Die Schöne und das Biest (Filmszene 2017)
©Walt Disney Studios Motion Pictures
Titel: Die Schöne und das Biest
Originaltitel: Beauty and the Beast
Land: USA
Genre: Familienfilm, Fantasyfilm, Musikfilm (Filmmusical)
Deutschlandstart: 16.03.2017
Regie: Bill Condon
Farbe: Farbe
Format: 1:2.35, 1:1.90 (IMAX Version)
Ton: Dolby Digital, IMAX 6-Track (IMAX Version), 12-Track Digital Sound (IMAX 12 Track), Dolby Surround 7.1, Dolby Atmos
Laufzeit: 129 Minuten
Budget: 160.000.000 Dollar
Mit: Emma Watson, Dan Stevens, Luke Evans, Josh Gad
FSK:
sonstiges: Drehbuch auf der Grundlage des Zeichentrickfilms „Die Schöne und das Biest“ von 1991
Cast
Darsteller/in Rolle
Emma Watson Belle
Dan Stevens Biest
Luke Evans Gaston
Josh Gad LeFou
Kevin Kline Maurice
Hattie Morahan Agathe
Haydn Gwynne Cothilde
Ray Fearon Père Robert
Ewan McGregor Kerzenleuchter Lumière
Ian McKellen Kaminuhr von Unruh
Emma Thompson Teekanne Madame Pottine
Stanley Tucci Cembalo Maestro Cadenza
Adrian Schiller Monsieur D’arque
Harriet Jones Königin
Henry Garrett König
Zoe Rainey Belle`s Mutter
Jimmy Johnston Tom
Gugu Mbatha-Raw Staubwedel Plumette
Audra McDonald Madame de Garderobe
Nathan Mack Tassilo
Dean Street Dick
Alexis Loizon Stanley
Inhalt
Die Schöne und das Biest (Filmplakat 2017)Es war einmal ein verwegener junger Prinz (Dan Stevens), der in einem prachtvollen Schloss lebte. Er lud zu extravaganten Festen, zu denen die schönsten Debütantinnen aus aller Welt anreisten, und ein Stab an Bediensteten las ihm jeden Wunsch von den Augen ab, egal wie launisch er auch sein mochte. Aber der Prinz wurde überheblich und selbstsüchtig. Als eines Tages eine alte Bettlerin vor seinem Schloss erschien, um Schutz vor dem Sturm bat und ihm als Gegenleistung eine einzelne Rose reichen wollte, wies er sie herzlos zurück – nichtsahnend, dass sie eigentlich eine schöne Zauberin (Hattie Morahan) ist. Als Strafe für seine Unmenschlichkeit belegte sie das Schloss mit einem Fluch, der den Prinz zu einem Biest werden ließ und alle anderen Schlossbewohner in Haushaltsgegenstände verwandelte. Von dem Fluch sollte er nur erlöst werden, wenn er lernte, andere zu lieben, und sich im Gegenzug würdig erwies, von anderen geliebt zu werden, noch ehe das letzte Blütenblatt der verzauberten Rose abfällt… sonst müsste er in der Gestalt des Biests und seine Angestellten in ihren seelenlosen Formen bleiben – gefangen im Schloss für alle Ewigkeit.

Ein paar Jahre später begegnen wir in der Kleinstadt Villeneuve der aufgeweckten und beherzten jungen Belle (Emma Watson), wie sie ihren täglichen Pflichten nachgeht und dabei über die Monotonie ihres ländlichen Lebens grübelt. Belle ist unabhängig und am liebsten für sich allein; sie lebt mit ihrem Vater Maurice (Kevin Kline), einem zurückgezogenen Künstler, zusammen. Als eifrige Leserin träumt sie von Abenteuer und Romantik in einer Welt weit hinter den Grenzen ihres französischen Heimatörtchens. Die Einwohner allerdings sind sich uneins, was sie von dem Mädchen halten sollen, das ebenso tugendhaft und gütig wie bildschön ist – Belle bleibt für alle ein großes Rätsel. Die unnachgiebigen Avancen des arroganten und rüpelhaften Schurken Gaston (Luke Evans), der mit seinem Kumpan LeFou (Josh Gad) in einem Landgasthaus Hof hält und jede heiratswürdige Frau des Städtchens um seinen Finger gewickelt hat, weist sie zurück. Gaston ist bezaubert von Belle – doch dank ihres starken Willens bleibt sie immun gegen seinen Charme.

