Shut Up and Play the Piano (Filmszene)
©Rapid Eye Movies
Titel: Shut Up and Play the Piano
Originaltitel: Shut Up and Play the Piano
Land: Deutschland, Großbritannien, Frankreich
Genre: Dokumentarfilm, Musikfilm
Deutschlandstart: 20.09.2018
Regie: Philipp Jedicke
Farbe: Farbe
Format: 1:2.39
Ton:
Laufzeit: 82 Minuten
Budget:
Mit: Chilly Gonzales, Kaiser Quartett, Joe Flory, Sibylle Berg
FSK: ohne Altersbeschränkung
sonstiges:
Cast
Protagonisten Rolle
Chilly Gonzales
Kaiser Quartett
Joe Flory
Sibylle Berg
Adam Traynor
Peaches
Leslie Feist
Paul PM aka Mr. Maloke (Puppetmastaz)
Raik Hölzel
Raz Ohara
Renaud Letang
Kleber Valim
Lena Buhl
Cornelius Meister
Jarvis Cocker
Inhalt
Shut Up and Play the Piano (Filmplakat)Chilly Gonzales ist preisgekrönter Komponist, Klaviervirtuose und Entertainer. Er stellt Rap und Elektronik ganz selbstverständlich neben Kammermusik und ist der unverschämte Pop-Performer, der ungebeten in Bademantel und Pantoffeln im Elfenbeinturm der Klassik abhängt. Als exzentrischer Musiker ist er Inspirationsquelle für so unterschiedliche Künstler wie Feist, Jarvis Cocker, Peaches, Daft Punk und Drake.

Veränderung ist die einzige Konstante in Gonzales‘ künstlerischem Output. Jedes Mal, wenn sein Publikum glaubt, ihn durchschaut zu haben, vollzieht er einen radikalen Stilwechsel und bricht mit Erwartungen.

Shut Up and Play the Piano folgt Gonzales von seiner Heimat Kanada in den Berliner Underground der späten Neunziger und über Paris in die Konzerthäuser der Gegenwart. Er taucht tief ein in Gonzales‘ Bühnenpersona, in der Selbstzweifel und Größenwahn zwei Seiten ein- und derselben Medaille sind.

Dabei spiegelt sich Gonzales‘ Verspieltheit als Künstler in der Machart des Films. Shut Up and Play the Piano verbindet bislang unveröffentlichtes Material aus Gonzales‘ umfangreichem Video-Archiv mit neu gedrehten Interviews, Live-Konzerten und fiktionalen Szenen. Realität und Fiktion werden eins auf einem Trip durch Gonzales‘ Welt.

Kommentar von Philipp Jedicke
Shut Up and Play the Piano (Filmszene)
©Rapid Eye Movies

Als ich Gonzo im Mai 2014 zum ersten Mal traf, war ich von seiner Selbstwahrnehmung als Künstler fasziniert. Spontan fragte ich ihn, ob ich ein filmisches Porträt über ihn machen dürfe. Er sagte nur: „Ja, mach mal.“ Einige Zeit später stand ich vor seinem Archiv – zwei Umzugskartons voller Videos – und der Frage: Wie porträtiert man einen Entertainer und Musiker mit einem Output wie Chilly Gonzales in einem einzigen Dokumentarfilm?

Gonzo hatte vorab eine einzige Bedingung gestellt: keine privaten Situationen zu filmen. Stattdessen verwies er auf seine Songtexte und sein Archiv – damit sei alles gesagt. Keine intimen Eindrücke? Was zunächst wie der Albtraum jedes Dokumentarfilmers klingt, wurde mit der Zeit zu einem Rahmen, der mir Orientierung gab. Durch das Studieren seiner Texte, das Sichten seines Archivs und die Gespräche mit ihm konnte ich wiederkehrende Themen identifizieren und Bezüge zu seiner Persönlichkeit herstellen. Es ist tatsächlich alles da, in seiner Bühnenpersona, seinen Raps und seinen Bühnen-Gags. Ironie, Sarkasmus und Fremdschämen sind Vehikel, mit denen Gonzo seine Unsicherheiten öffentlich zur Schau stellt und sie angeht.

In Gonzos Welt ist Realität immer eng mit Fiktion verwoben. Sie wird zu seiner eigenen, übersteigerten Form von Realität. Während viele Musiker möglichst authentisch erscheinen wollen, macht Gonzo das Gegenteil und sucht nach der Wahrheit im Kunstgriff.

Unsere gemeinsamen Ziele waren: Gonzos Realität zu entdecken, ihn dabei aber nicht zu überanalysieren, die Zuschauer nicht zu lenken und den Film so unterhaltsam wie möglich zu machen. Bei aller Ironie sollte auch die Liebe spürbar werden, mit der Gonzo jedes einzelne seiner Projekte anpackt. Ich hoffe, dass uns das mit Shut Up and Play the Piano gelungen ist.

Text via Rapid Eye Movies

Stab/Crew
Produzent/in: Stephan Holl
Produzent/in: Antoinette Köster
Koproduzent/in: Melinda Cody
Koproduzent/in: Chilly Gonzales
Redaktion: Dieter Schneider (ZDF/ARTE)
Regie: Philipp Jedicke
Drehbuch: Philipp Jedicke
Kamera/DoP: Marcel Kolvenbach
Kamera/DoP: Marcus Winterbauer
Schnitt: Henk Drees
Schnitt: Carina Mergens
Schnittassistenz: Manh Tung Pham
Musik: Chilly Gonzales
Tondesign: Andreas Hildebrandt (Mischung)
Ton: Ralf Weber
zusätzlicher Ton: Stefan Bohmeyer
zusätzlicher Ton: Armin Siegwarth
zusätzlicher Ton: Moritz Springer
zusätzlicher Ton: Sebastian Stahl
zusätzlicher Ton: Michael Thäle
zusätzlicher Ton: Peter Utvary
Musikabteilung: Howie Beck (Mischung)
Kostüme: Mine Uludag
Maske: Elke Hahn
zusätzliche Kamera: Florian Brückner
zusätzliche Kamera: Christian Eichenauer
zusätzliche Kamera: Jörg Maas
zusätzliche Kamera: Katharina Maas
beteiligte Firmen
Produktion: Rapid Eye Movies
Koproduktion: Gentle Threat
In Zusammenarbeit mit: ZDF/Arte
Verleih Deutschland: Rapid Eye Movies
Weltvertrieb: Charades
gefördert/unterstützt durch: Film- und Medienstiftung NRW
gefördert/unterstützt durch: German Films