Kin (Filmszene)
©Concorde Filmverleih
Titel: Kin
Originaltitel: Kin
Land: USA
Genre: Action, Science-Fiction, Thriller, Roadmovie
Deutschlandstart: 13.09.2018
Regie: Jonathan Baker
Regie: Josh Baker
Farbe: Farbe
Format: 1:2.39, DCP
Ton:
Laufzeit: 102 Minuten
Budget:
Mit: Myles Truitt, Jack Reynor, James Franco, Dennis Quaid
FSK: ab 12 Jahren
sonstiges: Die Idee und das Drehbuch des Films basieren auf dem Kurzfilm „Bag Man“ von Jonathan und Josh Baker.
Cast
Darsteller/in Rolle
Myles Truitt Eli Solinski
Jack Reynor Jimmy Solinski
James Franco Taylor Balik
Dennis Quaid Hal Solinski
Zoë Kravitz Milly
Carrie Coon Morgan Hunter
Romano Orzari Lee Jacobs
Shawn J. Hamilton TAC Leader
Amos Stern TAC Sniper
Ian Matthews Snick
Carleigh Beverly Audrey
Khalid Klein Hasan
Gavin Fox Dutch Balik
Stella Acquisto Reporterin
Jeffrey Barnes Police Officer
Inhalt
Kin (Filmplakat)Auf einem seiner Streifzüge durch ein verlassenes, in Trümmern liegendes Gelände findet Teenager Eli (Myles Truitt) einen mysteriösen Gegenstand, der nicht von dieser Welt zu sein scheint.

Zunächst hält er seinen Fund geheim, doch als er mit seinem frisch aus dem Gefängnis entlassenen Bruder Jimmy (Jack Reynor) vor dessen altem Gangsterboss (James Franco) flüchtet, nutzt Eli den Apparat, der sich als mächtige, überirdische Hightech-Waffe erweist, um seinem Bruder zu helfen. Dabei ahnt er nicht, dass sie dadurch erst recht zu Gejagten werden. Plötzlich ist nicht nur die Polizei hinter ihnen her, sondern auch die außerirdischen Streitkräfte, die die Waffe einst zurückgelassen haben und sie wieder zurück wollen – und das um jeden Preis

Über die Produktion
Drehorte und Design

Kin (Filmszene)
©Concorde Filmverleih

Obwohl es sich überwiegend um ein Roadmovie handelt, stand Produktionsdesigner Ethan Tobman angesichts einer Vielzahl von Außen- und Innenaufnahmen in mehreren Bundesstaaten vor einer gewaltigen Aufgabe. „Es gibt mehr als 75 Schauplätze, und wir zeigen mehrere Gegenden, die aber fast alle in Toronto gedreht wurden“, erzählt er. „15 Kulissen mussten wir komplett selber bauen, aber dazu kamen noch Dutzende von Drehorten, die wir stark verändert haben.“

Tobman erwähnt eine wichtige Szene, die in einem voll funktionsfähigen Casino spielt. „Das Casino ist etwas, das im Drehbuch nur einigermaßen flüchtig erwähnt wird. Dort sind es lediglich zwei oder drei Seiten, aber das Set war außerordentlich detailliert und erforderte eine Armee von Arbeitskräften“, erinnert er sich. „Es hat Spaß gemacht, es von Grund auf zu bauen, wobei es keines dieser glitzernden Casinos ist, die wir so oft in Filmen sehen. Dieses liegt abseits der ausgetretenen Pfade, aber immer noch in Hörweite zum großen Trubel des Strips in Las Vegas, ein trauriger, vorletzter Halt von so vielen Leuten, bevor sie ganz unten ankommen. Genau wie unsere Figuren eben. Jeder, der schon einmal in Vegas am Rande der Glitzerwelt unterwegs war, weiß, dass diese Orte eine tragische, einsame Dunkelheit besitzen. Dieses Detail richtig hinzubekommen, war gerade in einer winterlichen Stadt in Kanada, statt in der Wüste Nevadas, eine große Herausforderung.“

