Frühes Versprechen (Filmszene)
©Camino Filmverleih
Titel: Frühes Versprechen
Originaltitel: La promesse de l’aube
Land: Frankreich, Belgien
Genre: Filmbiografie, Drama
Deutschlandstart: 07.02.2019
Regie: Eric Barbier
Farbe: Farbe
Format: 1:2.39, DCP
Ton: Dolby Digital
Laufzeit: 131 Minuten
Budget: 24.000.000 Euro
Mit: Pierre Niney, Charlotte Gainsbourg, Didier Bourdon, Jean-Pierre Darroussin
FSK: ab 6 Jahren
sonstiges: Nach dem autobiografischen Roman FRÜHES VERSPRECHEN von Romain Gary.
Cast
Darsteller/in Rolle
Pierre Niney Roman Kacew / Romain Gary
Charlotte Gainsbourg Nina Kacew
Didier Bourdon Alex Gubernatis
Jean-Pierre Darroussin Zaremba
Catherine McCormack Lesley Blanch
Finnegan Oldfield Capitaine Langer
Pawel Puchalski Romain (8-10 Jahre)
Némo Schiffman Romain (14-16 Jahre)
Zoe Boyle La poétesse
Lou Chauvain Mariette
Katarzyna Skarzanka Aniela
Marta Klubowicz Madame Podowska
François Caron Dr. Rosanoff
Klaudia Trafalska Valentine
Jakub Oniszk Kazik
Inhalt
Frühes Versprechen (Filmplakat)Ein Wunderkind sollte er werden und die Welt ihm zu Füßen liegen.

FRÜHES VERSPRECHEN enthüllt das fabelhaft bunte Leben des berühmten französischen Schriftstellers, Regisseurs und Diplomaten Romain Gary.

Von seiner schweren Kindheit in Polen über seine Jugend unter der Sonne von Nizza bis hin zu den Heldentaten seiner Flüge in Afrika während des Zweiten Weltkriegs und seiner Ehe mit der berühmten Schauspielerin Jean Seberg… Romain Gary lebte ein außergewöhnliches Leben. Ein Leben, dessen Wirklichkeit das mütterliche Wunschdenken noch übertrifft. Denn es ist die unerschütterliche Zuneigung seiner liebenswerten wie exzentrischen Mutter Nina, die ihn stets voranschreiten lässt und zu einem der größten Romanciers des 20. Jahrhunderts macht, zu dem Mann, der als einziger zweimal den französischen Literaturpreis Prix Goncourt erhielt.

Von diesem einzigartigen Band zwischen Mutter und Sohn erzählt der Film FRÜHES VERSPRECHEN, nach dem gleichnamigen autobiografischen Roman, als eine unendliche Hommage an die wohl anstrengendste, verrückteste und gleichwohl liebevollste Mutter der Welt.

Über Romain Gary
Romain Gary nimmt in der französischsprachigen Literatur eine besondere Rolle ein. Er war Diplomat und Schriftsteller, Drehbuchautor und Filmregisseur. Sein allererster Roman, Le vin des morts, aus dem Jahr 1937, geschrieben unter seinem richtigen Namen, erscheint erst 34 Jahre nach seinem Tod. Zeit seines Lebens schreibt und versteckt sich Gary auch hinter diversen Pseudonymen. In Frankreich sind seine Bücher wie Frühes Versprechen Pflichtlektüre in der Schule. Er schrieb über 30 Romane. In Deutschland ist er ein absoluter Geheimtipp für Liebhaber der französischen Literatur; viele seiner Titel sind hier allerdings vergriffen.

Geboren wird Romain Gary mit dem Nachnamen Kacew am 8. Mai 1914 als Kind aschkenasischer Juden im damals russischen Wilna (heute Vilnius). Um diese Zeit leben nur etwas mehr als 3% Litauer in der Stadt, dafür aber 45% Juden und 45% Polen. Nach Ende des 1. Weltkrieges gehört Wilna für kurze Zeit zu Litauen, wird dann aber ab 1921 bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkrieges von Polen besetzt. Roman ist der Sohn des Pelzhändlers Leib Kacew und der Schauspielerin Nina Owczyńska. Der Vater verlässt die Familie als der Junge elf Jahre alt ist.

