Mario (Filmszene)
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Titel: Mario
Originaltitel: Mario
Land: Schweiz
Genre: Drama, Liebesfilm, Sportfilm (Fußball)
Deutschlandstart: 18.10.2018
Regie: Marcel Gisler
Farbe: Farbe
Format: 1:1.85, DCP
Ton: Dolby SRD, Dolby Digital (5.1, 6 Kanäle)
Laufzeit: 119 Minuten
Budget:
Mit: Max Hubacher, Aaron Altaras, Jessy Moravec, Jürg Plüss
FSK:
sonstiges:
Cast
Darsteller/in Rolle
Max Hubacher Mario Lüthi
Aaron Altaras Leon Saldo
Jessy Moravec Jenny Odermatt
Jürg Plüss Daniel Lüthi
Doro Müggler Evelyn Lüthi
Andreas Matti Spielerberater Peter Gehrling
Joris Gratwohl Trainer Roger Maillard
Scherwin Amini Claudio Lafranconi
Fabrizio Borsani Luc Columbier
Julian Koechlin Eric Kalterer
Gabriel Noah Maurer Simon Bucher
Beat Marti Sportchef Kurt Frei
Matthias Neukirch Spielerberater Christian Zischler
Annina Polivka Miri
Marin Blülle Chrigu
Nina Mariel Kohler Receptionistin
Christian Liniger Trainer 1. Mannschaft
Niklas Löffler Kevin, Spieler FC St. Pauli
Mats Kampen Florian, Spieler FC St. Pauli
Mersiha Husagic Carla, Spielerfreundin
Tabita Johannes Silke, Spielerfreundin
Anna-Katharina Müller Journalistin
Nina Fischer Fotografin
Elias Reichert Joel
Manuel Pereira Hélio Bomcampo (Assistenztrainer)
Tom Burri Tom Burri (Physiotherapeut)
Joshua Schmidli Damjan Paujic
Inhalt
Mario (Filmplakat)Mario ist zum ersten Mal im Leben verliebt, so richtig verknallt. In Leon, den Neuen aus Deutschland.

Der spielt zwar auch vorne im Sturm und könnte ihm sogar gefährlich werden, wenn es darum geht, wer in die Erste Mannschaft aufsteigen kann. Doch daran mag Mario jetzt nicht denken. Er will Leon spüren, riechen, in seiner Nähe sein. Das bleibt auch anderen im Klub nicht verborgen und schon bald machen erste Gerüchte die Runde.

Mario sieht seine Karriere als Profi-Fussballer in Gefahr, will aber gleichzeitig Leon um keinen Preis verlieren. Er muss eine Entscheidung treffen.

Kommentar von Marcel Gisler (Regie, Drehbuch)
Mit wem ich auch darüber rede, fast niemand versteht, warum es im Jahr 2018 noch ein Problem sein soll als Profifussballer offen schwul zu sein. Auch viele deutsche Politiker und Politikerinnen und hochrangige Funktionäre in den Clubs und Verbänden zeigen sich aufgeschlossen und haben bereits 2013 die „Berliner Erklärung“ unterschrieben, ein Papier gegen Homophobie im Sport. Wir wissen, es gibt schwule Fussballer und intern werden sie von den Clubs professionell betreut und gemanagt, aber nach aussen hin herrscht Schweigen. Ein Outing ist im Profifussball nach wie vor ein Tabu. Der schwarze Peter, warum das so sei, wird hin und her geschoben. Reaktionäre Fangruppen seien das Problem. Oder die Sponsoren, die abspringen könnten. Oder einzelne Spieler in den Mannschaften, die aus chauvinistisch geprägten Kulturen stammen und damit nicht umgehen könnten.

Corny Littmann, ehemaliger Vereinspräsident des FC St. Pauli und selber schwul hat 2012 ein Interview zum Thema gegeben. Auf die Frage, warum sich im Profifussball bisher noch kein schwuler Spieler geoutet hat: „Er wäre dumm, das zu tun. Jeder, der es tun würde, wäre dumm.“ – Littmann sieht die Fussballwelt als ein berufliches Umfeld in dem die soziale Kompetenz weitgehend fehlt, um mit einem Outing umzugehen. Homophobe Klischees und Kleinkariertheit seien immer noch weit verbreitet. Ein Fussballer kann seinen Beruf durchschnittlich 16 Jahre lang ausüben und wechselt alle zwei bis drei Jahre den Club. Er ist eine Handelsware, die von Vereinen gekauft und möglichst gewinnbringend wieder verkauft wird. Ein geouteter Profi hätte jedoch Probleme einen neuen Club zu finden, denn er würde als „schwierig“ gelten, selbst wenn die sportliche Leistung stimmte. Ein Outing würde daher seinem Marktwert und damit seiner Karriere schaden.

Ist es also wie meistens in unserer Gesellschaft eine Frage des Geldes? – 2018 findet die Fussball WM in Russland statt, einem Land, das Schwule diskriminiert und ausgrenzt. 2022 in Katar, einem Land, das Homosexualität mit fünf Jahren Haft oder neunzig Peitschenhieben bestraft. Wie wir wissen, geht es dabei um das ganz grosse Geschäft und die FIFA wird sich das Geschäft als letztes von der Schwulenfrage verderben lassen. Und wir werden beide WM’s mit Spannung verfolgen, wir werden dafür bezahlen, um die Spiele zu sehen. So ist der momentane Status Quo bezüglich Homosexualität im Fussball letztlich eine gesellschaftliche Übereinkunft, die wir alle mittragen. Die Last der Selbstverleugnung aber tragen allein die schwulen Spieler.

