Die Unsichtbaren - Wir wollen leben (Filmszene)
©Tobis Film
Titel: Die Unsichtbaren – Wir wollen leben
Originaltitel: Die Unsichtbaren – Wir wollen leben
Land: Deutschland
Genre: Drama, Dokumentarfilm
Deutschlandstart: 26.10.2017
Regie: Claus Räfle
Farbe: Farbe, Schwarz-Weiß (Archivaufnahmen)
Format: 1:1.85
Ton: 5.1 Digital
Laufzeit: 110 Minuten
Budget:
Mit: Max Mauff, Alice Dwyer, Ruby O. Fee, Aaron Altaras, Victoria Schulz
FSK: ab 12 Jahren
sonstiges: Das Drehbuch zum Film basiert auf wahren Ereignissen und zum Teil ausführlichen Interviews mit noch lebenden Zeitzeugen.
Cast
Darsteller/in Rolle
Max Mauff Cioma Schönhaus
Alice Dwyer Hanni Lévy
Ruby O. Fee Ruth Arndt
Aaron Altaras Eugen Friede
Victoria Schulz Ellen Lewinsky
Florian Lukas Werner Scharff
Andreas Schmidt Hans Winkler
Laila Maria Witt Stella Goldschlag
Serghej Moya Ludwig Lichtwitz
Lucas Reiber Jochen Arndt
Rick Okon Bruno Gumpel
Robert Hunger-Bühler Dr. Franz Kaufmann
Maren Eggert Helene Jacobs
Steffi Kühnert Frau Gehre
Swetlana Schönfeld Frau Schirrmacher
Naomi Krauss Frau Kolzer
Horst Günter Marx Oberst Wehlen
Illia Chaikovskyi Verratener Jude
Ruth Gumpel selbst (Archivaufnahmen)
Cioma Schönhaus selbst (Archivaufnahmen)
Eugen Herman-Friede selbst
Hanni Lévy selbst
Chris Theisinger NSDAP Mann im Cafè
Oleg Tikhomirov Sowjetischer Soldat
Ralf Zillmann Kripomann
Inhalt
Die Unsichtbaren - Wir wollen leben (Filmplakat)Im Februar 1943 werden alle als Zwangsarbeiter verbliebenen Juden in Berlin verhaftet; das Regime erklärt die Reichshauptstadt für „judenrein”. Trotzdem gelingt es rund 7.000 Juden unterzutauchen und 1.700 von ihnen werden Verfolgung und Krieg überleben. DIE UNSICHTBAREN – WIR WOLLEN LEBEN porträtiert das Schicksal vier junger Berliner. Ganz auf sich allein gestellt sind sie gezwungen, jeden Tag Entscheidungen zu treffen, die sie das Leben kosten können.

Hanni Lévy (Alice Dwyer) ist Vollwaise und gerade 17 geworden. Sie muss sich alleine durchschlagen und entkommt nur knapp der Verhaftung. Dank ihrer blondierten Haare macht sie sich für ihre Verfolger unsichtbar, sie mischt sich unter die vielen Flaneure am Kurfürstendamm und ergreift oft die Gelegenheit, in dunklen Kinosälen abzutauchen.

Um der Deportation zu entkommen, nimmt auch Cioma Schönhaus (Max Mauff) eine andere Identität an. Er wird Passfälscher und rettet zusammen mit seinem Freund Ludwig Lichtwitz (Sergej Moya) und dem Elektriker Werner Scharff (Florian Lukas) Dutzenden jüdischen Verfolgten das Leben. Dank regelmäßigen Einkommens schafft es Cioma sogar, sich ein Stück Normalität in Form von Segelausflügen oder Restaurantbesuchen zurückzuerobern.

Die Unsichtbaren - Wir wollen leben (Filmszene)
©Tobis Film

Eugen Friede (Aaron Altaras) wird gezwungen, sich ebenfalls zu verstecken, hat aber Glück im Unglück. Mit der Tochter seiner hilfsbereiten Gastgeber darf er sogar fast so etwas wie eine Liebesgeschichte erleben. Aber auch Eugen muss – wie alle „Unsichtbaren“ – bald weiterziehen. Er schließt sich der Widerstandsgruppe von Hans Winkler (Andreas Schmidt) an, die Flugblätter verteilt.

Ruth Arndt (Ruby O. Fee) träumt zusammen mit ihrer Freundin Ellen (Viktoria Schulz) von einem Leben in Amerika. Doch bevor an eine Flucht aus Deutschland zu denken ist, tarnen sich die beiden jungen Frauen als Kriegswitwen und servieren in der Wohnung eines NS-Offiziers (Horst Günter Marx) bei geheimen Treffen Schwarzmarkt-Delikatessen.

Sie alle leben Tag für Tag mit dem Bewusstsein, jederzeit verhaftet und deportiert werden zu können. Ihr unbändiger Lebenswille, Erfindungsreichtum und nicht zuletzt die Hilfsbereitschaft ihrer deutschen Nachbarn geben ihnen die Hoffnung, es vielleicht doch bis zum Kriegsende zu schaffen …

