Don't worry, weglaufen geht nicht (Filmszene)
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Titel: Don’t worry, weglaufen geht nicht
Originaltitel: Don’t Worry, He Won’t Get Far on Foot
Land: USA
Genre: Filmbiografie, Drama
Deutschlandstart: 16.08.2018
Regie: Gus van Sant
Farbe: Farbe
Format: 1:1.85, D-Cinema
Ton:
Laufzeit: 115 Minuten
Budget:
Mit: Joaquin Phoenix, Jonah Hill, Rooney Mara, Jack Black
FSK: ab 12 Jahren
sonstiges: Basierend auf den Memoiren des Cartoonisten John Callahan
Cast
Darsteller/in Rolle
Joaquin Phoenix John Callahan
Jonah Hill Donnie
Rooney Mara Annu
Jack Black Dexter
Tony Greenhand Tim
Beth Ditto Reba
Mark Webber Mike
Ronnie Adrian Martingale
Kim Gordon Corky
Udo Kier Hans
Carrie Brownstein Suzanne
Emilio Rivera Emilio Rivera Jesus Alvarado
Ken Tatafu Bill im Rollstuhl
Angelique Rivera Terry Alvarado
Rebecca Rittenhouse Bonnie
Anne Lane Virginia
Jessica Jade Andres Cindy
Rebecca Field Margie Bighew
Olivia Hamilton Schwester Lilly
Peter Banifaz Doktor Mirione
Santina Muha Debbie
Christopher Thornton Charles-Marie
Edgar Momplaisir Roger Fairies
Ron Perkins Morton Kimble
Heather Matarazzo Shannon
Inhalt
Don't worry, weglaufen geht nicht (Filmplakat)John Callahan – von Beruf Nichtstuer, wohnhaft in Portland, Oregon – wacht eines Morgens auf und ist, anders als sonst, gar nicht verkatert. Das liegt daran, dass er immer noch von der Nacht davor betrunken ist. Dies wird der letzte Tag in seinem Leben sein, an dem er aus eigener Kraft laufen kann. Aber das weiß er natürlich noch nicht, als er bei einer wilden Party mit dem zwanghaften Witzbold Dexter (Jack Black) einen neuen Saufkumpanen findet, der ihn überredet, zu einer angeblich noch wilderen Party zu fahren. Aber als sein neuer bester Freund im Suff am Steuer einnickt, endet das damit, dass John sich im Rollstuhl wiederfindet, an den Beinen und teils auch an den Armen gelähmt.

Auch wenn er sich anfangs dagegen sträubt, mit dem Trinken aufzuhören, lässt er sich überreden, am Zwölf-Stufen-Programm der Anonymen Alkoholiker teilzunehmen – gedrängt von seinem gutmütigen Gönner Donnie (Jonah Hill) und von der Therapeutin Annu (Rooney Mara), die er im Krankenhaus kennen gelernt hatte. Durch sie erfährt er, dass es auch in seinem Leben so etwas wie Liebe geben kann – und er entdeckt ein zeichnerisches Talent an sich. Bald werden seine frechen und manchmal auch groben, aber garantiert immer politisch inkorrekten Cartoons zu einem Erfolg, der John weit über Portland hinaus berühmt macht.

Über die Produktion
Der Anfang

Don't worry, weglaufen geht nicht (Filmszene)
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Die Idee, einen Film über das ungewöhnliche Leben des Cartoonisten John Callahan zu drehen, wurde an Regisseur Gus Van Sant schon vor 20 Jahren herangetragen. Damals war es der Schauspieler Robin Williams, der ihm das Projekt anbot – Williams, mit dem Van Sant bei seinem Oscar®-nominierten Drama „Good Will Hunting“ gearbeitet hatte, hatte sich die Rechte an Callahans 1989 erschienener Autobiographie „Don’t Worry, He Won’t Get Far on Foot“ (auf Deutsch als „Don’t Worry, weglaufen geht nicht“ erschienen) gesichert. Williams wollte den Film produzieren und auch die Hauptrolle des John Callahan, dieser so markanten Figur aus Portland, spielen; Van Sant sollte das Drehbuch entwickeln und dann auch Regie führen.

