Time Trial - Die letzten Rennen des David Millar (Filmszene)
©mindjazz pictures
Titel: Time Trial – Die letzten Rennen des David Millar
Originaltitel: Time Trial
Land: Großbritannien
Genre: Dokumentarfilm, Sport
Kinostart Deutschland: 05.07.2018
Regie: Finlay Pretsell
Farbe: Farbe
Format:
Ton:
Laufzeit: 81 Minuten
Budget:
Mit: David Millar, Thomas Dekker
FSK:
sonstiges: Englisch mit deutschen Untertiteln
Cast
Protagonisten Rolle
David Millar selbst
Thomas Dekker selbst
Inhalt
Time Trial - Die letzten Rennen des David Millar (Filmplakat)TIME TRIAL nimmt uns mit zu den letzten Rennen des Rennradfahrers David Millar bis hin zu seiner letzten Begegnung mit der Tour de France.

Im Team fahrend werden wir Steigungen hochgepusht und rasen schnelle Abfahrten hinunter, wir liegen neben David in seinem Hotel und lernen dort seinen Zimmerkollegen Thomas Dekker kennen. Und wir wissen genau: Jede befahrene Meile ist eine Meile näher am Ziel. TIME TRIAL bringt uns sehr nah an David Millar heran und zeigt, dass der menschliche Geist von einer Kraft angetrieben ist, die tiefer geht als Erfolg und Ruhm.

Mit nie dagewesenen Filmtechniken, maßgeschneiderten Fahrrädern und am Fahrrad montierten Kameras und mit einer Filmmusik des US-Komponisten Dan Deacon.

Über David Millar
Time Trial - Die letzten Rennen des David Millar (Filmszene)
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Der in Schottland geborene David Millar kaufte sich sein erstes Rennrad mit 15 Jahren und als er 18 wurde, zog er nach Frankreich um Rennen zu fahren. Zwei Jahre später, 1997, bekam er seinen ersten professionellen Vertrag: Er sollte das größte Französische Team, Cofidis, anführen. Bald gewann er Etappen der Tour de France, der Vuelta a España und den Weltmeisterschaften, bevor er 2004 wegen Dopings suspendiert wurde.

Auf der Basis seiner Erfahrungen wurde Millar daraufhin eine maßgebende Stimme der Anti-Doping Bewegung. 2008 wurde er Teilhaber und Fahrer für das Garmin Slipstream Team, das für seine radikale anti-Doping Haltung bekannt ist. Seit seiner Wiederkehr als cleaner Radfahrer hat Millar es zu einem der erfolgreichsten Rennradfahrern Großbritanniens gebracht, mit Etappengewinnen bei allen drei Grand Tours (Giro d’Italia, Tour de France und La Vuelta a España), der Goldmedaille bei dem Zeitfahren der Commonwealth Games in 2010 und der Silbermedaille bei der UCI Road World Championship in demselben Jahr.

Millar war außerdem entscheidend für Mark Cavendishs Welttitel bei dem Rennen 2011 in seiner Rolle als Team Captain und er repräsentierte Großbritannien bei den Olympischen Spielen in London 2012. Er hat zwei Bücher geschrieben, Racing Through the Dark und The Racer und war als Berater bei dem Film „The Program“ von Stephen Frears tätig.

Seit seinem Ruhestand 2014 wurde Millar Fernsehkommentator für die Britischen Sender ITV und BBC und arbeitet an mehreren Projekten. Eines davon ist, als Mentor für die Senior Academy Fahrer von British Cycling zu arbeiten.

Seine Marke heißt Chpt./// und symbolisiert das dritte Kapitel seines Lebens, das durch die Doping- Sperre in zwei geteilt wurde. Mit High End Produkten setzt David Millar die Beziehungen und die Erfahrungen fort, die er in 18 Jahren als professioneller Rennfahrer gesammelt hat.

Text via mindjazz pictures

Kommentar von Finlay Pretsell
Time Trial - Die letzten Rennen des David Millar (Filmszene)
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Ich bin mein Leben lang Fahrradrennen gefahren – es ist ein Teil von mir. Und David hat eine ekstatische Vision davon, wie es sich anfühlt Rennen zu fahren. Er erlaubt es mir, diese Realität in Bilder zu übersetzen und einzufangen, wie es sich anfühlt wirklich auf diese Art und Weise zu fahren – Tag für Tag, Jahr für Jahr. Viele Rennfahrer halten es ein oder zwei Jahre in dieser Welt aus; sich auf lange Zeit in diesem Raum aufzuhalten ist ein unglaublicher Kraftakt.

Ich verfolge Davids 19 Jahre anhaltende Karriere seit Beginn. Er ist wie ich Schotte und war lange Zeit lang die einzige Britische Person, die das größte Rennen der Welt fährt: Die Tour de France – er gab mir einen Grund diesen fremden Sport jedes Jahr im Fernsehen anzuschauen, er war einer der wenigen, der es „geschafft haben“. Was David tat ist beeindruckend: ein seltenes Talent. Bis zu dem Tag, an dem er an meinem Stuhl bei einem Radfahrer Spendendinner niederkniete und seine Liebe zu meinem Film „Standing Start“ über den Rennradfahrer Craig MacLean ausdrückte.

Einige Jahre später konnte ich diese Vorstellung nicht loswerden, wie es sich anfühlen musste – am hinteren Ende des Rennens, wo David in seinen späteren Jahren zu finden war. Das ist etwas, was wir noch nie gesehen haben. Ich wollte herausfinden wie es für jemanden wie David ist, wenn das Talent schwindet.

