Mitteldeutsche Medienförderung fördert neues Projekt von Dani Levy mit 600.000 Euro.

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Der Vergabeausschuss der Mitteldeutschen Medienförderung GmbH (MDM) hat in seiner dritten Sitzung 2018 am 27. Juni Fördermittel in Höhe von 3.913.300 Euro für insgesamt 33 Projekte vergeben.

Mit 600.000 Euro fördert die MDM „Die Känguru Chroniken: Ansichten eines vorlauten Beuteltiers“ unter der Regie von Dani Levy (Produktion: X Filme). Die Komödie über die Freundschaft zwischen einem Kreuzberger Kleinkünstler und einem sprechenden, linksradikalen Känguru basiert auf den erfolgreichen Büchern bzw. Hörbüchern von Marc-Uwe Kling.

In einer einzigartigen Kombination von Animation und realem Tanz erzählt Jeff Tudor in „Coppelia“ die Geschichte der temperamentvollen Swanilda und ihrer großen Liebe Franz – sowie des geheimnisvollen Doktor Coppelius, der mit seiner humanoiden Schöpfung Coppelia einen teuflischen Plan verfolgt. Die niederländischbelgisch- deutsche Koproduktion entsteht unter Beteiligung von MotionWorks (380.000 Euro).

Die Regisseurin Haifaa Al Mansour drehte 2012 mit „Das Mädchen Wadjda“ den ersten Langfilm einer saudi-arabischen Regisseurin. In ihrem neuen Film „Die perfekte Kandidatin“ versucht die junge saudische Ärztin Maryam, die Situation ihres Krankenhauses zu verbessern, und fordert damit die männerdominierte Nomenklatura des Ortes heraus (Razor Film, 300.000 Euro).

Rohfilm Productions erhält 200.000 Euro für die internationale Koproduktion „The Sound of Animals Fighting“. In dem Drama des südafrikanischen Filmemachers Sibs Shongwe-La Mer flüchten die Brüder James und Mickey aus ihrer Heimatstadt Johannesburg vor einer Verurteilung wegen Todschlags nach Sao Paolo. Dort tauchen sie schnell in eine Welt aus Drogen und Bandenkriminalität ein und lernen die Prostituierte Valentina kennen und lieben. Damit fordern sie den Drogenboss Vaguinho heraus, der keine Mittel scheut, um seine Macht über Valentina zu erhalten.

Oscar-Preisträger Stefan Ruzowitzky („Die Fälscher“) verfilmt Hermann Hesses berühmte Erzählung „Narziss und Goldmund“ für die große Leinwand: Der junge Goldmund wird von seinem Vater ins Kloster geschickt, um für die Mutter, die die Familie verlassen hat, zu büßen. Dort lernt er den Klosterschüler Narziss kennen und eine tiefe, lebenslange Freundschaft beginnt (Mythos Film, 200.000 Euro).

Im Rahmen der Initiative „Der besondere Kinderfilm“ unterstützt die MDM „Madison“ von Kim Strobl. Die zwölfjährige Titelheldin ist eine begabte und ehrgeizige Rennradfahrerin. Als sie unfreiwillig auf ein Mountainbike umsteigen muss, kommt ihr Leben ins Schleudern. Doch mit Hilfe neuer Freunde kann sie sich vom übermächtigen Vorbild ihres Radprofi-Vaters lösen und ihre eigenen Ziele entdecken (DOR Film-West, 200.000 Euro).

Nach dem gleichnamigen Roman und Drehbuch von Jaroslav Rudis inszeniert Stepan Altrichter („Schmitke“) mit „Nationalstraße“ die Geschichte des alternden Außenseiters Vandam. 1989 als Nationalheld gefeiert, ist er heute vergessen, ein Verlierer wie viele andere auch. Der Kampf um die Frau, die er liebt, ist auch ein Kampf um seine Würde, und er wird sein Untergang (42film, 170.000 Euro).

Maria Stodtmeier porträtiert in „Taking Risks“ die kanadische Sopranistin und Dirigentin Barbara Hannigan, die sich auf dem Höhepunkt einer großen Karriere ihrer eigenen Anfänge besinnt, junge Talente sucht, fördert und ihnen eine große Bühne bereitet. Ein Dokumentarfilm über den Opernbetrieb, über Kandidaten und Wettbewerbe, über Talente, Karrieren, Hoffnungen und Krisen (accentus music, 150.000 Euro).

