IDM Südtirol startet neue Phase für die Südtiroler Filmförderung

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Der gesamte Förderungsprozess wurde mit 1. Januar 2020 von der Südtiroler Landesregierung an IDM Südtirol übertragen.

Weiterhin Aufgabe der Landesregierung bleibt hingegen, Budget, Förderkriterien und Förderrichtlinien festzulegen. „Wir schauen nach vorne und sind fest überzeugt davon, dass die Filmproduktionen nach der Überwindung der Coronakrise ihre Tätigkeit in Südtirol bald wieder aufnehmen können. Es handelt sich um einen Wirtschaftssektor, der durch die Förderung in den letzten zehn Jahren ständig gewachsen ist und Südtirol eine hohe Wertschöpfung und eine ständig wachsende Anzahl an lokalen Filmschaffenden bringt“, sagt IDM-Generaldirektor Erwin Hinteregger.

Seit der Gründung der Filmförderung vor zehn Jahren bewertet ein unabhängiges Expertengremium die Anträge auf Filmförderung. Neu in 2020 ist, dass nicht mehr die Landesregierung den Vorschlag des Gremiums formalisiert, sondern IDM selbst. „Diese neue Regelung erleichtert die Abwicklung der Filmförderung für die einreichenden Filmunternehmen: Das Verfahren zur Gewährung und zur Auszahlung der Fördermittel ist nun einfacher und klar geregelt. Das primäre Ziel der Filmförderung ist der Aufbau und die Weiterentwicklung dieser neuen Wirtschaftsbranche in Südtirol. In den letzten zehn Jahren wurde diesbezüglich eine hervorragende Arbeit geleistet, und die Südtiroler Filmförderung hat es geschafft, sich auch international auf hohem Niveau zu etablieren“, erklärt Hinteregger.

Von den sieben Projekten, die nun gefördert werden, kommt eines aus Südtirol, zwei aus dem restlichen Italien, weitere zwei aus Deutschland, eines wurde von einer französischen Produktionsfirma eingereicht und eines von einem Produzenten aus Schweden. Sechs der sieben Projekte erhalten eine Produktionsförderung. Dazu gehört der romantische Horror-Fantasy-Film „Non mi uccidere“ der Vivo film aus Rom. Im Zentrum der Geschichte steht das unzertrennliche Liebespaar Mirta und Robin. Als beide an einer Überdosis sterben, erwacht nur Mirta wieder zum Leben und muss feststellen, dass sie dabei ist, zum Menschenfleisch essenden Monster zu mutieren, wenn sie nicht mit aller Kampf dagegen ankämpft. 29 von 34 Drehtagen des Projektes werden unter der Regie von Andrea De Sica in Südtirol realisiert. Drehorte sind voraussichtlich Meran, Bozen und am Penegal, für den Cast vorgesehen ist Alice Pagani.

Eine Produktionsförderung erhält auch das aus Deutschland stammende Projekt „Il Pastore“. Inszeniert wird der Thriller an 15 von insgesamt 44 Drehtagen unter anderem in Bozen, Meran und Tramin. Für die Produktion zeichnen die Good friends Filmproduktion aus Berlin und die Satel Film aus Wien verantwortlich. In diesem Krimi mit Schauplatz Südtirol nimmt Kommissar Erlacher die Ermittlungen zu Menschenschmuggel auf. Sie führen ihn zum Weingut von Matteo Troier, der von der Mafia erpresst wird. Als Erlacher verschwindet, übernimmt Staatsanwältin Christina Melauer den Fall. Troier gerät zunehmend unter Druck und wird, was er nie sein wollte: Il Pastore. Mit „Dieci giorni con Babbo Natale” fördert IDM die Fortsetzung des Kinohits „Dieci giorni senza mamma“. Im Projekt der Colorado Film Production aus Mailand führt Alessandro Genovesi erneut Regie. Die Kinokomödie wird an elf von 35 Drehtagen unter anderem in Innichen, Brixen und Niederdorf realisiert. Der Plot setzt zwei Jahre nach dem Ende des Vorgängerfilms ein. Giulia wird von ihrem Job als Anwältin völlig vereinnahmt, während Carlo den Hausmann gibt, gleichzeitig aber verzweifelt Arbeit sucht. Streit ist vorprogrammiert. Als Giulia kurz vor Weihnachten zu einem Vorstellungsgespräch nach Stockholm muss, fährt kurzerhand die ganze Familie mit und trifft ausgerechnet in Südtirol auf den Weihnachtsmann.

