The Prodigy (Filmszene)
©MGM
Titel: The Prodigy
Originaltitel: The Prodigy
Land: USA, Hong Kong
Genre: Horror (Splatter), Thriller
Deutschlandstart: 07.02.2019
Regie: Nicholas McCarthy
Farbe: Farbe
Format:
Ton:
Laufzeit: 92 Minuten
Budget:
Mit: Taylor Schilling, Jackson Robert Scott, Colm Feore, Peter Mooney
FSK: ab 16 Jahren
sonstiges:
Cast
Darsteller/in Rolle
Taylor Schilling Sarah Blume
Jackson Robert Scott Miles Blume
Colm Feore Arthur Jacobson
Peter Mooney John Blume
Paul Fauteau Edward Scarka
Brittany Alleny Margaret St. James
Paula Boudrea Dr. Elaine Strasser
Elisa Moolecherry Zoe
Olunike Adeliyi Rebecca
T.J. Riley Tommy
David Kohlsmith Miles mit 5 Jahren
Mark Sparks Lead S.W.A.T. Officer
Ashley Black Hailey
Michael Dyson Farmer
Inhalt
The Prodigy (Filmplakat)Taylor Schilling spielt eine Mutter namens Sarah. Das beunruhigende Verhalten ihres jungen Sohnes Miles deutet darauf hin, dass eine böse, womöglich übernatürliche Kraft von ihm Besitz ergriffen hat.

Sarah muss sich entscheiden was – oder wer – dafür verantwortlich ist. Sie wird gezwungen, in der Vergangenheit nach Antworten zu suchen und nimmt das Publikum mit auf einen wilden Ritt, bei dem die Grenze zwischen Wahrnehmung und Realität erschreckend unklar wird.

Über die Produktion
Von der Idee zum Film

The Prodigy (Setfoto) - Regisseur Nicholas McCarthy mit Jackson Robert Scott
Regisseur Nicholas McCarthy mit Jackson Robert Scott – ©Orion Releasing LLC.

THE PRODIGY markiert die dritte Regiearbeit von Nicholas McCarthy, bekannt vor allem für den von der Kritik gelobten „The Pact“. McCarthy, ein erklärter Horrorfan, sagt, seine Liebe für das Genre erblühte, als er zum ersten Mal „Der Exorzist“ sah, (natürlich) ohne die Erlaubnis seiner Eltern. Der Klassiker von William Friedkin übte auch einen großen Einfluss auf THE PRODIGY aus, zum einen die Inszenierung von McCarthy betreffend, zum anderen bezogen auf das Drehbuch von Jeff Buhler – das eine zugleich packende und ungewöhnliche Mutter-Kind-Beziehung thematisiert.

„So viele meiner liebsten Horrorfilme drehen sich um Frauen“, sagte McCarthy 2014. „Mia Farrow in ‚Rosemary’s Baby‘, Ellen Burstyn in ‚Der Exorzist‘ … Und auch wenn ‚Der Exorzist‘ einige starke männliche Charaktere enthält, habe ich mich immer besonders mit Ellens Figur identifiziert. Irgendwann, als wir ‚At the Devil’s Door‘ geschnitten haben, erkannte ich, dass ich hier das Gleiche wie in meinem ersten Film getan habe. Ich habe im Grunde einen reinen Frauenfilm inszeniert, in dem die vorkommenden Männer entweder Idioten oder Dreckskerle sind. Woher das kommt, weiß ich nicht genau. Ich hatte mal eine Unterhaltung über männerdominierte Horrorfilme, wobei mir überhaupt keiner einfallen wollte. Gibt es denn überhaupt großartige Horrorfilme über Männer?“

Was die Rolle der Sarah Blume angeht, bestand McCarthys Aufgabe darin, eine Schauspielerin zu finden, die sowohl Erfahrung mitbringt als auch sich vollends mit dem Material identifiziert. Vorhang auf für Taylor Schilling, die von der Kritik gelobte Hauptdarstellerin der Netflix-Serie „Orange is the New Black“. Als ihr Agent ihr THE PRODIGY anpries, wollte sie eigentlich gerade eine Auszeit in Indien antreten.

Dass daraus nichts wurde, ist vor allem der hohen Qualität des Drehbuchs zu verdanken. „Ich wollte es sofort annehmen“, sagte Schilling. „Das Drehbuch machte so viel Spaß, ich verschlang es in 45 Minuten. Es war einfach atemberaubend.“

The Prodigy (Filmszene)
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Die zweite und ebenso wichtige Besetzungshürde für die Filmemacher war die Verpflichtung eines jungen Schauspielers, der Miles Blume überzeugend darstellen konnte. Dafür stand Jackson Robert Scott von Anfang an ganz oben auf der Auswahlliste, der durch seine unglaubliche Leistung in Stephen Kings „Es“-Reboot, in dem er Georgie spielt, zu großer Berühmtheit gelangt ist.