Als französisch-deutsche Koproduktion entsteht die neue Staffel der Animationsserie „Boris“ von Serge Elissalde über den vierjährigen aufgeweckten Boris, der bereits in die Vorschule geht und voller Ideen steckt. Wenn er über das Ziel hinaus schießt, bringen ihn seine Lieblingsspielzeuge immer auf den Boden der Tatsachen zurück. Er liebt sie – auch wenn sich diese Liebe mitunter etwas ruppig anfühlt (FilmVermoegen, 150.000 Euro).

Gemeinsam mit dem Dirigenten Valery Gergiev und den Münchner Philharmonikern begibt sich Regisseur Reiner E. Moritz in seiner Musikdokumentation auf die Spuren des österreichischen Komponisten und Organisten „Anton Bruckner“, der erst am Ende seines Lebens und posthum Anerkennung fand (Monarda Arts, 134.000 Euro).

In ihrem zweiten Spielfilm „Prélude“ erzählt Schauspielerin und Regisseurin Ina Weisse („Der Architekt“) die Geschichte der Musikerin Anna, die, an ihren eigenen Ansprüchen gescheitert, ihren ganzen Ehrgeiz auf den Geigenschüler Alexander projiziert und sich zugleich von ihrer eigenen Familie entfernt. Am Tag einer entscheidenden Zwischenprüfung kommt es zur Katastrophe (Lupa Film, 80.000 Euro).

Der Dokumentarfilm „Another Reality“ von Noel Dernesch und Olli Waldhauer geht den Geschichten junger Menschen nach, die in Deutschland in sogenannten Parallelgesellschaften und kriminellen Familienclans leben, und hinterfragt sie selbst und ihre Lebenswirklichkeit (Elemag Pictures, 75.000 Euro).

Wie drei Kinder die Ereignisse des 9. Novembers 1989 erleben, schildert Arne Kohlweyer in seinem Kurzfilm „Drübenland“. Während ihre Eltern für ein paar Tage verreisen, sind Melanie, Axel und Marko auf sich selbst gestellt. Als genau da die Berliner Mauer fällt, versucht der siebenjährige Marko, sich einen eigenen Reim auf die Ereignisse zu machen (42film, 30.000 Euro).

Projektentwicklungsförderung geht an die Dramaserie „Transitniki/Leipzig ’85“ (Rohfilm Factory, 100.000 Euro), an die Animationsserie „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ (bigchild, 48.000 Euro) sowie im Bereich Neue Medien an das VR-Projekt „Symphony of Noise – VR“ (Kloos & Co. Ost, 20.000 Euro).

Ostlicht Filmproduktion und Rohfilm Productions erhalten 150.000 Euro bzw. 100.000 Euro für die Stoff- und Projektentwicklung im Rahmen einer Paketförderung.

In der Phase der Stoffentwicklung fördert die MDM mit je 25.000 Euro „Reboot Superpolypsycholum“ (Happy Asylum Entertainment) und „Rethinking Money“ (expanding focus) sowie „Wir kaufen ein Kraftwerk“ (ostwärts-film) mit 20.000 Euro.

Im Verleih werden „Pettersson und Findus 3 – Findus zieht um“ (Regie: Ali Samadi Ahadi, Wild Bunch, 100.000 Euro), „Gundermann“ (Regie: Andreas Dresen, Pandora, 70.000 Euro), „Nanouk“ (Regie: Milko Lazarov, Neue Visionen, 45.800 Euro), „Utøya 22. Juli“ (Regie: Erik Poppe, Weltkino, 40.000 Euro) sowie „Donbass“ (Regie: Sergei Loznitsa, Salzgeber, 20.000 Euro) und „In the Middle of the River“ (Regie: Damian John Harper, Farbfilm,15.000 Euro) unterstützt.

Weiterhin gewährt die MDM Fördermittel für DOK Leipzig, das Internationale Leipziger Festival für Dokumentar und Animationsfilm mit seinen DOK Industry- Angeboten (170.500 Euro), die Filmkunstmesse Leipzig (100.000 Euro), die Filmmusiktage Sachsen-Anhalt (100.000 Euro), den Berlinale Co- Production Market (60.000 Euro), die Konferenz zur Zukunft des Kinderfilms (20.000 Euro) und die Schulkinowochen Sachsen (15.000 Euro).