„Ich kannte John aus den 80ern in Portland“, erzählt Gus van Sant: „Seine Cartoons erschienen damals unter anderem auch in unserer alternativen Wochenzeitung ,Willamette Week’. Ich hatte damals gerade mit dem Dreh zu ,Drugstore Cowboy’ angefangen. Wir waren also zwei Künstlertypen, die versuchten, Karriere zu machen – auch wenn er sich viel schneller einen Namen machte als ich.“ Robin Williams, der die Rechte an Callahans Buch 1994 gekauft hatte, sah seinen Part im Film auch als Hommage an seinen Freund Christopher Reeve, den „Superman“-Darsteller, der nach einem Reitunfall querschnittgelähmt war. „Robin gefiel daran auch sehr, dass Callahan ein Spaßvogel war, ein Comedian, der sich eben mit Zeichnungen ausdrückte“, sagt Van Sant.

In den folgenden Jahren arbeitete Van Sant gemeinsam mit verschiedenen Autoren an immer neuen Versionen des Drehbuchs, brachte es aber nie so weit, dass ein Studio zusagte. „Ich glaube, die Studios haben einfach nicht begriffen, worum es uns ging“, sagt van Sant: „Aber auf diese Weise haben wir viel Zeit mit John Callahan verbracht und viel über ihn und sein Leben erfahren.“

Nach Robin Williams’ Tod 2014 entschied sich Van Sant, es noch einmal mit dem Stoff zu probieren, diesmal aber näher am Ursprungsmaterial zu bleiben. „In den früheren Fassungen haben wir uns sehr viele Freiheiten genommen und die Geschichte alberner gemacht als im Buch. Das war wohl auch der Tatsache geschuldet, dass Robin Callahan spielen sollte. Ich würde sagen, dass wir auch zu sehr versucht haben, noch möglichst viel von Johns Lebensgeschichte mit hineinzuquetschen. Aber das Buch ist schon stark genug, so wie es ist, und schließlich habe ich mich mehr und mehr auf eines der Kapitel konzentriert, in dem er davon erzählt, wie er seine Alkoholsucht überwand.“

Don't worry, weglaufen geht nicht (Filmszene)
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Van Sant, der viele lange Interviews mit Callahan geführt hatte, konnte das Drehbuch mit vielen anschaulichen Details anreichern, die der Cartoonist ihm erzählt hatte und die teils gar nicht im Buch vorkamen. Viele von Callahans Geschichten drehten sich um Donnie, einen charismatischen und eifrigen Gönner, der sich wie der Rocksänger Tom Petty stylte und wesentlich dafür verantwortlich war, dass Callahan sein Leben wieder in den Griff bekam.

„Uns wurde später klar, dass John oft geflunkert hat, sowohl im Buch als auch bei dem, was er uns an Geschichten erzählte“, sagt der Regisseur: „Er hat gern einmal übertrieben. Man wusste nie, wann er von der tatsächlichen Geschichte abwich und einfach Sachen dazu erfand. Ihm war es auch egal, weil er ein Entertainer war.“

Van Sant, der schon einige seiner Filme um reale Charaktere aus Portland, Oregon, seiner langjährigen Wahlheimat, herum geschrieben hat, kam um Callahan, eine so schillernde Persönlichkeit, einfach nicht herum. „Er war eine stadtbekannte Figur. Er lebte im Nordwesten von Portland, wo es damals noch sehr günstig war“, sagt er: „Das war ein altes Arbeiterviertel, wohin einige Punkrocker gezogen waren, weil man dort ein Haus für 400 Dollar pro Monat mieten konnte, und jeder konnte dort mitwohnen. Man sah ihn immer mit seinem Rollstuhl im Regen die Straßen entlangsausen, und sein langes rotes Haar flatterte dabei im Wind.“

Drehorte und Design

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Die allermeisten Szenen in DON’T WORRY, WEGLAUFEN GEHT NICHT spielen in drei Orten, die alle an der Westküste der USA liegen: Long Beach in Kalifornien, wo Callahan lebte, bis der Unfall geschah, Downey, ebenfalls in Kalifornien, wo die Reha-Klinik lag, und schließlich Portland, Oregon, wo Callahan den größten Teil seines Erwachsenenlebens verbrachte. Aus praktischen Gründen entschloss sich Van Sant dazu, komplett in Los Angeles und Umgebung zu drehen. Wo immer es ging, verwandelte Produktionsdesigner Jahmin Assa die Sets so, dass sie alten Fotografien (von denen Callahans Familie viele zur Verfügung gestellt hatte) etwa der Rehaklinik und Callahans Wohnung in Portland entsprachen.