beteiligte Firmen
Produktion: Look! Filmproduktion
Produktion: CinePlus
Koproduktion: Norddeutscher Rundfunk (NDR)
Koproduktion: Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB)
Koproduktion: Westdeutscher Rundfunk (WDR)
Koproduktion: Bayerischer Rundfunk (BR)
Koproduktion: Südwestrundfunk (SWR)
Verleih Deutschland: Tobis Film
gefördert durch: Nordmedia
gefördert durch: Film- und Medienstiftung NRW
gefördert durch: Medienbord Berlin-Brandenburg
gefördert durch: Deutscher Filmförderfonds
Stab/Crew
Produzent/in: Claus Räfle
Produzent/in: Frank Evers
Produzent/in: Jörg Schulze
Koproduzent/in: Howard Harrington
Koproduzent/in: Helge Neubronner
Koproduzent/in: Torsten Gauger
Line Producer: Kristian Stern
Herstellungsleitung: Bogdan Tomassini-Büchner
Redaktion: Marc Brasse (NDR)
Redaktion: Jens Stubenrauch (RBB)
Redaktion: Sandra Dujmovic (BR)
Redaktion: Christiane Hinz (WDR)
Regie: Claus Räfle
1. Regieassistent/in: Ralph Remstedt
2. Regieassistent/in: Emil Klattenhoff
Drehbuch: Claus Räfle
Drehbuch: Alejandra López
Kamera/DoP: Jörg Widmer
Schnitt: Jörg Hauschild
Schnitt: Julia Oehring
Musik: Matthias Klein
Produktionsdesign: K.D. Gruber
künstlerische Leitung: Christina Heidelmeier
Produktionsmanagement: Rudi Teichmann
Produktionsmanagement: Jost Nolting (NDR)
Produktionsmanagement: Theresa Bölke (Koordination)
Farbe: Natalie Maxinova
Locationscout: Silvia Eisenhut
Locationscout: Andrea Giesel
Casting: Anja Dihrberg
Casting: Bernhard Karl
Tondesign: Jörg Theil (Schnitt)
Ton: Matthias Wolff
Ton: Michael Kaczmarek (Mischung)
Kostümdesign: Ute Paffendorf
Maskenbild: Lena Lazzarotto
Maskenbild: Henny Zimmer
Maske: Julia Lechner (Make-up)
Requisite: Katrin Bellingen (Indoor)
Visuelle Effekte: Tuan Anh Nguyen Tran
Kameraoperator: Kai Rostásy
1. Kameraassistent/in: Clemens Barth
1. Kameraassistent/in: Moritz Müller
2. Kameraassistent/in: Mark Fesser
Setfotos: Peter Hartwig
Die realen Vorbilder
HANNI LÉVY
Hanni Lévy (geb. Weissenberg) wurde 1924 in Berlin-Tempelhof geboren. Ab 1931 lebte sie mit ihren Eltern in Kreuzberg. 1940 starb ihr Vater an den Folgen der Zwangsarbeit, zwei Jahre später auch ihre Mutter. Der 17-jährigen Hanni gelang es kurz darauf, ihrer Verhaftung zu entgehen. Mit Hilfe von nicht-jüdischen Bekannten tauchte sie in Berlin unter. Sie kam bei einer Kartenverkäuferin des Kinos am Nollendorfplatz unter, die sie bis zur Befreiung Berlins auch in ihrer Wohnung aufnahm. Seit 1946 lebt Hanni Lévy in Paris.CIOMA SCHÖNHAUS
Cioma Samson Schönhaus, geboren 1922, lebte mit seinen Eltern in der Sophienstraße in Berlin-Mitte. Ende der dreißiger Jahre begann er eine Ausbildung als Grafiker, die er abbrechen musste. Als Zwangsarbeiter blieb er als einziges Mitglied seiner Familie von der Deportation verschont. Mit 20 Jahren begann er als Passfälscher zu arbeiten. Hunderten Berliner Juden verschaffte er so das Fundament einer neuen Identität. Als ihm die Gestapo auf die Spur kam, gelang es Cioma, sich mit einem gefälschten Wehrpass bis zur Schweizer Grenze durchzuschlagen und ins neutrale Nachbarland zu entkommen. Dort lebte er bis zu seinem Tod im September 2015.

RUTH GUMPEL
Ruth Gumpel (geb. Arndt), Jahrgang 1922, tauchte im Winter 1942/43 mit ihrer Familie unter. In unterschiedlichen Verstecken und mit Hilfe von Bekannten gelang es der gesamten Familie in Berlin zu überleben. Eine nicht-jüdische Freundin vermittelte Ruth eine Anstellung als Hausmädchen bei einen Wehrmachtsoffizier, der von seiner Wohnung in Wilmersdorf aus einem weit verzweigten Schmugglerring für Delikatessen und Alkohol unterhielt. Hier verdiente Ruth nicht nur etwas Geld, sondern erhielt auch Lebensmittel für ihre Familie. Nach dem Krieg wanderte die Familie in die USA aus. Ruth Gumpel lebte bis zu ihrem Tod im Jahr 2012 in der Nähe von San Francisco.

EUGEN FRIEDE
Eugen Herman-Friede, 1926 geboren, ist der Sohn einer jüdischen Mutter, deren christlicher Ehemann Eugens Stiefvater war. Aufgrund der Verordnungen zur sogenannten Mischehe war sie vor dem Zugriff der Gestapo geschützt, nicht aber ihr 16-jähriger Sohn. Kurz vor der sogenannten „Fabrikaktion” im Februar 1943 tauchte Eugen unter und schloss sich später dem Kreis um den jüdischen Widerständler Werner Scharff an, dem er in den beiden letzten Kriegsjahren half, Flugblätter in Berlin zu verteilen, welche die Bevölkerung über die NS-Verbrechen aufklären sollten. Außerdem versuchte der Kreis, jüdische Spitzel zu enttarnen, die auf andere jüdische Untergetauchte angesetzt worden waren. Im Winter 1944/45 wurde Eugen Friede von der Gestapo verhaftet und in das letzte jüdische Sammellager in der Iranischen Straße gebracht. Die Befreiung Berlins rettete ihm das Leben. Eugen Friede lebt heute bei Frankfurt am Main.