Mit der Mutter zieht er 1926 nach Warschau. Zwei Jahre später erhalten Mutter und Sohn ein Touristenvisum für Frankreich und leben fortan in Nizza. Dort kommt der 14-jährige Roman in die 8. Klasse. Er ist kein sonderlich guter Schüler, brilliert jedoch schnell in der französischen Sprache. 1933 macht er sein Abitur, 1935 wird er Franzose. Im November 1938 beginnt sein Militärdienst bei der Luftwaffe. Als Anhänger von General de Gaulle flieht er im Juni 1940 zunächst nach Algerien und kommt über die Stationen Casablanca und Glasgow nach England. Aber schnell schließt er sich den Freien Französischen Luftstreitkräften (FAFL) an und wird nach Libyen, Abessinien, Syrien und Palästina versetzt.

Seine Mutter stirbt nach einer schweren Krankheit im Februar 1941. Anders als im Buch und im Film FRÜHES VERSPRECHEN beschrieben, erfährt Gary schnell durch ein Telegramm vom Tod der Mutter. Noch während seiner Zeit als Soldat schreibt er an seinem Roman Education Européenne und nennt sich Romain Gary. Das Buch erscheint zunächst auf Englisch und später auf Französisch. Es ist laut Albert Camus einer der besten Romane über die Résistance und erzählt von dem 14-jährigen Janek, der sich in Polen in einem Wald Partisanen im Kampf gegen die Deutschen anschließt. Erst 1962 wird das Buch als General Nachtigall erstmalig auf Deutsch verlegt. Nach Ende des Krieges wird Romain Gary französischer Diplomat, arbeitet u.a bei der UNO und zwischen 1956 und 1960 als Generalkonsul in Los Angeles. In dieser Zeit erscheint sein bis dahin erfolgreichster Roman Die Wurzeln des Himmels (Les racines du ciel) für den Romain Gary 1956 den begehrten Literaturpreis Prix Goncourt erhält. Dort versucht ein französischer KZ-Überlebender zusammen mit einer traumatisierten Deutschen in Afrika Elefanten vor Wilderern zu retten. John Huston verfilmt den Roman 1958 nach einem Drehbuch von Gary unter dem Titel The Roots of Heaven mit Trevor Howard, Juliette Gréco und Errol Flynn.

Nach einer ersten Ehe mit der britischen Schriftstellerin Lesley Blanch heiratet Romain Gary 1963 die 24 Jahre jüngere, amerikanische Schauspielerin Jean Seberg, die seit AUSSER ATEM vor allem in Frankreich ein Star ist. Beide verbindet bereits seit 1959 eine Liebesbeziehung. Ihr gemeinsamer Sohn Diego kommt 1962 zur Welt. Das ungleiche Paar trennt sich 1969 öffentlich am Rande der Dreharbeiten zu WESTWÄRTS ZIEHT DER WIND (PAINT YOUR WAGON), den Jean Seberg in den USA mit Clint Eastwood dreht, mit dem sie eine Affäre beginnt. Als Romain Gary sie am Set besucht und die Wahrheit von ihr erfährt, soll er Eastwood zunächst zu einem Duell herausgefordert haben. Später gibt er eine Pressekonferenz und verkündet die Trennung.