Eine Szene – der Autounfall und seine Folgen – beruhte nicht auf alten Fotos, sondern auf einer Zeichnung von Callahan, die er auch in sein Buch aufgenommen hatte. „Seine Zeichnung vom VW, der auf dem Dach liegt, ist die einzige bildliche Darstellung des Unfalls, die wir haben“, sagt Van Sant: „Natürlich hätte der VW in Wirklichkeit anders ausgesehen haben können und die Körper hätten anders auf der Straße liegen können, aber es gab keinen Grund, das abzuändern.“ Wie Assa erläutert, folgt die Geschichte von DON’T WORRY, WEGLAUFEN GEHT NICHT den Stufen, die die Teilnehmer zurücklegen, wenn sie ihre Geschichten im Rahmen des Zwölf-Schritte-Programms erzählen: Wie war es vorher? Was ist passiert? Wie ist es jetzt? „Auch die Sets sind auf diese Weise gestaltet“, sagt er: „Es fängt 1972 an, als John ein junger Typ ist, der einfach Spaß haben möchte und einen trinken geht – und plötzlich ist er in diesen schrecklichen Unfall verwickelt, und man ist in diesem Krankenhaus, das steril, kalt und chaotisch wirkt. Als er wieder aufwacht, ist er querschnittsgelähmt und liegt in einem speziellen Krankenhausbett, und sein ganzes Leben ist auf den Kopf gestellt. Dann kommt er zu der plötzlichen Einsicht, dass das Leben doch noch nicht vorbei ist; schließlich trifft er Donnie, wird trocken, fängt an zu zeichnen, und findet Liebe und Erfolg.“

Die Ausstattung von Callahans Wohnung wandelt sich, um den Wandel in seinem Leben zu spiegeln, wie Assa sagt: „Am Anfang ist es ein furchtbares Durcheinander. Er schlägt sich irgendwie durch und er hat seinen Helfer Tim als Mitbewohner dabei. Aber wenn zwei Typen zusammenwohnen, denen das Aussehen ihrer Wohnung völlig egal ist, kommt immer nur noch neuer Krempel zu alle dem, was ohnehin schon da ist, dazu. Dann aber fasst er den Entschluss, mit dem Trinken aufzuhören. Er begegnet Donnie, geht zu den Treffen und übernimmt tatsächlich Verantwortung für sich selber. Genau das haben wir auf subtile Art versucht, mit der Ausstattung seiner Wohnung einzufangen. Alles ist sauberer als vorher; jemand hat ein Poster aufgehängt. Und je wohler er sich fühlt, desto mehr sieht auch seine Wohnung gemütlicher und gepflegter aus.“

Auch die Kostüme im Film spiegeln Callahans Entwicklung wider, wie Kostümbildner Danny Glicker sagt: „Auch wenn der Film in einer genau bestimmten Zeit spielt, habe ich jede Etappe als Fortschreibung von Callahans emotionalem Zustand gesehen. Joaquin ist ein so unglaublich gründlicher und eindringlicher Darsteller; es war wunderbar, mit ihm zusammen die Erfahrungen dieser Figur zu durchleben.“

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Wie Glicker sagt, hat er die Kostüme für die anderen Figuren auch unter dem Aspekt designt, wie Callahan sie wahrgenommen hätte, insbesondere galt das für Rooney Maras Rolle Annu: „John sah in ihr eine starke, unabhängige und selbstsichere Frau, und das hat ihn ganz stark angezogen. Dabei hat sie auch etwas Romantisches, fast schon Engelsgleiches an sich, andererseits ist sie sehr klar und pragmatisch. Es hat besonderen Spaß gemacht, die feminine Seite dieser Figur herauszuarbeiten, weil Rooney schon so viele Energie und Stärke in die Rolle hineinlegte. Mir ging es darum, sie als jemanden zu zeigen, der sich vollkommen wohl in seinem Körper fühlt – als kompletten Gegensatz zu John, der über den Großteil des Films darum kämpft, seinen Körper zu akzeptieren.“

Die Idee mündete in einen einfachen, luftigen und schnörkellosen Look für Annu, wie Glicker erklärt: „Annu trägt in keiner Szene irgendwelchen Schmuck. Alles, was sie trägt erfüllt eine bestimmten Zweck; und ihre Kleidung und auch ihr Charakter stellen einen tollen Gegenpol dar, wenn sie John begegnet.“

Der Künstler

Callahans Cartoons wurden über einen Zeitraum von 27 Jahren hinweg von der Willamette Week abgedruckt; sie begeisterten die Fans (und zogen den Zorn vieler der übrigen Leser auf sich). Callahans Zeichnungen erschienen darüber hinaus in bis zu 200 Zeitungen in Nordamerika und weiteren Ländern. Callahan schrieb zehn Bücher, entwickelte zwei Animationsserien für das Fernsehen und einen Kurzfilm, der auf einigen seiner Zeichnungen beruhte.

