Könige der Welt (Filmszene)
©W-film
Titel: Könige der Welt
Internationaler Titel: We Were Kings
Land: Deutschland
Genre: Dokumentarfilm, Musikfilm, Filmbiografie
Deutschlandstart: 19.07.2018
Regie: Christian von Brockhausen
Regie: Timo Großpietsch
Farbe: Farbe
Format: 1:1.78, 16:9, DCP
Ton: Dolby Digital 5.1, 2.0 Stereo
Laufzeit: 94 Minuten
Budget:
Mit: Maze Exler, Michael Borwitzky, Ole Fries, Markus Krieg
FSK: ab 12 Jahren
sonstiges:
Cast
Protagonisten Rolle
Maze Exler
Michael Borwitzky
Ole Fries
Markus Krieg
Nobse Kues
Jan van Triest
Jana Brinkmann
Inhalt
Könige der Welt (Filmplakat)Alles beginnt mit einem gelben Zettel. „Wir versprechen, die beste Rockband aller Zeiten zu werden“, kritzeln sie im Jahr 2000 größenwahnsinnig auf ihr Demo‐Tape. „Wenn ihr das nicht glaubt – fuck off.“ Der Empfänger: die größten Musik‐Labels Amerikas. Der Absender: ein Haufen Dorfjungs. „Union Youth“ ist ihr Name, Musik aus einer Garage in Niedersachsen, Songs wie Handgranaten. Vier Freunde und die Kraft der Träume: Maze, Michael, Jan und Nobse. Protzig ist ihr Plan, unverschämt und naiv, doch die Amerikaner sehen das anders. Sie bekommen vier Tickets nach L.A., spielen vor Superstars, fahren in Limousinen, sitzen in Bars mit Robbie Williams und Josh Homme. Es sind wundersame Jahre, rauschhaft und exzessiv. Bis sie böse erwachen.

15 Jahre später: Die Erinnerungen an einen kurzen triumphalen Aufstieg verblassen längst auf alten Videokassetten. Sänger Maze entscheidet sich wieder zu dem zurückzukehren, was er am meisten liebt: Musik. Die alte Clique kommt zusammen. Ob es ihnen gelingen wird, sich noch einmal neu zu erfinden? Einen Namen für die neue Band haben sie schon: „Pictures“. Aber die Proben verlaufen seltsam. Irgendwann erscheint Maze gar nicht mehr und den Freunden wird klar: Ihr Sänger ist in Lebensgefahr. Drogen. Depressionen. Kontrollverlust. Doch allen Ängsten zum Trotz wollen sie gemeinsam die Verantwortung für ihr Projekt übernehmen: Eine neue Tour, alles auf Anfang, Traumstunde Null.

Kommentar von Christian von Brockhausen und Timo Großpietsch
Könige der Welt (Filmszene)
©W-film

Ein Plakat, ein funktionierender Kühlschrank, ein Sofa und ein Aschenbecher. Es ist übersichtlich in Christians Wohnung, als Freund und Kollege Timo zum Bier vorbeikommt. Dezember 2014, draußen arschkalt, drinnen Statuspanik.

Timo ist groß und strahlt eine gewisse handwerkliche Kompetenz aus. Er hat Christian Kamera beigebracht. So einer kann auch Lampen anbringen. Die Leuchte: secondhand und über den Tisch gezogen. Ein planetengroßer Vintage‐Unsinn, angeblich DDR, vor allem Unsinn. „Die reißt dir die Decke runter, da stirbste bei der Sportschau durch ’ne Lampe.“ Sie gehen dann zum Bier über. Und starren auf das Plakat.

„Union Youth“, vier Jungs in zerrissenen Hosen. Eine Grunge‐Band nannte man das damals – Nirvana made in 48455 Bad Bentheim. ’99 sahen sie alle so aus. Auch Timo und Christian. Aber niemand guckte so wie Maze, der Sänger. Der, um den sich noch alles drehen sollte. Das Poster ist ein Fundstück der Jugend, da kam die Band her, aus der norddeutschen Provinz. Auch Christian ist da aufgewachsen. Zwischen Kuhweiden und Outlet‐Centern war „Union Youth“ der wütende Soundtrack ihrer Pubertät. „Kein Schwein kennt die, dabei wären die fast Weltstars geworden, die Dorfpunks.“ So ganz stimmt das nicht, aber Erinnerung hat man ja exklusiv.

Sie schauen noch eine Weile auf das Poster. Es hängt schon so lange da. Aber es wurde nie richtig erzählt. Timo will längst gehen, draußen steht das Taxi. Sie bringen die Lampe in den Keller. „Was ist aus Maze geworden, warum wurde das alles nichts?“ Die Antwort darauf hat alles verändert.

Stab/Crew
Koproduzent/in: Olaf Jacobs
Redaktion: Barbara Denz (NDR)
Regie: Christian von Brockhausen
Regie: Timo Großpietsch
Drehbuch: Christian von Brockhausen
Drehbuch: Timo Großpietsch
Kamera/DoP: Christian von Brockhausen
Kamera/DoP: Timo Großpietsch
Schnitt: Andreas von Huene
Musik: Pictures, Union Youth
Produktionsleitung: Bettina Wieselhuber (NDR)
Tondesign: Michel Wähling
Ton: Christian von Brockhausen
Ton: Timo Großpietsch
beteiligte Firmen
Produktion: Hoferichter & Jacobs
Koproduktion: NDR
Verleih Deutschland: W-film
Weltvertrieb: New Docs
gefördert durch: Film‐ und Medienstiftung NRW