Die Schöne und das Biest (Filmszene 2017)
©Walt Disney Studios Motion Pictures

Als Maurice sich eines Tages auf dem Weg zum Markt befindet, wird er von Wölfen attackiert. Ohne Orientierung im Wald umherirrend, stößt er zufällig auf das Schloss des Biests, das mittlerweile finster und ganz mit Eis bedeckt ist. Maurice sucht darin Zuflucht. Wutentbrannt ob seines Eindringens, macht das Biest ihn zu seinem Gefangenen. Als Belle vom Verschwinden ihres Vaters erfährt, macht sie sich sofort auf die Suche. Bald steht sie dem Biest persönlich gegenüber, bittet um die Freilassung ihres Vaters und ist sogar bereit, ihre Freiheit dafür zu opfern. Eingesperrt in einem Turm des verhängnisvollen Schlosses, hört Belle freundliche Stimmen. Diese gehören den verzauberten Haushaltsgegenständen, die als Folge des Fluchs sprechen können. Belle lernt alle ehemaligen Schlossangestellten kennen: den Kerzenleuchter Lumière (Ewan McGregor), die Kaminuhr von Unruh (Ian McKellen), die Teekanne Madame Pottine (Emma Thompson) mit ihrem Sohn Tassilo (Nathan Mack), Madame de Garderobe (Audra McDonald), den Staubwedel Plumette (Gugu Mbatha-Raw), sowie das Cembalo Maestro Cadenza (Stanley Tucci). In der Hoffnung, dass Belle endlich diejenige ist, die das Herz des Biests erobert, warten sie gespannt auf ein Zeichen wahrer Liebe. Aber das Biest ist mürrisch und ungehobelt und hat sich in sein Schicksal gefügt.

In Anbetracht ihrer konfliktbeladenen Beziehung, voll von Animosität und Feindseligkeit, scheint Romantik ausgeschlossen zu sein. Aber Belle hat einen liebevollen Charakter, besitzt die Fähigkeit, Dinge zu sehen, die andere nicht wahrnehmen, und erkennt das gütige Herz des in Gestalt des Biests gefangenen Prinzen. Das Biest kann großzügig sein, wenn es seine Bibliothek mit Belle teilt, es kann ritterlich sein, wenn es sein Leben in Gefahr bringt, um sie zu schützen. Und es bringt sie zum Lachen. Belle ist mutig, selbstbewusst und mitfühlend, wenn sie die Wunden des Biests pflegt, die es sich als ihr Beschützer zugezogen hat. Beide lieben es, gemeinsam zu lesen und über Literatur zu diskutieren… Sie inspiriert ihn, ein besserer Mensch zu werden… und nach und nach wird er zu neuem Leben erweckt.

Über die Produktion, Drehorte, Design, Ausstattung
Die Schöne und das Biest (Filmszene 2017)
©Walt Disney Studios Motion Pictures

Die Hauptdreharbeiten von DIE SCHÖNE UND DAS BIEST fanden von Mai bis August 2015 in den Shepperton Studios außerhalb Londons statt sowie an mehreren Außenschauplätzen in England. Shepperton, auf dessen Filmbühnen Titel wie LAWRENCE VON ARABIEN („Lawrence of Arabia“, 1964), OLIVER! („Oliver!“, 1966), GANDHI („Gandhi“, 1982), DIE REISE NACH INDIEN („A Passage to India“, 1984) oder UHRWERK ORANGE („A Clockwork Orange“, 1971) entstanden, war der ideale Ort für eine Produktion dieses Umfangs und Ausmaßes, da ein enormes Studiogelände sowie zahlreiche Bühnen vonnöten waren, auf denen mehrere großflächige Szenenbilder aufgebaut wurden. Die Gesamtzahl lag bei 27.

