Gundermann (Filmszene)
©Pandora Film, Peter Hartwig

Titel: Gundermann
Originaltitel: Gundermann
Land: Deutschland
Genre: Filmbiografie, Musikfilm, Drama, Liebesfilm
Kinostart Deutschland: 23.08.2018
Regie: Andreas Dresen
Farbe: Farbe
Format: 1:2.35, DCP
Ton: DTS, 5.1
Laufzeit: 128 Minuten
Budget:
Mit: Alexander Scheer, Anna Unterberger, Axel Prahl, Bjarne Mädel
FSK: ohne Altersbeschränkung
sonstiges:
Cast
Darsteller/in Rolle
Alexander Scheer Gerhard Gundermann
Anna Unterberger Conny Gundermann
Axel Prahl Führungsoffizier
Bjarne Mädel Parteisekretär
Thorsten Merten Puppenspieler
Eva Weißenborn Helga
Benjamin Kramme Wenni
Kathrin Angerer Irene
Milan Peschel Volker
Hilmar Eichhorn Werner Walde
Alexander Hörbe Angestellter Gauckbehörde
Peter Sodann Veteran
Peter Rappenglück Hamacher
Peter Schneider Helmut
Alexander Schubert Tagebauleiter
Mika Amsterdam Mario (Die Seilschaft)
Sebastian Deufel Micha (Die Seilschaft)
Steffen Lehmann Andy (Die Seilschaft)
Lizzy Scharnofske Tina (Die Seilschaft)
Frenzy Suhr Thommi (Die Seilschaft)
Till Kratschmer Brigade Feuerstein
Olivia-Patrizia Kunze Brigade Feuerstein
Jan Maihorn Brigade Feuerstein
Johannes Martin Brigade Feuerstein
Johannes Reinecke Brigade Feuerstein
Richard Schaeffer Brigade Feuerstein
Micha Voßmeier Brigade Feuerstein
Hans-Dieter Schütt Reporter
Andrea Brose Krankenschwester
Leni Wesselman Junge Krankenschwester
Horst Rehberg Vater Gundi
Inhalt
Gundermann (Filmplakat)GUNDERMANN erzählt von einem Baggerfahrer, der Lieder schreibt. Der ein Poet ist, ein Clown und ein Idealist. Der träumt und hofft und liebt und kämpft. Ein Spitzel, der bespitzelt wird. Ein Weltverbesserer, der es nicht besser weiß. Ein Zerrissener.

GUNDERMANN ist Liebes- und Musikfilm, Drama über Schuld und Verstrickung, eine Geschichte vom Verdrängen und Sich-Stellen. GUNDERMANN ist ein Film über Heimat. Er blickt noch einmal neu auf ein verschwundenes Land.

Es ist nicht zu spät dafür. Es ist an der Zeit.

Kurzinfo Gerhard „Gundi“ Gundermann
Gerhard „Gundi“ Gundermann wird 1955 in Weimar geboren. Die Eltern ziehen mit ihm nach Hoyerswerda, ins Zentrum des Lausitzer Kohlereviers zwischen Dresden und Cottbus. Nach dem Abitur beginnt er ein Studium an der Offiziershochschule Löbau. Er wird exmatrikuliert, arbeitet zunächst als Hilfsarbeiter und erwirbt sich dann die Qualifikation zum Maschinist für Tagebaugroßgeräte in der Lausitzer Braunkohle. Schon in dieser Zeit ist er Texter und Schlagzeuger der Band „Brigade Feuerstein“ – allerdings ohne Mitgesangserlaubnis. Nach der Auflösung der „Feuersteine“ folgen ab 1986 erste Soloauftritte und -projekte.

Die Arbeit als Baggerfahrer im Braunkohletagbau und sein Alltag liefern Gundi die Ideen für seine Songs und Stücke, die sich oft mit dem Leben der Arbeiter und der „einfachen Menschen“, mit seiner Familie, mit Umweltproblemen und seiner Heimatstadt Hoyerswerda („Hier bin ich geboren“, „Hoywoy“) beschäftigen. In der Wendezeit 1989/90 mischt er sich aktiv in die Ereignisse des politischen Umbruchs ein. 1992 gründet er seine Band mit dem bewusst provokanten Namen „Seilschaft“, mit der er bis 1998 seine Auftritte bestreitet und unter anderem als Support bei Konzerten von Bob Dylan und Joan Baez auftritt. Mit der Album-Tournee „Einsame Spitze“ (1992), deren Einspielung die Musiker der Band „Silly“ übernehmen, erreicht Gundermann schlagartig erstmals eine größere Öffentlichkeit.

