn Jahren im Fischer Verlag erscheint: Vier Schwestern verfügen über Zauberkräfte, aber stark sind sie nur gemeinsam. Als eine böse Hexe ihnen ihr Zuhause nehmen will, ahnen die Schwestern weder etwas von der Gefahr noch davon, dass sie zusammenhalten müssen. Ein Viertel des Films wird in Bayern gedreht. Der FFF hat die Produktion bereits in der Entwicklungsphase unterstützt.

Anknüpfend an die Geschichte in Kirschblüten – Hanami wird Doris Dörrie das Drama Dämonen zum Tee inszenieren. Kirschblüten – Hanami war ein internationaler Erfolg, sowohl beim Publikum als auch bei Festivals und Jurys; wie damals wird auch dieses Mal Olga Film (700.000 Euro) das Projekt realisieren. Die Handlung setzt zehn Jahre später an und konzentriert sich auf die Figur des Sohnes von Rudi und Trudi. Gedreht wird überwiegend in Bayern und auch in Japan.

In der beliebten Reihe Ostwind wird es einen vierten Film geben mit dem Titel Ostwind – Aris Ankunft (Sam Film, 600.000 Euro). Regie wird Theresa von Eltz nach einem Drehbuch von Lea Schmidbauer führen. Mika und Ostwind lernen die zwölfjährige Ari kennen; diese muss das Gut Kaltenbach vor einer feindlichen Übernahme durch eine intrigante neue Pferdepflegerin und Ostwind vor einem brutalen Trainer retten.

Caroline Link wird die Verfilmung des weltberühmten preisgekrönten autobiographischen Buches Als Hitler das rosa Kaninchen stahl von Judith Kerr inszenieren (Sommerhaus Filmproduktion, 500.000 Euro). Das Drehbuch hat die Regisseurin gemeinsam mit Anna Brüggemann und Michael Gutmann entwickelt. Der Film wird die Geschichte der jüdischen Familie, die 1933 aus Berlin in die Schweiz, dann nach Paris und schließlich nach London flieht, aus Sicht der neunjährigen Protagonistin Anna erzählen.

300.000 Euro gehen an die internationale Koproduktion Siberia (maze pictures) von Abel Ferrara. Das Drama handelt von einem gebrochenen Mann, der zurückgezogen von der Welt in der sibirischen Tundra lebt, aber keinen inneren Frieden findet. Nur wenn er sich seinen Dämonen stellt, kann er sich von seinen Abgründen befreien. Ein Viertel des Films wird in Bayern gedreht. Die Münchner Produktionsfirma maze pictures wird Siberia gemeinsam mit der italienischen Firma Vivo Film produzieren.

Drei Dokumentarfilme werden mit FFF Förderung für das Kino entstehen. Darunter der neue Film von Jörg Adolph mit dem Titel Das geheime Leben der Bäume, den Constantin Film mit 270.000 Euro FFF Förderung produzieren wird. In diesem erzählt der bekannte Förster und Sachbuchautor Peter Wohlleben über die Fähigkeiten der Bäume und das Netzwerk der Natur und bringt dem Zuschauer den Wald auf eine neue Weise näher. Die beiden anderen Dokumentarfilme widmen sich der Musik: Wer 4 sind – Die Fantastischen Vier (Kick Film, 100.000 Euro) porträtiert die Kultband, und Franz Xaver Bogner begibt sich auf die Spuren der Spider Murphy Gang (Juno Film, 61.000 Euro).

Produktion Fernsehfilm

Drei Produktion für das Fernsehen hat der FFF Vergabeausschuss mit insgesamt 1,14 Mio. Euro zur Förderung empfohlen. Die Höchstsumme von 900.000 Euro geht an Oktoberfest. Die Serie wird in 6×45 Minuten vor dem Hintergrund des größten Volksfestes der Welt spielen: Der Nürnberger Wirtsunternehmer Georg Prank kämpft im Jahr 1898 als erster Nicht-Münchner erbittert um ein riesiges Wiesenzelt und die nötige Schanklizenz. Der Ausgang des Kampfes wird das Oktoberfest bis heute prägen. Es geht um nichts Geringeres als um die Positionierung zwischen Tradition und Fortschritt. Die Handlung spielt in der Epoche des Fin de Siècle, die in München geprägt ist von der Schwabinger Bohème, von rassistischem Zeitgeist und technischer Innovation. Produzieren werden das Projekt die Firmen Zeitsprung Pictures und Violet Pictures für die ARD unter der Federführung des Bayerischen Rundfunks, Regie führt Florian Schwarz, der mit eigenwillig inszenierten und preisgekrönten Tatorten (u.a. Weil sie böse sind, Im Schmerz geboren) Aufsehen erregt hat. Die Drehbücher wurden im Writers‘ Room entwickelt. Zu den Autoren gehören Ronny Schalk, Christian Limmer, Christian Lex, Stefan Betz und Alexis Wittgenstein.