Callahan, der 2010 im Alter von 59 Jahren starb, schrieb einmal, dass „Humor die wichtigste Waffe gegen den Horror ist. Mit Humor können wir sogar dem Tod eins auswischen.“

Gus Van Sant sieht in Callahan etwas, das seiner Meinung nach alle Künstler verbindet: „Künstler fangen irgendwann in ihrem Leben mit etwas an, das sie niemals zu Ende bringen“, meint der Regisseur: „Egal, ob es Ikebana, Kochen oder Spielfilme sind, sie können einfach nicht damit aufhören. Es ist diese Besessenheit, die den wahren Künstler ausmacht. Was John betrifft, konnte er es einfach nicht lassen, Cartoons zu zeichnen. Für ihn wurde das zum Lebenszweck, und er konnte nicht verstehen, warum nicht jeder Mensch Cartoonist werden wollte. Für ihn ging es immer nur um das eine – um Cartoons.“

Text via NFP Marketing & Distribution

Stab/Crew
Produzent/in: Steve Golin
Produzent/in: Charles-Marie Anthonioz
Produzent/in: Mourad Belkeddar
Produzent/in: Nikolas Lhermitte
Koproduzent/in: Scott Robertson
Ausführende/r Produzent/in: Brett J. Cranford
Regie: Gus van Sant
1. Regieassistent/in: Scott Robertson
2. Regieassistent/in: Andrew Stahl
Drehbuch: Gus van Sant
Story: Gus van Sant
Story: John Callahan
Story: Jack Gibson
Story: William Andrew Eatman
Kamera/DoP: Christopher Blauvelt
Schnitt: Gus Van Sant
Schnitt: David Marks
Musik: Danny Elfman
Casting: Kathy Driscoll-Mohler
Casting: Francine Maisler
Produktionsdesign: Jahmin Assa
Setdekoration: Damaris Dragonas
Produktionsmanagement: Dawnn Pavlonnis (Supervisor)
Postproduktion: Kaitlin Waldron (Supervisor)
Locationmanagement: Brian Bird
Ton: Felix Andrew (Mischung)
Ton: Daniel Ward (Dialogschnitt)
Kostümdesign: Danny Glicker
Kostüme: Charlene Amateau (Supervisor)
Kostüme: Constance Wick Angelle
Kostüme: Emily Batson
Kostüme: Kate Crowley
Kostüme: Azalia Snail
Kostüme: Shelley Steier
Kostüme: Alyssa Tull
Kostüme: Matthew Carey (Set)
Kostüme: Sandra Lopez Pavesi (Set)
Kostüme: David Page (Set)
Maske: Nana Fischer (Leitung Make-up)
Maske: Jules Holdren (Leitung Haare)
Maske: Galaxy San Juan (Make-up)
Maske: Zee Graham (Make-up)
Maske: Jenda Cipperley (Make-up)
Maske: Julie Rea (Haare)
Maske: Kristen Saia (Haare)
Requisite: Jeremy Bentivenga
Spezialeffekte (Koordination): Kai Shelton
Kameraoperator: Dave Anglin (B-Kamera)
Setfotos: Scott Patrick Green
Stuntkoordination: Chris Carnel
Stuntkoordination: Kurt Bryant
Stuntdouble: Wyatt Carnel (Joaquin Phoenix)
Stuntdouble: Stephen W. Schriver (Jack Black)
beteiligte Firmen
Produktion: Amazon Studios
Produktion: Anonymous Content
Produktion: Filmnation Entertainment
Produktion: Big Indie Pictures
Produktion: Iconoclast
Postproduktion: Digital One (Ton)
Postproduktion: Trevanna Post
Spezialeffekte: Van Dyke Visual Effects
Visuelle Effekte: Electric Theatre Collective
Soundtrack: Sony Classical
Verleih Deutschland: NFP Marketing & Distribution