Die Tochter des Spions (Filmszene)
©Kick Film
Titel: Die Tochter des Spions
Originaltitel:
Land: Lettland, Estland, Deutschland, Tschechien
Genre: Dokumentarfilm
Kinostart Deutschland:
Regie: Jaak Kilmi
Regie: Gints Grūbe
Farbe: Farbe
Format: DCP
Ton: Stereo
Laufzeit: 90 Minuten
Budget:
Mit (Sprecher/in): Knut Cordsen, Dagmar Dempe, Juliane Köhler, Thomas Loibl, Jule Ronstedt
FSK: ab 6 Jahren
sonstiges:
Cast
Sprecher/in
Knut Cordsen
Dagmar Dempe
Juliane Köhler
Thomas Loibl
Jule Ronstedt
Inhalt
Die Tochter des Spions (Filmplakat)Am 03.09.1978 verliert die damals neunzehnjährige Ieva Lesinska ihre Identität. Plötzlich stammt sie nicht mehrn aus Riga, sondern wird zu einer DDR-Emmigrantin mit US-amerikanischem Pass. Für die nächsten acht Jahre ist sie Evelyn Dorn, ein Mädchen aus Ost-Berlin…

Eigentlich will sie nur ihren Vater besuchen, der bei der UNO in New York arbeitet. Doch nach ein paar Tagen erfährt sie von ihm, dass er nicht der ist, den sie glaubte zu kennen. In Wahrheit ist er ein Doppelagent, der sowohl für den KGB wie die CIA arbeitet. Nun will er aussteigen und ganz zu den Amerikanern überlaufen. Ieva muss sich sofort entscheiden: Entweder geht sie zurück zu ihrer Mutter in die Sowjetunion oder sie bleibt bei ihrem Vater und der Stiefmutter in den USA…

Die junge Frau entschließt sich zu bleiben und lebt fortan in einem Schutzprogramm der US-Geheimdienste. Sie tauscht ihr bisheriges Leben im Sozialismus ein gegen eine neue Zukunft im verlockend bunten Amerika der Achtzigerjahre. Doch ihre neue Identität ist eine einzige Lüge, über ihre wahre Herkunft darf sie kein Wort verlieren. Glauben würde ihr ohnehin niemand. Ihre neuen Freunde lernen sie als Evelyn Dorn, geboren in der DDR, kennen. Sie studiert Englisch und Literatur – und heiratet schließlich einen Amerikaner.

Nach acht Jahren stirbt der Vater auf mysteriöse Weise. Wurde er enttarnt und ermordet oder starb er eines natürlichen Todes? Der Einblick in den Obduktionsbericht wird ihr verweigert, die Zweifel wachsen. Sie will ihren alten Namen und Pass zurück. Den Vater kann sie nun nicht mehr gefährden.

Als die Mauer fällt, die Sowjetunion zusammenbricht und Lettland unabhängig wird, kehrt sie 1991 in ihre alte Heimat Riga zurück. Ihr Geheimnis, ihr zweites Leben in den USA, behält sie für sich, sie will sich der Geschichte des Vaters nicht stellen, nur endlich ein ganz normales Leben führen. Doch die offenen Fragen lassen ihr keine Ruhe.

Nach mehr als 30 Jahren – sie hat mittlerweile eine Tochter im Teenageralter – will Ieva endlich die Wahrheit erfahren. Wer war ihr Vater wirklich? Wie starb er? Ist er eines natürlichen Todes gestorben oder haben russische, vielleicht sogar amerikanische Geheimdienste ihn auf dem Gewissen? Wie auch immer die Wahrheit lauten wird, sein Leben im Kalten Krieg hat ihres für immer aus den Angeln gehoben.

