So was von da (Filmszene)
©DCM, Gordon Timpen
Titel: So was von da
Internationaler Titel: Right Here Right Now
Land: Deutschland
Genre: Drama (Coming of Age), Komödie, Musikfilm
Deutschlandstart: 16.08.2018
Regie: Jakob Lass
Farbe: Farbe
Format: 1:2.35
Ton:
Laufzeit: 89 Minuten
Budget:
Mit: Niklas Bruhn, Martina Schöne-Radunski, David Schütter, Mathias Bloech
FSK: ab 16 Jahren
sonstiges: Nach dem Roman „So was von da“ von Tino Hanekamp. Regisseur Jakob Lass (LOVE STEAKS) setzt für SO WAS VON DA auf ein innovatives Konzept: die Verfilmung ist die erste improvisierte Adaption eines Romans. Die Schauspieler werden mit einem Ausschnitt der echten Welt konfrontiert, müssen in und mit ihr spielen. Anstatt vor künstlichen Kulissen wurde in einem echten Hamburger Club und während laufender Partys gedreht.
Cast
Darsteller/in Rolle
Niklas Bruhn Oskar Wrobel
Martina Schöne-Radunski Nina
David Schütter Pablo
Mathias Bloech Rocky
Tinka Fürst Matilda
Esther Blankenhagel Leo
Corinna Harfouch Innensenatorin von Hamburg
Lana Cooper Benny
Johannes Haas Sunny
Bela B Felsenheimer toter Elvis
Michele Rizzo Dzidek
Ariadna Rubio Lleo Teresa
Leon Ullrich Musikjournalist
Kalle Schwensen Kiezkalle
Felix Maria Zappenfeld Erbse
Mira Wegert Fangirl
Inhalt
So was von da (Filmplakat)Hamburg, St. Pauli, Silvester. Oskar betreibt einen Musikclub am Ende der Reeperbahn.

Sein Leben war ein Fest, doch die Party ist vorbei: Der Club muss schließen, Oskar ist hoch verschuldet. Die letzte Nacht des Clubs wird zur wildesten Party Hamburgs, auf der alle Freunde und Feinde von Oskar aufeinander treffen werden. Oskars zum Star gewordener bester Freund Rocky zerbricht am Ruhm, die lebenslustige Nina malt alles schwarz an, der aggressive Ex-Zuhälter Kiez-Kalle will Oskars Schulden eintreiben und dann sind da noch der tote Elvis, die Innensenatorin und – Mathilda, Mathilda, Mathilda.

Kommentar von Jakob Lass
So was von da (Filmszene)
©DCM, Gordon Timpen

Es ist Silvester. Morgen ist alles vorbei. Morgen wird alles anders. Egal, erstmal rotes Obst für die Placebo-MDMA-Bowle besorgen jetzt. In Hamburg, in Oskars Club, bricht die letzte gemeinsame Nacht an.

Ein Club, eine Nacht: Der Roman SO WAS VON DA hat durch seine örtliche und zeitliche Beschränkung die besten Grundvoraussetzungen für die vielleicht erste improvisierte Romanverfilmung.

Statt eines konventionellen Drehbuchs mit ausgeschriebenen Dialogen legt bei dieser Art von Improfilm ein sogenanntes „Skelett“ einen Szenenfahrplan fest, der die Grunddramaturgie für die Erzählung bildet. Die so gewonnene Freiheit macht Dreharbeiten in einem semidokumentarischen Umfeld möglich. Das heißt, idealerweise wird das Milieu, in dem der Film spielt, nicht künstlich über Kulissen und Statisten hergestellt, sondern die Schauspieler werden mit einem Ausschnitt der echten Welt konfrontiert, müssen in und mit ihr spielen. Bei LOVE STEAKS, den wir in einem Hotel angesiedelt haben, waren alle Nebenfiguren tatsächliche Angestellte eben dieses Hotels, die während des Drehs ihrer tatsächlichen Arbeit nachgingen.

Die Werktreue der Romanverfilmung von SO WAS VON DA besteht also nicht darin, die Dialoge und Szenen aus dem Buch eins zu eins filmisch zu reproduzieren, sondern das Lebensgefühl, den Vibe des Romans als körperliche Erfahrung in den Kinosaal knallen zu lassen.

Unter SO WAS VON DA läuft ein Countdown. Er beschleunigt die Geschichte um die vier Protagonisten Oskar, Nina, Rocky und Leo Richtung Mitternacht, Richtung Morgengrauen.

So was von da (Filmszene)
©DCM, Gordon Timpen

In dieser Silvesternacht geht es für mich um die Freundschaft dieser vier Charaktere, es geht um den unbedingten Zusammenhalt im dröhnenden Dunkel, im zuckenden Licht gegen ein diffuses „da draußen“, um die Liebe, immer um diese Liebe… Es geht um schwitzigen Sex in Bumsbuden, Hinterzimmern oder auf dem Dancefloor und um die Freiheit, die das Nachtleben bietet, die ihre ekstatische Energie aus dem Bewusstsein schöpft, dass sie zu Ende gehen muss.

