The Hunt (Filmszene)
©Universal Studios
Titel: The Hunt
Originaltitel: The Hunt
Land: USA
Genre: Action, Thriller, Horror
Kinostart Deutschland: Wegen der Corona-Pandemie kam der Film in Deutschland nicht in die Kinos und wurde am 14.05.2020 auf Video on Demand (VoD) veröffentlicht.
Regie: Craig Zobel
Farbe: Farbe
Format: 1:2.39
Ton: Dolby Digital 5.1
Laufzeit: 90 Minuten
Budget: 14.000.000 US-Dollar
Mit: Betty Gilpin, Hilary Swank, Ike Barinholtz, Ethan Suplee, Emma Roberts
FSK:
sonstiges:
Cast
Darsteller/in Rolle Deutsche Stimme
Betty Gilpin Crystal Victoria Sturm
Hilary Swank Athena Sandra Schwittau
Ike Barinholtz Staten Island/Handlebar Tommy Morgenstern
Ethan Suplee Gary Olaf Reichmann
Emma Roberts Daisy Luisa Wietzorek
Amy Madigan Ma
Reed Birney Pop/Julius Bodo Wolf
Glenn Howerton Richard Alexander Doering
Wayne Duvall Don Lutz Schnell
Steve Coulter The Doctor Marcus Off
Steve Mokate Sgt. Dale Torsten Münchow
Justin Hartley Trucker Hut Manou Lubowski
J.C. Mackenzie Paul Frank Röth
Dean J. West Martin Marius Götze-Claren
Teri Wyble Liberty Maria Koschny
Macon Blair Envoy Leonhard Mahlich
Hannah Alline Kelly Nicole Hannak
Vince Pisani Peter Stefan Krause
Tadasay Young Nicole Rubina Nath
Christopher Berry Target Tobias Lelle
Sturgill Simpson Vanilla Nice Dennis Schmidt-Foß
Kate Nowlin Big Red Gundi Eberhard
Sylvia Grace Crim Dead Sexy Maria Hönig
Jim Klock Captain O’Hara
Usman Ally Crisis Mike
Walker Babington Bandana Man
Ariel Eliaz Dino
Alexander Babara Bojan
Inhalt
The Hunt (Filmplakat)Zwölf Fremde kommen auf einer Waldlichtung zu sich. Niemand von ihnen weiß, wo sie sich befinden und wie sie dorthin gekommen sind. Ebenso wenig wissen sie, dass jeder und jede von ihnen ausgewählt wurde, und zwar für einen ganz speziellen Zweck: Die Jagd.

Im Schatten einer düsteren Internet-Verschwörungstheorie versammelt sich eine elitäre Gruppe erstmals auf einem abgelegenen Anwesen, um ganz normale Amerikaner und Amerikanerinnen zum Spaß zu jagen. Doch ihr perfider Plan fällt schnell in sich zusammen, denn eine der Gejagten, Crystal (Betty Gilpin, GLOW), beherrscht das grausame Spiel der selbsternannten Elite besser als sie selbst.

Sie dreht den Spieß um und schaltet einen der Killer nach dem anderen aus, bis sie schließlich vor der rätselhaften Frau (Hilary Swank) steht, bei der alle Fäden zusammenlaufen…

Über die Produktion
Drehorte

Regisseur Craig Zobel am Set von The Hunt.
Regisseur Craig Zobel am Set von The Hunt. – ©Universal Pictures

Auch wenn die Gejagten es in der ersten Hälfte des Films nicht realisieren, wurden sie aus den USA gebracht und werden in einer abgelegenen Gegend in Kroatien gejagt. Der Film musste im Spätwinter gedreht werden, doch da der Großteil der Szenen im Freien spielt, brauchten die Filmemacher grüne Landschaften. Es gab nur einen Ort, der den Außendreh beherbergen konnte, sowie über die entsprechende Produktionsbasis, erfahrene Crews und die benötigten Locations verfügte: New Orleans in Louisiana.

„Wir wussten, dass wir im Februar und März 2019 drehen würden und wollten so viel Grün wie möglich in die Geschichte einarbeiten, also drehten wir den gesamten Film um New Orelans herum“, erklärt Szenenbildner Matthew Munn. „Wir fanden wahnsinnig realistische Drehorte und jede Location, die wir filmten, hatten wir bei unserem ursprünglichen Scouting im Oktober 2018 entdeckt. Craig Zobel und ich konnten kaum glauben, wie einfach diese Orte zu finden waren.“

Während die Produktion eine relativ niedrige Anzahl an Locations benötigte, mussten diese allerdings ein breites Spektrum von Looks und betont unterschiedlichen visuellen Stilen abdecken. Munn fährt fort: „Es gibt nur etwa fünf oder sechs wichtige Schauplätze, doch die besitzen eine ziemliche Bandbreite an Looks. Wir wollten das Gefühl einer Reise aus Crystals Perspektive vermitteln, also brauchten wir diverse Locations, die sich zu Beginn sehr speziell anfühlen, bis hin zu dem Ort, wo sie sich am Ende wiederfindet. Auch wenn wir nur fünf oder sechs Plätze hatten, brauchten wir Züge und Betriebshöfe, einen Grenzübergang und ein Flüchtlingscamp, Wald und Felder, ein Anwesen auf dem Land, ein hochmodernes Büro und eine Tankstelle mit Gemischtwarenladen am Straßenrand.“

Und die Anforderungen an diese Tankstelle waren sehr spezifisch: „Wir wollten eine von diesen vergessenen kleinen Seitenstraßen. Es musste ein sehr abgelegenes Stück Straße sein. Wir mussten das Gefühl schaffen, dass die Gejagten nirgendwo anders hinkönnten als zu diesem Ort, der wirken sollte, als wäre er ein guter Unterschlupf im Sturm. Alles musste sich abgelegen anfühlen, aber gleichzeitig blieb unsere Basis New Orleans leicht erreichbar. Hinzu kommt, dass wir eine wahnsinnig gute Crew zur Verfügung hatten. Es war ein tolles Erlebnis.“