Während sich die Geschichte als Realfilm entfaltet, besteht doch ein wesentlicher Teil aus animierten und computergenerierten Bildern. Für die Filmemacher war es von großer Bedeutung, so viele reale Umgebungen einzufangen wie möglich, um den Film mit seinen gewaltigen und ebenso kompliziert designten wie detaillierten Szenenbildern von der Animationsversion abzusetzen. Diese realen Bühnenbilder wurden ebenfalls in den Computer gescannt und in ein digitales 3D-Format umgewandelt, um vor Beginn der Dreharbeiten die Prävisualisierung digital zu erschaffen, die als Entwurf für die Positionierung der Kamera sowie des Lichts vonnöten war.

Das Team hinter der Kamera, das den Film zum Leben erweckte, bestand aus: Kameramann Tobias Schliessler [MR. HOLMES, LONE SURVIVOR („Lone Survivor“, 2013)], der vier Mal für einen Oscar® vorgeschlagenen Szenenbildnerin Sarah Greenwood [WER IST HANNA? („Hanna“, 2011), ABBITTE („Atonement“, 2007)], Cutterin Virginia Katz [DREAMGIRLS („Dreamgirls“, 2006), BURLESQUE („Burlesque“, 2010)], der mit einem Oscar® ausgezeichneten Kostümbildnerin Jacqueline Durran [MACBETH („Macbeth“, 2015), ANNA KARENINA („Anna Karenina“, 2012)], Set Decorator Katie Spencer [SHERLOCK HOMES („Sherlock Holmes“, 2009), STOLZ & VORURTEIL („Pride & Prejudice“, 2005)], die bereits vier Mal für einen Oscar® nominiert wurde, der Oscar®-gekrönten Make-up- und Hair-Designerin Jenny Shircore [ELIZABETH („Elizabeth“, 1998), DER SOLIST („The Soloist“, 2011)] sowie Casting Director Lucy Bevan [ALICE IM WUNDERLAND – HINTER DEN SPIEGELN, CINDERELLA („Cinderella“, 2015)].

In der Geschichte geht es explizit darum, Frauen Freiräume zu erschaffen, um sich entfalten zu können. Entsprechend gab man sich Mühe, die Leitung der einzelnen Abteilungen in so vielen Fällen wie möglich Frauen zu übergeben. Mit vielen von ihnen arbeitet Bill Condon häufig zusammen, wie zum Beispiel mit der Cutterin und der Castingdirektorin. Greenwood und Spencer arbeiten seit beinahe 20 Jahren zusammen. Beide kennen auch Durran und Shircore von Projekten aus der Vergangenheit. Alle widmeten sich ihren Aufgaben mit großer Leidenschaft, tauschten Ideen und Informationen untereinander aus und unterstützten somit das nahtlose Ineinandergreifen der verschiedenen Bereiche.

Die Schöne und das Biest (Filmszene 2017)
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Als Szenenbildnerin war vor allem Greenwood von großer Bedeutung für alle visuellen Aspekte des Films. Bei DIE SCHÖNE UND DAS BIEST ging es ihr um ein zeitloses europäisches Gefühl, das an die großen Hollywood-Romanzen erinnern sollte. Zeit und Ort der Geschichte sind klar definiert – Frankreich, Mitte des 18. Jahrhunderts – entgegen der sonst undatierten alternierenden Märchen-Universen. Während die Arbeit der einzelnen Abteilungen zum Teil von dem Animationsfilm von 1991 beeinflusst wurde, entsprachen die Bauten, Kulissen, Kostüme sowie Haar- und Make-up-Designs dem authentischen Leben des 18. Jahrhunderts in Frankreich. Da die Geschichte aber ein Märchen ist, erlaubte man sich bei der visuellen Interpretation dieser Periode gewisse Freiheiten, um einen ganz eigenen Look des Films zu gewährleisten.

