Gaumont trennt sich von Kinosparte

Gaumont (Logo)
©Gaumont

Das französische Studio Gaumont zieht sich aus dem Kinogeschäft zurück und will sich künftig auf das Produktionsgeschäft konzentrieren.

Das Unternehmen wird seinen 34-prozentigen Anteil an einer der größten europäischen Kinoketten – Les Cinemas Gaumont Pathé – an den Partner Pathé für rund 380 Mio. Euro verkaufen. Damit endet die Partnerschaft zwischen den Brüdern Nicolas und Jérome Seydoux, die über 16 Jahre andauerte. Nicolas Seydoux leitet als Präsident Gaumont, während Jérome Seydoux an der Spitze von Pathé steht.

Mit dem Abschied von Gaumont aus dem Kinogeschäft sollen „vielversprechende TV-Produktionsaktivitäten in den USA und Europa beschleunigt, Kinofilmproduktionen gestärkt und Expansionspläne innerhalb Europas in Angriff genommen werden„, so Gaumont-CEO Sidonie Dumas. Gaumont hatte gerade erst Anfang Februar ein Produktionsbüro in Los Angeles gegründet.

Les Cinemas Gaumont Pathé (Logo)
©Les Cinemas Gaumont Pathé

Laut Jérome Seydoux sei die Tatsache, dass Pathé die Anteile übernehme ein klares Zeichen dafür, dass dort die feste Absicht bestehe, den Kinobereich auszubauen. Pathé ist ebenfalls in der Filmproduktion aktiv.

Als größte Kinokette Frankreichs betreibt Les Cinemas Gaumont Pathé auch Häuser in der Schweiz, Belgien, und den Niederlanden. Insgesamt gehören 108 Kinos mit knapp 1100 Leinwänden zum Bestand. Les Cinemas Gaumont Pathé hatte erst Mitte Dezember vergangenen Jahres die beiden Multiplexe von Luc Bessons EuropaCorp übernommen, das sich bereits aus dem Kinogeschäft zurückgezogen hat.