Die Filmemacher wollten die verschiedenen Landschaften einsetzen, um Verwirrung zu stiften und das Publikum aus der Bahn zu werfen. „Allermindestens wollten wir, dass jedes neue Kapitel des Films das Publikum denken ließ ‚Wo bin ich?‘“, so Munn weiter. „Es war uns wichtig, dass wir den Zuschauern und Zuschauerinnen an jedem neuen Ort einen kleinen Schock versetzten, damit sie sich neu orientieren müssten, um herauzufinden, was vor sich geht. Wir waren an Bord dieses luxuriösen Privatjets gewesen, dann plötzlich sind wir zwischen Wald und Wiesen. Und auf all diese grünen, wundervollen Landschaften folgt dieser abgelegene Laden auf dem Land. Und wenn wir dann zu dieser aufwendigen Kranfahrt ins Flüchtlingslager schneiden, ist das super, denn man denkt ‚Okay, das ist jetzt was völlig anderes.‘ Unser Ziel war es, die Leute ständig im Unklaren darüber zu lassen, was der nächste Schritt wäre.“

Um dieses Gefühl zu schaffen, stellten sich Regisser Craig Zobel, Kameramann Darran Tiernan und Munn bei der Suche nach jeder Location eine Reihe von Fragen. „Völlig egal, wo wir waren – solange wir uns wunderten ‚Ich habe keine Ahnung, woher das jetzt kommt‘ oder ‚Ich weiß nicht, wie man das verbinden soll‘, wussten wir, dass wir auf der richtigen Fährte waren“, erinnert sich Munn. „Athenas Büro war ein hervorragendes Beispiel dafür. Wir suchten lange Zeit nach dem richtigen Design des Büros. Als wir schließlich unseren Drehort fanden, gingen wir hinein und sagten alle drei gleichzeitig ‚Keine Ahnung, was sie arbeitet, aber es fühlt sich wichtig an.‘ Das war unser Gedanke: Es besitzt die Insignien des Wohlstands, aber wenn man es sich ansah, konnte man unmöglich in Erfahrung bringen, womit sie tatsächlich ihr Geld verdiente.“

Zobel und Munn sprachen schon früh über die Tatsache, dass das Setting des Films nicht ist, was es sein sollte. „Man soll glauben, dass man an einem bestimmten Ort ist und nach der Hälfte des Films merkt man, dass man ganz woanders ist“, so Munn. „Craig gefiel die Idee ungemein. Viele Serien und Filme, die im Südosten der USA spielen, wurden in Wahrheit in Osteuropa gedreht – da hat es Spaß gemacht, das einmal umzudrehen.“

Szenenbild

The Hunt (Filmszene)
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Um die verschiedenen und trotzdem miteinander verbundenen Locations der Geschichte zu verflechten, wollten Craig Zobel und Matthew Munn einen opulenten, visuellen Stil kreieren, der Farben und Texturen auf symbolische Weise verwendet. Dazu wieder Munn: „Wir führten viele Konzeptgespräche über die zugrundeliegenden Themen des Drehbuchs und natürlich wanderten unsere Gedanken sofort zu Rot und Blau. Wir wollten Wege finden, wie wir damit spielen konnten, um zu helfen, diese Farben zu betonen und mit anderen zu verstärken, damit es natürlich und nicht überladen aussehen würde.“

Um auch hier bei der Umkehrung der filmischen Muster zu bleiben, entschieden Zobel und Munn sich, Rot und Blau auf unerwartete und surreale Weise in der Gestaltung und der Lichtsetzung einzubauen. „Bei Requisiten und Ausstattung machten wir Blau und Rot zu Anzeichen für Probleme, Dingen, bei denen man misstrauisch werden sollte, Dingen innerhalb der Geschichte, die Gefahren darstellten“, erläutert Munn. „Die Brechstange neben der Holzkiste ist tiefrot, ebenso der Waffenwagen, der sich darin verbirgt. Die Donuts im Laden der Tankstelle sind blau verpackt und wir verwendeten eine blassblaue Palette im Inneren von Athenas Anwesen.“

Zobel und Munn wollten diese Farben schon früh im Film etablieren und dann damit spielen, damit sie später vertauscht werden könnten. „Wir haben den Film hindurch die Grundlage geschaffen, damit wir sowie wir in Athenas Haus sind, erdigere Töne, Braun, Gelb und Weiß nutzen könnten, denn am Ende des Tages sollte Athenas Anwesen sich superstylish anfühlen“, führt Munn weiter aus. „Sowohl Craig als auch ich wollten, dass es sich wie ein supermodernes Zuhause mit einem hübschen und eleganten Touch anfühlt.“

Außendreh

Die Filmemacher setzten sich über weitere traditionelle Horrorgenremuster hinweg, indem sie den Film hauptsächlich im Freien und am Tage spielen ließen, was sie wiederum beides vor ganz eigene Herausforderungen stellte, die Munn weiter erläutert: „Wenn viel Grün vorhanden ist, muss man von einem Szenenbildstandpunkt aus ausknobeln, wie man sich da hineinkniet und es schafft, dass die Dinge sich von diesem Hintergrund absetzen.“

Das andere Problem war es, Anspannung und die Angst zu kreieren, ohne sich an Dunkelheit und archetypische Horrorelemente wie leere Straßen und verlassene Gebäude zu halten. „Für gewöhnlich kann man die Spannung allein durch die Tatsache steigern, dass man nicht sieht, was nachts vor sich geht. Craig hat es geschafft, sehr viel Anspannung mit der Art zu schaffen, wie die Charaktere miteinander umgehen, sowie der Tatsache, dass man nie wirklich zu wissen scheint, wem man trauen kann und wer zu welcher Seite gehört.“ Wenn die Jagd beginnt, lernt das Publikum schnell, dass es weniger das Unsichtbare und im Dunkeln lauernde ist, das man fürchten sollte, als vielmehr das, was im Tageslicht gut zu erkennen aber nicht ist, was es scheint.“

Privatflugzeug

The Hunt (Filmszene)
©Universal Studios

Die Filmemacher wollten gleich zu Beginn auf optisch provokante Weise die Jäger einführen und den Look und Ton des Films etablieren, wie Nick Cuse ausführt: „Nichts schreit so sehr wahnsinnig, wahnsinnig reich wie ein Privatflugzeug. Als wir es geschrieben haben, dachten wir, dass eine Szene mit den Jägern in einem Privatjet helfen würde, zu zeigen, dass sie nicht nur zu den 1% gehören – das hier ist 1% dieses einen Prozents.“

