Der Letzte Mieter (Filmszene)
©Dualfilm Verleih
Titel: Der letzte Mieter
Originaltitel: Der letzte Mieter
Land: Deutschland
Genre: Thriller
Kinostart Deutschland: 13.08.2020
Regie: Gregor Erler
Farbe: Farbe
Format: 1:2.39, DCP
Ton: Dolby Digital 5.1
Laufzeit: 97 Minuten
Budget:
Mit: Matthias Ziesing, Pegah Ferydoni, Moritz Heidelbach, Thilo Prothmann, Tom Keune
FSK: ab 16 Jahren
sonstiges:
Cast
Darsteller/in Rolle
Matthias Ziesing Tobias Heine
Pegah Ferydoni Shirin Kämper
Moritz Heidelbach Mark Franke
Thilo Prothmann Thorsten Öhlmann
Tom Keune Volker Hebestreit
Wolfgang Packhäuser Dietmar Heine
Mignon Remé Sabine Görgens
Marie Anne Fliegel Frau Fuchs
Wolfgang Packhäuser Dietmar Heine
Henrike Hahn Marie
Sebastian Achilles Robert (SEK)
Inhalt
Der Letzte Mieter (Filmplakat)Berlin. Räumungstag im letzten unsanierten Haus einer frisch herausgeputzten Wohngegend. Wie in der restlichen Straße soll der heruntergekommene Bau modernen Wohnungen für reiche Käufer weichen. Die alten Mieter ziehen aus, doch Dietmar (Wolfgang Packhäuser) weigert sich, seine Heimat der letzten Jahrzehnte einfach aufzugeben. Sein Sohn Tobias (Matthias Ziesing) versucht, ihn zum Umzug in eine Sozialwohnung zu bewegen. Doch sein Vater sträubt sich.

Die gereizte Stimmung zwischen den beiden und dem scheinbar zufällig anwesenden Makler des Hauses (Moritz Heidelbach) spitzt sich zu. Als plötzlich die junge Polizistin Shirin (Pegah Ferydoni) in der Tür steht, eskaliert die Situation und Tobias muss sich entscheiden: Vertuschen oder aufgeben? Es entspinnt sich ein nervenaufreibendes Geiseldrama-Kammerspiel am Puls der Zeit. Schnell wird klar, dass die wahren Umstände der schiefgegangenen Räumung viel komplexer sind als zunächst angenommen. Was plante der Vater wirklich? Während draußen das SEK anrückt, sucht drinnen Tobias verzweifelt nach Antworten.

Kommentar von Gregor Erler
Der Letzte Mieter (Filmszene)
©Dualfilm Verleih

Es war im August 1989 und ich war unglaublich stolz. Mein Vater öffnete die Badtür und zeigte mir sein Werk: Ein neu gefliestes Bad, neue Armaturen und – am aller wichtigsten – eine komplett in den Boden eingelassene Eckbadewanne. So etwas hatte ich und auch meine Freunde bis dahin nicht gesehen. Erst recht nicht im Osten zu dieser Zeit. Meine Eltern hatten nie viel Geld, aber mein Vater war Klempner und die Badewanne war per Annonce gegen diverse „blaue Fliesen“ (Code für „West-Mark“) eingetauscht worden.

Wenige Monate später fiel die Mauer und wir mussten wegen Rückübertragungsansprüchen – zu Recht – das Haus mit dem wunderschönen Bad verlassen. Für mich als 7-Jähriger ein Stich ins Herz. Bereits einen Monat nach unserem Auszug war das nagelneue Bad herausgerissen, mittlerweile ist das Haus eine unbezahlbare Villa in Bestlage. Heute sind es natürlich ganz andere Gründe, aber fühlt es sich für einen altberliner Mieter nicht genauso an, wenn er nach 40 Jahren plötzlich aus seiner Wohnung muss?

Der Letzte Mieter (Filmszene)
©Dualfilm Verleih

Wir wollten dem sperrigen Thema „Gentrifizierung“ emotionale Figuren geben. Kein erhobener Zeigefinger, kein Befindlichkeits-Drama. Auch wenn der Film tagsüber in einer deutschen Großstadt spielt, orientieren sich Kamera und Licht am skandinavischen Thriller. Wenige, aber ausgewählte Settings. Ein übersichtlicher, aber hochtalentierter Cast. Eine visuell fesselnde Bildsprache, immer dicht an den Menschen, dicht an der Action.

Ich bin davon überzeugt, dass wir mit unseren geringen Mitteln und autark finanziert einen großartigen, emotionalen und sehr relevanten Film gedreht haben. Nahezu täglich lese ich Zeitungsartikel, sehe Nachrichtenausschnitte und lese Blogs, die genau die Schicksale beschreiben, die wir im Film sehen. Nach meinem Studium an der Filmakademie Baden-Württemberg bin ich wieder zurück in meine Heimatstadt Berlin, wohne im Prenzlauer Berg und gehöre damit indirekt selbst zu den Gentrifizierern. Dennoch oder gerade deswegen habe ich dieses Buch verfilmt – mit dem Gefühl, das ich als Kind hatte, und um all den betroffenen Menschen einen Film zu geben.

Text via Dualfilm Verleih

Stab/Crew
Produzent/in: Gregor Erler
Produzent/in: Matthias Ziesing
Produzent/in: Christopher Cornelsen
Koproduzent/in: Marko Massinger
Regie: Gregor Erler
1. Regieassistent/in: Jana Bolze
Drehbuch: Gregor Erler
Drehbuch: Benjamin Karalic
Kamera/DoP: Moritz Reinecke
Schnitt: Moritz Geiser
Musik: Rutger Hoedemaekers
Produktionsdesign: Anne Zentgraf
Produktionsleitung: Chris Cornelsen
Produktionsleitung: Steffen Steigner
Casting: Jana Bolze
Kostümdesign: Sophia Lund
Maskenbild: Juliane Buchin
Tondesign: Andreas Mühlschlegel (Mischung)
Ton: Tobias Rüther
Ton: Tom Weber (Schnitt)
Spezialeffekte (Koordination): Roland Tropp
Visuelle Effekte (Producer): Eva Wendler
Visuelle Effekte (Supervisor): Marco Del Bianco
Visuelle Effekte (Supervisor): Marwin Wanek
Setfotos: Julius Steffens
Stuntkoordination: Daniel Stockhorst
beteiligte Firmen
Produktion: film13
Produktion: Königsgarten Film
Produktion: Cornelsen Films
Koproduktion: Luftschloss Filmproduktion
Postproduktion: Sono2 GmbH – Sound for Motion Pictures (Ton)
Verleih Deutschland: Dualfilm Verleih
Weltvertrieb: Arri Media International

Quelle: Dualfilm Verleih, FilmBizNews