Neben der Arbeit an seinen Romanen und Kurzgeschichten versucht sich Romain Gary als Drehbuchautor und Regisseur. Man stellt ihn als Autor für „zusätzliche Szenen“ 1962 für DER LÄNGSTE TAG ein. Fünf Jahre später dreht er mit VÖGEL STERBEN IN PERU seinen ersten von zwei Filmen als Regisseur. Bekannter wird der trashige Film TÖDLICHES HEROIN (KILL!) (1971). In dem konfusen Werk um Drogenschmuggel spielen Jean Seberg, James Mason und Curd Jürgens mit. 1970 wird Romain Garys autobiographisches Schlüsselwerk Frühes Versprechen, das 1960 erschien und in Deutschland zunächst als Erste Liebe – Letzte Liebe heraus kommt, erstmalig verfilmt. Der Film wurde in Deutschland unter dem Titel VERSPRECHEN IN DER DÄMMERUNG (PROMISE AT DAWN) veröffentlicht, Regie führt der einst aus den USA nach Europa emigrierte Jules Dassin. Melina Mercouri „die Ehefrau des Regisseurs“ spielt die Mutter Nina, Assi Dayan „der Sohn von Moshe Dayan“ und späterer Filmemacher (LIFE ACCORDING TO AGFA) verkörpert den 25-jährigen Romain Gary.

Obwohl Romain Gary am Drehbuch beteiligt ist, werden viele Details des Romans stark verändert. So ist seine Mutter hier ein russischer Stummfilmstar aus dem Leningrad der 1920er Jahre, die mit ihrem Sohn nach Krakow flieht, weil sie unglücklich in den Vater von Roman verliebt ist. Der Spiegel kritisiert diese Verfilmung als „schwelgerische Nostalgierevue“.

Es bleibt nicht die einzige Verfilmung nach einem Bucherfolg des französischen Literaten. Bereits 1965 verfilmt Peter Ustinov LADY L mit Paul Newman, Sophia Loren und David Niven. Costa Gavras adaptiert 1979 DIE LIEBE EINER FRAU.

Seine erfolgreichste Romanverfilmung kann Romain Gary Zeit seines Lebens jedoch nie für sich verbuchen. 1977 erscheint MADAME ROSA von Moshé Mizrahi nach Du hast das Leben noch vor Dir über eine alternde jüdische KZ-Überlebende und Prostituierte in Pigalle. Simone Signoret spielt Madame Rosa, und der Film erhält 1978 den Oscar für den Besten Nichtenglischsprachigen Film. Geschrieben hat Gary Du hast das Leben noch vor Dir jedoch unter dem Pseudonym Emile Ajar. So erhält er für 1975 als einziger französischer Schriftsteller zum zweiten Mal den Prix Goncourt, weil niemand seine wahre Identität kennt. Erst lange nach seinem Freitod am 2. Dezember 1980 erfährt die Welt, wer sich wirklich hinter Émile Ajar verbarg. Das löst posthum in Frankreich einen Skandal aus. Trotz seiner großen literarischen Erfolge lässt sich Romain Gary nie auf einen Schreibstil festlegen und ändert von Roman zu Roman seine Themen.

Warum er freiwillig mit 66 Jahren aus dem Leben scheidet, bleibt bis heute unklar. Er selbst liefert in einem Abschiedsbrief kaum Anhaltspunkte. Mit dem Selbstmord von Jean Seberg nur 15 Monate vorher, habe seine Tat nichts zu tun, behauptet Romain Gary: „Keine Verbindung zu Jean Seberg. Liebhaber von gebrochenen Herzen werden freundlich gebeten, anderswo zu gucken.“ Auch Romain Gary litt unter Depressionen und er wollte nie alt werden. So schreibt er in seinem letzten Brief „Je me suis enfin exprimé entièrement (Ich habe mich endlich, vollständig ausgedrückt)“.