Die Innenaufnahmen der Flugzeugsequenz wurden im Zuge weniger Tage in einer Studiobühne in den Starlight Studios von East New Orleans gedreht. Nach der Diskussion darüber, wie man das Rot-und-Blau-Farbschema in die Szenen einbringt, entschieden Zobel, Kameramann Darran Tiernan und Munn, es über die Lichtsetzung zu tun. „Wir beschlossen, rotes und blaues Licht in der Maschine zu verwenden, also bauten wir mehrere LED-Lichter ein“, erklärt Munn. „Und Darran ging ganz darin auf, indem er Rot am Boden und Blau an der Decke verwendete, was der ganzen Szene ein surreales und bedrohliches Gefühl verlieh.“

Mithilfe texturierten blauen und roten Glases erweiterten sie die Stimmung und betonten das Drama. Munn weiter: „Wenn Darran Licht durch das Glas wirft, dann verursacht das einen echt verrückten Effekt. Zum Beispiel sind wir in Athenas Schlafzimmer und die Tür ist zu und wir hören all diese Geräusche, ein Ringen, und das texturierte Glas verschleiert die Sicht auf das, was draußen vor der Tür, in der Hauptkabine der Maschine passiert. Wenn sie die Tür öffnet, spüren wir, dass am Ende eines langen Flurs etwas vor sich geht, während wir aus ihrem Blickwinkel darauf zugehen. Ich liebe auch, wie das texturierte Glas an den Türen des Konferenzraums im Flugzeug aussieht, wenn der Arzt hinter sich die Tür schließt. Seine Silhouette wird ganz seltsam und undeutlich, während er weggeht. Das fügt ein schön bedrohliches Element hinzu.“

Die Lichtung

Regisseur Craig Zobel wollte, dass der Moment, wenn die Gejagten aus ihrer Betäubung aufwachen, die beunruhigenden und surrealen Empfindungen wiederspiegelt, die sie erleben. Und der Anblick einer großen mit Waffen gefüllten Holzkiste im Mittelpunkt einer saftigen grünen Wiese war genau die Art sonderbarer und provokanter Anblick, den er wollte. Die lautlose Schönheit der Wiese fungiert als Gegengewicht zu dem Pistolenfeuer, den Explosionen und dem Blutbad, das sich kurz darauf entfaltet. „Uns gefiel die Idee, dass dieser so schöne Ort in Kontrast zu dieser sehr grusligen Situation steht“, so Nick Cuse. „Dieser Kontrast kam uns ungemein spannend vor. Diese Lichtung hat etwas sehr Üppiges und Grünendes, und das deutet erst einmal auf Leichtigkeit hin. Es ist keine trostlose Winterlandschaft mit totem Gras und kahlen Bäumen, die man vielleicht eher in diesem Genre sehen würde.“

Die Filmemacher hatten sich die Wiese in Bush, Louisiana das erste Mal im Oktober 2018 angesehen, fünf Monate vor Drehbeginn. Es erfüllte ihre Bedürfnisse für die Sequenz, weil es eine abgelegene Location war, an der sie außerdem am Rande eines Plateaus ihren Jägerunterschlupf fanden. „Die Topografie des Ortes war sehr schön“, erinnert sich Matthew Munn. „Es gab viele immergrüne Bäume drum herum, also wussten wir, dass wir den Unterschlupf und jegliche Zeichen von Zivilisation problemlos verstecken konnten. Das Gras bereitete uns allerdings Kopfzerbrechen.“

Im Oktober verdorrte das Gras bereits und als das Team im Januar zurückkam, war es komplett braun. Da der Drehplan das Filmen in den Wintermonaten Februar und März vorsah, wusste Munn, er würde neues Gras pflanzen müssen, um das idyllische Grün zu bekommen, dass sie sich für den Film vorgestellt hatten: „Wir pflanzten Lolch im Februar. Tatsächlich sogar in zwei Runden. In der ersten gruben wir den gesamten Boden um und bepflanzten über 100 Hektar mit Gras. Etwa zwei, drei Wochen später kamen wir zurück, um es uns anzusehen und säten noch einmal eine zweite Runde. Dann ließen wir die Natur machen.“ Als die Produktion im März 2019 zum Drehen zurückkam, „fanden wir langes und üppiges Gras im herrlichsten Neongrün vor, das ich in meinem ganzen Leben gesehen hatte“, so Munn weiter. „Es war wahnsinnig kräftig und bewegte sich wunderbar im Wind.“

Der Dreh vor Ort nahm vier Tage in Anspruch, einschließlich einiger Nachtdrehs, in denen man die Außenaufnahmen des Jagdunterschlupfes filmte. Zwischen dem Bepflanzen und dem Wachsen des Grases bis hin zu Drehschluss war das Feld monatelang für die Bevölkerung gesperrt. Doch Munn hoffte, dass es die Leute für die Wartezeit entschädigen würde, wenn sie erst vorfinden würden, was der Grund für die Absperrung war. „Die Wiese gehörte zu einer großen Farm und unsere Lichtung war eine der Viehweiden. Wir hatten die Kühe von ihrer Wiese vertrieben und sie mussten drei oder vier Monate lang woanders grasen, also hoffen wir, dass sie bei ihrer Rückkehr das hohe Gras wirklich genossen haben.“

Ma & Pop’s Main Street Market

The Hunt (Filmszene)
©Universal Studios

Nach der erfolgreichen Flucht von der Lichtung und aus dem Wald führt Staten Island eine kleine Gruppe Gejagter über einen Stacheldrahtzaun und entlang einer Straße zu einem alten Dorfladen: Ma & Pop’s Main Street Market. In ihrem Drehbuch siedelten Damon Lindelof und Nick Cuse diese zentrale Szene in einer ländlichen Tankstelle an einer abgelegenen Straße an, weil sie solcherlei Orte selbst beunruhigend finden, wie Lindelof gesteht: „Nick und ich sind beide Großstädter, und in ländlichen Umgebungen, wo wir in Läden wie diesen reingehen, nach Benzin fragen und Smalltalk mit den Menschen hinter dem Tresen führen müssen – die genau wissen, dass wir Großstädter sind – fühlen wir uns nicht unbedingt wohl. Und es gibt Waffen und Messer und Köder und seltsames Zeug, bei dem ich versuche, gelassen zu bleiben. Also fanden wir, es wäre ein hervorragender Ort für so eine Szene.“