Kommentar von Jaak Kilmi
„Ich liebe Spionagegeschichten und wollte schon immer einen Film darüber machen. Ich war begeistert, als ich die Geschichte von Ieva Lešinska, der Tochter eines echten Doppelagenten, hörte und von der Gelegenheit, in diese faszinierende Lebensgeschichte einzutauchen. In Ievas Biografie verbirgt sich ein echtes, vielschichtiges, menschliches Drama einer ganzen Familie. Gleichzeitig handelt es sich um die Geschichte eines Mädchens, inmitten eines Spionagespiels zwischen zwei Großmächten, die Zuschauer, Hauptcharakter und auch Opfer in einer Person ist.“

Text via imFilm Agentur + Verleih

Kommentar von Gints Grūbe
„Formal endete der Kalte Krieg 1989 mit dem Fall der Berliner Mauer. Als wir mit der Produktion dieses Films starteten, hatte jedoch bereits ein neuer Kalter Krieg begonnen. Die Attentate auf russische Überläufer in Großbritannien bestätigen, dass es sich tatsächlich um eine nie endende Geschichte handelt. Offiziell sollten nach 30 Jahren die CIA-Akten zu Ievas Familie offen zugänglich sein. Ich sagte Ieva, dass das der Zeitpunkt wäre, an dem wir zurückkehren sollten, jedoch blieb uns der Zugang zu den Akten verwehrt. 30 Jahre bedeuten eine sehr lange Zeit im Leben eines Menschen, aber fast nichts in der Welt der Geheimdienste. Unser Film handelt von den Geheimnissen und Lügen, die ein ganzes Leben fremd bestimmten.“

Text via imFilm Agentur + Verleih

Kurzinfo Ieva Lesinska alias Evelyn Dorn
Die Tochter des Spions (Filmszene)
©Kick Film

IEVA LEŠINSKA-GEIBERE, ALIAS EVELYN DORN, ist eine preisgekrönte Übersetzerin und eine Schlüsselfigur des literarischen Journalismus in Lettland. Sie hat in drei Ländern gelebt, verfügt über Abschlüsse in Französisch und Philosophie und beherrscht sechs Sprachen.

Nachdem Ieva während des Kalten Krieges das Leben auf beiden Seiten des Eisernen Vorhangs erlebt hat, gewann sie einmalige Einblicke, die ihr helfen, sowohl als Übersetzerin als auch als Journalistin mühelos von einer Sprache und Kultur in die andere zu schlüpfen und diese zu verstehen. Ieva hat viele richtungsweisende englischsprachige Autoren ins Lettische übersetzt – unter anderem T.S. Eliot, Ezra Pound und Toni Morrison, sowie eine Vielzahl von lettischen Schriftstellern ins Englische übersetzt, darunter den lettischen Modernist Aleksandrs Čaks und den berühmten lebenden Dichter Kārlis Vērdiņš.

Außerdem hat sie als Journalistin zahlreiche berühmte Persönlichkeiten interviewt – darunter – Harold Bloom, den Dalai Lama, Timothy Garton Ash, Noam Chomsky, Henry Kissinger und Timothy Snyder, um nur einige zu nennen. Ieva hat außerdem dazu beigetragen, das lettische Kino einem internationalen Publikum nahe zu bringen, indem sie Dokumentar- und Spielfilme ins Englische übersetzte. 2017 veröffentlichte sie eine Auswahl der Schriften ihres Vaters mit dem Titel Between Two Worlds.

Text via imFilm Agentur + Verleih

Kurzinfo Imants Lesinska alias Peter Friedrich Dorn
Die Tochter des Spions (Filmszene)
©Kick Film

Viele Jahre lang war IMANTS LEŠINSKIS, ALIAS PETER FRIEDRICH DORN, der perfekte Kommunist: intelligent, ehrgeizig und im Parteidogma zuhause. Als Komsomol-Führer (Jugendorganisation der KPdSU) und Eliteschüler erhielt er erstklassige Empfehlungen für ein Studium an der damals angesehensten sowjetischen Universität, dem Institut für Außenbeziehungen in Moskau, wo er zum Spezialisten für Völkerrecht und zum Diplomaten ausgebildet wurde. 1956, als Imants durch Begegnungen mit den Söhnen und Töchtern der sowjetischen Elite unter seinen Kommilitonen bereits seinen kommunistischen Glauben verloren hatte und von der sowjetischen Unterdrückung des ungarischen Aufstands geschockt, verunsichert wurde, warb ihn der KGB an und ließ ihm keine andere Wahl, als Agent zu werden. Ende 1958 kehrte Imants in Begleitung seiner Frau und seiner 6 Monate alten Tochter Ieva nach Moskau zurück, um sich als Spion ausbilden zu lassen. Die Familie sollte nach Ostdeutschland geschickt werden und schließlich unter einem Decknamen nach Westdeutschland einreisen. Obwohl dieser Plan nie verwirklicht wurde, machte Imants Karriere sowohl in den Reihen der Kommunistischen Partei als auch beim KGB.

