Zahl der Kinos in Deutschland auf dem höchsten Stand seit zehn Jahren

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In Deutschland gibt es so viele Kinos wie seit zehn Jahren nicht mehr. Mit den 107 Neu- oder Wiedereröffnungen des letzten Jahres waren der Filmförderungsanstalt (FFA) Ende Dezember 4.803 Kinosäle (2016: 4.739) gemeldet – der höchste Stand seit 2008.

Auch die Zahl der Kinostandorte lag mit 899 (892) so hoch wie seit 2012 nicht mehr. Positiv ist auch der Blick auf die Bilanz: 122,3 Mio. Kinobesucher (121,1 Mio.) sorgten im letzten Jahr für ein Box-Office von 1.056,1 Mio. Euro (1.023,0 Euro) – und damit den zweithöchsten Gesamtumsatz aller Zeiten.

Erfolgreichster Film des Jahres war mit 5,9 Mio. Besuchern die FFA-geförderte Produktion FACK JU GÖHTE 3, die ebenso wie seine beiden Vorläufer in den Jahren 2013 und 2015 TOP-Film des Jahres war. Die Zahlen gab die FFA mit der Veröffentlichung des offiziellen Kinojahresergebnisses am Vortag der Berlinale-Eröffnung bekannt.

Der deutsche Marktanteil lag mit 23,9 Prozent über dem letzten Jahr (22,7%). Insgesamt wurden 28,3 Mio. Tickets (27,7 Mio.) für deutsche Filme gekauft. „Für die Kinowirtschaft war 2017 ein durchwachsenes Jahr mit positivem Ausklang“, erklärt FFA-Vorstand Peter Dinges. Dass mit FACK JU GÖHTE 3 erneut eine deutsche Produktion vor allen US-amerikanischen Blockbustern landete, belege „erneut den hohen Stellenwert, den deutsche Filme hierzulande im Kino mittlerweile besitzen“. Die positive Entwicklung bei der Anzahl der Kinosäle und Standorte werte er es als „besonders erfreulich, zumal sich der seit Jahren anhaltende kontinuierliche Anstieg nach unseren ersten Erkenntnissen neben den Großstädten insbesondere auf kleinere Orte und Städte mit bis zu 50.000 Einwohnern auswirkt“, betont Dinges.

Weitere Details aus dem Kinoergebnis 2017

Unter den 28 Besuchermillionären waren neben dem Nr. 1-Film vier weitere deutsche Produktionen: BULLYPARADE – DER FILM (1,9 Mio.), BIBI & TINA – TOHUWABOHU TOTAL (1,7 Mio.), OSTWIND – AUFBRUCH NACH ORA (1,1 Mio.) und VIER GEGEN DIE BANK (1,1 Mio.).

Seit 2011 erstmals rückläufig ist die Zahl der Erstaufführungen in den deutschen Kinos.

2017 liefen 587 Filme in den Kinos an, 23 weniger als im Jahr davor.

Von den 233 erstaufgeführten deutschen Filmen (Vorjahr 244) waren 143 Spielfilme, 90 Dokumentarfilme sowie 76 internationale Koproduktionen.

Der 3D-Film hat im letzten Jahr mit 25,5 Mio. Tickets weniger Besucher gezogen als in den Jahren davor und einen Marktanteil von 21,5% (25,6%) erzielt.

FFA-Vorstand Dinges: „Für das laufende Kinojahr erwarten wir eine Reihe viel versprechender deutscher Kinostarts u. a. mit den Schwergewichten Til Schweiger (KLASSENTREFFEN 1.0), Matthias Schweighöfer (100 DINGE) und Michael Bully Herbig (BALLON). Gespannt sein dürfen wir aber auch auf die aufwändige Verfilmung von JIM KNOPF UND LUKAS DER LOKOMOTIVFÜHRER von Dennis Gansel und auf spannendes Arthousekino mit dem Roadmovie 25KM/H mit Lars Eidinger, inszeniert von FRIENDSHIP!-Macher Markus Goller, ROAD von VICTORIA-Regisseur Sebastian Schipper oder DAS SCHWEIGENDE KLASSENZIMMER von Lars Kraume. Freuen wir uns auf das Jahr 2018, in dem die FFA ihr 50. Jubiläum feiert und die bevorstehende Berlinale, bei der gleich vier von insgesamt 19 Wettbewerbsfilmen deutsche Produktionen sind – und drücken wir der FFA-geförderten Koproduktion Una mujer fantástica bei der OSCAR-Verleihung die Daumen!