Im Horrorfim „The deep house” der Radar Films Paris will das junge amerikanische Paar Tina und Ben ein Spukhaus erforschen, das beim Anlegen eines künstlichen Sees in den Alpen versenkt wurde. Sie tauchen zum Haus hinab und schaffen es tatsächlich, hineinzugelangen. Doch dann werden sie im Haus eingeschlossen und mit seinen dunkelsten Geheimnissen konfrontiert. Das Projekt mit Rowe Camille in einer der Hauptrollen wird an fünf von insgesamt 45 Tagen in Südtirol gedreht. Julien Maury und Alexandre Bustillo führen dabei Regie. Gefördert wird auch das aus Schweden stammende Projekt „Till sleep do us part“. Peder trifft darin seine Ex-Freundin Hanna wieder. Die alten Gefühle leben wieder auf, aber beide sind glücklich mit anderen Partnern verheiratet. Als Peder ein Buch geschenkt bekommt, das die Grenze zwischen Traum und Realität aufhebt, können sie im Traum ihre Liebe ausleben. Doch beide Welten verschwimmen zusehends… Für die Regie des Dramas zeichnet Peter Dalle verantwortlich, die Produktion übernimmt Unlimited Stories aus Stockholm. Von insgesamt 35 Drehtagen werden drei voraussichtlich in Valcastello, Toblach und Wolkenstein realisiert.

Die sechste unterstützte Produktion ist die Dokumentation „Wildnis Europa – Tiere der Superlative“ von der Gebrüder Beetz Filmproduktion aus Lüneburg. Die Dokureihe wird an neun von insgesamt 72 Drehtagen in Südtirol realisiert, die Südtirolerin Veronika Kaserer führt bei einer der sechs Episoden Regie. Der Film wendet spezielle innovative Kameratechniken an und nimmt uns mit auf eine Reise auf den Spuren der unterschiedlichsten tierischen Bewohner Europas. Mit „Gasbarra“ erhält in dieser Förderrunde auch das Südtiroler Dokumentarprojekt der Mediaart Production Coop aus Bozen Unterstützung bei der Produktionsvorbereitung. Regie wird Martin Hanni führen. Gezeigt wird das Leben des deutsch-italienischen Schriftstellers Felix Gasbarra, der im Berlin der 1920er Jahre lebt, bevor er vor dem Nationalsozialismus flieht und in Italien landet. Bis zum Ende seines Lebens arbeitet Gasbarra als Übersetzer und Autor fürs Radio. Heute gilt er als Pionier des dokumentarischen Hörspiels.

Die Förderungen im Überblick:

Produktionsförderung:

1. Non mi uccidere (Arbeitstitel)
2. Il pastore (Arbeitstitel)
3. Dieci giorni con Babbo Natale (Arbeitstitel)
4. The deep house (Arbeitstitel)
5. Till sleep do us part (Dreamcatcher) (Arbeitstitel)
6. Wildnis Europa – Tiere der Superlative (Arbeitstitel)

Produktionsvorbereitungsförderung:

1. Gasbarra (Arbeitstitel)

Produktionsförderung

1. Non mi uccidere (Arbeitstitel)

Inhalt: Mirta ist verrückt nach Robin. Er verspricht ihr, dass sie immer zusammen sein werden, auch nach ihrem Tod. Aber als beide an einer Überdosis sterben, erwacht nur das Mädchen wieder und wartet nun auf ihren Robin. Sie muss jedoch bald erkennen, dass sie in ihrer neuen Form nur überleben kann, wenn sie Menschenfleisch isst. Während sie auf Robin wartet, muss sie mit aller Kraft dagegen ankämpfen, ein Monster zu werden.