1960 wurde er als „Journalist“ nach Rom geschickt, wo die Olympischen Sommerspiele stattfanden. Seine Mission war es, mögliche Kollaborateure unter australischen Athleten lettischer Abstammung zu suchen. Stattdessen machte er sich heimlich auf den Weg zur amerikanischen Botschaft und bot den Amerikanern an, zu ihnen überzulaufen. Diese überredeten ihn jedoch, auch für sie als Agent zu arbeiten, während er seine hohe Position in Sowjetlettland beibehielt. Die nächsten 20 Jahre war Imants Lešinskis ein Doppelagent, der sowohl für den KGB als auch für die CIA arbeitete. 1976 erreichte Imant`s sowjetische Karriere ihren Höhepunkt: er wurde nach New York geschickt, um als Mitglied der Sowjetmission für die Vereinten Nationen zu arbeiten. Zwei Jahre später, als seine Tochter Ieva die Erlaubnis erhielt, ihn in New York zu besuchen, konnte er seine Doppelagentenkarriere durch sein Überlaufen zu den Amerikanern endgültig hinter sich lassen. Bis zu seinem frühen Tod im Jahr 1985 lebte er als eingebürgerter Amerikaner deutscher Abstammung mit dem Namen Peter Friedrich Dorn in den USA und promovierte dort zum Doktor der Geschichte.

Text via imFilm Agentur + Verleih

Stab/Crew
Produzent/in: Jörg Bundschuh
Koproduzent/in: Gints Grube
Koproduzent/in: Jaak Kilmi
Koproduzent/in: Julietta Sichel
Producer: Moritz Bundschuh
Producer: Antra Gaile
Redaktion: Rolf Bergmann (RBB)
Redaktion: Matthias Leybrand (BR)
Redaktion: Carlos Gerstenhauer (BR)
Regie: Jaak Kilmi
Regie: Gints Grūbe
Drehbuch: Jaak Kilmi
Drehbuch: Gints Grūbe
Kamera/DoP: Aigars Sērmukšs
Kamera/DoP: Roland Wagner
Schnitt: Armands Začs
Schnitt: Alexander Laudien
Schnittberatung: Stephan Krumbiegel
Musik: Janek Murd
Musik: Jan Trojan
Produktionsleitung: Alexandra Minzlaff
Produktionsleitung: Rainer Baumert (RBB)
Herstellungsleitung: Franz Hirner
Ton: Anete Vanaga
Ton: Klāvs Siliņš
Ton: Oskars Ostrovskis
Ton: Björn Rothe
beteiligte Firmen
Produktion: Kick Film
Koproduktion: Mistrus Media
Koproduktion: 8heads Productions
Koproduktion: Pimik
In Zusammenarbeit mit: Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB)
In Zusammenarbeit mit: Bayerischer Rundfunk (BR)
In Zusammenarbeit mit: Czech TV (Prag)
In Zusammenarbeit mit: Latvijas Televīzija (Riga)
In Zusammenarbeit mit: Yleisradio (YLE) (Helsinki)
Verleih Deutschland: imFilm Agentur + Verleih
Weltvertrieb: Syndicado Film
gefördert/unterstützt durch: FilmFernsehFonds Bayern
gefördert/unterstützt durch: Deutscher Filmförderfonds
gefördert/unterstützt durch: National Film Center of Latvia
gefördert/unterstützt durch: State Cultural Capital Foundation of Latvia
gefördert/unterstützt durch: Czech Film Fund
gefördert/unterstützt durch: Estonian Film Institute
gefördert/unterstützt durch: Estonian Culture Endowment
gefördert/unterstützt durch: Creative Europe MEDIA

Quelle: imFilm Agentur + Verleih, FilmBizNews