Deutsch-Polnischer Journalistenpreis für MDR-Autor Ingo Dell

TV-Doku Die Karawane der Pflegerinnen (Filmszene
Die 57-jährige Polin Alicja pflegt seit gut einem Jahr die 74-jährige Adelheid – ©MDR/Mia Media/Daniel Laudowicz

Für seine TV-Dokumentation „Die Karawane der Pflegerinnen“ ist der MDR-Autor Ingo Dell in Stralsund mit dem Tadeusz-Mazowiecki-Journalistenpreis in der Kategorie Fernsehen ausgezeichnet worden.

Das MDR-Fernsehen zeigt den Film am Sonntag, 24. Juni 2018, um 22.00 Uhr.

„Die Karawane der Pflegerinnen“ beschäftigt sich mit dem Pflegenotstand in Deutschland. Immer mehr Frauen aus Osteuropa kommen nach Deutschland, um sich als preiswerte Pflegekraft um alte Menschen zu kümmern. Zwischen 150.000 und 400.000 Pflegerinnen sollen es inzwischen jährlich sein. In seinem Film erzählt Ingo Dell beispielhaft vom Alltag einer 57-jährigen Polin, die in Paderborn eine demente 74-Jährige rund um die Uhr betreut. Die Dokumentation aus der Redaktion Geschichte, Dokumentationen und Osteuropa ist am Sonntag, 24. Juni 2018, um 22.00 Uhr im MDR-Fernsehen zu sehen.

Ingo Dell vermag es, dieser scheinbar deutsch-polnischen Angelegenheit eine europäische Dimension zu verleihen. Noch zieht ‚Die Karawane der Pflegerinnen‘, doch die Betreuungsuhr für Pflegebedürftige tickt unbarmherzig, der Politik bleibt kaum noch eine Gnadenfrist, sich dieses Problems endlich anzunehmen„, heißt es in der Begründung der Jury.

Die Preisverleihung fand am Mittwoch, 6. Juni 2018, in Stralsund im Rahmen der Deutsch-Polnischen Medientage statt. Die Medientage standen in diesem Jahr unter dem Motto „Ist es Zeit, Europa neu zu denken?“. Seit 1997 werden mit dem Deutsch-Polnischen Journalistenpreis die besten Beiträge prämiert, die über das jeweilige Nachbarland fair und offen berichtet haben und die im Vorjahr in Printmedien, Hörfunk oder Fernsehen erstmalig gedruckt, gesendet oder im Internet veröffentlicht wurden. Die Preise sind mit jeweils 5.000 Euro dotiert. Stifter des Preises sind die Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit, die Robert Bosch Stiftung, die ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius sowie sechs Partnerregionen: jeweils die drei Bundesländer Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und der Freistaat Sachsen sowie die drei Woiwodschaften Zachodniopomorskie (Westpommern), Lubuskie (Lebuser Land) und Dolnoslaskie (Niederschlesien). Der Preis trägt den Namen des Publizisten, Bürgerrechtlers und ersten demokratisch gewählten Ministerpräsidenten Polens nach 1989 – Tadeusz Mazowiecki.