Dogman (Filmszene)
©Alamode Film
Titel: Dogman
Originaltitel: Dogman
Land: Italien, Frankreich
Genre: Drama, Kriminalfilm, Thriller
Deutschlandstart: 18.10.2018
Regie: Matteo Garrone
Farbe: Farbe
Format: 1:2.39, DCP
Ton:
Laufzeit: 102 Minuten
Budget:
Mit: Marcello Fonte, Edoardo Pesce, Nunzia Schiano, Adamo Dionisi
FSK: ab 16 Jahren
sonstiges:
Cast
Darsteller/in Rolle
Marcello Fonte Marcello
Edoardo Pesce Simone
Nunzia Schiano Simones Mutter
Adamo Dionisi Franco
Francesco Acquaroli Francesco
Alida Baldari Calabria Alida
Gianluca Gobbi Restaurator
Giancarlo Porcacchia Gasparone
Aniello Arena Polizeiinspektor
Inhalt
Dogman (Filmplakat)Eine verfallene Küstenstadt, irgendwo im Süden Italiens. Der sanftmütige Marcello (Marcello Fonte) hat hier ein bescheidenes, aber glückliches Leben aufgebaut. Er betreibt einen kleinen Hundesalon, in dem er sich liebevoll um die Vierbeiner kümmert – inklusive Waschen, Schneiden, Föhnen – und verdient sich etwas dazu, indem er Kokain verkauft. In seiner Freizeit spielt er mit den rauen Männern aus seiner Nachbarschaft Fußball, sie alle mögen und akzeptieren ihn – das ist dem schmächtigen Mann sehr wichtig. Im Mittelpunkt seines Lebens steht aber seine kleine Tochter Alida (Alida Baldari Calabria), die er über alles liebt.

Doch das harmonische Leben wird zunehmend von Simone (Edoardo Pesce) getrübt, einem bulligen Ex-Boxer, der gerade aus dem Gefängnis entlassen wurde. Er randaliert, prügelt und tyrannisiert seine gesamte Umgebung – ein brutaler Kokainabhängiger außer Kontrolle. Als er einem Mann aus der Nachbarschaft die Nase bricht, wird gemeinsam überlegt, wie man Simone loswerden könnte. Einen Killer auf ihn ansetzen? Oder erledigt sich das Problem von selbst, weil er irgendwann an den Falschen geraten wird?

Auch seinen Freund Marcello drangsaliert er, obwohl der stets nachsichtig und loyal ist. So drängt er ihn, bei einem Einbruch das Fluchtauto zu fahren – und gibt ihm danach nur einen lächerlich kleinen Teil der Beute. Obwohl Marcello ständig von ihm gedemütigt wird, rettet er Simone das Leben, als er in eine Schlägerei mit Drogendealern gerät. In derselben Nacht wird Simone angeschossen, und wieder rettet ihn Marcello, entfernt ihm sogar eine Kugel aus der Schulter. Dennoch hat Simone keine Skrupel, mit seinem nächsten Verbrechen Marcellos mühsam aufgebaute Existenz zu zerstören.

Dogman (Filmszene)
©Alamode Film

Er zwingt ihn, ihm eines Nachts seinen Hundesalon zu überlassen, um durch die Wand in den angrenzenden Laden einbrechen zu können, in dem Marcellos Freund Franco (Adamo Dionisi) mit Gold handelt. Marcello steht am nächsten Tag mit Polizisten vor dem Loch in der Wand und hat nur zwei Möglichkeiten: den Täter zu nennen – oder sich für ihn zu opfern. Ob aus Angst oder falscher Loyalität: Marcello lässt sich für ein Verbrechen verurteilen, von dem jeder weiß, dass er es nicht begangen hat.

Als er nach einem Jahr aus dem Gefängnis entlassen wird und in seinen Laden zurückkehrt, wird er in der Nachbarschaft völlig ausgegrenzt. Und Simone zeigt sich keineswegs dankbar: Er ignoriert Marcello, braust mit seinem teuren neuen Motorrad grußlos an ihm vorbei. Als Marcello seinen Anteil an der Raubbeute fordert, macht sich Simone nur über ihn lustig. Daraufhin ramponiert Marcello in seinem Zorn Simones Motorrad – und wartet angsterfüllt auf dessen Rache. Nachdem Simone ihn aufs Brutalste verprügelt, schmiedet Marcello einen Plan. Ein furchtbares Vorhaben, mit dem er seine Würde zurückgewinnen will – und den Respekt seiner Nachbarn…

Kommentar von Matteo Garrone
Dogman (Filmszene)
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Wie bei vielen meiner Filme stand am Anfang von DOGMAN eine visuelle Anregung, ein Bild, eine Umkehrung der Perspektive: ein paar in Käfige gesperrte Hunde, die eine Explosion menschlicher Bestialität miterleben. Dieses Bild hatte ich vor über zehn Jahren im Kopf, als ich erstmals darüber nachdachte, diesen Film zu drehen. Aber ging es dabei wirklich um diesen Film?

Das ist schwer zu sagen, denn im Laufe der Zeit hat sich DOGMAN mit mir verändert, wurde ein immer wieder neuer, anderer Film. Manche der ursprünglichen Ideen sind in den fertigen Film eingeflossen, aber ich glaube nicht, dass sie den tiefsten Kern der Geschichte ausmachen, die ich erzählen wollte: So ist DOGMAN nicht nur ein Film über Rache, obwohl Rache – oder besser gesagt: Erlösung – eine wichtige Rolle spielt. Ebenso wenig handelt es sich um eine bloße Variation des (äußeren) Themas eines Kampfes zwischen den Schwachen und den Starken.