„Das Publikum soll nicht sagen: ‚Das schaut genauso aus wie das Schloss aus dem Animationsfilm’“, erklärt Greenwood. „Stattdessen wollten wir, dass das Publikum fühlt, dass es das Schloss des Biests ist, eben weil jedes Detail gewissenhaft die Geschichte unterstützt, die so geliebt wird.“

Über 1.000 Crewmitglieder arbeiteten rund um die Uhr, um die riesigen Bauten zu fertigen und auszustatten und ihnen die möglichst größte handwerkliche Kunstfertigkeit angedeihen zu lassen. Emma Watson erzählt: „Auch bei anderen meiner Filme war die Handwerksleistung wunderbar. Aber hier war es etwas ganz Besonderes, weil die Leute mit einer so bekannten und beliebten Geschichte arbeiteten und es verstanden, all das Bekannte und Beliebte zu belassen, gleichzeitig jedoch noch mehr Details, mehr Tiefe und mehr Schichten hinzuzufügen. Jeder konnte spüren, dass es noch so viel mehr zu entdecken gab. Das war uns dank neuer Technologie, der handwerklichen Kunstfertigkeit und der Hilfsmittel des Geschichtenerzählens nun erst möglich.“

Der fiktive Ort Villeneuve, in dem Belle mit ihrem Vater lebt, wurde auf dem Studiogelände in Shepperton errichtet. Für die größte Kulisse der Produktion (2.700 Quadratmeter) ließen sich Greenwood und ihr Team von dem südfranzösischen Dörfchen Conques inspirieren. Das aufgebaute Dorf, das nach der Autorin der Originalgeschichte, Gabrielle-Suzanne Barbot de Villeneuve benannt wurde, umfasst Belles Hütte, ein Schulgebäude, ein Bekleidungsgeschäft, eine Dorfschenke, eine Kirche sowie einen Marktplatz.

Bei der epischen Eröffungsnummer „Belle“, die in Villeneuve spielt, waren über 150 Statisten, mehr als 100 Tiere, 28 Wagen und unzählige Requisiten im Einsatz, allesamt mit liebevollen Details geschmückt.

Das Art-Department recherchierte monatelang historische Architektur und Raumgestaltung, um den Look des Schlosses zu kreieren. Am Ende wurden verschiedene architektonische Stile zusammengewürfelt, wobei sich der Großteil auf das französische Rokoko stützte, ein Stil, der vornehmlich in den 1740er-Jahren in Frankreich zu finden war. Paradebeispiel ist das Schloss von Versailles. „Rokoko war ein französischer Designstil, der durch seine Extreme auffiel“, erklärt Greenwood. „Er war relativ kurzlebig, weil er so intensiv und exzessiv und sehr teuer war. Auf die visuelle Gestaltung unseres Films hatte er großen Einfluss.“

Ein entscheidender Unterschied zwischen dem neuen Schloss und dem des Animationsfilms ist sein sich im Lauf der Geschichte verändernder Look. Greenwood erklärt: „Das Schloss des Animationsfilms bleibt den ganzen Film über gleich. Da wir im Live-Action-Format arbeiten konnten, war es uns möglich, das Schloss auf die Wirkung des Fluchs und der fortschreitenden Zeit reagieren zu lassen. Der Rokoko-Stil ist extrem üppig, aber auch sehr organisch. Wir wollten zeigen, wie es nach der Verzauberung immer weiter wächst und sich ausdehnt, was sich in dem Raureif, der Formschnittgärtnerei, der Architektur und der Formarbeiten aus Gips widerspiegelt.“

Die Schöne und das Biest (Filmszene 2017)
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Der Tanzsaal des Schlosses war eine weitere riesige Kulisse. Der Boden wurde aus 1.110 Quadratmetern falschem Marmor gefertigt. Sein Design basiert auf einem Muster, das an der Decke des Benediktiner-Klosters im böhmischen Braunau (Tschechien) entdeckt wurde.