Mich interessiert der Mikrokosmos, in dem der Alltag ausgeschaltet wird, die Freiheit auf Zeit, die die Protagonisten um jeden Preis genießen wollen. Mich fasziniert, dass sie das Leben genau dann besonders zu spüren scheinen, wenn sie sich im Club vor ihm verstecken. Aber wer weiß schon, welche Realität die echtere ist.

Das Nachtleben ist immer beides, euphorisch und verzweifelt. Diese spezifische Ambivalenz des Nachtlebens soll der Film erkunden, die Größe und Schönheit solcher Nächte genauso wie Absturz und Verzweiflung der Menschen in ihnen zeigen. Alles ist extrem. Alles will extrem sein. Und wird plötzlich dreckig und banal, wenn die Nüchternheit droht. Nachlegen! Weiter! The Rausch must go on.

Oskar wühlt in seiner eigenen Kotze nach seinem Handy. Mann, ist das entwürdigend. Oskar reckt die Faust ins Strobo-Licht. Mann, ist das geil. Oskar kriegt eine Gänsehaut. Schreit, bis er keine Luft mehr hat. „Ja! Ja! Ja! Das Hier und Jetzt ist endlich alles. Es gibt kein Außen mehr. Wir sind unsterblich.“

So was von da (Filmszene)
©DCM, Gordon Timpen

In SO WAS VON DA geht es um Freundschaft, um Freiheit und radikales in-der-Gegenwartsein-wollen. Dementsprechend geht es auch um bevorstehende Veränderungen, Abschiede und Überforderung angesichts einer ungewissen Zukunft. SO WAS VON DA soll kein Film werden, der das Nachtleben und die „Jugend“ idealisiert. Das interessiert mich nicht. Mich interessiert eine Geschichte über Freundschaft, die größer ist als die Abschiede und Veränderungen, gegen die die Protagonisten anfeiern.

Der Improfilm erzeugt hierfür eine direkte Authentizität, die die oft so glatte Oberfläche auf der Leinwand bricht und für kreative Spontaneität und lebendige Dialoge zwischen glaubhaften Charakteren sorgt. Der Romanvorlage wird dieser Film gerecht werden, indem er die Verkrampfung vermeidet, steril jubelnde Menschen als Ekstase zu verkaufen, sondern – wie das Buch auch – ein echtes, für sich stehendes Dokument eines spezifischen Lebensgefühls werden kann, das sich nur in der unmittelbaren Freiheit der Nacht entfaltet.

Wir, Jetzt, Hier. So was von da.

Text via DCM

Stab/Crew
Produzent/in: Benjamin Seikel
Produzent/in: Sebastian Zühr
Koproduzent/in: Wiebke Andresen
Koproduzent/in: Christoph Daniel
Koproduzent/in: Marc Schmidheiny
Koproduzent/in: Florian Schmidt-Prange
Line Producer: Sandra Müller
Line Producer: Jonas Koch
Regie: Jakob Lass
1. Regieassistent/in: Oliver Knorr
2. Regieassistent/in: Teresa Althen
Drehbuch: Jakob Lass
Drehbuch: Hannah Schopf
Drehbuch: Tino Hanekamp
Drehbuch: Jane Ainscough
Kamera/DoP: Timon Schäppi
Schnitt: Gesa Jäger
Casting: Ulrike Müller
Produktionsdesign: Anna Alaeddine
Produktionsleitung: Peter Nawrotzki
Postproduktion: Andreas Schellenberg (Supervisor)
Postproduktion: Claudia Gittel (Farbe)
Tondesign: Manuel Meichsner (Supervisor Schnitt)
Ton: Torsten Többen
Ton: Thomas Vosseler
Ton: Valentin Finke (Mischung, Dialogschnitt)
Kostümdesign: Christine Zahn
Maskenbild: Alexandra Lebedynski
Maskenbild: Manuela Barnbeck
Requisite: Meike Sudholz (Set)
Visuelle Effekte: Rudolf Germann
Visuelle Effekte: Claudia Gittel
Kameraoperator: Tristan Hurlbrink (B-Kamera)
Kameraoperator: Philip Metelmann (B-Kamera)
Setfotos: Georges Pauly
Setfotos: Gordon A. Timpen
Stuntkoordination: Jürgen Klein
Stuntkoordination: Ronnie Paul
beteiligte Firmen
Produktion: C-Films
Koproduktion: DCM Productions
Koproduktion: Tatami Films
Postproduktion: Chaussee SoundVision (Ton)
Verleih Deutschland: DCM Film Distribution
gefördert/unterstützt durch: Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein
gefördert/unterstützt durch: nordmedia Film- und Mediengesellschaft Niedersachsen/Bremen mbH