Staatsministerin Grütters vergibt rund 250.000 Euro Produktionsförderungen für Kurzfilme

Staatsministerin Monika Grütters
Staatsministerin Monika Grütters – Foto: Christof Rieken

Am 27. März 2018 beriet die von Kulturstaatsministerin Grütters berufene Jury aus Fachleuten der Filmbranche über die Filmvorhaben, die sich um die diesjährige Kurzfilm-Produktionsförderung der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien bewarben.

Aus insgesamt 87 Anträgen wurden 17 Projekte zur Förderung vorgeschlagen.

Den Empfehlungen der unabhängigen Jury folgend, fördert Staatsministerin Monika Grütters die nachfolgend genannten Kurzfilmvorhaben mit einem Gesamtvolumen in Höhe von rund 250.000 Euro.

Die Projekte im Überblick

„Neue Erde – Künstliches Land“
Herstellung: Volker Sattel, Berlin
Regie: Stefanie Gaus
Fördersumme: 15.000 Euro
Kategorie: Experimenteller Dokumentarfilm

Der an Joris Ivens Nieuwe Gronden/ Neue Erde (1934) angelehnte experimentelle Kurzfilm portraitiert den japanischen Ort Ogata Mura nicht nur als „Inversionsfigur“ gegenüber dem traditionellen japanischen Reisanbau und einer sehr spezifischen und regulativen japanischen Reispolitik, sondern erhebt durch seine Form und Referenz die Frage um globale Verteilungspolitiken und Ressourcen im globalen Kontext.

„Warten – Die Sehnsucht nach der Grünen Welle“
Herstellung: Dominik Lehmann, Weimar
Regie: Jonas Eisenschmidt, Alexander Graeff
Fördersumme: 8.900 Euro
Kategorie: Dokumentarfilm

Es sind die besonderen Momente, von denen wir gerne erzählen, über die Bücher geschrieben und Filme gemacht werden. Aber was passiert eigentlich zwischen den großen Momenten, den entscheidenden Stationen im Leben? Wir Warten. Wir warten auf den Bus, Erkenntnisse oder die Grüne Welle. Wofür opfern wir unsere Lebenszeit? Wann können wir nicht anders? Dieser Film handelt vom Warten – mit all seinen Facetten.

„Goodbye Fairyland“
Herstellung: Carsten Strauch Filmproduktion (Carsten Strauch), Offenbach
Regie: Carsten Strauch, Piotr J. Lewandowski
Fördersumme: 15.000 Euro
Kategorie: Animationsfilm

Nach einem politischen Umsturz im Märchenland und der daraus resultierenden Flucht nach Deutschland treffen sich viele Betroffene in einer Selbsthilfegruppe für Personen mit Märchenhintergrund. In Interviews berichten sie von den Schwierigkeiten mit der Integration und dem Leben in der BRD.

„Jobcenter“
Herstellung: Huth und Gechter GbR (Johanna Huth, Julia Gechter), Berlin
Regie: Johanna Huth, Julia Gechter
Fördersumme: 11.000 Euro
Kategorie: Dokumentarfilm

Ein Kammerspiel am Rande der Gesellschaft: Drei Angestellte des Jobcenters durchlaufen mit ihren Kunden das Waschprogramm Hartz IV, von Anamnese über Kommunikationstrainings bis hin zum Arbeitgeber-Speed-Dating. Wie durch eine Lupe schaut der Film auf Handlungsstrategien im neoliberalen Zeitalter.

„Alberto“
Herstellung: Kaske Film (Thomas Kaske), Berlin
Regie: Beina Xu
Fördersumme: 15.000 Euro
Kategorie: Experimentalfilm

Ein kurdischer Mann kehrt an die Orte seiner Flucht von Athen über Brüssel nach Berlin zurück und begegnet dabei dem Mann auf seinem gefälschten Pass. Erinnerungen werden mit Fiktionen verwoben. „Alberto“ ist eine Auseinandersetzung über die Macht von Namen und wie diese Identitäten formen.

„RIAFN!“
Herstellung: Petrolio Film GmbH (Hannes Lang), Köln
Regie: Hannes Lang
Fördersumme: 15.000 Euro
Kategorie: Dokumentarfilm (Musical)

RIAFN! ist eine filmische Expedition in den Klangraum der Alpen, bei der die Mundarten, Lockrufe und Gesänge der Hirten und Senner/-innen zu einem rhythmischen und sinnlichen Stimmungsbild verdichtet werden. Zwischen künstlerischem Ideal und dokumentarischer Wirklichkeit entwirft der Musicalfilm einen utopischen Sehnsuchtsort fernab der zwanghaften Schnelligkeit und Kommunikationswut des modernen Lebens.

„ILE“
Herstellung: Aude Benhaim, Leipzig
Regie: Aude Benhaim
Fördersumme: 15.000 Euro
Kategorie: Dokumentarfilm

Eine Insel an der Spitze der Bretagne, die „Ile de Sein“. Die Bevölkerung vergreist und schrumpft. Das Meer steigt. Die Angst der Menschen ist allgegenwärtig. Legenden entstehen und erzählen, wie sich das Meer die Insel zurückholt. Realität und Mythos werden im Film parallel betrachtet und gehen Beziehungen miteinander ein. ILE ist eine poetische Betrachtung einer Insel in Gefahr zu verschwinden.