  • Produktion: Vivo film S.r.l. (Roma)
  • Regie: Andrea De Sica
  • Genre: romantischer Horror-Fantasy
  • Drehtage Südtirol: 29 von 34
  • Drehorte in Südtirol: Meran, Bozen, Penegal
  • Voraussichtlicher Cast: Alice Pagani

2. Il Pastore (Arbeitstitel)

Inhalt: Während einer Polizeikontrolle in Südtirol werden in einem Fahrzeug tote Flüchtlinge gefunden. Die Ermittlungen von Kommissar Erlacher führen zum Winzer des Jahres Matteo Trojer, der wegen seiner dunklen Vergangenheit von Mafioso Nino Sorrentino erpresst und zum Weinfälschen gezwungen wird. Erlacher vermutet einen Zusammenhang zwischen Menschenschmuggel und gefälschtem Wein. Als er verschwindet, übernimmt Bezirksstaatsanwältin Christina Melauer den Fall. Matteo gerät unter enormen Druck und muss nun werden, was er nie sein wollte: Il Pastore.

  • Produktion: Good friends Filmproduktion GmbH (Berlin)
  • Koproduzent: Satel Film GmbH (Wien)
  • Regie: tbd
  • Genre: Krimi (Serienformat/Mehrteiler) für TV
  • Drehtage in Südtirol: 15 von 44
  • Drehorte in Südtirol: Bozen, Meran, Tramin, Timmelsjoch, Foiana
  • Voraussichtlicher Cast: Claudia Michelsen

3. Dieci giorni con Babbo Natale (Arbeitstitel)

Inhalt: Es ist bald Weihnachten, und bei Familie Rovelli haben sich bei dieser Fortsetzung von „Dieci giorni senza mamma“ die Rollen verdreht: Während Giulia als Anwältin total eingespannt ist, gibt Carlo den Hausmann, sucht aber verzweifelt Arbeit. Diese neue Situation stürzt das Paar in eine Krise. Auch mit den Kindern Camilla und Tito gibt es Probleme, während die kleine Bianca ungeduldig auf den Weihnachtsmann wartet. Als Giulia für den Morgen des 24. zu einem wichtigen Vorstellungsgespräch nach Stockholm geladen wird, bricht die ganze Familie kurzerhand in einem alten Camper auf zu einer unglaublichen Reise in den Norden, wo sie ausgerechnet in Südtirol den Weihnachtsmann treffen.

  • Produktion: Colorado Film Production C.F.P. S.r.l. (Milano)
  • Regie: Alessandro Genovesi
  • Genre: Komödie
  • Drehtage in Südtirol: 11 von 35
  • Drehorte in Südtirol: Innichen, Toblach, Brixen, Bruneck, Prags, Sexten, Schluderbach, Vahrn, Niederdorf
  • Voraussichtlicher Cast: Fabio De Luigi, Valentina Lodovini, Diego Abatantuono

4.The deep house (Arbeitstitel)

Inhalt: Das junge amerikanische Paar Tina und Ben ist auf die Erforschung von sogenannten Lost Places spezialisiert. Nun wollen sie ein angebliches Spukhaus erforschen, das in einem künstlichen See in den Alpen versunken ist. Ein merkwürdiger Alter führt sie hin, und sie tauchen hinunter zu dem Haus in der Hoffnung, nun ihr nächstes Erfolgsvideo zu drehen. Es gelingt ihnen, ins Haus zu gelangen. Aber bald werden sie zu Gefangenen dieses Ortes, der ihnen seine dunkelsten Geheimnisse offenbaren wird.