McCarthy über Scott: „Wenn die Kamera aus ist, ist Jackson einfach nur ein großartiger Junge. Aber wenn sie an ist, wird aus ihm ein kleiner Leonardo DiCaprio.“

Da THE PRODIGY in Toronto gedreht wurde, das hier für Philadelphia einsteht, passte es perfekt, Sarahs Ehemann John mit Peter Mooney zu besetzen – einem Kanadier, bekannt durch seine Rolle als Nick Collins in der erfolgreichen kanadischen Serie „Rookie Blue“. „John ist eine interessante Figur, weil er in Sarahs und Miles Welt eine Co-Star-Rolle spielt und innerhalb dieses Rahmens ein vollwertiges Profil entwickeln muss“, sagt McCarthy. „Peter hat es wirklich verstanden, aus John eine eigenständige Person zu machen, die in den vielen herausfordernden und emotional aufgeladenen Szenen mit Jackson bestehen kann.“

Die letzte wichtige Hauptrolle, die des Dr. Arthur Jacobson, wurde mit Colm Feore besetzt, einem renommierten Schauspieler, den Produzent Tripp Vinson nach ihrer letzten Zusammenarbeit bei „Der Exorzismus von Emily Rose“ unbedingt erneut besetzen wollte. Der Grund dafür ist einfach: Feore, ein in Boston geborener Kanadier, ist einer der angesehensten und altgedienten Charakterschauspieler dieser Zeit. In den letzten 35 Jahren hat er in über 150 Filmen und Serien mitgewirkt.

Die Filmmusik

The Prodigy (Filmszene)
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Komponist Joseph Bishara nähert sich einer neuen kompositorischen Herausforderung auf ungewöhnliche Weise. „Viel hat mit Zuhören zu tun“, sagt Bishara, der schon für Franchise-Blockbuster wie „Conjuring“ oder „Insidious“ tätig war. „Die Inspiration kann ein Wort sein, eine Farbe. Dann beginne ich es zu hören, und je mehr ich mich zurücknehme und jede Beeinflussung unterlasse, desto klarer formt sich die erste Saat heraus.“

Bei THE PRODIGY waren die Basis des Scores Streicher, bestehend aus Violinen, einem Cello und einem Bass, welche dann durch ein Horn und eine Klarinette ergänzt wurden. „Das war der Sound für mich“, sagte Bishara, „das war es, was ich hörte. Als erstes Stück schrieb ich dann ein Wiegenlied, das in der Handlung eine wichtige Rolle spielt. Auch hierüber fand ich einen Zugang zum Score.“

Wenn Bishara über Horror spricht, outet er sich genauso als Fan wie seine Kollegen. Darüber hinaus sieht er in dem Genre auch einen praktischen Nutzen, jenseits reiner Unterhaltung. „Die Zuschauer können hier für die Dauer des Films ihre persönlichen Ängste ausleben. Wenn es möglich ist, diese Ängste an etwas festzumachen, können andere Dinge vielleicht etwas leichter verarbeitet werden.“

Für Bishara ist THE PRODIGY weit davon entfernt, einfach nur eine neue Variation der „böse Kinder“-Thematik aufzutischen. „Was ich an McCarthy so schätze, ist seine Fähigkeit, einen sehr ernsten, dunklen Film zu inszenieren, in dessen Mittelpunkt ein Kind steht. Es kommt nicht allzu oft vor, dass Kinder *so* abgründig dargestellt werden.“

Kinder und Horror

The Prodigy (Filmszene)
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Apropos „Variation der ‚böse Kinder‘-Thematik‘“ sowie „Der Exorzist“. Kinder in Horrorfilmen erfreuen sich nach wie vor großer Beliebtheit, was auch THE PRODIGY deutlich unterstreicht. Es hat etwas zugleich Faszinierendes und Unheimliches, wenn sich hinter unschuldigen Fassaden tiefschwarze Abgründe auftun. Zu Kindern hat man automatisch Vertrauen, innerhalb der Familie auch eine besonders innige Bindung – was dann die Fallhöhe, wenn der geliebte Spross entweder aus eigenem oder fremdgesteuertem Antrieb Böses tut, auf die maximal mögliche Entfernung zum Aufschlag schraubt.

