You'll never walk alone (Filmszene)
©mindjazz pictures
Titel: You’ll Never Walk Alone
Originaltitel: You’ll Never Walk Alone
Land: Deutschland
Genre: Dokumentarfilm, Sport, Musikfilm
Kinostart Deutschland: 18.05.2017
Regie: André Schäfer
Farbe: Farbe, Schwarz-Weiß (Archivaufnahmen)
Format:
Ton:
Laufzeit: 100 Minuten
Budget:
Mit: Joachim Król, Mavie Hörbiger, Jürgen Klopp, Gerry Marsden
FSK: ohne Altersbeschränkung
sonstiges:
Cast
Protagonisten Rolle
Joachim Król
Mavie Hörbiger
Enikő Eszenyi
György Kozma
Matyas Sarkozi
Máté Szabó
Jacques d’Amboise
Jim Lax
Peter Lax
Jack Viertel
Todd Purdum
Rob Ashford
Norbert Dickel
Jan-Henrik Gruszecki
Karsten Haug
Thomas Henneböhl
Lars Ricken
Neil Atkinson
Campino
Rob Gutmann
Simon Hughes
Damian Kavanagh
Freda Kelly
Billy Kinsley
Jürgen Klopp
Gerry Marsden
Mike Nevin
George Sephton
Wally Shepard
Adrian Tempany
David von Sell
Balthasar-Neumann-Chor und -Ensemble Thomas Hengelbrock
Inhalt
You'll never walk alone (Filmplakat)In vielen Fußballstadien rund um die Welt singen die Fans vor dem Spiel „You’ll Never Walk Alone“; das Lied scheint eins geworden mit der Fankultur. Dabei ist im Text von Fußball eigentlich keine Rede. Stattdessen wird von einem Unwetter gesungen, in dem man den Kopf einziehen möchte, in dem die Träume sturmgepeitscht und verweht werden, tossed and blown.

Der Schauspieler und bekennende Fußballfan Joachim Król begibt sich auf die Spuren des Songs und führt durch den Film. Er spricht mit Schauspielern, Musikern und Fußballbegeisterten, unter anderem mit Jürgen Klopp und Campino, mit dem Dirigenten Thomas Hengelbrock, mit Mavie Hörbiger und mit Gerry Marsden, dem Frontman der Liverpooler Band „Gerry and the Pacemakers“, die „You’ll Never Walk Alone“ zum Nummer-Eins-Hit in Großbritannien machte.

Der Dokumentarfilm erzählt die verblüffende Karriere dieses Songs. Es ist eine lange, spannende und wunderbare Geschichte. Hans Albers tritt darin ebenso auf wie die Fußball- Legenden Lars Ricken und Norbert Dickel; die Musical-Genies Rodgers & Hammerstein geben ihr eine entscheidende Wendung; Beatles-Manager Brian Epstein und der von ihm zu Weltruhm gebrachte Mersey-Beat der 1960er Jahre klingen darin ebenso nach wie Campino und die Toten Hosen.

Und wer hätte gedacht, dass die Stadionhymne ihre erste Wurzel im Budapest des frühen 20. Jahrhunderts hatte? Dort nämlich schrieb im Jahr 1909 – also im selben Jahr, als in Dortmund die Borussia gegründet wurde – der damals weltberühmte Autor Ferenc Molnár ein neues Theaterstück: „Liliom“. Der Film erzählt, wie dieses Stück von Budapest über Wien nach New York kommt, wo die Musical-Autoren Rodgers und Hammerstein es als „Carousel“ für den Broadway vertonen und dazu den Song „You’ll Never Walk Alone“ erschaffen, der über kuriose Wege ins Liverpool der Beat-Epoche findet, ins Stadion des FC Liverpool und von dort in alle Welt.

You'll never walk alone (Filmszene)
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So entsteht über den Song und seine Geschichte ein Portrait des 20. Jahrhunderts, eine grandiose, ungarisch-wienerisch-deutsch-amerikanisch-englische, transnationale Koproduktion.

Als globales Kulturgut gehört die Hymne heute zu den bekanntesten und meist gesungenen Liedern des Planeten – übertroffen wohl nur noch von „White Christmas“.

In unerreicht einfachen Worten, eingängig und zum Mitsingen wie gemacht, geht dieses Lied geradezu unverschämt unaufhaltsam erst ins Ohr, dann zu Herzen – und gibt Hoffnung, dass keine Einsamkeit, keine Verlassenheit, kein Donnerwetter für immer währt. Denn am Ende der Zeilen hat man einander, und es gilt für alle Zukunft: You’ll Never Walk Alone.

Die Stationen des Welterfolgs – darunter Budapest und Wien, Liverpool, New York, Los Angeles und die ehemalige Bergbaustadt Herne im Ruhrgebiet – sorgen dafür, dass der von Kameramann und Adolf-Grimme-Preisträger Andy Lehmann gedrehte Film auch optisch opulent gerät.

Kommentar von André Schäfer
You'll never walk alone (Filmszene)
©mindjazz pictures

Wie so oft begann alles mit einem Zufall.