Ein weiteres Designelement, das Tobman bei der Gestaltung der Sets berücksichtigen musste, war, dass viele von ihnen, einschließlich der Bar, in der die Jungs Milly treffen, von Elis futuristischer Waffe zerfetzt werden. „Die Special Effects-Leute und ich arbeiteten sehr eng zusammen, wenn ich einen Schauplatz mit dem Ziel entwerfen musste, dass wir ihn später zerstören würden“, sagt er. „Für diesen Film haben wir viele Diskussionen geführt und Recherchen angestellt, welche Auswirkungen die Zerstörungskraft unserer Waffe auf bestimmte Materialien hat – und welche sie schlicht pulverisiert. Schmilzt sie zum Beispiel Glas oder zerbricht sie es? Oder wird Glas einfach nur durch die von der Waffe ausgehenden Schallwellen zerstört? Die Waffe hat verschiedene Modi, die wir erst durch die Zerstörungen kennen lernen, die sie anrichtet. In gewisser Weise entwirft man also zuerst einen Raum in umgekehrter Richtung zu seiner beabsichtigten Zerstörung, und dann entwirft man ihn vorwärts, damit er überhaupt existiert. Wir haben einige der Komponenten separat gedreht, bei denen echte Betonblöcke oder echtes Holz zerbersten, ohne dass Schauspieler anwesend waren. Und wenn sie mit im Bild sein mussten, haben wir natürlich Elemente verwendet, bei denen keine Gefahr bestand.

Das Viertel in Detroit, in dem Eli mit Hal lebt, wurde in der Stadt Hamilton gedreht, die 45 Minuten westlich des Stadtzentrums von Toronto liegt. „Es sieht dort so aus wie in Detroit und es fühlt sich so an wie Detroit“, sagt Tobman. „Die Leute kleiden sich sogar ähnlich wie die Bewohner von Detroit. Es ist eine Stadt, die viele gentrifizierte Viertel hat, aber auch solche, die vergessen wurden und langsam verfallen.“

Kin (Filmszene)
©Concorde Filmverleih

Stilistisch wollten die Filmemacher einen düsteren Akzent setzen, der ein „verschwindendes Amerika“ darstellt, so Tobman. „Von dem Moment an, als ich das Drehbuch las, war mein Gefühl, dass es ein Film über ein Amerika werden würde, das nicht mehr existiert. Als ich mich das erste Mal mit den Bakers wegen des Produktionsdesigns traf, war das einer meiner Kerngedanken – und die Regisseure hatten die gleiche Vorstellung wie ich. Unser Film ist ein Roadmovie, der in einem Amerika spielt, das sich weit entfernt hat vom typischen Traum der Einfamilienhäuser mit weißem Gartenzaun. Und er beginnt in einer wunderschönen, aber zerfallenden Stadt, die durch enorme Korruption und eine wegbrechende Industrie zu Amerikas ultimativem Symbol der Schande geworden ist. Während unserer Dreharbeiten in Kanada fanden dann südlich der Grenze auch noch die Wahlen statt, und plötzlich war in den Nachrichten ständig die Rede von Mittelschicht und traditionellen Werten.“

„Ich glaube in vielerlei Hinsicht ist dies ein Film, der verdeutlicht, dass es vielleicht gar keine wirkliche Mittelschicht mehr gibt und man sich nirgends mehr so sicher und aufgehoben fühlt wie früher“, fährt Tobman fort. „Eli gehört zu einer Generation, die vielleicht zum ersten Mal nicht davon ausgehen kann, dass sie es besser haben wird als ihre Eltern, weil diese Zeiten der Statistik zu Folge vorbei sind. Wir wollten dieses Umfeld nutzen, um nicht nur seine Ängste deutlicher zutage zu bringen und dadurch auch seine Abhängigkeit von dieser unbekannten, furchterregenden Waffe, sondern auch den Blick in die Zukunft betonen, die kaum weniger unbekannt und furchterregend ist. Solche Intentionen sind es, warum ich Filme drehe und mit denen ich an ihre Gestaltung herangehe. Es geht doch immer darum, die großen Fragen zu Raum und Zeit mit Hilfe einer winzigen Geschichte einer einzelnen Figur zu erforschen.“

Die Kostüme

Kin (Filmszene)
©Concorde Filmverleih

Die Kostümdesignerin Lea Carlson sagt, dass die Kostüme der Hauptfiguren im Film von ihr verlangten, möglichst „naturalistisch“ und „zurückhaltend“ zu denken, besonders für Eli und Hal. „Eli lebt bei seinem Vater, der wahrscheinlich nicht gerade gerne Geld für Kleidung ausgibt“, meint sie. „Er ist sehr pragmatisch, also trägt Eli vermutlich Weitergereichtes und Sachen aus einem Secondhandladen.“

Doch die Gestaltung eines Looks für die Cleaner, jene mysteriösen Vollstrecker aus einer anderen Welt, erforderte nochmals eine andere Denkweise. „Die Cleaner waren auf jeden Fall eine große Herausforderung. Ich erinnere mich, dass ich mir die Frage stellte, ob sie womöglich ein Produkt von Elis Fantasie waren und in ihrer Erscheinung auf Figuren basierten, die er einmal in einem Videospiel gesehen hatte“, sagt Carlson.

