Regina Ziegler mit Carl Laemmle Produzentenpreis 2018 ausgezeichnet

Regina Ziegler erhält den Carl Laemmle Produzentenpreis 2018
©Getty Images, Gisela Schober für Carl Laemmle Produzentenpreis

Prof. Regina Ziegler wurde am Freitagabend im Rahmen einer feierlichen Verleihung als herausragende Produzentenpersönlichkeit mit dem Carl Laemmle Produzentenpreis 2018 für ihr bisheriges Lebenswerk ausgezeichnet.

Über 450 geladene Gäste aus Film, Fernsehen, Politik und Wirtschaft, darunter auch die Schauspielerinnen Mariella Ahrens, Veronica Ferres, Sabine Postel, Anna Thalbach, Sabrina Khalil, Gudrun Landgrebe, Lara Mandoki, Claudia Mehnert, Melanie Winiger, die Schauspieler Rafael Gareisen, Stephan Grossmann, Samuel Koch, Günther Lamprecht sowie TV-Köchin Sarah Wiener, kamen im Schloss Großlaupheim zusammen, um Regina Ziegler für ihr eindrucksvolles, filmisches Schaffen zu ehren.

Juryvorsitzender Martin Moszkowicz, Vorstandsvorsitzender der Constantin Film AG und Vorstandsmitglied der Produzentenallianz, begründete die Entscheidung der neunköpfigen Jury mit den Worten: „Regina Ziegler war vor über 40 Jahren die erste maßgebliche Filmproduzentin Deutschlands. Mit unerschütterlichem Willen und einer klaren Vision hat sie sich in einer von Männern dominierten Branche durchgesetzt, vielen Filmemachern, Schauspielerinnen und Schauspielern zum Durchbruch verholfen. Mit ihrer unbändigen Energie, zielorientierten Beharrlichkeit und einer faszinierenden Leidenschaft für ihren Beruf hat Regina Ziegler ihre mittelständische Produktionsfirma zu einem der führenden unabhängigen Produktionshäuser Deutschlands gemacht.

Ich danke der Produzentenallianz und der Jury, dass sie sich für mich entschieden haben“, so Regina Ziegler. „Ich danke der Stadt Laupheim, dass sie einen ihrer zeitweise geächteten, einen ihrer großen Söhne auf diese Weise ehrt. Und mich gleich mit.

Schauspielerin Thekla Carola Wied richtete sehr persönliche Worte an ihre Freundin und Weggefährtin Regina Ziegler: „Als wäre dieser Preis eigens für dich, liebe Regina, geschaffen worden. So maßgeschneidert passt er auf dich, auf deine Person und auf deine Arbeit. Dein Gesamtschaffen: Über 500 Filme und Serien, fürs Kino und fürs Fernsehen – die genaue Zahl wirst nicht einmal du wissen. Ein imposantes Werk.

Alexander Thies, Vorsitzender der Produzentenallianz und Dr. Christoph Palmer, Geschäftsführer der Produzentenallianz stellten heraus, dass Regina Zieglers beeindruckendes, produzentisches Schaffen in geradezu vorbildlicher Weise für das von der Produzentenallianz vertretene Produzentenleitbild des kreativen Wertschöpfers in der gesamten Filmherstellung steht.

Regina Ziegler erhält den Carl Laemmle Produzentenpreis 2018
v.l.n.r. Martin Moszkowicz, Prof. Regina Ziegler, Thekla Carola Wied, Dr. Christoph Palmer, Gerold Rechle, Alexander Thies – ©Getty Images, Gisela Schober für Carl Laemmle Produzentenpreis

Mit der Auszeichnung eines so herausragenden Lebenswerks – wie dieses von Regina Ziegler – soll auch generell die besondere Leistung der Produzenten im kreativen und wirtschaftlichen Prozess des Filmschaffens in diesem feierlichen Rahmen herausgestellt und auch einer breiteren Öffentlichkeit vermittelt werden.

Gerold Rechle, Oberbürgermeister der Stadt Laupheim: „Regina Ziegler hat, genau wie Carl Laemmle, als Produzentin Besonderes geschaffen und die Filmwelt nachhaltig beeinflusst. Ihr Motto „Geht nicht gibt’s nicht“ ist nichts anderes als das deutsche „It can be done!“ – das Lebensmotto von Carl Laemmle. Regina Ziegler ist mit Ihrem Wirken und Lebenswerk eine mehr als würdige Preisträgerin für den zweiten Carl Laemmle Produzentenpreis.

