Die Liebe Frisst Das Leben, Tobias Gruben in den 80ern.
©field recordings
Titel: Die Liebe frisst das Leben
Originaltitel:
Land: Deutschland
Genre: Dokumentarfilm, Filmbiografie, Musikfilm
Kinostart Deutschland:
Regie: Oliver Schwabe
Farbe: Farbe
Format: 16:9, DCP
Ton:
Laufzeit: 92 Minuten
Budget:
Mit: Tom Schilling, Rocko Schamoni, Tobias Levin, Hendrik Otremba
FSK: ab 12 Jahren
sonstiges: Aufgrund der Corona-Pandemie startete der Film nicht in den Kinos und steht ab dem 23.04.2020 auf dem Vimeo Account von mindjazz pictures zur Verfügung.
Cast
Protagonisten
Tom Schilling Schauspieler und Sänger
Rocko Schamoni Musiker, Autor, Entertainer, „Studio Braun“, „Fraktus“, Schauspieler
Tobias Levin u.a. Cpt. Kirk &., Blumfeld, Die Erde, zudem einer der bedeutendsten Musikproduzenten
Deutschlands und Besitzer des Electric Avenue Studios.
Hendrik Otremba Sänger der Band Messer, Musiker, Autor, bildender Künstler
Isolation Berlin Rockband aus Berlin
Paul Pötsch Sänger der Band TRÜMMER, Gitarrist der Band ILGEN NUR, Musiker, Texter, Schauspieler
Timm Völker Sänger der Band 206, Musiker, Texter, Gitarrist
Fee Kürten aka Tellavision, Songwriterin, Künstlerin, Musikproduzentin
Alfred Hilsberg Nach seiner Tätigkeit als (Musik-) Journalist begann er ab 1980 mit den Labels ZickZack und What´s So Funny About die Entdeckung und Förderung vor allem deutschsprachiger, Maßstäbe setzender Künstler wie Einstürzende Neubauten, F.S.K., Palais Schaumburg und Blumfeld bis zu Jens Friebe.
FM Einheit Bandmitglied Einstürzende Neubauten, Musikproduzent
Peter Sempel Underground-Filmregisseur, Fotograf, Drehbuchautor
Horst Petersen u.a. Bandmitglied bei Die Erde, Blue Kremlin, Mastino, Rossburger Report
Florian Langmaack u.a. Bandmitglied bei Cyan Revue, Missing Foundation
Felix Huber u.a. Bandmitglied bei Die Erde II, Lovekrauts, Plixiq, Veranda Music
Imogen und Sebastian Gruben Geschwister von Tobias Gruben
Heidrun Tuchenhagen u.a. Bandmitglied bei Cyan Revue
Gustav Peter Wöhler (Stimme) Schauspieler, Sänger
Robert Stadlober (Stimme) Schauspieler und Musiker
Inhalt
Die Liebe Frisst Das Leben (Filmplakat)DIE LIEBE FRISST DAS LEBEN spürt dem Werk von Tobias Gruben nach, der auch mehr als zwanzig Jahre nach seinem Tod als ungeschliffener Diamant deutscher Popkultur als nahezu unentdeckt gilt.

Junge Bands wie Messer oder Isolation Berlin inspiriert der Sänger von Cyan Revue und Die Erde zu Coverversionen. Der Film erzählt aber nicht nur von einer unvollendeten Musikerkarriere, sondern er beschreibt auch den anhaltenden Kampf eines Sohnes um die Anerkennung seines Vaters.

In Interviews, teils unveröffentlichter Musik und Briefen führt DIE LIEBE FRISST DAS LEBEN direkt in das Herz und den Kopf eines fast vergessenen Musikers, der kurz vor dem kommerziellen Durchbruch an einer Überdosis stirbt und dessen Texte und Lieder bis heute berühren.

Kommentar von Oliver Schwabe
Tobias Gruben ist mir Mitte der 80er Jahre das erste Mal begegnet: Das Mixtape eines Freundes enthielt ein Stück von Grubens Band Cyan Revue. Das Tape begleitete mich viele Jahre, bis es irgendwann einem Bandsalat zum Opfer fiel.