Den Filmemachern schwebte nicht nur ein bizarrer alter Tante-Emma-Laden vor – sie brauchten etwas, das sich isoliert anfühlte, ohne jegliche Zeichen von Zivilisation. Und das fanden sie am Husser Quick Stop in Loranger, Louisiana. Gelegen an einer Waldstraße besaß der Laden all den schlichten Charme und das Drumherum eines alten Gemischtwarengeschäfts, von jahrzehntealten Zapfsäulen und einem Pickup-Truck aus den 50ern bis hin zu Schaukelstühlen auf der Holzveranda. „Wir verbrachten viel Zeit damit, ein Ladengeschäft mit genau der richtigen Atmosphäre zu finden, und dieser Ort verströmte exakt die richtige Stimmung und sah perfekt aus“, so Matthew Munn. „Es hatte lange gedauert, ihn zu finden, obwohl er davor schon in diversen Filmen zu sehen war, zuletzt im Oscar-Gewinner Green Book – Eine besondere Freundschaft, und direkt auf der anderen Seeseite von New Orleans an der North Shore liegt.“

Die Form des Hauses und die Lage abseits der Straße sowie das Fehlen jeglicher Erkennungszeichen machte es zum idealen Schauplatz, erklärt Munn: „Es war durch all die Bäume regelrecht abgeschirmt und sogar fast zwischen den Bäumen eingeklemmt, direkt an der Straße – also war es allein aus optischen Gründen perfekt. Und die Straße war großartig, weil sie alle möglichen Windungen und Kurven hatte, außer Sichtweite war und überall so ein altmodisches Landgefühl herrschte, was sich wie eine Zuflucht vor all dem Gemetzel anfühlen sollte.“

The Hunt (Filmszene)
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Der kleine Innenraum war hingegen etwas problematisch, da man Platz für Schauspieler, Crew und Equipment benötigte und diverse Stunts eine Verdrahtung erforderten. „Wir sahen uns die Location mehrmals an, um zu skizzieren, wie wir sämtliche Szenen drehen würden, und jedes Mal wurde unser Plan präziser“, so Munn weiter. „Wir begriffen, dass wir im Zuge unserer fünf Drehtage vor Ort jede Ecke, jeden Winkel und jede Ritze sehen würden, also investierten wir viel Arbeit darin, wirklich den ganzen Laden authentisch aussehen zu lassen. Grundlegend waren Look und Gerüst schon super, aber wir mussten ihn entrümpeln und neu gestalten.“

Das Ergebnis ist entwaffnend idyllisch, ohne das kleinste Anzeichen auf Gefahr. „Wir versuchten, die Wendung so gut wie möglich zu verstecken. Wir knieten uns tief in dieses nostalgische Americana-Gefühl, damit der Twist, wenn er dann kommt, umso härter trifft.“

Die Gejagten finden sehr schnell heraus, dass das Äußere täuschen kann und Craig Zobel nutzte den Augenblick voll aus, um Spannung wie auch Anspannung zu kreieren, indem er die Action stark verlangsamte. Das Publikum – wie auch die Charaktere – sieht zu, wartet ab und fragt sich, was als nächstes passiert. „Eine unserer Figuren spaziert durch den Laden und markiert quasi die Dinge, die sich als Nahkampfwaffen eignen würden, falls jemand das Geschäft stürmen würde“, führt Zobel aus. „Eine andere Figur ist an der Tür aufgestellt, als Wachposten. Die nächste ist am Telefon und ruft die Polizei. Doch irgendetwas fühlt sich nicht richtig an.“

Ma und Pop sind bereit und bewaffnet für einen Bären und verfügen über eine Vielzahl von Optionen, wie sie ihre nichtsahnende Beute töten können. Zusätzlich zu einem Waffenarsenal unter dem Tresen hält das Paar noch andere Überraschungen bereit für all diejenigen, die keine guten Entscheidungen für ihre Ernährung treffen. „Craig und ich hatten über diese Idee gesprochen“, deutet Munn an. „Die Jäger spielen mit den Gejagten. Wenn man also da reinkommt und zum Obst und den gesunden Sachen geht, ist alles okay. Aber die Jäger gehen fest davon aus, dass diese Leute sich auf das Junkfood stürzen – und deshalb ist das komplett vergiftet.“

Das Flüchtlingslager

An einem gewissen Punkt im Film kommt Crystal in einem Flüchtlingslager an der Grenze von Kroatien und Bosnien-Herzegovina an. Dieses Lager wurde für den Film neben einer Dammmauer am Mississippi in einem Industriegebiet in East New Orleans errichtet. „Wenn man die Location erreicht, gibt es da ein Stück riesigen Schutzwall – diese massive Betonwand springt einen regelrecht an“, beschreibt Munn den Ort. „Das war zwar nicht Teil der ursprünglichen Idee für das Flüchtlingslager, aber es verlieh der Szene so viel mehr Effekt, weil es uns einen wundervollen und beeindruckenden Hintergrund für unsere erste Einstellung für die Sequenz gab. Im Prinzip war es ein leerstehender Bauplatz mit all diesen schönen verfallenden Gebäuden, die aussahen, als wären sie in einem Krieg beschädigt worden.“

Munn nutzte die massive Betonwand aus, indem er vorübergehend ein paar Kunstwerke und Wandbilder darauf anbrachte. „Wir malten mehrere Porträts mit den Gesichtern der Flüchtlinge im Lager, die wir dann älter aussehen und abblättern ließen. Wir wollten zeigen, dass dieses Camp eine Geschichte hatte, dass es Menschen nur vorübergehend beherbergen sollte, aber diese letztlich monate- und sogar jahrelang hier lebten. Wir wollten zeigen, dass dieser Ort schon sehr lange existierte und damit die gesamte Notsituation noch verstärken.“

Die Produktion bestellte über 100 Zelte, um den Raum zum Fuße der Mauer zu füllen und dem grauen Grundstück etwas Farbe zu verleihen. „Das große blaue Gebäude, das an das Gelände angrenzte, wurde zum Ausgangspunkt für sehr viel Blau, unsere Grundfarbe, die wir auch an den Zelten benutzten. Ich arbeitete außerdem mit unserem Kostümbildner David Tabbert zusammen, um die Garderobe der Statisten und Statistinnen mit vielen leuchtenden Farbvarianten zu versehen, und wir verwendeten Decken und Abdeckungen, um einige der Muster und Farbtöne in den Kostümen auszubalancieren.“

