Finsteres Glück (Filmszene)
©W-film, Aliocha Merker
Titel: Finsteres Glück
Originaltitel:
Land: Schweiz
Genre: Literaturverfilmung, Drama
Deutschlandstart: 16.08.2018
Regie: Stefan Haupt
Farbe: Farbe
Format: 1:2.35, 1:2.39, DCP
Ton: Dolby Digital 5.1
Laufzeit: 114 Minuten
Budget:
Mit: Eleni Haupt, Noé Ricklin, Elisa Plüss, Chiara Carla Bär
FSK: ab 12 Jahren
sonstiges: „Finsteres Glück“ basiert auf dem gleichnamigen Roman von Lukas Hartmann und wurde von der Frankfurter Buchmesse für die Shortlist der besten internationalen Literaturverfilmungen ausgewählt. Original (Schweizerdeutsch) mit deutschen Untertiteln.
Cast
Darsteller/in Rolle
Eleni Haupt Eliane Hess
Noé Ricklin Yves Zanini
Elisa Plüss Helen Hess
Chiara Carla Bär Alice Hess
Martin Hug Adrian
Alice Flotron Tante Julia
Suly Röthlisberger Großmutter Zanini
Rebecca Indermaur Sandra
Peter Jecklin Dr. Wieland
Barbara Grimm Direktionsassistentin
Nurit Hirschfeld Junge Krankenschwester
Rachel Braunschweig Frau Dr. Schneider
Mona Petri Nachbarin Vera
Sandra Utzinger Patientin
Thomas U. Hostettler Untersuchungsrichter Koller
Lea Schmocker Polizeiassistentin
Kay Kysela Raoul
Morgane Ferru Geliebte Norbert
Inhalt
Finsteres Glück (Filmplakat)„Zuerst haben wir eine Sichel gesehen und dann nur noch eine schwarze Scheibe mit einem Strahlenglanz.“ Aufgeregt erzählt der achtjährige Yves von einer Sonnenfinsternis, als Psychologin Eliane Hess mitten in der Nacht an sein Krankenhausbett gerufen wird.

Als einziger seiner Familie hat Yves einen Autounfall überlebt. Eliane ist gleichzeitig erschüttert und gebannt vom Schicksal des traumatisierten Jungen. Zwischen den beiden webt sich ein unsichtbares Band und die Grenze zwischen Beruflichem und Privatem verschwimmt. Doch Yves hütet ein Geheimnis. Was passierte in der rätselhaften Unfallnacht, über die der Kleine nicht sprechen kann?

Während Tante und Großmutter um das Sorgerecht für den Waisen streiten, trifft Eliane eine mutige Entscheidung.

Kommentar von Stefan Haupt
Finsteres Glück (Filmszene)
©W-film, Aliocha Merker

„Am 11. August 1999 bestieg ich am frühen Morgen in Zürich den Zug nach Straßburg, um dort die totale Sonnenfinsternis zu erleben, die an jenem Tag im Elsass und in Süddeutschland zu beobachten war. Ich wartete unter Hunderten, vielleicht sogar Tausenden von anderen Menschen auf den großen Moment. Wir hatten Glück. Die Sonne schien zur Mittagszeit. Das plötzliche Verdunkeln, das Verstummen der Vögel und Menschen, die Fahlheit des Lichts, die eintretende Kühle: es war ein magischer, unheimlicher Moment, und man verstand instinktiv, weshalb bis in die Neuzeit hinein Sonnenfinsternisse als Unheil bringende Zeichen göttlicher Schicksalsmächte galten. Elf Jahre später erhielt ich von Lukas Hartmann Post. Der bekannte Schweizer Autor sandte mir seinen neusten Roman „Finsteres Glück“, der mit genau diesem Tag anfängt. Ich begann das Buch zu lesen und war sofort in seinen Bann gezogen.