Tatsächlich erinnerte ich mich erst um 2013 wieder an Cyan Revue und versuchte zunächst vergebens das Album zu finden, um es nachzukaufen. Durch die Recherche bin ich auf Sebastian Gruben aufmerksam geworden, der den musikalischen Nachlass seines Bruders verwaltet. Erst dann erinnerte ich mich wieder an Grubens legendäre Band Die Erde und ich erfuhr, dass Tobias Gruben schon 1996 gestorben war und hörte zum ersten Mal seine unveröffentlichten Stücke. Ich war beeindruckt von den Liedern, die an keinen Stil gebunden waren und deren Texte mich in ihren Bann zogen.

Die Idee, einen Film über den zu Unrecht vergessenen Musiker zu realisieren, reifte. Wichtig war mir dabei, mich nicht in einer Retrospektive zu verlieren, sondern die Bezüge und Verbindungen von Grubens Musik im JETZT zu suchen. Die Tatsache, dass für junge deutsche Bands wie Messer Tobias Gruben eine wesentliche und inspirierende Referenz ist und ich Isolation Berlin und auch den Schauspieler Tom Schilling – da ich eine Verwandtschaft in deren musikalischen Schaffen zu Tobias Gruben vermutete – für das Projekt gewinnen konnte, freute mich sehr.

Ich bat die Künstler Coverversionen von Grubens Stücken für den Film einzuspielen – das war eine Grundidee des Films – dass ich im Zuge der Recherche auf eine dramatische Familiengeschichte stieß, war nicht vorhersehbar. Die vielen Briefe von Tobias Gruben an seine Eltern und besonders an seinen Vater zeugten von der ewigen Suche des Sohnes nach Anerkennung, die er zeitlebens nicht erfuhr, aber die die Triebfeder seines Schaffens wurde.

Die bedingungslose Hingabe, die Tobias Grubens Kunst auszeichnet und die schließlich kurz vor dem möglichen kommerziellen Durchbruch sein Leben kostete, ist tragisch.

Ein Film über Tobias Gruben musste gemacht werden, damit seine Lieder und Texte endlich gehört werden!

Text via mindjazz pictures

Kürzinfo Tobias Gruben
Tobias Gruben (* 1963 in Athen; † 2. November 1996 in Hamburg) war deutscher Underground-Musiker.

Als Kind eines Archäologen und einer Dolmetscherin in Athen geboren, wächst Tobias Gruben in Starnberg auf. Seine ersten musikalischen Erfahrungen macht er u. a. zusammen mit Christoph Schlingensief in der Band Die vier Kaiserlein.

Anfang der 80er Jahre siedelt er dann nach Hamburg über, um dort 1984 die Band Cyan Revue zu gründen, bei der er Sänger wird. Nach drei Platten und einigen Tourneen (u. a. mit Alien Sex Fiend) löst sich die Band 1987 wieder auf. Daraufhin gründet er die Band DIE ERDE mit.

Die Texte werden deutsch- und die Musik „industrial“-lastiger. Nach zwei Alben und wiederum einigen Tourneen (u. a. mit Einstürzende Neubauten) löst sich auch diese Band 1990 auf.

Für Gruben beginnt eine konfuse Zeit, in der er sich mit dem Musizieren mit einfachsten Mitteln und ohne Mitmusiker beschäftigt. 1994 ruft er die Band Sol ins Leben, die sich kurze Zeit später in Die Erde II umbenennt. Für 1997 ist eine größere Veröffentlichung auf dem Hamburger Label What’s so funny about geplant, der jedoch der überraschende Drogentod von Gruben am 2. November 1996 zuvorkommt.

Text via mindjazz pictures

Stab/Crew
Produzent/in: Christian Becker
Koproduzent/in: Klaus Maeck
Ausführende/r Produzent/in: Christian Becker
Filmgeschäftsführung: Kerstin Becker
Regie: Oliver Schwabe
Drehbuch: Oliver Schwabe
Kamera/DoP: Nikolas Jürgens
Schnitt: Christian Becker
Musik: Tobias Gruben
Musik: Die Erde
Musik: Cyan Revue
Tondesign: Tobias Fleig
Ton: Jule Buerjes
Farbe: Ronney Afortu
Grafik: Thomas Schmidl
Kameraoperator: Benjamin Wistorf
Kameraoperator: Henniger Drechsler
beteiligte Firmen
Produktion: Field Recordings Filmproduktion
Koproduktion: Interzone Pictures
Soundtrack: ZickZack Records, mindjazz music
Verleih Deutschland: mindjazz pictures
gefördert/unterstützt durch: Film- und Medien Stiftung NRW

Quelle: mindjazz pictures, FilmBizNews