„Destineys Comeback“
Herstellung: Hörmann-Filmproduktion GbR (Andre Hör-mann), Ulm
Regie: Andre Hörmann
Fördersumme: 15.000 Euro
Kategorie: Dokumentarfilm

Endlich kommt Destiney Butler Junior frei. Vier lange Jahre war er im Gefängnis in Shawnee/Illinois. Diese Jahre fehlen dem hoffnungsvollen Boxtalent nun, um den Durchbruch zu schaffen. Doch, aufgewachsen in Chicagos berüchtigter Southside und als Straftäter stigmatisiert, ist es nahezu unmöglich Arbeit zu finden und ein geregeltes Leben zu führen. Destineys einzige Chance ist ein Comeback im Ring.

„Drübenland“
Herstellung: 42film GmbH (Christoph Kukula, Eike Goreczka), Halle
Regie: Arne Kohlweyer
Fördersumme: 15.000 Euro
Kategorie: Fiktion

Nachdem ihre Eltern für ein paar Tage verreist sind, müssen die drei Kinder einer Familie selbst mit den Geschehnissen vom 9. November 1989 klarkommen. Während der Freund der 16-jährigen Melanie sie im Stich lässt, um nach „Drüben“ zu fahren, und der 13-jährige Axel sich über Aufklärung in Farbe freut, ist es vor allem am 7-jährigen Marko, sich einen eigenen Reim auf all das zu machen.

„Am weißen Rand“
Herstellung: Nina Bärmann, Freiburg
Regie: Evgeny Kalachikhin
Fördersumme: 15.000 Euro
Kategorie: Dokumentarfilm

Der weite Norden. Ein Dorf am Rande des Weißen Meeres. Gewaltige Natur. Schweigsame, willensstarke, freie und glückliche Menschen. Ein zeitloser Ort, an den die Menschen freiwillig zurückkehren, um im Einklang mit der Natur zu leben.

„Die Bombe“
Herstellung: Kamitz Filmproduktion (Uwe Kamitz), Berlin
Regie: Dima Hamdan
Fördersumme: 15.000 Euro
Kategorie: Fiktion

Die Polizei evakuiert ein Berliner Viertel, nachdem sie eine Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden hat. Wassim bereitet sich auf die Abreise vor, aber seine Mutter weigert sich, das Haus zu verlassen.

„Butterflies in Berlin“
Herstellung: Latteplus UG (Antonio Padovani), Berlin
Regie: Monica Manganelli
Fördersumme: 15.000 Euro
Kategorie: Animationsfilm

Alex kommt 1932 nach Berlin, um seinen Platz in der Welt zu finden und um seine sexuelle Identität zu verstehen. Er wird eine der ersten operierten Transsexuellen in der Geschichte sein, leider genau während des Aufstiegs des Nationalsozialismus.

„Boltzmann“
Herstellung: Sevenpeaks GbR (Janis Westphal), Berlin
Regie: Janis Westphal
Fördersumme: 15.000 Euro
Kategorie: Fiktion

Nach einem Hirnschlag will ein abgehalfterter Ex-Lokalfußballstar neue Anerkennung in seiner Kneipe erlangen, indem er ein Kickerturnier gewinnen will – wären da nicht die Visionen seines früheren Ichs, die ihn verfolgen.

„Hao’s Nails“
Herstellung: Flickfilm GbR (Johanna Aust), Berlin
Regie: Katja Straub
Fördersumme: 15.000 Euro
Kategorie: Fiktion

Cindy (65) lässt sich im vietnamesischen Nagelstudio Hao’s Nails von ihrem Lieblingsnagelpfleger Duc eine Maniküre machen. Um sie herum herrscht Lärm, Miskommunikation und Feindseligkeit. Cindys Sehnsucht nach Nähe und Harmonie wirkt sich magisch auf die Anderen aus, deren Bewegungen sich mehr und mehr synchronisieren. Zunächst gegen deren Willen, dann ergibt sich der Raum in einer kollektiven Tanznummer.

„JUST A NORMAL GUY“
Herstellung: Studio Seufz GbR (Stefan Michel), Stuttgart
Regie: Shoko Hara
Fördersumme: 15.000 Euro
Kategorie: Animadok

JUST A NORMAL GUY ist ein animierter Dokumentarfilm über Liebe und Obsession. Doreen Lioy verliebt sich unsterblich – in Richard Ramirez, einen zum Tode verurteilten Serienmörder. Sie kämpft gegen eine Unzahl anderer weiblicher Groupies – bis zur Hochzeit der beiden. Eine Beziehung und Liebe, die kein Außenstehender als „normal“ bezeichnen würde. Aber was ist schon „normal“, wenn es um Liebe geht?

„soluções urbanas / urban solutions“
Herstellung: cinéma copains GbR (Minze Tummescheit, Arne Hector), Berlin
Regie: Minze Tummescheit, Arne Hector
Fördersumme: 15.000 Euro
Kategorie: Experimentalfilm

Die aufwändigen Entrées brasilianischer Apartmenthäuser bieten den Hintergrund für eine filmische Konfrontation exotischer Idylle und latenter Angst vor dem Einbruch einer feindlichen Welt. An der Schwelle zwischen Innen und Außen begegnen sich Wachpersonal und Bewohner, Gegenwart und Vergangenheit verweben sich zum komplexen Bild einer Gesellschaft, die von ihren Erinnerungen eingeholt wird.

„Jürgen Biene“
Herstellung: studioNICE creative (Moritz Mayerhofer), Berlin
Regie: Moritz Mayerhofer
Fördersumme: 15.000 Euro
Kategorie: Animationsfilm

Die verträumte Honigbiene Jürgen sehnt sich nach mehr als einem Leben für die Arbeit. Doch der Alltag hat sie fest im Griff – bis sich ihr ein unerwarteter Ausstieg eröffnet.