Der Jagdunterschlupf

The Hunt (Filmszene)
©Universal Studios

Endlich enthüllt werden die Jäger und Jägerinnen in einer Szene in ihrem Unterschlupf, in dem sie leben und planen, wie sie mit den überlebenden Gejagten verfahren. Während der Recherche zum Interieur des Verstecks war Szenenbildner Matthew Munn schockiert, wie luxuriös diese Unterschlupfe sein können: „Da ich selbst nicht jage, dachte ich immer nur, dass man dabei primitiv und ohne Komfort im Wald lebt, schlecht riecht und alles dreckig und eklig ist. Ich recherchierte viel und fand Hinweise auf unfassbar aufwändige Unterstände, die Menschen sich selbst gebaut hatten, mit allen möglichen Luxusgegenständen wie Kühlschränken und Fernsehern und den abgefahrensten Einbauten. Das hatte schon eher etwas von Jagdhütte. Kostümbildner David Tabbert kleidete die Jäger und Jägerinnen in diese sehr englische Fuchsjagdgarderobe, und mir gefiel die Idee, eines Fuchsjagdgemäldes oder eines mauerbildes an der Wand – auf diese Weise konnten wir das Jagdmotiv auf eine ganze andere, sehr stilisierte Methode neu einbringen. Ich wollte sie in diesen so ausgefeilten Raum setzen, um noch einmal die Absurdität des Ganzen zu betonen.“

Das Herrenhaus

Die längste und umfangreichste Stuntsequenz des Films ist der Showdown zwischen Crystal und Athena in Athenas Anwesen. Entsprechend drehte sich eines der ersten Gespräche zwischen Regisseur Craig Zobel und Szenenbildner Matthew Munn um Aussehen und Funktionalität dieses Sets.

Munn erinnert sich: „Wir wussten von Anfang an, dass das Herrenhaus der Ort sein würde, an dem unser finaler Fight stattfinden sollte. Wir wussten, dass er in der Küche beginnen und sich von da aus weiterbewegen würde. Unser Ziel war eine finale Actionsequenz, wie wir sie selbst noch nie zuvor gesehen hatten. Also sprachen wir ausführlich darüber, was darin passieren würde, sowie was das Haus symbolisieren müsste und wie wir uns den Look und die Stimmung vorstellten.“

Die beiden entschieden, dass das Innere wie eine Jagdhütte mit sämtlichen traditionellen visuellen Insignien und Ideen aussehen sollte, aber auf moderne und stark stilisierte Weise umgesetzt.

„Craig und ich waren total verliebt in die Idee eines abgesenkten Wohnzimmers mit einer eingebauten Couchgarnitur im 70er-Jahre-Stil und darin integriertem Plattenregal an der Rückseite“, so Munn. „Abgesehen von diesem schrägen 70er-Vibe wollten wir ein echtes Partyraumgefühl schaffen, ein cooler Ort, an dem man gerne Zeit verbringt. Man konnte sich sehr gut vorstellen, dass all die Jäger und Jägerinnen am Abend vor der Jagd hier miteinander sitzen, Wein oder Scotch trinken und über den anstehenden Tag sprechen. Es gab ein Fuchsjagdwandbild und Landschaftsgemälde, typische Kunstwerke für eine Jagdhütte, aber darüber hinaus etwas Zeitgemäßeres – ein supermoderner Designtwist mit all diesem traditionellen Zeug.“

Teil dieses Twists war ein Experiment mit Tierpräparation. „Uns gefiel die Idee von Taxidermie, aber ich fand es spannend, ein paar Präparate anzumalen, nur um zu sehen, wie es aussieht“, sagt Munn. „Also besorgten wir einige Hirschköpfe und malten sie alle weiß an. Das war etwas, was ich zuvor noch nie gesehen hatte und das Ergebnis fiel noch viel besser aus als wir gedacht hatten. Sie sahen tatsächlich echt cool aus.“

Abgesehen von der Ästhetik mussten die Designideen auch die Anforderungen der aufwändigen Stuntsequenz erfüllen, die in der Küche beginnt, bevor sie über das gesamte Set stürzt, kracht und poltert. Munn entwarf einen offenen Raumplan für Wohnzimmer, Küche und Essbereich und legte seine Ideen dann den Stuntkoordinatoren Hank Amos und Heidi Moneymaker vor, damit sie sich Möglichkeiten ausdachten, um diese Ideen auszunutzen und darauf aufzubauen.

Dazu Munn: „Wir wollten einen mehrseitigen Dialog zwischen den Gewerken Ausstattung, Stunts, Spezialeffekte und visuelle Effekte ermöglichen, damit wir alle gemeinsam eine so ungewöhnliche wie aufregende Kampfsequenz entwickeln konnten, die Spaß machte. Wir wollten nicht etwas entwerfen und es erst im Nachhinein an die Bedürfnisse der Effekte oder der Stunts anpassen. Der Entwurf sollte in Zusammenarbeit mit allen Abteilungen entstehen. Wir wollten von Beginn an nahtlose Übergänge schaffen.“

Der erste Schritt für Amos und Moneymaker war es, eine Pappvariante des Sets zu basteln, anhand derer sie sich einen Überblick über den Raum und die Bewegungsoptionen verschafften. „Das gab auch Craig Zobel und mir Gelegenheit, uns anzusehen, wie sich die Dinge abspielen würden“, so Munn weiter. „Hank und Heidi hatten zum Beispiel die Idee, eine Kücheninsel in das Geschehen einzubauen, unsere Figuren darüber springen zu lassen und die Insel als Stuntelement zu nutzen. Also setzte ich mich wieder hin und überarbeitete die Insel, um zu gewährleisten, dass sie kräftig und stabil genug für sämtliche Stunts wäre. Ich sprach mit Hank und Heidi über Höhe, Breite und Tiefe, damit die Sprungstunts funktionieren würden, woraufhin wir dann gemeinsam durchgingen, was cooler aussehen und besser klappen würde und solcherlei Details.“

Während die Abteilungen sich Ideen hin und zurück spielten, entwickelten sie ein Designkonzept, das die Kampfchoreografie, die Amos und Moneymaker vorbereitet hatten, unterbringen könnte. „Wir arbeiteten aus, wie der Kampf sich abspielen würde, was als nächstes passieren würde, wo die Darstellerinnen enden würden und bauten dann die entsprechenden Sicherheitsvorrichtungen in die Kulisse ein“, erklärt Munn. „Das gesamte Interieur des Haussets war im Prinzip ein großes Klettergerüst für Stunts.“

Die Filmemacher waren davon überaus beeindruckt, gibt Nick Cuse zu: „Matt Munn hat fantastische Arbeit geleistet, weil er im Prinzip einen Spielplatz für Kämpfe und Stunts konstruiert hat, der darüber hinaus wie ein wunderschönes, umwerfendes, stylisches Zuhause aussieht, in dem ich zu gern wohnen würde.“

Munn und sein Team – Art Director Jason Baldwin Stewart (Star Trek Into Darkness) und Bühnenbildnerin Jessica Stumpf (Logan) – arbeiteten mit Bauleiter Scott Middleton zusammen, um buchstäblich jede Ecke des Sets abzusichern, indem sie spezielle Materialien für die Konstruktion und die Ausstattung verwendeten, um für den irrsinnigen Kampf, der hier stattfinden sollte, alles abzupolsten.