Im Herbst 2014 rief mich mein Kollege und Autor Hartmut Kasper an und erzählte, dass er am Wochenende im Stadion in Dortmund den BVB gesehen und mit den Fans auf der Südtribune wie immer vor dem Spiel „You’ll Never Walk Alone“ gesungen hatte – der berühmte Gänsehautmoment.

Wieder zuhaus, habe er im Internet ein bisschen gestöbert: Er erzählte mir die Kurzform dieser atemberaubenden Geschichte – dass das Lied auf das Theaterstück „Liliom“ im Budapest des Jahres 1909 zurückgehe, dass sein Autor Ferenc Molnár später vor den Nazis nach New York floh, dass aus dem Stück dort ein Musical wurde mit seinem Welthit „You’ll Never Walk Alone“, den ein junger Musiker der Liverpooler Merseybeat-Generation – Gerry Marsden – dann im Kino hörte und anschließend coverte. Dass der Song dann wochenlang als Nummer Eins-Hit direkt vor dem Anpfiff beim Liverpool FC gespielt und von den Fans schon damals begeistert mitgesungen wurde, dass er seitdem an der Anfield Road und später in vielen Stadien der Welt – so auch in Dortmund – als die Fußballhymne gesungen wird – und am Ende der Konzerte der Toten Hosen. Und zur Feier der Amtseinführung amerikanischer Präsidenten. Und. Und. Und.

Als Kasper anrief, saß ich im Auto und telefonierte mit ihm über die Freisprechanlage. Ich fuhr durchs Elsass – und auf dem Rücksitz saß Joachim Król, mit dem ich gerade eine Reise durch die französischen Weinberge drehte. Als ich auflegte, sagte ein aufgeregter Joachim, dass er am Samstag auch im Stadion beim BVB gewesen sei und mitgesungen habe. Wenn wir diesen Film je machen würden, dann bitte nicht ohne ihn!

You'll never walk alone (Filmszene)
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Gesagt, getan. Wir haben recherchiert und sind auf so viele schöne Seitenstränge dieser Geschichte gestoßen, dass schnell klar wurde: das ist ein Stoff fürs Kino, das ist eine Geschichte, die Fußball und Musik (Joachim Król würde sagen: „die zwei Weltsprachen Fußball und Musik“) auf besondere Weise verbindet; eine Geschichte, die vielleicht heute, wo die Welt von Egoisten dominiert wird und wo Gemeinschaft fehlt, aktueller denn je ist.

Ich kannte dieses Lied natürlich, ich wusste auch, dass es in vielen Fußballstadien dazu gehört, aber mir war nicht klar, dass mit dem Song eigentlich gemeint ist, dass man besser nicht alleine durch die Welt geht.

Schon gar nicht bei miesem Wetter.

Auf unserer Reise durch die Geschichte dieser Hymne haben wir viele Leute getroffen, die mir das klargemacht haben: Wir schaffen das – wenn wir, so wie der Text es vorgibt, an einem Strang ziehen, uns gegenseitig Mut machen und den Kopf nicht in den Sand stecken, sondern erhobenen Hauptes weiter gehen.

Kein schlechter Tipp in Tagen wie diesen, finde ich.

Text via mindjazz pictures

Stab/Crew
Produzent/in: Marianne Schäfer
Produzent/in: Arno Blumenstock (Florianfilm)
Produzent/in: Anna Steuber (Florianfilm)
Produzent/in: Jonas Niewianda (Florianfilm)
Produktionsassistenz: Anna Lena Linkesch
Produktionsassistenz: Moritz Kreiten
Creative Producer: Jascha Hannover
Regie: André Schäfer
Regieassistent/in: Jascha Hannover
Drehbuch: Hartmut Kasper
Kamera/DoP: Andy Lehmann
Schnitt: Fritz Busse
Schnittassistenz: Silke Zirnité
Schnittassistenz: Sandra Böhme
Musik: Ritchie Staringer
Produktionsleitung: Oliver Bätz
Postproduktion: Niko Remus (Supervisor)
Drehorganisation Budapest: Katalin Pázmándy
Drehorganisation USA: Thomas Halaczinsky
Ton: Henning Hein (Supervisor, Mischung)
Ton: Steffen Pfauth (Schnitt)
Ton: Thorsten Czart
Ton: Maximilian Pellnitz
Ton: Nils Drescher
Ton: Leif Hanisch
Ton: Freddy Fleïng (Geräusche)
Ton: Timo Witthöft (Dialogschnitt, Schnitt Geräusche)
Ton: Torben Seemann (Dialogschnitt)
Archivrecherchen: Elspeth Domville
Archivrecherchen: Michael Gerloff
Archivrecherchen: Anna Steuber
Archivrecherchen: Katalin Pázmándy
Spezialeffekte: Ilona Fritzsche
2. Kamera: Björn Leonhard
2. Kamera: Florian Michaelsen
2. Kamera: Michael Schneider
2. Kamera: Till Vielrose
2. Kamera: Sebastian Woithe
Drohnenaufnahmen: Oliver Roetz
Drohnenaufnahmen: Thorsten Czart
beteiligte Firmen
Produktion: Florianfilm
Sound/Ton: Chaussee Soundvision
Verleih Deutschland: mindjazz pictures
gefördert/unterstützt durch: Deutscher Filmförderfonds