Überdies verfügt der Tanzsaal über zehn gläserne Kronleuchter, von denen jeder vier Mal zwei Meter groß war. Als Vorbild dienten real existierende Kronleuchter in Versailles. Im Anschluss wurden sie satiniert, in Stoff gehüllt und mit Kerzen bestückt.

Belles Schlafzimmer befindet sich wie der Tanzsaal im vom Fluch wohlwollend belassenen Teil des Schlosses und soll von jedem kleinen Mädchen als das perfekte Märchenschlafzimmer wahrgenommen werden. Der Westflügel, in den sich das Biest oft zurückzieht, ist das Epizentrum der Verzauberung und wurde in italienischem Barock gestaltet, was unheimlicher und düsterer wirkt.

Die Schlossbibliothek wurde einer sehr berühmten Bibliothek in Portugal nachempfunden. Sie ist eine der zentralen Kulissen und relevant für ein wichtiges Thema der Geschichte: Wissensdurst und die wesentliche Rolle, die Bücher für die Unterstützung der eigenen Fantasiewelt haben. Der Boden entstand aus 185 Quadratmetern falschem Marmor, abertausende Bücher wurden speziell für die Produktion angefertigt.

Der verwunschene Wald, der das Schloss des Biests umgibt, wurde auf Bühne H errichtet, der mit 890 Quadratmetern größten Bühne der Shepperton Studios. Der Wald, an dem 15 Wochen gebaut wurde, beinhaltet echte Bäume, Hecken, einen gefrorenen See, ein Paar neun Meter hohe Tore aus Eis sowie ungefähr 20.000 Eiszapfen.
„Alle Kulissen sind wirklich magisch und unglaublich aufwändig“, sagt der Produzent der visuellen Effekte Steve Gaub [UNBROKEN („Unbroken“ 2014), TRON: LEGACY („Tron: Legacy“, 2010)]. „Sarah und ihr Team haben ihre Arbeit verdammt gut gemacht. Es fühlte sich alles sehr nach altem Hollywood an, was auch absolut passte, weil wir einen Klassiker erschaffen wollten, der neben dem Original Bestand haben sollte.“

Kostüme zu entwerfen, die einer Märchenwelt angemessen sind, ist ein gewaltiges Unterfangen. Aber Jacqueline Durran ging damit recht locker um. Ihr Department, das aus Stickerinnen, Hutmachern, Schmuckherstellern, Malern und Textildesignern bestand, nahm seine Arbeit drei Monate vor dem Beginn der Hauptdreharbeiten auf. Dies war zum Teil der selbsterlegten Herausforderung geschuldet, ökologische und nachhaltige Kostüme mit Stoffen aus fairem Handel zu entwerfen und zu nähen (also aus organischen Materialien von Händlern, die ihren Angestellten einen fairen Lohn bezahlen und ein umweltbewusstes Management haben). Dies ist ihnen auch gelungen. Mit Eco Age und Green Carpet Challenge an Bord hat die Abteilung ausschließlich Färbemittel auf natürlicher und umweltschonender Basis verwendet sowie mit traditionellem Holzschnitt-Druck gearbeitet.

Durran zeichnet für die Kostüme aller Figuren verantwortlich, von den Bauersgewändern aller Dorfbewohner hin zu den aufwändigen Ballkleidern, die die 35 Debütantinnen auf dem Ball des Prinzen tragen. Aber ihre größte Aufgabe hatte sie bei der Kreation von Belles Kleid zu bewältigen, das die Schöne beim Tanz mit dem Biest im Ballsaal trägt. Weil eine ikonische Assoziation mit dem gelben Kleid und der Figur besteht, gestaltete sich der Designprozess langwierig mit etlichen Diskussionen hinsichtlich des Schnitts, der Farbe und des Materials.

