Kurzinfo zum Film

Der erfolglose Videospielentwickler Miles landet zufällig auf der Seite von „Skizm“, einem im Darknet live übertragenen Actionspiel, bei dem die Teilnehmer zu tödlichen Deathmatches antreten. Miles wird zum unfreiwilligen Mitspieler, bekommt eine automatische Waffe in jede Hand geschraubt und muss gegen die unbesiegbare Kampfmaschine Nix antreten.

Erzähl uns von dem Konzept und der Geschichte hinter GUNS AKIMBO . Wie kam es dazu?

Guns Akimbo (Filmszene)
©Leonine Distribution

Ich glaube, die ursprüngliche Idee war, einen Actionfilm zu drehen, mit einer Hauptfigur, die absolut kein Actionheld sein will. Jemand, der Gewalt hasst, und gegen Waffen ist, ein ganz normaler Typ. Die Idee, jemandem im wahrsten Sinne Pistolen an die Hände zu montieren, erschien mir als passendes Schicksal für einen Menschen, der Gewalt verabscheut; er muss lernen zu kämpfen.

Was macht die Welt der Videospiele so faszinierend für die Geschichte?

Spiele sind heutzutage überall. Alles wird in die Form eines Spiels gebracht. Man kann nicht mehr einfach eine Kochsendung haben, es muss gleich ein Wettbewerb verschiedener Köche stattfinden, die versuchen, die beste Nachspeise herzustellen. Millionen Menschen gucken dabei zu, wie andere Menschen Spiele spielen. Für mich ist der Sprung von Twitch-Streams zu realen Kämpfen als eine Form von Sport nicht allzu groß. Die längste Zeit waren Gladiatorenkämpfe die Hauptunterhaltung, jetzt werden sie eben durch Sport, Filme und Spiele ersetzt, die unsere Lust an der Jagd befriedigen.

Wie habt ihr GUNS AKIMBO gefilmt? Welche Techniken, Stunts oder Kameras kamen zum Einsatz insbesondere bei den Actionszenen?

Wow, wahrscheinlich alle! Wir haben uns jede bekannte Methode angeeignet und sie dann auf die Leinwand gebracht – zum Vergnügen der Zuschauer!

Kannst du uns etwas über die Drehorte erzählen?

Wir haben an vielen verschiedenen Orten gedreht, von Neuseeland bis Deutschland. Am Ende brauchten wir etwas, um unsere fiktive US-Metropole zu erschaffen, Shrapnel City. Auckland wurde vor allem für Außenaufnahmen von Straßen und Gassen genutzt. In München haben wir in fantastischen verlassenen Fabrikanlagen und Industriegebieten gedreht. Mein Favorit war das Skizm Hauptquartier, das wir in einer archaischen deutschen Papierfabrik ansiedelten. Unser Produktionsdesigner Nick Bassett und sein Team haben Unglaubliches geleistet, indem sie den Ort in das Versteck des Bösewichts im Film verwandelten.

Wie ist der Besetzungsprozess abgelaufen? Und wie hat sich Daniel Radcliffe für die Rolle empfohlen?

Guns Akimbo (Filmszene)
©Leonine Distribution

Daniel war meine erste Wahl für die Figur des Miles. Er ist sehr talentiert und scheut sich nicht, etwas Neues auszuprobieren. Daniel ist einer der besten und aufregendsten Schauspieler seiner Generation. Ich war überglücklich als er für GUNS AKIMBO unterschrieben hat. Er bringt Herzblut, Leidenschaft und Verletzlichkeit in die Rolle ein. Es war fantastisch zu sehen, wie Daniel in den Kampfszenen aufging und sich in diesen Actionhelden verwandelte.

Gab es irgendwelche Schwierigkeiten oder Herausforderungen während der Dreharbeiten?

Schwierigkeiten und Herausforderungen sind allgegenwärtig beim Filmemachen. Zum Glück waren unsere Darsteller und unser Team einfach fantastisch, so dass wir in der Lage waren, den bestmöglichen Film zu drehen.

Ich habe erst kürzlich irgendwo gelesen, Filmemachen sei Kontaktsport. Ich kann dem nur beipflichten, es ist nichts für schwache Nerven. Aber das macht es ja so aufregend.

Gibt es etwas bei GUNS AKIMBO worauf du besonders stolz bist?

Diesen seltsamen verrückten Film überhaupt produziert bekommen zu haben! Eine ganze Reihe talentierter Menschen haben Herz und Seele in den Film investiert. Ich bin stolz darauf, sie zu diesem Wahnsinn angestachelt zu haben.

Womit würdest du den Film stilistisch vergleichen? Was für eine Stimmung wolltest du mit diesem Mix aus Action, Komödie und Drama kreieren?

Running Man war eine große Inspiration: Die Idee, vor einem Millionenpublikum gejagt zu werden, nur dass wir jetzt noch zusätzlich Social Media haben. Außerdem Terminator, eine schwächere Person wird von einem überlegenen Gegner gejagt.

Wie verhält sich der Film zu deinen bisherigen Arbeiten?

Es ist ein Sprung vom blutigen Deathgasm-Splatter zu GUNS AKIMBO, aber ich hoffe, dass der überzogene Stil mit Anflügen von schwarzem Humor trotzdem wiedererkennbar
bleibt.

Was sind die wichtigsten Themen der Geschichte und was hoffst du, nehmen die Zuschauer mit, wenn sie aus dem Kino kommen?

Guns Akimbo (Filmszene)
©Leonine Distribution

Wir leben in einer Zeit, in der Social Media und digitale Unterhaltung weit verbreitet sind. GUNS AKIMBO ist ein Kommentar in Bezug auf die Lust am Betrachten menschlicher Interaktion vom behüteten Heim aus. Skizm ist eine Organisation, die Geschäfte macht mit Gewalt. Sie filmen Menschen am schlimmsten Tag ihres Lebens zu Unterhaltungszwecken. Mir kommt das relevant vor in der heutigen Zeit mit Nachrichtenberieselung rund um die Uhr und immer mehr verzweifelten Leuten, die zu illegalen Mitteln greifen, um Aufmerksamkeit zu bekommen. Die Welt in GUNS AKIMBO ist grausam aber stilisiert und oftmals durch komische Elemente gebrochen.

Hast du Lieblingsfilme, die dich inspirieren und Filmemacher, die du bewunderst?

Ich glaube nicht, dass unser Film ähnlich oder vergleichbar ist, aber ich habe mir während der Vorbereitung zu GUNS AKIMBO einige Filme von Paul Verhoeven erneut angesehen. Seine Filme verbinden Action mit rasend komischer, bissiger Satire. Robocop, Total Recall und Starship Troopers zählen zu den besten Actionfilmen ihrer Ära, weil sie die Erwartungen des Zuschauers unterlaufen und auf unterschiedliche Art interpretiert werden können. Es gibt nichts Vergleichbares in unserer heutigen Filmlandschaft.

Interview via Leonine

Zur Filmseite: Guns Akimbo

Quelle: Leonine