Europäische Kinos zeigen mehr europäische Filme als das Fernsehen oder Video-on-Demand

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Europäische Filme werden in Europa in Kino, Fernsehen und VoD grenzüberschreitend verbreitet. Dies ist das Ergebnis des neuesten Berichts der Europäischen Audiovisuellen Informationsstelle, die zum Europarat in Straßburg gehört.

Der Bericht von Christian Grece, Analyst bei der Informationsstelle, trägt den Titel The circulation of EU non-national films – A sample study: Cinema, television and transactional video on-demand (Die Verbreitung nicht-nationaler EU-Filme – Eine Stichprobenuntersuchung: Film, Fernsehen und transaktionsbasiertes Video-on-Demand.) Finanziert wurde der Bericht von der GD Connect der Europäischen Kommission.

In Kino, Fernsehen und TVOD laufen mehr nicht-nationale europäische Filme als nationale Filme.

Der Anteil der nicht-nationalen Filme aus der Europäischen Union an der Gesamtheit der in Kino, Fernsehen oder TVOD gezeigten Filme liegt zwischen 15% und 31%.

Quelle: LUMIERE, Informationsstelle auf Basis von EurodataTV, Informationsstelle

  • Im Durchschnitt laufen in Kino, Fernsehen oder TVOD mehr nicht-nationale EU-Filme als nationale Filme.
  • Im Kino sind Italien, Frankreich, das Vereinigte Königreich und Deutschland die einzigen Länder, in denen mehr nationale Filme gezeigt werden als nicht-nationale EU-Filme.
  • Im Fernsehen werden in Finnland, dem Vereinigten Königreich, Frankreich, der Tschechischen Republik und Schweden mehr nationale Filme ausgestrahlt als nicht-nationale EU-Filme.
  • Im TVOD werden nur im Vereinigten Königreich und in Frankreich mehr nationale Filme angeboten als nicht-nationale EU-Filme.

Anteile nicht-nationaler EU-Filme und nationaler Filme in Kino, Fernsehen und TVOD, in %

Quelle: LUMIERE, Informationsstelle auf Basis von EurodataTV, Informationsstelle

Der Bericht kommt zu dem Ergebnis, dass für die grenzüberschreitende Verbreitung von Filmen das nationale Produktionsvolumen, die Sprache und die kulturelle Nähe maßgeblich sind.

  • Bei TVOD ist der wichtigste Exportmarkt für österreichische Filme Deutschland, für französische Filme Belgien und für britische Filme Irland.
  • Für finnische Filmexporte sind Schweden und Dänemark die wichtigsten Märkte.
  • Für tschechische Filme ist die Slowakische Republik der wichtigste Exportmarkt, und für slowakische Filme ist es die Tschechische Republik.

Koproduktionen lassen sich besser exportieren

Koproduktionen hatten an den gezeigten nicht-nationalen EU-Filmen einen Anteil zwischen 41% und 55%, an der EU-Filmproduktion aber nur einen Anteil von 22%. Dies zeigt, dass Koproduktionen bei der Verbreitung von EU-Filmen überrepräsentiert sind.

Koproduktionen sind die wichtigste Möglichkeit für kleinere Länder mit hohem Produktionsvolumen, ihre Filme in andere europäische Märkte zu exportieren.

Anteil der Koproduktionen an den nicht-nationalen EU-Filmen nach Verbreitungsweg, in % der Gesamtsumme

Quelle: LUMIERE, Informationsstelle auf Basis von EurodataTV, Informationsstelle

Der komplette Bericht als PDF (öffnet im neuen Fenster – große Datei!) ist hier zu finden: Die Verbreitung nicht-nationaler EU-Filme

Hinweis: Die Filmdaten in diesem Bericht beziehen sich auf das Jahr 2015, die Fernsehdaten auf die Fernsehsaison 2015/2016 und die TVOD-Daten auf 2016.