Die Schöne und das Biest (Filmszene 2017)
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„Das Kleid sollte auf jeden Fall gelb werden – als Hommage an den Animationsfilm“, sagt Durran. „Wir wollten es aber neu interpretieren, ihm mehr Textur verleihen und es wie ein lebendiges Kostüm wirken lassen.“ Am Ende hatten sie ein Kleid aus mehreren Schichten von federleichtem, gelb gefärbtem Satin (der Gesamtverbrauch lag bei 55 Metern Stoff), der wiederum mit über 900 Meter Faden in großzügigen kreisförmig zugeschnittenen Bahnen zusammengenäht wurde.

Die beiden obersten Schichten wurden in Filigranarbeit mit Blattgold bedruckt, in einem Muster, das zu dem in Rokoko gehaltenen Boden des Tanzsaals passt, sowie mit 2.160 Swarowski-Kristallen geschmückt. In der Geschichte nimmt Madame de Garderobe etwas von der Goldbeschichtung der Decke von Belles Schlafzimmer und besprüht damit das Kleid. Die Fertigstellung des Kleids nahm 12.000 Stunden in Anspruch, zudem wurden zahlreiche Kopien genäht. Es kommt ganz ohne Korsett oder Reifröcke aus, damit Emma Watson mehr Bewegungsfreiraum hat. Schließlich ist ihre Belle wesentlich aktiver als die Belle im Animationsfilm.

„Es war in der Tat eine interessante Herausforderung“, sagt Watson. „Das Kleid für sich ist so ikonisch, weil es Teil dieser besonders romantischen Szene in der Geschichte ist. Es durchlief viele verschiedene Stadien, aber letzten Endes war es für uns am Wichtigsten, dass sich das Kleid beim Tanzen schön bewegt. Es sollte fließen, es sollte fliegen.“

Durran stimmt zu und ergänzt: „Diesen Aspekt berücksichtigten wir beim Entwurf aller Kostüme von Belle. Wir wollten aus ihr keine grazile Prinzessin machen, sondern eine aktive Heldin. Das blaue Kleid mit Schürze, das sie am Anfang des Films trägt, hat deshalb Taschen, in die sie ein Buch stecken kann, und bietet zudem die Möglichkeit, Pumphosen darunter zu tragen sowie ein Mieder.“
Diese Belle arbeitet mit und reitet ihr Pferd Philippe und trägt dabei in diesen Szenen Stiefel (und nicht grazile Damenschühchen). „Wir wollten Belles Charakter zeigen und sicher stellen, dass sie glaubhaft als echte Pferdenärrin und Reiterin wirkt“, sagt Watson. „Deshalb trägt sie ordentliches Schuhwerk und zieht eine Seite ihres Rockes nach oben, damit sie im Western-Stil reiten kann und es obendrein so aussieht, als würde ihr das ganz leicht fallen.“

Das Kleid, das Belle am Ende des Films trägt, nachdem der Fluch aufgehoben wurde, trägt den Druck einer originalen Schürze aus dem 18. Jahrhundert, die Durran als Studentin gekauft hatte. Der Entwurf wurde von Hand auf Segeltuch gemalt und schließlich digital vergrößert und gedruckt. „Auf Belles Kostümen lag allgemein ein ziemlich hoher Erwartungsdruck“, sagt Durran. „Schließlich ist es uns gelungen, ein paar wunderschöne Kleider zusammenzustellen, die zwar immer noch auf den Animationsfilm verweisen, aber doch jedes für sich einzigartig ist.“
„Ganz wunderbar bei der Arbeit mit Jacqueline ist ihre unglaublich gemeinschaftliche Ader“, sagt Watson. „Ich war so überwältigt, wie viel Input sie von mir haben wollte… Sie wollte wirklich meine Sicht der Figur, wie ich sie vom Inneren wie vom Äußeren empfand. Es war eine ganz spezielle Erfahrung für mich als Schauspielerin und eine großartige Art, eine Figur so aufzubauen und verstehen zu lernen.“

Für das Kostüm des Prinzen, das er in der Eröffnungssequenz trägt, entwarf Durran einen Mantel und eine Weste, die mit abertausend Swarowski-Kristallen geschmückt wurden. Diese beiden Teile wurden anschließend von der Abteilung für visuelle Effekte gescannt und auf das computer-generierte Biest übertragen.