Text via Camino Filmverleih

Stab/Crew
Produzent/in: Eric Jehelmann
Produzent/in: Philippe Rousselet
Produzent/in: Jérôme Seydoux
Koproduzent/in: Nadia Khamlichi
Koproduzent/in: Adrian Politowski
Koproduzent/in: Gilles Waterkeyn
Ausführende/r Produzent/in: Fabrice Gianfermi
Ausführende/r Produzent/in: Péter Miskolczi
Regie: Eric Barbier
Drehbuch: Eric Barbier
Drehbuch: Marie Eynard
Kamera/DoP: Glynn Speeckaert
Schnitt: Jennifer Auge
Casting: Gigi Akoka
Casting: Mourad Barouche
Casting: Eszter Izso
Casting: Sebastian Moradiellos
Casting: Mustapha Souaidi
Produktionsdesign: Pierre Renson
künstlerische Leitung: Renátó Cseh
künstlerische Leitung: Livia Borgognoni (Italien)
Setdekoration: Lieven Baes
Setdekoration: Cécilia Blom
Setdekoration: Delphine De Casanove
Produktionsmanagement: Jean-Jacques Albert
Produktionsmanagement: Tommaso Calevi
Produktionsmanagement: Emese Hunyadi
Postproduktion: Nicolas Baudens (Management)
Postproduktion: Abraham Goldblat (Supervisor)
Postproduktion: Léa Sadoul (Supervisor)
Locationmanagement: Antonin Morel
Ton: Ken Yasumoto (Supervisor Schnitt)
Ton: François Maurel
Ton: Marc Doisne (Mischung)
Ton: Stephane Rabeau (Schnitt)
Ton: Yves Renard (Schnitt Effekte)
Musikabteilung: Varda Kakon (Supervisor)
Kostümdesign: Catherine Bouchard
Kostüme: Nathalie Chesnais (Supervisor)
Kostüme: Laszlo Ritter (Supervisor Uniformen Ungarn)
Kostüme: Nathalie Leborgne
Kostüme: Aurore Vicente
Kostüme: Rita Linda Tóth (Set)
Maske: Fabienne Adam (Make-up)
Maske: Patricia Grant (Make-up)
Maske: Laura Ozier (Make-up)
Maske: Olivier Afonso (Spezial Make-up Effekte)
Maske: Laetitia Hillion (Spezial Make-up Effekte)
Maske: Cyril Hipaux (Spezial Make-up Effekte)
Maske: Frédéric Lainé (Spezial Make-up Effekte)
Maske: Charlotte Arguillère (Haare)
Maske: Robert Smedt (Haare)
Requisite: Séverine Closset
Requisite: Francesco Postiglione
Requisite: Martin Moulron
Requisite: Sébastien Autphenne
Requisite: Jacques Van Loock
Requisite: Bálint Diószegi
Visuelle Effekte (Producer): David Danesi
Visuelle Effekte (Producer): Nicolas Lacroix
Visuelle Effekte (Supervisor): Arnaud Leviez
Kameraoperator: Stéphane Chollet (B-Kamera, Steadicam)
Kameraoperator: Sébastien Leclercq (B-Kamera, Steadicam)
Setfotos: Julien Panié
Setfotos: Nicolas Velter
Stuntkoordination: Olivier Bisback
Stuntkoordination: Abdellah Oukseh
beteiligte Firmen
Produktion: Jerico
Produktion: Pathé
Produktion: Nexus Factory
Koproduktion: Umedia
Koproduktion: TF1 Films Production
Koproduktion: Lorette Cinéma
In Zusammenarbeit mit: Canal+
In Zusammenarbeit mit: OCS
In Zusammenarbeit mit: TF1
In Zusammenarbeit mit: uFund
In Zusammenarbeit mit: Bruxelles Capitale
In Zusammenarbeit mit: Indéfilms 5
In Zusammenarbeit mit: Palatine Étoile 14
In Zusammenarbeit mit: Cinémage 11
In Zusammenarbeit mit: Sofica Manon 7
In Zusammenarbeit mit: A Plus Image 7
In Zusammenarbeit mit: SofiTVciné 4
Visuelle Effekte: Digital District
Visuelle Effekte: Umedia VFX
Verleih Deutschland: Camino Filmverleih
gefördert/unterstützt durch: MFG Baden-Württemberg
gefördert/unterstützt durch: Creative Europe MEDIA