Produktion Webserie

Zwei Webserien fördert der FFF Bayern mit jeweils 50.000 Euro. Eine davon ist die neue Staffel der beliebten und preisgekrönten Serie Fett und Fett von Chiara Grabmayr (Trimaphilm). Das Drehbuch hat die Regisseurin gemeinsam mit dem Autor und Stand-Up Comedian Jakob Schreier, der auch die Hauptrolle spielt: Jaksch, Ende 20, Generation Y, sucht die Liebe fürs Leben, indem er sich treiben lässt – bis nach Berlin.

Produktion Nachwuchsfilm

453.000 Euro gehen an neun Projekte junger Filmemacherinnen und Filmemacher. In seinem Debütfilm Let’s Go To War erzählt Jens Pfeifer von einer Kriegsreporterin, die nach Syrien reist, um die Story ihres Lebens zu schreiben und dabei einen verhängnisvollen Fehler macht. Realisieren wird das Projekt die Produktionsfirma Imbissfilm mit 150.000 Euro FFF Förderung.

35.000 Euro gehen an den Abschlussfilm Hayat – Leben von Suli Kurban. Die Doku-Fiction handelt von einer Zwanzigjährigen, die zunächst in München-Neuperlach abhängt und sich dann aber aus ihrem Milieu hinaus kämpft. Produzieren wird den mittellangen Film die Produktionsfirma Pelle Film, die vor zehn Jahren mit dem Dokumentarfilm Draußen bleiben Furore machte. Eine der damaligen Protagonistinnen war Suli Kurban, die später ihr Studium der Dokumentarfilmregie an der HFF München begann und jetzt mit Hayat – Leben ihr Diplom macht.

Projektentwicklung

Vier Produktionsfirmen entwickeln Projekte mit FFF Fördermitteln: Kordes & Kordes Film Süd (60.000 Euro) planen eine Adaption der erfolgreichen Buchreihe Die Schule der magischen Tiere. Lailaps Pictures (50.000 Euro) möchte Rita Falks Roman Hannes auf die Leinwand bringen. Lüthje Schneider Hörl Film (58.000 Euro) entwickelt eine sechsteilige Serie namens Bavarese, und Leykauf Film (20.000 Euro) arbeitet an einem Dokumentarfilm über Schokolade zwischen Verführung, Spekulation und Ausbeutung – aber vielleicht mit Happy End: Die Schokoladen Revolution.

Drehbuch und Treatment

Vier Drehbücher und ein Treatment werden mit FFF Förderung in einer Gesamthöhe von 145.000 Euro entstehen. Darunter Wir sind die Stadt von Ella Cieslinski und Isabelle Bertolene (wirFilm, 30.000 Euro). Das Drama wird von der Gentrifizierung im Münchner Stadtviertel Au handeln und vom Kampf der Mieter gegen die Luxussanierung ihres Hauses.

15.000 Euro gehen an ein Treatment von Jens Schanze (Mascha Film): Im Dokumentarfilm Champions wird es um eine junge Deutsche mit türkischen Wurzeln gehen. Sie lebt in Niederbayern und will Weltmeisterin im Kickboxen werden. Die Langzeitstudie wird dokumentieren, wie die stille junge Frau sich ihren Platz erkämpft, nicht nur in der Arena, sondern auch in der Gesellschaft.

Verleih und Vertrieb

Sieben Kinofilme starten mit FFF Verleihförderung in den Kinos, darunter Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer, Fünf Freunde und das Tal der Dinosaurier, Loveless und die beiden Dokumentarfilme Die Nacht der Nächte und The Poetess.