„Unser fantastisches Art-Department hat sich tatsächlich selbst übertroffen, indem sie all das 100% sicher für unsere Darstellerinnen machten“, schwärmt Amos. „Wir hatten Bruchschränke und -gläser sowie Bruchglas, weil beide Frauen durch ein doppelt verglastes Fenster geworfen werden. Sie haben keine Mühen gescheut, um Stuntpolster an den Wänden und im Boden zu verstecken und haben sie wie ganz normale Bauelemente getarnt. Man konnte sie eindrücken und sie waren schaumig und gepolstert, aber von den echten Wand- und Bodenmaterialien nicht zu unterscheiden. Erst, wenn man anfasste, merkte man es. Es war beeindruckend und der absolute Wahnsinn, was sie für uns möglich gemacht haben. Wir sind ihnen sehr dankbar, dass sie unser ganzes Stuntteam so unterstützt und Verletzungen vermieden haben.“

Munn ließ sein Team auch ausgehen und spezifische Möbel, Bauteile und Accessoires auftreiben, die für die Kampfszene verwendet werden würden: „Schon früh hatte Craig die Idee, dass er Crystal und Athena auf einem Tisch kämpfen lassen wollte. Also machten wir gemeinsam mit unserer Dekorateurin Monique Champagne eine wirklich tolle Tischplatte ausfindig, mit einem rustikalen Landhauslook. Und in dem Wissen, dass sie darauf kämpfen würden, besorgten wir uns ein echt solides Stück Holz mit einem Stahlkern, das unser zeitgemäßes Innendesign bediente, aber auch extrem stabil und kräftig war, sodass unsere Schauspielerinnen darauf steigen, sich herumrollen und gut darauf kämpfen konnten.“

Zobel und Munn arbeiteten mit Amos und Moneymaker zusammen daran, Gegenstände und Deko in die Kampfchoreographie einzuarbeiten, um die Action noch dynamischer und unterhaltsamer zu machen. Munn fährt fort: „Wir fügten diesen Kronleuchter mit all den hängenden Holzkugeln ein, der am Ende Teil dieser Kampfsequenz wird. Craig und ich haben eine Freundin in Brooklyn, Maeve Pacheco, die große Makramee-Helixen anfertigt, die wir wahnsinnig schön finden. Und wir dachten, es wäre toll, sie in den Kampf zu integrieren. Craig sagte schon früh: ‚Ich würde gern Maeves Makramee für den Fight benutzen‘, also wendeten wir uns an sie. Und sie war wirklich begeistert darüber, ihre Knüpfarbeiten als Stuntwerkzeug in einem Kampf wie diesem zu erleben. Wir lassen Crystal eines dieser Stücke greifen und sich daran umherschwingen. Und weil Craig wollte, dass auf solch heldenhafte Momente immer sofort etwas Furchtbares folgt, reißt Crystal das Teil dabei aus der Decke und schlägt auf dem Boden auf.“

Athenas Küche

The Hunt (Filmszene)
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Da der Fight in der Küche beginnt, wollte Zobel die dort zu findenden Gegenstände voll ausnutzen und alltägliche Küchengeräte und -utensilien zu Waffen umfunktionieren, wie Munn erklärt: „Wir begannen, den Gedanken weiterzudenken, dass wir Dinge als Waffen benutzen würden, die man so vorher noch nie erlebt hat, wie die Klinge einer Küchenmaschine. Wir sprachen darüber, Zeug zu zerbrechen, also hatten wir diverse Bruchgläser voller Müsli, Quinoa, Couscous und Reis und ließen Athena und Crystal sich damit bewerfen. Athena ist eine reiche Frau mit einem sehr spezifischen Geschmack, also sollten die Küchenwerkzeuge auch bezüglich ihrer Ästhetik funktionieren: hochwertige Steakmesser und Messerblöcke, strukturierte Holzteile.“

Nachdem Zobel spezifische Ideen skizziert hatte, die er sich für den Hauskampf wünschte, bat er Amos und Moneymaker, sich etwas auszudenken, das unbedingt noch nie zuvor gemacht wurde. „Viele, viele Monate vor Drehbeginn sagte Craig ‚Ich möchte einen wirklich coolen, neuartigen Stunt für diese riesige Küchenkulisse, die wir bauen‘“, erinnert Amos sich. „Also schaute ich mir das Layout an und als ich den großen Kamin in der Mitte des Raumes entdeckte, rief ich ihn direkt an und fragte, ob es ein zweiseitiger Kamin wäre. Als er das bejahte, meinte ich ‚Jemand muss durch diesen Kamin durch.‘“

Zobel wie auch Munn liebten die Idee, schwärmt Letzterer: „Jede Jagdhütte hat einen Kamin, und wir wollten einen großen, offenen, der die Küche mit dem Wohnzimmer verband. In unseren Köpfen war das buchstäblich wie physisch das Herzstück des Kampfes, also war die Idee, dass eine der Figuren da hindurch kracht, Holzscheite beiseitetritt und das Feuer sich aufbäumen lässt, wahnsinnig spannend.“

Es war auch der bei weitem anspruchsvollste und gefährlichste Stunt von allen und mit vereinten Kräften der Abteilungen Special Effects, Visual Effects, Make-up, Stunts und Szenenbild dauerten die Vorbereitungen drei Monate. „Wir steckten viel Übung und Proben in diesen Stunt, um zu gewährleisten, dass alles perfekt und sicher ablief“, so Amos weiter.