Und nicht nur das, Rennfahren ist schnell und zum Teil gefährlich, in hohen Geschwindigkeiten zu fahren auf so kleinen Reifen und mit einem winzigen Stückchen Lycra, das sie beschützt, wenn sie fallen. Es ist faszinierend, dieses Element zu untersuchen und absolut wesentlich für den Film. Um diese Schnelligkeit und diesen Sport auf eine sinnliche Art festzuhalten, recherchierten wir akribisch mehrere Jahre lang, während verschiedenen Rennen und Trainingseinheiten, um herauszufinden was unserem Zwecke genau dient. Mit Wim Wenders‘ Filmstab konstruierten wir ein maßgeschneidertes Motorrad und verfeinerten die kleinsten und diskretesten Onboard-Kameras und Soundgeräte die wir bekommen konnten. Das gab uns den notwendigen Zugang zu dieser Welt.

Kino ist am besten, wenn ich anfange zu fühlen, was auf der Leinwand gezeigt wird, wenn mir die Chance gegeben wird etwas zu erleben. Ich bringe mich selbst hinein – ich werde gezwungen zu fühlen. In diesem Moment liegt die Magie. Die Vorstellungskraft der ZuschauerInnen macht das Kino erst richtig kraftvoll.

Die Wurzel meiner Faszination war schon immer die Rastlosigkeit eines Menschen. Die Unfähigkeit still zu sitzen oder eine unverfälschte Befriedigung innerhalb des Bestrebens des Lebens. Ich wollte das erkunden, indem ich Davids Gedanken und Körper bewohne, während er fährt.

Time Trial - Die letzten Rennen des David Millar (Filmszene)
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Ich müsste lügen, wenn ich sagen würde, es wäre einfach gewesen – Ich bin für die letzten 5 Jahre in die komplizierte, paranoide und sich unter hohem Druck befindende Welt des professionellen Radsports eingetaucht. Ich war dort, wo ich immer sein wollte – unmittelbar im Herzen eines Radrennens – und machte einen Film über jemanden, für den ich sehr viel Respekt hatte. Das Radfahren verführte mich. Aber ich habe niemals erwartet, dass es so schwierig sein würde – das Filmen, Festhalten und Kreieren von etwas so Einzigartigem. Ich hatte außerdem Schwierigkeiten, hinter Davids Schutzmauer vorzudringen.

Davon abgesehen, haben diese Herausforderungen unsere Zusammenarbeit wirklich vertieft, meine Verbundenheit mit David verstärkt und meine Sicht auf den Sport herausgefordert, was mir ermöglicht hat eine viel interessantere Geschichte zu erzählen.

Ich hatte außerdem bisher noch nie das Gefühl, dass es jemals einen Film gegeben hat, der den ZuschauerInnen ermöglicht zu sehen, was ich sehe. Damit meine ich nicht die Leidenschaft die ich fühle, aber die Spannung und Begeisterung inmitten einer Gruppe von rasend schnellen Rennradfahrern zu sein. Ich möchte den Sport überschreiten. In meinem Film geht es um die Suche nach dem Sinn des Lebens. Ich möchte das Publikum in eine fremde Welt, in der sie noch nicht gewesen sind, transportieren, die Bilder sind vertraut, traumartig und instinktiv. Ich wollte nicht die Realität von Davids Leben festhalten, ich wollte eine Realität kreieren, Momente mit David einrichtend, experimentierend mit Kameratechniken, um seine Sichtweise zu reflektieren.

Seine Karriere ist nun zum Halt gekommen und die Aufmerksamkeit der Medien ist abgeebbt. Aber ich hielt meine Kamera auf ihn, um ein abstraktes „Jenseits“ zu erkunden, das wir alle nachempfinden können, ob wir SportlerInnen sind oder nicht.

Mein Film handelt von der Hingabe zu einer Berufung, aber auch davon, wie es ist, wenn du diese nicht mehr ausüben kannst – indem ich die ZuschauerInnen mitnehme in die Abnutzung eines langsam nachlassenden Athleten. Es ist auch ein schöner Film – es ist eine überwältigend schöne Aktivität, die sich perfekt auf der Kinoleinwand ausmacht.

Text via mindjazz pictures

Stab/Crew
Produzent/in: Finlay Pretsell
Produzent/in: Sonja Henrici
Ausführende/r Produzent/in: Iain Smith
Ausführende/r Produzent/in: Ian Davies
Ausführende/r Produzent/in: Noe Mendelle
Ausführende/r Produzent/in: Avril Millar
Ausführende/r Produzent/in: Leslie Finlay
Ausführende/r Produzent/in: Sylvie Richards
Associate Producer: Flore Cosquer
Associate Producer: Jonas Kellagher
Regie: Finlay Pretsell
Kamera/DoP: Martin Radich
Schnitt: Kieran Gosney
Schnitt: Dino Jonsäter
Score: Dan Deacon
Produktionsmanagement: Rebecca Day
Technische Beratung: Brian McCormick
Postproduktion: Sophie Holme (Koordination)
Postproduktion: Emma Comans (Manager)
Farbe: Thomas Urbye
Tondesign: CJ Mirra
Ton: Douglas Fairgrieve (Aufnahme)
Ton: George Foulgham (Mischung)
Ton: Kevin Robertson (Dialogschnitt)
Kameraoperator: Blair Scott
beteiligte Firmen
Produktion: Cycling Films
Produktion: SDI Productions
Postproduktion: THE LOOK (Bild)
Postproduktion: MOLINARE (Audio)
In Zusammenarbeit mit: Commonground Pictures
Verleih Deutschland: mindjazz pictures