  • Produktion: Radar Films Sas (Paris)
  • Ausführender Produzent: Filmvergnuegen S.r.l (Pfitsch)
  • Regie: Julien Maury, Alexandre Bustillo
  • Genre: Horror
  • Drehtage in Südtirol: 5 von 45
  • Drehorte in Südtirol: Reschensee, Graun
  • Voraussichtlicher Hauptdarsteller: Rowe Camille

5.Till sleep do us part (Dreamcatcher) (Arbeitstitel)

Inhalt: Peder trifft zufällig seine Exfreundin Hanna wieder. Beide sind inzwischen glücklich mit anderen Partnern verheiratet, fühlen sich aber immer noch zueinander hingezogen. Zu Weihnachten schenkt Peders Frau ihm ein altes Buch über Träume, das sich als magisch entpuppt: Peder kann damit die Grenze zwischen Traum und Wirklichkeit aufheben. Peder und Hanna werden sich klar, dass ihre alte Liebe zu stark ist, um sie zu ignorieren, wollen sich aber nicht von ihren Partnern trennen. Deshalb können sie diese Liebe nur im Traum leben. Aber als sich Traum und Wirklichkeit zunehmend vermischen, hat das ungeahnte Folgen für ihr Leben…

  • Produktion: Unlimited Stories AB limited company (Stockholm)
  • Regie: Peter Dalle
  • Genre: Drama / Comedy
  • Drehtage in Südtirol: 3 von 35
  • Drehorte in Südtirol: Valcastello, Toblach, Wolkenstein
  • Voraussichtlicher Cast: Mikael Persbrandt, Vanna Rosenberg, Peter Dalle, Helene Sjöholm

6. Wildnis Europa – Tiere der Superlative

Inhalt: Das Filmteam nähert sich den Wildtieren – Protagonisten dieser Doku – in ihrem natürlichen Habitat mit einer neuen Aufnahmetechnik, die es dem Zuschauer ermöglicht, ihr Leben und ihre täglichen Herausforderungen besonders hautnah mitzuerleben – zum Teil sogar aus der Perspektive der Tiere selbst. So werden von der Kamera spezielle und unerwartete Momente eingefangen, unter anderem auch aus der Luft. Wissenschaftler und Experten geben umfassende Erklärungen zu den gezeigten Tierarten. Die Dokumentation nimmt den Zuseher mit auf eine filmische Erkundungssafari durch einzigartige Landschaften und über die Grenzen hinweg, und zeigt Europa in seiner ganzen Vielfalt.

  • Produktion: Gebrüder Beetz Filmproduktion GmbH (Lüneburg)
  • Koproduzent: Fabelaktiv AS (Hamar, Norwegen)
  • Regie: Unter anderen Veronika Kaserer (Wangen)
  • Genre: TV, Dokumentarfilmserie (6 Folgen)
  • Drehtage in Südtirol: 9 von 72
  • Drehorte in Südtirol: Nationalpark Stilfserjoch

Produktionsvorbereitungsförderung

1. Gasbarra

Inhalt: Der deutsch-italienische Künstler Felix Gasbarra ist Protagonist dieser Doku. Er begann seine Karriere im Berlin der 20er Jahre als Gedichte schreibender Tischler und Dramaturg. Beim Aufkommen des Nationalsozialismus floh er aus Deutschland. Mit seiner Frau, der Künstlerin Doris Homann, und zwei Töchtern lebte er lange in Frascati und wurde zur deutschen Radiostimme des faschistischen Regimes. Bei Kriegsende tauchte Gasbarra in Bozen auf, dieses Mal als Pressezensor in britischer Uniform. Er kaufte Schloss Kampenn, wo er bis zu seinem Tod lebte und als Übersetzer und Dramaturg für das Radio arbeitete. Bis heute wird Gasbarra als Pionier der Radio-Dokumentation angesehen.

  • Produktion: Mediaart Production Coop GmbH (Bozen)
  • Regie: Martin Hanni
  • Projektart: Kino, Dokumentarfilm

Quelle: IDM Südtirol