„Craig wollte soviel wie möglich davon in einer Einstellung einfangen, damit man unsere Stuntfrau ohne Schnitt durch die Luft und in die Feuerstelle fliegen sieht. Um das umsetzen zu können, mussten wir das Ganze wirklich genau abstimmen, den Druck der Sperrvorrichtung und die Länge des Drahtes justieren sowie die Blickwinkel berechnen, um eine präzise Flugbahn zu erhalten – und das alles dann noch genauer abstimmen. SFX Koordinator Matthew ‚Smalls‘ Kutcher und unsere SFX-Leute waren unglaublich. Matt ist einer der Besten der Branche und war verantwortlich für das echte Feuer und die nötigen Explosionen. Dann gab es da unsere VXF-Abteilung mit Johnny Gibson, der dem allen am Computer noch den Hauch Magie verlieh. Und wir hatten ein fantastisches Masken-Team unter Lauren Thomas (Ghost Horror House – The Leroux Spirit Massacre), das sich um sämtliches physisches Make-up unserer Darstellerinnen kümmerte.“

Nach monatelangem Kreieren, Probieren und Justieren war am Drehtag schließlich alles bereit. Hank Amos: „Wir haben unsere fantastische junge Stuntfrau Sarah Irwin wortwörtlich durch unseren großen flackernden Kamin geschubst, während Matt die Flammen kontrolliert hat und sie dabei brennende Scheite, Funken und Flammen mit sich zog – das volle Programm. Um all das sicher umzusetzen, waren ihre Kleider in feuerfestem Hemmstoff regelrecht eingeweicht. Außerdem haben wir Feuerschutzgel aufgetragen, damit ihre Haut nicht verbrannte. Und unter ihrem Kostüm trug sie CarbonX-Kleidung, die auch Rennfahrer unter ihren Anzügen anhaben, um sich im Falle eines Feuers zu schützen. Sarah hat einen tollen Job gemacht. Wir haben den Stunt dreimal hintereinander gedreht, um den perfekten Kick und den maximalen Effekt rauszuholen. Ich bin wirklich froh, dass Craig um drei Takes gebeten hat, denn der letzte stellte sich als unser bester heraus. Sie landete echt auf ihrem Kopf, was krass und beeindruckend aussah.“

Das Interieur des Anwesens

Das Interieur des Anwesens wurde in eine Bühne der Starlight Studios gebaut und musste zu der Außenansicht des tatsächlichen Gebäudeeingangs passen, der vorab vor Ort in Covington, Louisiana gefilmt wurde. Dazu Munn: „Dieses ganze Set soll zu einer realen Location und deren Außenansicht passen. Sobald wir erstmal herausgefunden hatten, wie wir die Übergangselemente funktionieren lassen, griffen wir Dinge auf, die uns am Drehort gefallen hatten und verarbeiteten sie ebenfalls in der Kulisse.“

Unter diesen Elementen war auch der Glasflur, der einen Teil des Hauses mit einem anderen verband. „Als wir ausarbeiteten, wie der Kampf sich fortsetzen könnte, fanden wir es großartig, den Korridor zu nutzen und unsere Schauspielerinnen durch das Glas krachen zu lassen“, so Munn weiter. „Aber wir dachten auch, dass es lustiger wäre, wenn sie versuchten, sich hindurch zu schmeißen, dagegen krachten und nichts passierte – und erst nach ein paar weiteren Malen würden sie es wirklich durchbrechen. Also tüftelten wir die Maße des Glases aus, das wir bräuchten, und holten unseren Effektkoordinator Matt dazu, um die ganze Wand entsprechend zu verkabeln. Weil es an der Seite des Hauses viel Glas gibt und der Showdown zwischen Crystal und Athena am frühen Morgen stattfindet, arbeiteten wir mit unserem Kameramann Darren daran, dass ein kräftiges Sonnenaufgangslicht aus einer Richtung das Set durchflutet, und füllten dann diese Seite mit Glas aus, das den Blick auf einen Innenhof freigibt. Natürlich dachten wir als nächstes ‚Wieso bringen wir den Kampf jetzt nicht nach draußen? Nachdem wir durch das Glas brechen, können wir im Hof weiterkämpfen.‘ Also werfen wir die beiden durch die Glaswand, lassen sie sich im Hof prügeln und dann wieder ins Haus zurückkommen. Das hat der ganzen Sequenz eine schöne Beweglichkeit verliehen.“

Die Requisiten

The Hunt (Filmszene)
©Universal Studios

Wie man erwarten würde fährt ein Film über die Vergnügungsjagd auf menschliche Beute eine Vielzahl an Waffen auf und es war die Aufgabe von Waffenmeister Howard Fannon (Gemini Man), diese zu finden. Das Arsenal, das er zusammengetragen hat, reicht von Samuraischwertern über Smith-&-Wesson-Revolver bis hin zu ultramodernen, vollautomatischen Militär-SIGs. Dazu Fannon: „Wir haben Waffen von richtig alt bis hin zu topmoderner Feuerkraft. Wir haben versucht, sämtliche Waffen-Highlights zu sammeln, die bekannt und beliebt sind. Als es daran ging, den Wagen in der Kiste auszustatten, haben wir versucht, den Gejagten eine breite Auswahl zur Verfügung zu stellen.“

Weil die Jäger und Jägerinnen es als wenig sportlich betrachten, unbewaffnete Beute zu erschießen, beschließen sie, ihre Entführungsopfer auszurüsten und ihnen ein ganzes Arsenal dort zurücklassen, wo sie zu sich kommen. „Die Gejagten bekommen die Möglichkeit, jede Waffe mitzunehmen, die sie wollen, und außerdem gibt es Militärverpflegung, Wasserflaschen und einen Erste-Hilfe-Kasten“, führt Fannon weiter aus. „Nach ein paar Schlucken Wasser greifen sich alle irgendwelche Waffen und Messer und lassen sämtliche Vorräte zurück. Die Filmemacher waren überzeugt, dass die Figuren weniger auf Langzeitüberleben spekulierten als sich vielmehr Dinge zu schnappen, die ihnen auf kurze Sicht ein Überleben garantieren würden.“

Fannon bestückte den Wagen mit klassischen Feuerwaffen wie einer 357er Magnum und einer MP5, Standardbewaffnung von Militär und Polizei. Außerdem gab es Waffen, die durch Filme oder Rap-, Hiphop- und andere Musikvideos bekannt geworden sind.

