Wer Filme streamt geht auch häufiger ins Kino – Filmförderungsanstalt veröffentlicht Studie

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Wer zu Hause Filme über ein Streaming-Abo sieht, ist nicht nur außerordentlich oft auch im Kino, sondern gibt dort auch mehr Geld aus als andere Filmkonsumenten.

Durchschnittlich haben SVoD-Abonnenten 5,5 Mal (Gesamtmarkt: 4,7 Mal) ein Ticket an der Kinokasse gelöst und 9,44 Euro (8,90 Euro) ausgegeben. Wie eine aktuelle FFA-Studie auf Grundlage des GfK-Besucherpanels belegt, hat im vergangenen Jahr mehr als jeder zweite SVoD-Abonnent (55%) einen Film im Kino gesehen, während bezogen auf die gesamte deutsche Bevölkerung lediglich gut jeder Dritte (37%) mindestens einmal im Kino war. Umgekehrt jedoch ist noch nicht einmal ein Viertel aller Kinobesucher (23%) Abonnent eines Streaming-Dienstes. Die Zahlen entstammen der aktuellen Studie „Kinobesucher 2017“, die der stellvertretende FFA-Vorstand Frank Völkert präsentierte, in die erstmals auch eine Vergleichsbetrachtung des Kinomarktes mit dem Home-Entertainment-Bereich aufgenommen wurde.

Einige Details aus der Studie in der Übersicht

  • Jedes dritte Kinoticket (33%) wurde im Jahr 2017 für einen TOP-10-Film gelöst – im Jahr davor waren es nur 29 Prozent. Sieben Filme überschritten – genau wie im Vorjahr – die Drei-Millionen-Besuchergrenze
  • Die 27 Besuchermillionäre stellten mit 58 Mio. verkauften Tickets knapp die Hälfte (49%) des gesamten Besucheraufkommens – im Vorjahr trugen 34 Besuchermillionäre 56 Prozent zum Box-Office bei
  • 2017 waren 37% aller Deutschen über 10 Jahre mindestens einmal im Kino – sechs Jahre davor waren es noch 44%. Die Besuchsintensität stieg dafür noch einmal leicht an und lag gerundet bei 4,7 Besuchen pro Kopf in 2017
  • 11 Prozent aller Kinobesucher sind so genannte „Heavy User“ (mehr als 7 Kinobesuche pro Jahr) – sie haben in 2017 allein 42 Prozent aller Kinotickets gelöst
  • Fast vier von zehn Kinobesuchern (38%) sind unter 30 Jahre alt, mehr als jeder Vierte (28%) über 50 Jahre alt
  • Am kinoaffinsten war mit einer Reichweite von 78% in der deutschen Bevölkerung erneut die Altersgruppe der 10- bis 19-Jährigen und hier insbesondere die jungen Frauen – über vier Fünftel (84%) aller jungen Frauen in Deutschland in diesem Alter waren im letzten Jahr mindestens einmal im Kino
  • Allerdings sind dem Kino im Sechsjahresvergleich in der wichtigen Altersgruppe zwischen 20 und 29 Jahren über ein Drittel der Besucher (36%) verloren gegangen – während die 50- bis 59 Jährigen im Vergleich häufiger (+18%) ins Kino gehen
  • Im Jahr 2017 verzehrten 59 Prozent aller Kinogänger im Kino Getränke, Popcorn & Co – der höchste Wert seit Datenerhebung; die durchschnittlichen Ausgaben für den Verzehr pro Käufer lagen bei 7,45 Euro

Die FFA veröffentlicht seit 26 Jahren regelmäßig Studien über die Struktur des Kinobesuchs und die Entwicklung im Besucherverhalten. Grundlage für die Auswertungen ist das Individualpanel Media*Scope der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK), dessen filmwirtschaftliche Daten der FFA exklusiv zur Verfügung stehen. Das Panel umfasst 25.000 Teilnehmer und steht repräsentativ für die deutsche Bevölkerung ab 10 Jahren.

Die Studie Kinobesucher 2017 – Strukturen und Entwicklungen auf Basis des GfK-Panels ist als PDF (öffnet im neuen Fenster) hier zu finden: FFA Studie – Kinobesucher 2017