Dogman (Filmszene)
©Alamode Film

Vielmehr ist DOGMAN ein Film, der uns, wenn auch durch eine „extreme“ Geschichte, mit etwas konfrontiert, das uns alle betrifft: mit den Konsequenzen der Entscheidungen, die wir täglich treffen, um uns über Wasser zu halten; mit den Jas, die ein späteres Nein ausschließen; mit dem Unterschied zwischen dem, was wir sind und was wir zu sein glauben. Indem DOGMAN solch tiefgehende Fragen und den Verlust menschlicher Unschuld thematisiert, ist er ein universeller Film, wie ich finde, „ethisch“ und nicht moralisierend: Deshalb möchte ich mich entschieden von den Nachrichten-Schlagzeilen distanzieren, die lediglich eine vage Inspiration waren. Alles wurde umgestaltet, angefangen bei den Orten, den Charakteren und ihrem Innenleben.

Schließlich möchte ich unterstreichen, wie wichtig es war, den Hauptdarsteller Marcello Fonte zu treffen: Seine Liebenswürdigkeit und sein historisch anmutendes Gesicht, das aus einem Italien zu kommen scheint, das im Verschwinden begriffen ist, haben entscheidend dazu beigetragen, dass mir klar wurde, wie ich mit diesem düsteren Thema umzugehen habe, das mich jahrelang ebenso angezogen wie abgestoßen hat – und mit der Figur, die ich zeigen wollte: einem Mann, der sich nach einem Leben voller Demütigungen zu erlösen versucht und schließlich der Illusion hingibt, nicht nur sich selbst befreit zu haben, sondern auch seine Umgebung, vielleicht sogar die ganze Welt. Die aber bleibt immer die gleiche – und nahezu teilnahmslos.

Text via Alamode Film

Stab/Crew
Produzent/in: Paolo Del Brocco
Produzent/in: Matteo Garrone
Produzent/in: Jean Labadie
Produzent/in: Jeremy Thomas
Ausführende/r Produzent/in: Alessio Lazzareschi
Regie: Matteo Garrone
1. Regieassistent/in: Paolo Trotta
1. Regieassistent/in: Andrea Tagliaferri
1. Regieassistent/in: Ciro Scognamiglio
2. Regieassistent/in: Benedetta Barroero
Drehbuch: Ugo Chiti
Drehbuch: Matteo Garrone
Drehbuch: Massimo Gaudioso
Kamera/DoP: Nicolai Brüel
Schnitt: Marco Spoletini
Musik: Michele Braga
Casting: Francesco Vedovati
Produktionsdesign: Dimitri Capuani
künstlerische Leitung: Massimo Pauletto
Setdekoration: Giovanna Cirianni
Produktionsmanagement: Gianluca Chiaretti
Postproduktion: Claudio Trotti (Management)
Postproduktion: Monica Verzolini (Supervisor)
Postproduktion: Davide D’Angelo (Koordination)
Tondesign: Mirko Perri
Ton: Maricetta Lombardo
Ton: Gabriele Fasano (Aufnahme Effekte)
Ton: Michele Mazzucco (Mischung)
Ton: Davide Favargiotti (Dialogschnitt)
Kostümdesign: Massimo Cantini Parrini
Maske: Dalia Colli
Maske: Luigi D’Andrea
Maske: Lorenzo Tamburini
Maske: Daniela Tartari
Requisite: Luca De Stefano
Spezialeffekte: Fernando Sabelli
Spezialeffekte: Simone Sabelli
Spezialeffekte: Elio Terribili
Visuelle Effekte (Supervisor): Rodolfo Migliari
Visuelle Effekte (Koordination): Gerard Diefenthal
Visuelle Effekte (Koordination): Daphne Mereu
Kameraoperator: Alessandro Brambilla (Steadicam)
Kameraoperator: Nicolai Brüel
Kameraoperator: Matteo Garrone
Kameraoperator: Luciano Teolis (Unterwasserkamera)
Kameraoperator: Gregorio Schiariti (Unterwasserkamera)
Kameraoperator: Roberto De Simoni (Unterwasserkamera)
Kameraoperator: Maurizio Cremisini (Unterwasserkamera)
Kameraoperator: Aldo Chessari (Unterwasserkamera)
Kameraoperator: Lorenzo Catenacci (Unterwasserkamera)
Kameraoperator: Emiliano Bambusi (Unterwasserkamera)
Setfotos: Greta de Lazzaris
Stuntkoordination: Alessandro Borgese
beteiligte Firmen
Produktion: Archimede
Produktion: Le Pacte
Produktion: Rai Cinema
Postproduktion: Christa Kistner Synchronproduktion (Ton deutsche Version)
In Zusammenarbeit mit: Canal+
In Zusammenarbeit mit: Ciné+
In Zusammenarbeit mit: L’Aide aux Cinémas du Monde
Verleih Deutschland: Alamode Film
gefördert/unterstützt durch: Eurimages
gefördert/unterstützt durch: Regione Lazio
gefördert/unterstützt durch: Film Commission Regione Campania
gefördert/unterstützt durch: Ministero dei Beni e delle Attività Culturali e del Turismo (MiBACT)
gefördert/unterstützt durch: Comune di Castel Volturno