Wie die Kostümdesignerin berichtet, wurde der Look für die Cleaner bereits vorab von einem Konzeptkünstler in Zusammenarbeit mit den Bakers entwickelt, bevor sie selbst mit ihrer Arbeit anfing. Dabei arbeitete sie eng mit dem Special-Effects-Team zusammen, das Teile der Rüstung nach praktischen und funktionalen Aspekten entwarf, während sie selbst für die nicht-mechanischen Elemente dieser Kostüme verantwortlich zeichnete.

Jonathan Baker sagt, dass bei der Entwicklung der Helme der Cleaner nach etwas gesucht wurde, was eindrucksvoll aussehen würde, wenn man sie auf dem Highway an einem vorbeirasen sieht. Zwar SciFi, aber auch nicht zu futuristisch. „Wir schufen diese einschüchternden Helme mit sehr dunklen Visieren“, sagt er. „Wir mussten Luftlöcher hinein schneiden, damit sie nicht beschlagen, denn die Schauspieler konnten nicht viel von dem sehen, was sie taten. Vor allem während der Fahrt.“

Der Sound

Kin (Filmszene)
©Concorde Filmverleih

Schon während der Entwicklung des Films wussten die Baker-Brüder, dass KIN so einzigartig klingen sollte, wie er aussah. Sie arbeiteten erneut mit Joseph Fraioli zusammen, der schon Sounddesigner bei ihrem Kurzfilm „Bag Man“ war und nun auch bei KIN als Sounddesigner und Sound Editor verantwortlich zeichnete. Er entwickelte zum Beispiel die Klänge der Waffe und musste dabei ein Gefühl von Menschlichkeit in die Beziehung bringen, die Eli zu diesem Objekt entwickelt. „Es ist leicht, sich auf Klischees zu stützen, wenn es um SciFi-Themen geht, aber wir wollten uns von den riesigen Roboter-Sommerfilmen abheben, die wir alle ständig sehen“, erklärt Fraioli. „Die Brüder holten mich bereits früh in der Drehbuchphase dazu, um mit dem Klang der Waffe zu experimentieren. Wir entschieden, dass die Technologie auf Magnetismus basieren würde, und führten dieses Konzept subtil durch die Art und Weise ein, wie sich die Waffe bewegte, feuerte und sogar an der Rüstung der Cleaner haftete.“ Jonathan Baker fügt hinzu: „Die Waffe ist im Grunde genommen der Ko-Star des Films und brauchte daher auch eine eigene Stimme, ikonische Klänge, die noch lange in einem nachhallen wie die legendären Waffen aus den Science-Fiction-Filmen der eigenen Kindheit.“

Bei der Filmmusik waren die Bakers fest entschlossen, einen unkonventionellen Komponisten für KIN zu finden. Noch bevor das Drehbuch fertig war, begannen sie, Musik für die verschiedenen Emotionen in der Geschichte zu kompilieren: eine 13-stündige Playlist, die sie auch dem Drehbuchautor Daniel Casey zur Verfügung stellten. „Bei der Entwicklung eines Films ist es von großer Bedeutung, auch klanglich dieselbe Wellenlänge zu haben“, sagt Josh Baker. „Wir haben festgestellt, dass ein großer Teil der Musik, zu der wir uns hingezogen fühlten, von einer unserer Lieblingsbands, dem schottischen Quartett Mogwai, stammt“, fügt sein Bruder hinzu. „Also haben wir sie einfach gefragt. So einfach ist das manchmal.“

Die Band, die bereits für eine französische Fernsehserie und einige Dokumentarfilme komponiert hat, hatte noch nie eine Filmmusik geschrieben. „Wir waren wirklich begeistert, dass wir gebeten wurden, die Originalmusik für Jonathan und Josh Bakers Debütfilm aufzunehmen“, sagt Gitarrist Stuart Braithwaite. „Es war erstaunlich, ein Projekt zu machen, das so anders war als alles, was wir vorher gemacht haben, und zu sehen, dass unsere Musik in eine völlig andere Umgebung passt, als die, in der sie bisher verwendet wurde.“