„Jackie ist eine Göttin“, sagt David Hoberman. „Sie hatte einen wirklich taffen Job zu erledigen, nicht nur aufgrund der unglaublichen Menge an Kostümen in unserem Film, sondern wegen der ikonischen Garderobe des Animationsfilms. Sie wollte Rücksicht nehmen auf die Kostüme des Animationsfilms und eine gewisse Treue bewahren. Dennoch wollte sie auch etwas Originäres kreieren. Schließlich lieferte sie wunderbare Arbeit ab, die allein ihre Handschrift trägt.“

Die Schöne und das Biest (Filmszene 2017)
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Für Kameramann Tobias Schliessler markiert DIE SCHÖNE UND DAS BIEST die vierte Zusammenarbeit mit Bill Condon. Obwohl die Produktion viele Herausforderungen bot, ließ sie doch auch immer reichlich Raum für Kreativität. Schliessler griff auf eine große Bandbreite an Kameraausstattung zurück – vom Techno-Dolly bis hin zu einer Drohne. Ständig musste er sich neuen Situationen anpassen. Für ihn war es ein Umfeld, in dem er vollkommen aufblühte.

In einigen Fällen bediente er sich bei der ikonischen Kameraarbeit des Animationsfilms und fügte eigene Verzierungen an. Ein Beispiel ist die Einstellung bei der Musical-Nummer „Die Schöne und das Biest“, bei der die Kamera über Belle und das Biest dahinsaust und hoch an die Decke des Tanzsaals schwenkt. Schliessler kopierte den Schwung mit einem Kran, richtete dann jedoch die Kamera auf die Musikinstrumente, die als geschnitzte Ornamente die Wände schmücken und plötzlich zum Leben erweckt werden und zu spielen beginnen.

Der Dreh der an Filme von Busby Berkeley erinnernden Musical-Nummer „Sei hier Gast“ war vom technischen Standpunkt aus betrachtet ein Kraftakt. Der Dreh nahm einen Monat in Anspruch, die Vorbereitung dauerte sechs Monate und die Fertigstellung sogar über ein ganzes Jahr. Die Szene spielt im Speisesaal des Schlosses, der wie eine Bühne aufgebaut wurde, die theaterhafteste Kulisse des Films. Alle Elemente waren echt und wurden zunächst mithilfe des Techno-Dolly, eines Krans und speziellen Lichtgerätschaften mit der Kamera gedreht, bevor das Filmmaterial animiert und vom Team für Visuelle Effekte in der Postproduktion aufgepeppt werden konnte.

„Die Wechselwirkung der Kamera und der phänomenalen Designarbeit an den Sets war unglaublich“ sagt Koproduzent Greg Yolen. „Das Foyer und den Ballsaal des Schlosses, wie sie letzten Endes konzipiert wurden, haben wir über zwei schalldichte Bühnenräume gebaut. Tobias wusste zu jeder Zeit, wo er die Kamera positionieren musste, um aus dem Vollen zu schöpfen.“

Yolen fährt fort: „Die Art und Weise, wie er die Tiefe dieser beiden riesigen echten Kulissen eingefangen hat, lässt einen glauben, dass man wirklich vor Ort ist.“