Als der Drehbuchautor Thomas Hess 2010 mit der Idee auf mich zukam, einen Spielfilm zum Thema schwule Liebe im Profifussball zu machen, war meine erste Frage: Gibt es den Film denn nicht bereits? Das Thema war schon damals seit Jahren in den Medien präsent. Die Recherche zeigte aber, dass zwar etliche Reportagen zum Thema existierten, wie auch eine Komödie aus dem Jahr 2004. Doch die grosse Fussballer-Lovestory wurde bis dahin noch nicht fürs Kino verfilmt. Dies gab den Ausschlag, warum ich zusagte. Neben der thematischen Relevanz hatte ich 20 Jahre nach „F. est un salaud“ grosse Lust, wieder einen Liebesfilm zu drehen. – Schon in der klassischen Literatur bewegen uns Liebesgeschichten im Spannungsfeld eines wie auch immer gearteten „Liebesverbotes“ am meisten. So sah ich die Chance, im gesellschaftlich gegebenen Kontext eines modernen „Liebesverbotes“ eine berührende Geschichte erzählen zu können. Wichtig war mir dabei, diesen Kontext so realistisch und zeitgemäss wie möglich darzustellen. Dabei hat mich der Berner Fussballclub BSC YB während der Drehbuchentwicklung bei Recherchen und Gesprächen grosszügig unterstützt. Auch für die Dreharbeiten haben der BSC YB und der Hamburger FC St. Pauli uns Infrastruktur, Materialien und ihren Namen zur Verfügung gestellt, wofür ich sehr dankbar bin.

Marcel Gisler

Text via Pro-Fun Media

Stab/Crew
Produzent/in: Rudolf Santschi
Koproduzent/in: Theres Scherer-Kollbrunner
Redaktion SRF: Tamara Mattle
Regie: Marcel Gisler
1. Regieassistent/in: Marc Daniel Gerber
2. Regieassistent/in: Chloé Le Grand
3. Regieassistent/in: Elmar Vatter
3. Regieassistent/in: Stella Flicker
Drehbuch: Marcel Gisler
Drehbuch: Thomas Hess
Drehbuch: Frederic Moriette (Co-Autor)
Drehbuch nach einer Idee von: Thomas Hess
Kamera/DoP: Sophie Maintigneux
Schnitt: Thomas Bachmann
Musik: Michael Duss
Musik: Christian Schlumpf
Musik: Martin Skalsky
Casting: Corinna Glaus
Produktionsdesign: Kathrin Brunner
Produktionsdesign: Hans Zillmann (Deutschland)
künstlerische Leitung: Kathrin Brunner (Schweiz)
Produktionsleitung: Michael Imboden
Produktionsleitung: Martin Aeschbacher
Produktionsmanagement: Carsten Neumeyer (Hamburg)
Produktionsmanagement: Albert Schwinges (Projektberatung Hamburg)
Aufnahmeleitung: Lukas Piccolin
Aufnahmeleitung: Anna Maria Fanzun
Locationmanscout: Carsten Neumeyer (Deutschland)
Tondesign: Felix Bussmann
Ton: Marco Teufen (Aufnahme)
Musikabteilung: Pirmin Marti (Supervisor)
Kostüme: Catherine Schneider
Maske: Jean Cotter
Maske: Linda Schär
Requisite: Sara Weingart (Outdoor)
Requisite: Silvia Thomann (Outdoor)
Requisite: Florian Albertsen (Outdoor Deutschland)
Requisite: Karin Gieszindanner (Set)
Visuelle Effekte (Supervisor): Markus Hauf
Visuelle Effekte (Supervisor): Stefan Kessner
Visuelle Effekte (Supervisor): Max Stolzenberg
Setfotos: Edi Rieben
beteiligte Firmen
Produktion: Triluna Film AG
Koproduktion: SRG SSR
Koproduktion: Carac Film AG
Koproduktion: Schweizer Radio und Fernsehen (SRF)
Koproduktion: Teleclub AG
In Zusammenarbeit mit: Frenetic Films
Visuelle Effekte: LUGUNDTRUG VFX
Verleih Deutschland: Pro-Fun Media
Weltvertrieb: Films Boutique, Berlin
gefördert/unterstützt durch: Zürcher Filmstiftung
gefördert/unterstützt durch: Swisslos / Kultur Kanton Bern
gefördert/unterstützt durch: Kanton St.Gallen Kulturförderung / Swisslos
gefördert/unterstützt durch: Burgergemeinde Bern
gefördert/unterstützt durch: Bundesamt für Kultur (BAK)
gefördert/unterstützt durch: Kulturfonds Suissimage
gefördert/unterstützt durch: Société Suisse des Auteurs (SSA)
gefördert/unterstützt durch: Succes Passage Antenne (Referenzmittel)
gefördert/unterstützt durch: Succes Cinema (Referenzmittel)
gefördert/unterstützt durch: Succes Zürich (Referenzmittel)