Text via Concorde Filmverleih

Stab/Crew
Produzent/in: Shawn Levy
Produzent/in: Dan Cohen
Produzent/in: Jeff Arkuss
Produzent/in: David Gross
Produzent/in: Jesse Shapira
Ausführende/r Produzent/in: Michael B. Jordan
Line Producer: Whitney Brown
Associate Producer: Eric Bodge
Associate Producer: Chantelle Kadyschuk
Regie: Jonathan Baker
Regie: Josh Baker
1. Regieassistent/in: Andrew M. Robinson
2. Regieassistent/in: Aric Dupere
3. Regieassistent/in: Nick Lopez
3. Regieassistent/in: Andrea Sheppard
Drehbuch: Daniel Casey
Kamera/DoP: Larkin Seiple
Kamera/DoP: Travis McMunn (Luftaufnahmen)
Schnitt: Mark Day
Musik: Mogwai
Casting: Rori Bergman
Casting: Sara Kay
Casting: Jenny Lewis
Produktionsdesign: Ethan Tobman
Setdekoration: Mary Kirkland
Produktionsmanagement: Amy Murphy Anderson (Supervisor)
Locationmanagement: Jonathan Matthews
Tondesign: Joseph Fraioli (Supervisor Schnitt)
Ton: David McCallum (Supervisor Schnitt)
Ton: Jesse Ehredt (Aufnahme)
Ton: Brad Zoern (Mischung)
Ton: Cory Siddall (Mischung)
Ton: Frank Morrone (Mischung)
Ton: Mike Hampton (Mischung)
Ton: Claire Dobson (Dialogschnitt)
Ton: Krystin Hunter (Dialogschnitt)
Ton: David Rose (Schnitt Effekte)
Ton: Paul Germann (Schnitt Effekte)
Musikabteilung: Christopher T. Mollere (Supervisor)
Musikabteilung: Kevin Banks (Schnitt)
Musikabteilung: Richard Henderson (Schnitt)
Musikabteilung: Maarten Hofmeijer (Schnitt)
Musikabteilung: Philip Tallman (Schnitt)
Kostümdesign: Lea Carlson
Kostüme: Renee Allen (Supervisor Detroit)
Kostüme: Jennifer Lantz (Set)
Maske: Catherine Viot (Leitung Make-up)
Maske: Emily Skoggard (Make-up)
Maske: Jonathan Seti (Make-up)
Maske: Zinka Shankland (Haare)
Maske: Daniel Lee (Tattoos)
Requisite: Mike Genereux
Spezialeffekte (Koordination): Mark Ahee
Spezialeffekte: Richard Hypolite
Visuelle Effekte (Producer): Tara Conley
Visuelle Effekte (Producer): Rebecca Ramsey
Visuelle Effekte (Technischer Direktor): Apoorva Shah
Visuelle Effekte (Supervisor): Dave Morley
Visuelle Effekte (Koordination): Lexi Koome
Visuelle Effekte (Koordination): Matthew Swiderski
Visuelle Effekte: Alfonso Chin
Visuelle Effekte: Geoff Pedder
Visuelle Effekte: Mike Soppit (Schnitt)
Visuelle Effekte: Linda Drake (Schnitt)
Kameraoperator: Boris Roy (A-Kamera)
Kameraoperator: Jason Vieira (Steadicam)
Kameraoperator: Brian Freesh (Steadicam Detroit)
Kameraoperator: Johnny Askwith
Setfotos: Wallace Michael Chrouch
Stuntkoordination: Jamie Jones
Stuntdouble: Alex Armbruster (James Franco)
Stuntdouble: Dana Jones (Zoe Kravitz)
Stuntdouble: Patrick Kerton (Dennis Quaid)
Stuntdouble: Thomas Liccioni (Jack Reynord)
Stuntdouble: Bas Reitsma (Gavin Fox)
beteiligte Firmen
Produktion: 21 Laps Entertainment
Produktion: No Trace Camping
Produktion: Lionsgate
Postproduktion: FGM Production (Sound)
Postproduktion: Sim
Postproduktion: Tattersall Sound
Spezialeffekte: Rocket Science VFX
Visuelle Effekte: Image Engine Design
Sound/Ton: Jafbox Sound
Verleih Deutschland: Concorde Filmverleih