Text via Walt Disney Studios

Stab/Crew
Produzent/in: David Hoberman
Produzent/in: Todd Lieberman
Koproduzent/in: Steve Gaub
Koproduzent/in: Jeremy Johns
Koproduzent/in: Jack Morrissey
Koproduzent/in: Greg Yolen
Koproduzent/in: Alexander Young
Ausführende/r Produzent/in: Don Hahn
Ausführende/r Produzent/in: Thomas Schumacher
Ausführende/r Produzent/in: Jeffrey Silver
Regie: Bill Condon
Drehbuch: Stephen Chbosky
Drehbuch: Evan Spiliotopoulos
Story: basierend auf der Geschichte von Jeanne-Marie Leprince de Beaumont
Kamera/DoP: Tobias A. Schliessler
Schnitt: Virginia Katz
Musik: Alan Menken
Produktionsdesign: Sarah Greenwood
künstlerische Leitung: Niall Moroney
Setdekoration: Katie Spencer
Produktionsmanagement: David Cain (Supervisor)
Locationmanagement: Adam Richards (Supervisor)
Locationmanagement: Daragh Coghlan
Postproduktion: Rachel Jablin (Koordination)
Casting: Lucy Bevan
Tondesign: Sean Garnhart
Tondesign: Stephen P. Robinson
Ton: Brian Bowles (Supervisor Dialoge, ADR)
Ton: Warren Shaw (Supervisor Mischung, Schnitt)
Musikabteilung: Matthew Rush Sullivan (Supervisor, Produzent)
Musikabteilung: Lyndsie Chlowitz (Koordination, Studio)
Musikabteilung: Michael Kosarin (Dirigent)
Musikabteilung: Tim Rice (Songtexte)
Kostümdesign: Jacqueline Durran
Kostüme: Clare Spragge (Supervisor)
Kostüme: Caroline Fallon (Koordination)
Kostüme: David Otzen
Kostüme: Victoria Taylor
Kostüme: Steve O’Sullivan
Maskenbild: Jacqueline Bhavnani (Supervisor Haare und Maske)
Maskenbild: Samantha Denyer (Supervisor Haare und Maske, Ensemble)
Maske: Charlotte Hayward (Emma Watson)
Maske: Marc Pilcher (Haare)
Requisite: Christian McDonald (Supervisor)
Spezialeffekte (Supervisor): Paul Corbould
Spezialeffekte (Supervisor Frosteffekte): Richard Van Den Bergh
Spezialeffekte (Supervisor Animatronik): Chris Clarke
Spezialeffekte (Koordination): Sophie Corbould
Spezialeffekte (Koordination): Ben Vokes
Spezialeffekte (Beratung Schneeeffekte): Julie Bentley
Visuelle Effekte (Technischer Direktor): Luke Gray
Visuelle Effekte (Supervisor): Richard R. Hoover
Visuelle Effekte (Supervisor): Kyle McCulloch
Visuelle Effekte (Supervisor): Glen Pratt
Animation (Supervisor): Ian Blum
Animation (Supervisor): Dale Newton
Animation: Alessandro Ciucci
Animation: Chris Hurtt
Animation: Christopher Mullins
Animation: Frankie Stellato
Kameraoperator: Lorenzo Senatore (A-Kamera, Steadicam)
Kameraoperator: Marc Covington (B-Kamera)
Kameraoperator: Jonathan ‚Chunky‘ Richmond (B-Kamera)
Kameraoperator: Karina Silva
Setfotos: Susie Allnutt (Franchise)
Setfotos: Laurie Sparham
Stuntkoordination: Adam Kirley
Stuntdouble: Guiomar Alonso (Emma Watson)
Stuntdouble: Matt Crook (Kevin Kline)
Stuntdouble: Douglas Robson (Luke Evans)
Stuntdouble: Adam Basil (Biest)
beteiligte Firmen
Produktion: Mandeville Films
Produktion: Walt Disney Pictures
Spezialeffekte: Clear Angle Studios
Spezialeffekte: Digital Domain
Spezialeffekte: Evolution FX
Spezialeffekte: Framestore
Visuelle Effekte: Lola Visual Effects
Visuelle Effekte: Painting Practice
Visuelle Effekte: Prime Focus World
Visuelle Effekte: Snow Business International
Visuelle Effekte: The Visual Effects Company
Sound/Ton: Codex
Verleih Deutschland: Walt Disney Studios Motion Pictures
Vertrieb:
gefördert durch: