Annekathrin Bürger in "Die Anfängerin" (Filmszene)
Annekathrin Bürger in „Die Anfängerin“ – ©Flare Film/Kolja Raschke

Kurzinfo zum Film

DIE ANFÄNGERIN erzählt die späte Coming-of-Age-Geschichte der Ärztin Annebärbel, die mit fast 60 Jahren wieder zu den Schlittschuhen greift, um ihren Kindheitstraum vom Eiskunstlaufen wahr zu machen. Alexandra Sells visuell sehr starkes Spielfilmdebüt taucht dabei tief ein in die faszinierende Welt des Eiskunstlaufs, die noch nie so authentisch im deutschen Kino gezeigt wurde.

Wie sind Sie auf das Projekt DIE ANFÄNGERIN aufmerksam geworden?

Auf einer Filmpremiere (2013) sprach mich eine schöne junge Frau an. Sie sei Autorin und wolle für mich eine Rolle schreiben. Ich fand das sehr liebenswert, bezweifelte aber, ob es je etwas werden würde. Aber in der Tat: 2016 im Frühjahr begannen die Dreharbeiten für „Die Anfängerin“ mit einer der Hauptrollen für mich. Die erste nach der Wende in einem bundesdeutschen Spielfilm.

Was hat Ihnen an dem Drehbuch besonders gefallen?

Es war witzig, es war ernst und es machte Spaß, es zu lesen.

Regie hat Alexandra Sell geführt, wie war die Zusammenarbeit, gab es besonders schöne Momente am Set?

Die Zusammenarbeit war hervorragend, ich konnte mich Alexandra voll anvertrauen und mich sehr auf ihr gutes szenisches Gespür verlassen und ihre Dialogregie.

Es war ein sehr gedrängter Drehplan und es sah so aus, als müsste eine meiner Szenen aus Zeitgründen wegfallen. Aber sowohl Regie als auch Kamera und das Team haben es doch noch geschafft, diese für mich sehr wichtige Szene zu drehen – ich fand das toll und war sehr glücklich. Ebenfalls schön war der späte Treff in der Hotelbar, so konnte ich mich bei dem ganzen Stab bei einem Bier bedanken.

Haben Sie selbst einen Bezug zum Eiskunstlauf?

Ich habe bei den Meisterschaften im DDR-Fernsehen oft und gern zugesehen. Ich selber habe es nie gelernt, das normale Schlittschuhlaufen.

Wie würden Sie Ihre Rolle beschreiben?

Nun, ein Mutter-Tochter-Verhältnis, wie es schon mal des Öfteren vorkommt. Eine ehrgeizige bestimmende Mutter, der das fehlt, was eine Mutter ausmachen sollte: Wärme.

Wie haben Sie sich auf die Rolle vorbereitet?

Ich habe den Text gelernt und mich in die Figur begeben. Kostüm und Maske spielen für mich auch eine wesentliche Rolle, um eine Figur zu finden.

Es geht insbesondere auch um das spezielle Verhältnis zwischen Mutter und Tochter. Wie würden Sie dieses Verhältnis beschreiben?

Eben. Speziell.

Wie waren die Dreharbeiten hierzu mit ihrer Filmtochter Annebärbel, gespielt von Ulrike Krumbiegel?

Ulrike und ich kannten uns. Wir haben in den 80er Jahren in zwei Fernsehfilmen zusammengearbeitet. Unter anderem 1989 in meinem letzten DDR-TV-Film, den Bodo Fürneisen für mich geschrieben hatte, „Der Rest, der bleibt“. Ich habe mich richtig gefreut, ihre Mutter spielen zu können.

Warum glauben Sie, ist Annebärbels Mutter so hart zu ihrer Tochter?

Irene hat ihr Studium gemacht, war nach ihrer Scheidung alleinerziehend, emanzipiert und erfolgsorientiert. Diese Maßstäbe legte sie auch an ihre Tochter an und bei dem kleinsten Versagen, selbst bei dem „Kind Annebärbel“, galt ihre Bewunderung sofort der aufstrebenden Eisläuferin Christine. Ohne ein Gefühl dafür, wie sehr ihre Tochter darunter leiden musste.

Warum sollte man sich den Film unbedingt anschauen?

Weil er viel über den Mut erzählt, einen Neubeginn zu wagen, egal in welchem Alter, und auch viel über die Schönheit des Eislaufens vermittelt.

Sie sind eine der beliebtesten und populärsten Film- und Fernsehschauspielerinnen der DDR, was glauben Sie war ihr Schlüssel zum Glück? Wie würden Sie ihren Erfolg beschreiben?

Mein Vater hatte das Vertrauen, mich mit einer ausgeschnittenen Annonce in die DEFA-Spielfilmstudios nach Babelsberg zu schicken, um dort mit 18 meinen ersten Spielfilm „Eine Berliner Romanze“ zu drehen. Danach besuchte ich die Filmhochschule, drehte 20 Spielfilmhauptrollen in der DDR und spielte neben der ständigen Arbeit für das Fernsehen auch über 42 Jahre Theater.

Interview via Farbfilm Verleih

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