„Wir haben alles von SIG-Pistolen und -Gewehren bis zum alten 45er Colt benutzt, von Revolvern und Pfeil und Bogen bis hin zum Tomahawk. Wir hatten außerdem ein paar Waffen, die durch Rap und andere Musik oder Songs an Beliebtheit gewonnen haben, u.a. die TEC-9 und verschiedene Glocks. Außerdem hatten wir eine 16-schüssige KelTec-12-Schrotflinte, auch wenn sie keinerlei Ähnlichkeit mit den Schrotflinten hat, die man vielleicht kennt.“

Fannon erklärt, er und die Filmemacher haben sehr detailliert über die Waffen und Feuerwaffen gesprochen: „Sie hatten definitiv sehr spezifische Ideen, was sie wollten, noch bevor ich engagiert wurde. Wir haben sogar zwei antike Schwerter und einer der Charaktere entscheidet sich dafür, um sich zu verteidigen. Es ist tatsächlich ziemlich witzig.“

Für die Szene, in der die Jäger das erste Mal auf ihre Beute schießen, wollten die Filmemacher, dass einer der Gejagten mit einer vollautmatischen Waffe, die in schneller Folge unzählige Runden abfeuert, kamikazemäßig über die Wiese rennt. Dafür wählte Fannon ein paar neue SIG-Gewehre mit 60-schüssigen Trommelmagazinen aus. „Ich denke, man wird im Film sehen, dass nicht alles, was die Charaktere mit den Waffen tun, 100%-ig korrekt ist, aber im Großen und Ganzen sollen die Gejagten ja auch keine ausgebildeten Waffenexperten und -expertinnen sein. Viele der Besetzungsmitglieder hatten noch nie zuvor eine Waffe abgefeuert und alle von ihnen waren sehr interessiert an dem Sicherheitsaspekt und wollten lernen, wie man sie benutzt.“

Da Sicherheit jederzeit Priorität war, wurden sämtliche vollautomatische Waffen auf Platzpatronen umgerüstet und die Revolver und Schrotflinten, bei denen keine Modifikationen und Umrüstungen nötig waren, einfach mit Platzpatronen geladen.

Was die Jäger und Jägerinnen angeht, die das Geld und die Freiheit haben, jede mögliche Waffe zu kaufen, so unterstellten die Filmemacher dieser wenig jagderfahrenen Elite, dass sie sich eher aus Gründen von Stil oder Ruf für ein Modell entscheiden würden als aus Funktionalität. „Wir hatten sehr viel Spaß an dem Gedanken, dass sie Waffen nach dem auswählten, was sie in Filmen gesehen hatten“, erklärt Szenenbildner Matthew Munn. „Ein Jäger wollte etwas, das wir John-Wick-Waffe getauft haben, ein anderer bekam eine Walther PPK, weil er um eine ‚James-Bond-Pistole‘ gebeten hatte, wieder einer wollte eine Pulp-Fiction-Waffe. Wir fanden, diese Filmpistolen wären die Art von Waffen, die diese wirklichkeitsfremden reichen Leute haben wollen würden, weil sie vor allem anderen cool aussehen wollten.“

Darüber hinaus bewaffneten sich auch die Jäger mit leistungstarken Langstreckenwaffen. „Wir hatten ein paar neue Kaliber-50-Scharfschützengewehre“, so Fannon. „Die Jäger verfügen außerdem über ein paar Seekins-Jagdgewehre und eine Vielzahl von Handfeuerwaffen, die für kleinere und dichtere Schusswechsel ausgelegt sind.“

Text via Universal Pictures

Stab/Crew
Produzent/in: Jason Blum
Produzent/in: Damon Lindelof
Koproduzent/in: Julie Goldstein
Koproduzent/in: Jennifer Scudder Trent
Ausführende/r Produzent/in: Nick Cuse
Ausführende/r Produzent/in: Steven R. Molen
Ausführende/r Produzent/in: Couper Samuelson
Ausführende/r Produzent/in: Jeanette Volturno
Ausführende/r Produzent/in: Craig Zobel
Dt. Dialogbuch: Margit Webb (Übersetzung)
Dt. Dialogbuch: Hannes Maurer (Text)
Dt. Dialogregie: Hannes Maurer
Regie: Craig Zobel
1. Regieassistent/in: Lars P. Winther
Drehbuch: Damon Lindelof
Drehbuch: Nick Cuse
Kamera/DoP: Darran Tiernan
Schnitt: Jane Rizzo
Musik: Nathan Barr
Produktionsdesign: Matthew Munn
künstlerische Leitung: Jason Baldwin Stewart
Setdekoration: Monique Champagne
Postproduktion: Ben Urquhart (Supervisor)
Postproduktion: Terrell Boaz (Koordination)
Postproduktion: Ben Simpkins (Koordination)
Casting: Terri Taylor
Locationmanagement: Yvette LaPlace
Kostümdesign: David Tabbert
Kostüme: Suzanne M.B. Chambliss (Supervisor)
Kostüme: Megan McAfee
Kostüme: Emily DeScenna (Set)
Maske: Lauren Thomas (Leitung Make-up)
Maske: Tony Ward (Haare Hilary Swank)
Maske: Leah Vautrot (Make-up)
Maske: Courtney Callais (Make-up)
Maske: Kaylee Jo (Make-up)
Maske: Stacey Perry (Make-up Spezialeffekte)
Tondesign: Rich Bologna (Supervisor Schnitt)
Ton: Ryan Cole (Supervisor Dialoge)
Ton: Will Files (Mischung, Supervisor Schnitt)
Ton: Matt Perry Thomas (Mischung)
Ton: Robert C. Bigelow (Mischung)
Ton: Diego Perez (Schnitt Effekte)
Ton: Phil Barrie (Schnitt Effekte)
Requisite: Stephen Finders
Spezialeffekte (Supervisor): Travis Caverhill
Spezialeffekte (Supervisor): Matt Kutcher
Spezialeffekte (Koordination): Matthew James Kutcher
Visuelle Effekte (Producer): Travis Caverhill
Visuelle Effekte (Supervisor): John Gibson
Kameraoperator: John S. Moyer (A-Kamera, Steadicam)
Kameraoperator: Greg Morris (B-Kamera)
Kameraoperator: Michael Applebaum (zusätzlich)
Kameraoperator: Brian Freesh (A-Kamera und Steadicam Zusatzaufnahmen)
Kameraoperator: Michael D. Kennedy (Luftaufnahmen)
Kameraoperator: Simon Marthinsen (Luftaufnahmen)
Stuntkoordination: Hank Amos
Stuntkoordination: Heidi Moneymaker
beteiligte Firmen
Produktion: Blumhouse Productions
Spezialeffekte: Spectrum Effects
Visuelle Effekte: Pixomondo
Soundtrack: Back Lot Music
Verleih Deutschland: Universal Pictures International Germany

Quelle: Universal Pictures International Germany, FilmBizNews