Neben seiner musikalischen Karriere arbeitet Gundermann immer parallel als Baggerfahrer. Er tut das bewusst, um sich seine Unabhängigkeit von der Musikindustrie zu bewahren. 1997 wird auch er arbeitslos, ebenso wie Tausende vor ihm. Die Grube Brigitta ist schon lange geschlossen, Gundermann hat nicht mal mehr einen Beruf: Maschinist für Tagebaugroßgeräte steht auf der Liste von 160 Berufen, die im Westen gar nicht existieren. Er beginnt eine Umschulung zum Tischler, tritt mit seinem neuen Soloprogramm auf und spielt die CD „Engel über dem Revier“ ein. Dies sollte sein letztes Projekt sein. Die jahrelange Doppelbelastung durch Schichtarbeit und Konzerte fordern ihren Tribut. Am 21. Juni 1998, im Alter von nur 43 Jahren, stirbt er in Spreetal (bei Hoyerswerda) an einer Gehirnblutung.

Politisch war Gundermann (und ist es bis heute) umstritten: Er war Mitglied der SED, wurde allerdings 1978 „wegen unerwünschter eigener Meinung“ ausgeschlossen. Nach Protesten wurde dieser Ausschluss in eine strenge Rüge umgewandelt. 1976 wurde er vom Ministerium für Staatssicherheit als Inoffizieller Mitarbeiter (IM) unter dem Decknamen Grigori angeworben. 1984 folgte ein erneuter Ausschluss aus der SED, im gleichen Jahr auch von der Stasi wegen „prinzipieller Eigenwilligkeit“. 1995 wurde Gundermanns Tätigkeit für das Ministerium für Staatssicherheit öffentlich. Gundermann selbst stellte sich seiner Vergangenheit, outete sich auf der Bühne während eines Konzerts und setzte sich in einem Interview mit seiner Rolle als Spitzel auseinander („Nie mehr: Der Zweck heiligt die Mittel“, Lausitzer Rundschau, Mai 1995).

Gundermann gehörte – immer im Spagat zwischen Bagger und Bühne – zu den prägenden wie populärsten Künstlern und Musikern der Nachwendezeit. Sein plötzlicher Tod löste tiefe Trauer und Fassungslosigkeit aus. Die Kulturfabrik Hoyerswerda widmete ihm anlässlich seines zwanzigsten Todestages ein eigenes Gundermann Archiv, die sogenannte „Gundermann-Schaltzentrale“, die mit Texten, Videos, Musikdateien und Fotografien an seine Musik und seine Bedeutung weit über die Stadtgrenzen hinaus erinnert.

Text via Pandora Film

Stab/Crew
Produzent/in: Claudia Steffen
Produzent/in: Christoph Friedel
Koproduzent/in: Peter Hartwig
Koproduzent/in: Björn Hoffmann
Redaktion: Cooky Ziesche (rbb)
Redaktion: Andreas Schreitmüller (Arte)
Redaktion: Dagmar Mielke (rbb / Arte)
Regie: Andreas Dresen
1. Regieassistent/in: Claudia Beewen
2. Regieassistent/in: Emil Klattenhoff
Drehbuch: Laila Stieler
Kamera/DoP: Andreas Höfer
Schnitt: Jörg Hauschild
Casting: Karen Wendland
Produktionsdesign: Susanne Hopf
künstlerische Leitung: Michael Randel
Setdekoration: Marita Götz
Locationmanagement: Ulrich Büchel
Locationmanscout: Iris Czak
Locationmanscout: Pia Esten
Locationmanscout: Marei Wenzel
Ton: Thomas Neumann
Ton: Peter Schmidt
Ton: Ralf Krause (Mischung)
Ton: Luise Hofmann (Dialogschnitt, Schnitt Effekte)
Musikabteilung: Jens Quandt (Produktion)
Kostümdesign: Sabine Greunig
Maskenbild: Grit Kosse
Maskenbild: Uta Spikermann
Maskenbild: Judith Kröher
Requisite: Thorsten Kuhne
Requisite: Sascha Strutz
Requisite: Arndt Kühne
Spezialeffekte: Uwe Lehmann
Visuelle Effekte (Producer): Rufin Wiesemann
Visuelle Effekte (Supervisor Set): Johannes Mewes
Kameraoperator: Lars Lenski
beteiligte Firmen
Produktion: Pandora Film Produktion
Koproduktion: Kineo Filmproduktion
Koproduktion: Rundfunk Berlin-Brandenburg/Kinoinitiative Leuchtstoff
Koproduktion: ARTE
In Kooperation mit: BuschFunk Musikverlag
In Zusammenarbeit mit: Pandora Film Verleih
Verleih Deutschland: Pandora Film Verleih
gefördert/unterstützt durch: Deutscher Filmförderfonds
gefördert/unterstützt durch: Film und Medienstiftung NRW
gefördert/unterstützt durch: Mitteldeutsche Medienförderung
gefördert/unterstützt durch: Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien
gefördert/unterstützt durch: Medienboard Berlin-Brandenburg
gefördert/unterstützt durch: Filmförderungsanstalt (FFA)

Quelle: filmbiznews.de, Pandora Film Verleih