Der Große Kunstpreis 2018 des Vereins der Freunde der KHM geht an Beryl Magoko

Großer Kunstpreis 2018 des Vereins der Freunde der KHM - v.l.n.r.: Kamerafrau Jule Katinka Cramer, Beryl Magoko und Prof. Sophie Maintigneux
v.l.n.r.: Kamerafrau Jule Katinka Cramer, Beryl Magoko und Prof. Sophie Maintigneux – Foto: KHM, Simon Rupieper

Der Verein der Freunde der KHM zeichnet jährlich herausragende künstlerische Leistungen von Studierenden und Diplomand/innen durch die Vergabe des Großen Kunstpreises sowie von drei Förderpreisen aus.

Der Große Kunstpreis 2018 geht an Beryl Magoko. Beryl Magoko erhält den mit 10.000 EUR hochrangig dotierten Großen Kunstpreis des Vereins der Freunde der KHM für ihr konzises filmisches Werk, in dem sie sich seit vielen Jahren mit dem Thema der weiblichen Genitalverstümmelung (FGM/C) auseinandersetzt. In ihrem autobiographischen Dokumentarfilm „In Search…“ (2018, 90 Min., Deutsch/Englisch/Kikuria/Swahili, mit engl. Untertiteln), der gemeinsam mit der Bildgestalterin Jule Katinka Cramer entstanden ist, geht Magoko über eine rein beobachtende dokumentarische Haltung hinaus und begibt sich als direkt Betroffene selbst vor die Kamera. Sie spricht mutig und entschlossen über ihre Fragen, Zweifel, Ängste und erforscht dabei das emotionale Dilemma, in dem sie und andere Frauen mit ähnlichen Erfahrungen sich befinden.

Drei Förderpreise für Studierende gehen 2018 an Danila Lipatov, Max Mauro Schmid und Maja Tschumi. Die Förderpreise/Förderstipendien, die künstlerische Entwicklungen im Rahmen des Studiums auszeichnen, werden seit 2010 vergeben und sind mit jeweils 2.000 Euro dotiert.

Einen Förderpreis erhält Danila Lipatov, unter anderem für seine Videoperformance „Tod in …“ (2018). Die Jury schreibt dazu: „Danila Lipatovs Changieren zwischen Dokumentation und Inszenierung, eigenem und angeeignetem Material, filmischen Arbeiten und Performances verleiht seinem Werk eine mediale und stilistische Vielfalt und Lebendigkeit, die die Jury beeindruckt.

Max Mauro Schmid, der derzeit ein Auslandsemester absolviert und deshalb nicht in der Ausstellung vertreten sein kann, beschäftigt sich in seinen Werken vor allem mit „Systemen, die er in klanglich-skulpturale Objekte und Installationen transformiert“ und deren „Tiefgründigkeit“ die Jury überzeugte: „Seine Bereitschaft, sich auch den handwerklichen Umgang mit physischem Material und die Sprache immateriellen Klangs selbst anzueignen, ermöglicht ihm eine unverkennbare, poetisch-sperrige Formensprache, die immer eine Ambivalenz behält.

Maja Tschumi wird unter anderem für ihren Kurzfilm „Der Hexer“ (2016) ausgezeichnet, einer Dokumentation über die außergewöhnliche Beziehung eines traumatisierten jungen Mannes zu einer Fantasy-Figur, durch die sein Leben eine bemerkenswerte Wende erfährt: „Maja Tschumi überzeugt die Jury durch die Intensität der dokumentarischen Beobachtung und der virtuosen Montage ihrer filmischen Erzählform und einem unverkennbaren, eigenen künstlerischen Ausdruck.

Zur Preisverleihung sprachen Christian Nagel (Vorsitzender der Freunde der KHM) und Prof. Dr. Hans Ulrich Reck (Rektor) sowie die beiden Laudator/innen Prof. Sophie Maintigneux (Professorin für Bildgestaltung) und Prof. Matthias Müller (Professor für experimentellen Film).

Die Werke der diesjährigen Preisträger/innen sind in einer Ausstellung in GLASMOOG, Raum für Kunst und Diskurs an der KHM (Filzengraben 2a, 50676 Köln) noch bis 8. Dezember 2018 zu sehen.