Einerseits verstört dabei das unberechenbare Verhalten des einst so gut einschätzbaren Kindes, andererseits macht sich Ohnmacht breit, das Gefühl völliger Hilflosigkeit, das Gefühl, um seine Liebe, seine positiven Emotionen betrogen zu werden. Was wissen wir eigentlich über unsere Kinder, was bedeuten scheinbar unzusammenhängende Momente wie Gespräche ins Nichts, plötzliche Wutanfälle oder „lebloses“ Starren? Eltern sind darauf angewiesen, dass Kinder sich ihrer noch wenig gefestigten gesellschaftlichen Normen nicht bewusst werden. Ansonsten gibt es völlig unvorhersehbare Reaktionen, ein saftiges Rezept für effektive Horrorszenarien.

Nicht umsonst stand im Zentrum der mainstreamigen Wiedergeburt des Horrorgenres in den Siebzigern ein Kind. „Der Exorzist“ lässt das Böse in eine Familie einbrechen, das Kind macht eine Verwandlung durch, die sich in immer größeren Extremen manifestiert. Gleichzeitig entsteht dadurch auch ein Gegensatz zwischen dem netten Äußeren und einer Artikulation, die entweder auf Abscheu setzt oder dem Gesagten eine zusätzliche Dimension des Grauens eröffnet. Beispiele hierfür sind „Sie sind hier“ in „Poltergeist“ (1982) oder „Ich sehe tote Menschen“ in „The Sixth Sense“ (1999).

Wie schon erwähnt, steht THE PRODIGY durchaus in der Tradition von „Der Exorzist“, auch „Insidious“ (2010) darf als Anhaltspunkt genannt werden. Der Film von Nicholas McCarthy kann auf eine reiche Horror-Tradition zurückblicken, zu der unter anderem Damien aus der „Omen“-Reihe (1976-2006), die Grady-Zwillinge aus „Shining“ (1980), die Slasher-Ikonen Michael Myers („Halloween“, 1978-2018) und Jason Vorhees („Freitag der 13.“, 1980-2009), und natürlich die ebenfalls bereits erwähnte Emily Rose aus „Der Exorzismus von Emily Rose“ gehören.

Kinder in Horrorfilmen, die nicht einfach nur in der Ecke zittern oder entführt/getötet werden, sind einer der effektivsten Kniffe, die das Genre aufbieten kann. THE PRODIGY macht sich dies zunutze und geht dabei noch einen Schritt weiter. Miles Blume bekommt Abgründe zu spüren, die nur wenige Kinder vor ihm erfahren durften.

Text via Splendid Film

Stab/Crew
Produzent/in: Tripp Vinson
Koproduzent/in: Etan Lazar
Ausführende/r Produzent/in: Jeff Buhler
Ausführende/r Produzent/in: Tara Farney
Ausführende/r Produzent/in: Daniel Bekerman
Regie: Nicholas McCarthy
Drehbuch: Jeff Buhler
Kamera/DoP: Bridger Nielson
Schnitt: Tom Elkins
Schnitt: Brian Ufberg
Musik: Joseph Bishara
Casting: Deanna Brigidi
Casting: John Buchan
Casting: Jason Knight
Produktionsdesign: Aidan Leroux
künstlerische Leitung: Joel Richardson
Setdekoration: Shayne Fox
Produktionsmanagement: Mitch Holmes (Koordination)
Postproduktion: Jasmine Kosovic (Supervisor)
Locationmanagement: Glenn Carter
Ton: Art Espinosa (Studiomanager)
Ton: Jussi Tegelman (Mischung, Supervisor Schnitt)
Ton: Justin W. Walker (Supervisor Dialoge)
Ton: Adam Carl (Aufnahme)
Ton: David A. Cobb (Aufnahme)
Ton: Evan Kishiyama (Aufnahme)
Ton: Emma Shannon (Aufnahme)
Ton: Paul Gosse (Mischung)
Ton: Marti D. Humphrey (Mischung)
Musikabteilung: Dan Wilcox (Supervisor)
Kostümdesign: Catherine Ashton
Kostüme: Jeff Dineen (Supervisor Set)
Maske: Jordan Samuel (Leitung Make-up)
Maske: Kristin Wayne (Make-up)
Maske: Kayla Dobilas (Spezial Make-up Effekte)
Maske: Neil Morrill (Spezial Make-up Effekte)
Maske: Paul Elliot (Haare)
Requisite: Tyler Unrau
Spezialeffekte: Ed Taylor
Kameraoperator: Michael Soos (A-Kamera, Steadicam)
Setfotos: Rafy & Jan Thijs
Stuntkoordination: Shelley Cook
Stuntkoordination: Robert Racki (Assistenz)
Stuntdouble: Stephannie Hawkins (Brittany Alleny)
Stuntdouble: Melissa Kelly (Zoe)
beteiligte Firmen
Produktion: Vinson Films
Produktion: XYZ Films
Produktion: Orion Pictures
Postproduktion: The Dub Stage (Sound)
Verleih Deutschland: Splendid Film