Ein kleiner Junge, Yves, mit einem dunklen Geheimnis, der in einer Familie aufwächst, die ihm keine wirkliche Geborgenheit bietet. Die Beziehung seiner Eltern: überschattet von massiven gegenseitigen Vorwürfen, finanziellem Druck, häuslicher Gewalt. Nach dem tödlichen Autounfall steht der Knabe auf einen Schlag mutterseelenallein da, völlig schutzlos sich selbst überlassen. Und daneben eine Psychologin, Eliane, alleinerziehend und autonom. Dass es mit der großen Liebe in ihrem Leben nicht wirklich geklappt hat: für sie ist es überwunden. Gefühle und Sehnsüchte werden im Beruf professionalisiert und domestiziert.

Finsteres Glück (Filmszene)
©W-film, Aliocha Merker

Diese beiden Menschen treffen nun am Tag der Sonnenfinsternis aufeinander. Was daraus entsteht, ist eine zarte, ungewöhnliche Liebesgeschichte: Der Junge spürt instinktiv, dass die Traumatherapeutin fähig ist, seinem Schicksal zu begegnen. Und gleichzeitig bringt er sie völlig unverhofft mit ihrer eigenen, ungelebten Trauer in Kontakt. Sie, die den Auftrag erhalten hat, Yves zu heilen, erfährt, dass dieser Junge genauso für sie und ihre Familie zum Katalysator wird. Denn auch Elianes Töchter können sich diesem Sog nicht entziehen, alle werden sie in der Folge an den Ort ihrer Verletzungen herangeführt.

Das universelle Thema Familie, das uns alle betrifft und betroffen macht; die Grenze zwischen Beruflichem und Privatem, die immer stärker verwischt; der Kampf um Liebe, Zugehörigkeit und Geborgenheit, die Frage nach Schuld und Unschuld – was schließlich zählt, ist die Kraft, sich schonungslos dem Erlebten, dem eigenen Schicksal in seiner ganzen Tiefe zu stellen. Dass im Roman dann auch noch der Isenheimer Altar von Matthias Grünewald in Colmar eine wichtige Rolle spielt, ein Gemälde aus dem späten Mittelalter, das ich seit meiner eigenen Kindheit kenne und liebe, hat mich berührt. Und doppelt gefreut.“

Text via W-film

Stab/Crew
Produzent/in: Rudolf Santschi
Regie: Stefan Haupt
1. Regieassistent/in: Thomas Kaufmann
2. Regieassistent/in: Caroline Zweiacker
Drehbuch: Stefan Haupt
Kamera/DoP: Tobias Dengler
Schnitt: Christof Schertenleib
Musik: Tomas Korber, Fremdton Kollektiv
Casting: Corinna Glaus
Produktionsdesign: Karin Giezendanner
künstlerische Leitung: Karin Giezendanner
Produktionsleitung: Michael Imboden
Locationmanagement: Cécile Schüpbach
Tondesign: Guido Keller (Mischung)
Ton: Ivo Schläpfer
Kostümdesign: Catherine Schneider
Maske: Miria Germano
Maske: Marina Aebi
Requisite: Jo Schablowsky
Setfotos: Tobias Dengler
Setfotos: Aliocha Merker
beteiligte Firmen
Produktion: Triluna Film
Koproduktion: Fontana Film
Postproduktion: Andromeda Film AG (Bild)
In Zusammenarbeit mit: Schweizer Radio und Fernsehen SRF
In Zusammenarbeit mit: SRG SSR
In Zusammenarbeit mit: Teleclub
Sound/Ton: Magnetix Tonstudio AG
Verleih Deutschland: W-film
Weltvertrieb: WIDE, Paris
gefördert/unterstützt durch: Bundesamt für Kultur Schweiz (BAK)
gefördert/unterstützt durch: Zürcher Filmstiftung
gefördert/unterstützt durch: Kulturfonds Suissimage
gefördert/unterstützt durch: Succès Cinéma
gefördert/unterstützt durch: Succès Passage Antenne SRG SSR
gefördert/unterstützt durch: Swiss Films
gefördert/unterstützt durch: Stage Pool Focal / Ernst Göhner Stiftung / Kanton Aargau
gefördert/unterstützt durch: Katholische Kirche im Kanton Zürich
gefördert/unterstützt durch: Übersetzungen mit Unterstützung der Stiftung Corymbo