Durch den Abend im Schloss Großlaupheim führten SWR-Moderatorin Hendrike Brenninkmeyer und Entertainer Wigald Boning. Für die musikalische Unterhaltung sorgten Liedermacher Philipp Poisel sowie Schauspielerin & Sängerin Jasmin Tabatabai und das David Klein Quartett.

Über Regina Ziegler

Mit geliehenem Geld und großem persönlichen Engagement produzierte Regina Ziegler 1973 ihren ersten Film: „Ich dachte, ich wäre tot“ von Wolf Gremm, ihrem späteren Ehemann. Im Laufe ihrer fast 45-jährigen Produzententätigkeit folgten um die 500 Produktionen für Film und Fernsehen sowie zahlreiche wichtige Auszeichnungen. Darunter der Bundesfilmpreis und der Preis des Verbandes deutscher Filmkritiker, den sie für „Ich dachte, ich wäre tot“ (Regie: Wolf Gremm) erhielt. Für „Heinrich“ wurde sie mit der höchsten deutschen Auszeichnung des Deutschen Films – der Goldenen Schale – geehrt. Die von ihr produzierte erste deutsche, horizontale Miniserie „Weissensee“ bekam zweimal den Deutschen Fernsehpreis und 2016 den Grimme-Preis. Im gleichen Jahr erhielt Regina Ziegler die Ehren-Lola für herausragende Verdienste um den Deutschen Film und in Österreich die Romy in Platin für ihr Lebenswerk.

Regina Ziegler und Tanja Ziegler leiten die Produktionsfirmen Ziegler Film in Berlin, Köln, München und Baden-Baden und betreiben das Berliner Kino filmkunst 66.

Regina Ziegler wurde für ihre einzigartige Produzententätigkeit u. a. mit der Berlinale-Kamera (2004), dem Denver Obelisk vom Denver International Film Festival (1997), dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse (1998), dem Adolf-Grimme-Preis (1999 & 2016), dem American Cinema Foundation Freedom Award, dem Innocence in Danger Award (2008), dem International Emmy Award und der Goldenen Nymphe in Monte Carlo für den Dreiteiler „Die Wölfe“ (2009) sowie dem Prix Europa Lifetime Achievement Award (2012) und der Goldenen Erbse (2016) für soziales und kulturelles Engagement ausgezeichnet.

Das Museum of Modern Art in New York würdigte ihr Schaffen 2006 mit einer Retrospektive. Sie war die erste Produzentin weltweit und nach Rainer Werner Fassbinder (posthum), die zweite Filmschaffende aus Deutschland, der diese Ehrung zu Teil wurde.

Im Laufe ihrer beeindruckenden Karriere arbeitete sie fürs Kino mit Regisseuren wie u.a. Volker Schlöndorff („Return to Montauk“), Jo Baier („Henri 4“), Nico Hofmann („Solo für Klarinette“), Susan Seidelman („The Dutch Master“), , Detlev Buck („Der Elefant vergisst nie“), Mika Kaurismäki („Sambolico“), Andrzej Wajda („Korczak“), Krzysztof Zanussi („A year of the quiet sun)“, Ulrich Schamoni („Chapeau Claque“), Jos Stelling („Der Wartesaal“, „Die Tankstelle“, „Die Passage“), Jeanine Meerapfel („Malou“), Nicolas Roeg („Hotel Paradise“) – und immer wieder mit Wolf Gremm, mit dem sie mehr als ein Dutzend Kino- & Fernsehfilme (u.a. „Fabian“, „Kamikaze 1989“ oder „Im Fluss des Lebens“) produzierte.

Die Verfilmung des Bestsellerromans „Abgeschnitten“ von Sebastian Fitzek und Michael Tsokos kommt im Oktober 2018 in die Kinos. Zu den kommenden Projekten gehören die Verfilmung des Bestsellerromans „Passagier 23“ von Sebastian Fitzek sowie die Kinokoproduktion des erfolgreichen Musicals „Ich war noch niemals in New York“ mit den Songs von Udo Jürgens unter der Regie von Philipp Stölzl. Im Oktober 2017 erschien ihre Autobiografie „Geht nicht gibt’s nicht – Mein filmreiches Leben“.